Richtig lackieren und lasieren in 5 Schritten

Heimwerkerin lackiert einen Stuhl mit Pinsel.

Sie wollen Holzmöbel vor Witterungseinflüssen schützen oder einem alten Möbelstück zu neuem Glanz verhelfen? Dann haben Sie die Wahl zwischen Lack und Lasur. Während eine transparente Lasur die natürliche Optik des Holzes erhält, kann ein Lack dem Stück einen völlig neuen Charakter geben – denn unter Farblacken verschwindet die Maserung vollständig. Je nach Art des Lacks schaffen Sie so eine unempfindliche Oberfläche – ideal also für stark beanspruchte Möbelstücke wie Stühle oder Tische. Aber auch die natürlich wirkende Lasur schützt vor Wind und Wetter und kommt deshalb bevorzugt bei Gartenzäunen, Fensterrahmen oder Gartenmöbeln zum Einsatz.

Lackieren und lasieren geht auch Hobby-Handwerkern leicht von der Hand. Für ein perfektes Ergebnis und eine ebenso einfache wie sichere Arbeitsweise lesen Sie unsere Anleitung.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Heimwerkerin mit Atemmaske steht vor geöffnetem Fenster.

Schritt 1 - Sicherheitsvorkehrungen vor dem Lackieren und Lasieren

Lesen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit die Herstellerhinweise von Lack und Lasur, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Tragen Sie passende Schutzkleidung, um nicht nur Ihre Kleidung zu schonen, sondern auch Ihre Haut, Atemwege und Augen: Atemschutz, Handschuhe und Schutzbrille.

Lacke, Abbeizmittel und Co. können unter anderem Lösungsmittel enthalten, die Sie nicht einatmen sollten. Achten Sie deshalb darauf, in einem gut belüfteten Raum oder besser noch unter freiem Himmel zu arbeiten. Achten Sie bei der Wahl eines reizmittelarmen Lacks auf den „Blaue Engel“, der unter anderem auf den wasserbasierten Lacken der OBI Eigenmarke zu finden ist.  

Farbe von einem Stuhl durch Abbeizen, Heißluft und Spachtel und durch Schleifer entfernen

Schritt 2 - Vorbehandlung des Werkstücks vor dem Lasieren und Lackiere

Wollen Sie einem alten Möbelstück, den Fensterrahmen oder Türen einen neuen Look geben oder haben Sie ein bislang gänzlich unbehandeltes Holzstück vor sich? So oder so zahlt sich die richtige Vorbereitung aus, auch wenn sie im Fall eines bereits lackierten Werkstücks aufwendiger ist. Denn dann müssen Sie zuerst die alten Farbschichten entfernen. Das gelingt zum Beispiel, indem Sie einen Abbeizer auftragen – achten Sie darauf, dass er für Holz geeignet ist, es gibt auch Produkte für Metall. Sie können auch eine Heißluftpistole einsetzen oder aber eine Schleifmaschine.

Beim Abbeizen wird der Abbeizer gleichmäßig mit dem Pinsel aufgetragen, um dann zu trocknen. Ist der Abbeizer eingezogen, entfernen Sie die Farbe mit dem Malerspachtel. Das geht relativ schnell, ist wenig anstrengend, aber wegen des lösungsmittelhaltigen Abbeizers nicht für jeden Heimwerker die erste Wahl.

Bei der Variante mit Heißluft wird der Lack stark erhitzt und kann dann mit einem Spachtel entfernt werden. Arbeiten Sie achtsam um nicht mit der heißen Luft das Holz anzusengen. Es können beim Auflösen des Lacks giftige Dämpfe entstehen. Aus diesem Grund schwören viele Heimwerker auf die Farbentfernung per Schleifpapier. Mit einem elektrischen Schleifer ist die Arbeit dann auch schnell erledigt. Zurück bleibt Staub, der sorgfältig entfernt wird. Denn nur wenn das Holz staub- und fettfrei ist, hält die folgende Farbschicht auch dauerhaft.

Hartnäckig knarrende Stufen stabilisieren Sie mit zwei bis drei 80 bis 100 mm langen Schrauben. Schrauben Sie diese etwa in der Mitte der Stufe von der Trittstufe in die Setzstufe. Die Schraubenköpfe werden abgesenkt und mit Holzreparaturspachtel kaschiert.

Schleif-Tipp: Weitere Informationen zum Schleifen von Holz finden Sie in unserem Ratgeber „Holz schleifen“

Farbroller und Pinsel

Schritt 3 - Auswahl des Werkzeugs für Lack und Lasur

Greifen Sie bei größeren Flächen zu Lackierrollen bzw. Flächenstreichern. Für Kanten und kleine Flächen ist ein Pinsel die richtige Wahl. Für das Auftragen von Lasuren gibt es spezielle Lasurpinsel. Meist lohnt sich die Investition in ein Pinsel-Set. Bei richtiger Pflege leistet Ihnen das Sortiment an größeren und kleineren Pinseln lange gute Dienste.

Pinsel-Tipp: In unserem Pinselberater erfahren Sie, welcher Pinsel, wofür am besten verwendet wird.

Lack mit Pinsel auf Stuhl auftragen

Schritt 4 - Lack richtig auftragen

Das Holz sollte mit einer Schicht Vorstreich-Farbe grundiert werden, bevor der eigentliche Lack aufgetragen wird. Sie haben die Wahl zwischen Acryl-, Naturharz- und Kunstharz-Lacken.

Naturharz-Lacke sind für umweltbewusste Heimwerker die erste Wahl, obwohl auch sie Lösungsmittel enthalten können. Nachteil der Naturharz-Lacke ist ihre längere Trocknungszeit. Acryllacke überzeugen mit hoher Deckkraft und langer Lebensdauer, sowie einer haltbaren Schutzschicht. Sie lassen sich mit Wasser verdünnen und sind recht geruchsarm. Kunstharz-Lacke lassen sich leicht verarbeiten und sind ebenfalls sehr gut deckend und zudem extrem widerstandsfähig, weshalb sie sich besonders eignen, wenn das Werkstück später besonders strapaziert wird. Achten Sie aus Umwelt- und Gesundheitsgründen beim Kauf auf aromatenfreie Kunstharz-Lacke.

Aufgetragen wird jeder dieser Lacke in mehreren dünnen Schichten, zwischen denen die Farbe jeweils trocknen muss. Beginnen Sie beim Lackieren mit den Kanten und streichen Sie mit der Maserung des Holzes. Für ein besonders feines Ergebnis können Sie zwischen den Lackschichten einen feinen Zwischenschliff durchführen.

Sie wollen mehr über Farben erfahren? Lesen Sie unseren Ratgeber „Die richtige Farbe für jeden Zweck“

Heimwerker trägt Lasur auf Stuhl auf

Schritt 5 - Lasur richtig auftragen

Auch bei der Lasur gibt es mehr als nur eine Variante: Man unterscheidet zwischen Dünnschichtlasur und Dickschichtlasur.

Die beiden Lasurarten lassen sich anhand der Konsistenz mittlerweile nicht mehr unterscheiden. Erst nach dem Auftragen zeigt sich, dass die Dickschichtlasur nach dem Trocknen eine Schichtdicke, ähnlich wie bei einem Lack, ergibt, während die Dünnschichtlasur nur einen dünnen Film auf dem Holz hinterlässt. Letztere dringt tief in das Holz ein und ist deshalb die erste Wahl für Gartenzäune und Ähnliches. Die Dickschichtlasur bleibt dagegen – ähnlich wie Lack – an der Oberfläche des Holzes und versiegelt auf dekorative Weise. Die „dicke“ Konsistenz wird als guter Schutz vor eindringender Nässe für maßhaltige Holzteile wie Fensterrahmen und Türen angewandt und kommt – gerade wenn sie wasserbasiert ist – stärker im Hausinneren zum Einsatz.

Da sich die Farbe des Holzes durch die Lasur ändern kann, sollten Sie einen Probeanstrich an einer versteckten Stelle durchführen.

Und so klappt das Lasieren: Tragen Sie die Lasur in einer dünnen Schicht und langen Pinselstrichen auf das angeschliffene Werkstück auf und lassen Sie es im Anschluss vollständig trocknen. Schleifen Sie die Oberfläche noch einmal mit einem feinen Schleifpapier an und tragen Sie dann eine weitere Schicht Lasur mit der Maserung auf.

Um die Vorteile beider Lasurarten zu verbinden, können Sie über einer Dünnschichtlasur auch eine Schicht Dickschichtlasur auftragen. Lasierte Holzteile sollten Sie regelmäßig auf schadhafte Stellen untersuchen – insbesondere bei mit Dickschichtlasur behandelten Teilen. Dringt nämlich Feuchtigkeit an einer abgeblätterten Stelle ein, kann das Holz in Mitleidenschaft gezogen werden. Dünnschichtlasuren lassen auch weiterhin Feuchtigkeit ins Holz eindringen und neigen deshalb zum Verwittern. Eine erneute Lasur stellt aber kein Problem dar. Eine Dickschichtlasur muss dagegen erst einmal komplett entfernt werden, bevor neu lasiert werden kann.

Mit Lack oder Lasur schützen und verschönern Sie unbehandelte Werkstücke oder alte Möbel. Mit einer fachmännischen Lackierung bzw. Lasur können Sie sich lange Zeit an einer makellosen Oberfläche erfreuen, die das Holz vor Witterungseinflüssen und Abnutzung schützt.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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