Wasserhärte bestimmen

Wasser läuft aus Wasserhahn in Waschbecken.

Die meisten Haushalte in Österreich haben sogenanntes hartes Wasser mit einem hohen Gehalt an Calcium und Magnesium. Die Härte des eigenen Leitungswassers zu kennen ist wichtig, denn sie hat z. B. Einfluss auf die Leistung und Lebensdauer von Elektrogeräten wie Waschmaschinen, Heißwassergeräten oder Geschirrspülern. Unser Ratgeber sagt Ihnen, was Leitungswasser hart macht, wie Sie den Härtegrad Ihres Wassers einfach selbst bestimmen können und was Sie bei hartem Wasser beachten sollten.

1. Was bedeutet Wasserhärte? 2. Welchen Einfluss hat die Wasserhärte im Haushalt?
3. Wie kann ich selbst die Härte meines Wassers bestimmen? 4. Was tun bei hartem Wasser?
Wasser sprudelt über Steine.

1. Was bedeutet Wasserhärte?

Die Wasserhärte bezeichnet die Konzentration von im Wasser gelösten Ionen (also elektrisch geladenen Teilchen) der sogenannten Erdalkalimetalle, vor allem von Calcium und Magnesium. Diese Metalle gelangen in der Regel aus dem Boden ins Grundwasser und von dort in Ihre Wasserleitung. Deshalb findet sich hartes Wasser in Regionen, die reich an Sand- und Kalkgesteinen sind. Auch die Landwirtschaft kann durch Düngung zu einer höheren Wasserhärte beitragen.

Meist wird als Wasserhärte die Gesamthärte angegeben, also die Konzentration sämtlicher Erdalkalimetall-Ionen. Den größten Anteil an der Gesamthärte hat die Carbonathärte (Hydrogencarbonat-Konzentration), die durch die Auflösung von Kalk oder Dolomit entsteht. Die internationale Standard-Maßeinheit für die Angabe der Wasserhärte ist Millimol pro Liter (mmol/l), hierzulande wird sie aber meist in „Grad deutscher Härte“ (dH) angegeben. Man unterscheidet drei Härtebereiche: 

HärtebereichGesamthärte
„Weich“ weniger als 8,4 dH (< 1,5 mmol/l)
„Mittel“ 8,4 bis 14 dH (1,5 bis 2,5 mmol/l)
„Hart“ ab 14 dH (> 2,5 mmol/l)

Verkalkter Wasserhahn.

2. Welchen Einfluss hat die Wasserhärte im Haushalt?

Vorab: Die im Wasser gelösten Calcium- und Magnesium-Ionen verursachen keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen. Sie können aber unter bestimmten Bedingungen unlösliche Verbindungen wie Kalk und Kalkseifen bilden. Kalk entsteht aus Calciumhydrogencarbonat bei Temperaturen über 60 °C und macht sich als hartnäckige Ablagerungen auf Armaturen und in Heißwassergeräten wie Durchlauferhitzern, Warmwasserspeichern, Kaffeemaschinen, Wasserkochern und Kochtöpfen bemerkbar (Kesselstein). Diese Verkalkungen sind nicht nur unschön, sie führen auch zu einem erhöhten Energieverbrauch, weil der Kalk auf Heizstäben oder -flächen die Wärme schlechter leitet. Auch die Lebensdauer Ihrer Waschmaschine kann dadurch sinken.

Hartes Wasser kann zudem die Waschkraft vieler Waschmittel beeinträchtigen. Die gelösten Calcium- oder Magnesium-Ionen bilden mit Seifen Kalkseifen, die keine Reinigungswirkung mehr entfalten und ihrerseits Textilien verunreinigen können. Außerdem beeinträchtigt hartes Wasser den Geschmack und das Aussehen empfindlicher Speisen und Getränke, z. B. Kaffee oder Tee.

Haben Sie zuhause weiches Wasser, dann sind im Gegensatz zum harten Wasser Anwendungen mit höheren Wassertemperaturen unproblematisch. Allerdings führt weiches Wasser bei Waschmitteln zu einer stärkeren Schaumbildung, die nicht immer erwünscht ist, und Seife lässt sich damit schlechter entfernen.

Wasserfilter können Ihnen helfen, die Anteile von Kalk, Chlor und anderen geschmacks- oder geruchsstörenden Stoffen im Wasser zu reduzieren.

Hand mit Wasserhärte-Teststreifen.

3. Wie kann ich selbst die Härte meines Wassers bestimmen?

Ihr Wasserversorger ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen die Wasserhärte des Trinkwassers einmal jährlich anzugeben. Sie finden daher entsprechende Angaben häufig auf der Website des Unternehmens und als Hauseigentümer auch auf Ihrer Wasserrechnung. Zwar müssen die Wasserversorgungsunternehmen Ihnen laut Gesetz nur den entsprechenden Härtebereich mittteilen, aber meist werden Sie dort relativ genaue Angaben für Ihre Region bekommen.

Wer seine Wasserhärte selbst genau messen möchte, kann das Verfahren der Titration nutzen. Dabei wird gemessen, welche Menge einer Titrierlösung (Titriplex III) nötig ist, um die Calcium- und Magnesium-Ionen komplett zu binden. Sie tropfen einfach die Titrierlösung (erhältlich im Fach- oder Versandhandel) in ein Prüfröhrchen mit Ihrem Wasser, schütteln nach jedem Tropfen und prüfen die Farbe des Gemischs. Dies wiederholen Sie so lange, bis die Farbe des Gemischs von Rot nach Grün umschlägt. Die Zahl der Tropfen, die Sie dafür brauchen, entspricht dem Härtegrad Ihres Wassers in dH.

Einfacher klappt die Bestimmung der Wasserhärte mit speziellen Teststreifen, die Sie in der Apotheke oder im Versandhandel erhalten. Tauchen Sie den Teststreifen kurz in kaltes Wasser und schütteln Sie dann das überschüssige Wasser ab. Nach einiger Zeit verfärbt sich der Teststreifen, und anhand der Ausdehnung der Verfärbung können Sie den Bereich ermitteln, in welchem die Wasserhärte Ihres Wassers liegt. Die Genauigkeit variiert je nach Produkt; die meisten Teststreifen haben 4 oder 5 Bereiche, es sind aber auch Streifen mit bis zu 10 Bereichen im Handel.

Wasserfilter mit Wasser.

4. Was tun bei hartem Wasser?

Wenn Sie hartes Wasser haben, können Sie einige einfache Maßnahmen ergreifen. Entkalken Sie Wasserkocher und Kaffeemaschine regelmäßig mit einem handelsüblichen Entkalker oder mit verdünnter Essig-Essenz oder Zitronensäure und spülen Sie mit klarem Wasser nach. Wenn Sie einen Wasserfilter verwenden, müssen Sie seltener entkalken. Wasserfilter reduzieren darüber hinaus Kalk, Chlor und andere geschmacks- oder geruchsstörende Stoffe.

Beim Waschen mit Temperaturen ab 60 °C können Sie bei hartem Wasser einen phosphatfreien Enthärter hinzugeben. Beachten Sie zudem stets die Dosierungsangaben auf den Waschmittelverpackungen für Ihren Härtebereich.

Ihre Spülmaschine enthält einen Ionenaustauscher, der Calcium-Ionen gegen unschädliche Natrium-Ionen austauscht. Der Vorrat an Natrium-Ionen muss regelmäßig erneuert werden, deshalb achten Sie bitte darauf, dass Ihre Spülmaschine stets mit ausreichend Regeneriersalz (Kochsalz, Natriumchlorid) versorgt ist.

Spülen Sie Armaturen und Fliesen nach Möglichkeit nur kalt ab und wischen Sie warmes Wasser sofort ab. Haben sich trotzdem Kalkflecken gebildet, können Sie diese mit verdünnter Zitronensäure oder Essig entfernen.

Wenn Sie die Härte Ihres Leitungswassers kennen, können Sie entsprechend reagieren. Mit den Tipps unseres Ratgebers schützen Sie Ihre Haushaltsgeräte und sparen bares Geld.

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