Richtig löten

Sicherheit beim Löten

Das Löten ist ein unentbehrlicher Bestandteil der Arbeit mit Elektronik. Gelötet wird immer dann, wenn zwei Teile verbunden werden sollen, um Wärme oder Strom zu leiten. In der Elektronik wird dazu die Technik des Weichlötens angewandt. Man kann mit einem vergleichbaren Fertigungsverfahren aber beispielsweise auch Regenrinnen oder Kupferrohre verbinden und auch Glas und Keramik lassen sich mit sogenanntem Glaslot löten.

In unserer Löt-Anleitung erklären wir, worauf es beim Weichlöten ankommt, wie Sie falsche Temperaturen und Hitzeschäden vermeiden, schlechte Lötverbindungen identifizieren und beheben und welche Lötgeräte es gibt.

1. Weichlöten und Hartlöten 2. Das Lot: Material und Schmelztemperaturbereich
3. Lötkolben und Lötpistole 4. Vorbereitung für das Löten
5. Der Lötvorgang: So löten Sie richtig 6. Tipps gegen kalte Lötstellen und Hitzetod & Co.
7. Entlöten: Wie wird es gemacht? 8. Sicherheit beim Löten
Zwei Verbindungen werden gelötet.

1. Weichlöten und Hartlöten

Beim Löten wird eine Verbindung hergestellt, indem zwei Materialien miteinander verschmolzen werden. Ob es sich bei der Arbeitsweise um Hartlöten oder Weichlöten handelt, spielt eine bedeutende Rolle und hängt von der Schmelztemperatur des jeweiligen Lotes ab.

Je nach Verfahren müssen Sie ein anderes Lot auswählen. Von Weichlöten spricht man, wenn Temperaturen von 450 °C nicht überschritten werden. Das Lot wird dann bereits bei Temperaturen unter diesem Wert flüssig und lässt sich gut verarbeiten – je nach Zusammensetzung des Lotes geschieht das zwischen 180 °C und 250 °C.

Wird das Lot stärker erhitzt, um es zum Schmelzen und anschließenden Binden zu bringen, spricht man von Hartlöten. Das kommt zum Einsatz, wenn Stahl, Kupfer, Messing oder Silber eine stabile Verbindung eingehen sollen, beispielsweise beim Löten von Sanitärrohren aus Metall. Hartlöt-Verbindungen sind mechanisch stabiler als Weichlöt-Verbindungen und wegen der höheren Schmelzpunkte thermisch höher belastbar. In der Industrie gibt es außerdem ein Hochtemperatur-Lötverfahren, bei dem Temperaturen von über 900 °C erreicht werden. In der Elektronik kommt jedoch in der Regel das Weichlot zum Einsatz, weil dort keine großen Anforderungen an die Belastbarkeit der Verbindung gestellt werden.

Lötpaste und Lötdraht

2. Das Lot: Material und Schmelztemperaturbereich

Das Lot wird umgangssprachlich als Lötzinn bezeichnet und tatsächlich enthält das Material für das Weichlöten auch hauptsächlich Zinn. Weitere Bestandteile können Kupfer, Silber, Antimon, Zink und Blei sein. Zusätzlich enthält Lötzinn ein Flussmittel, meist Kolophonium. Es schützt das Lot bei der Verarbeitung vor dem Oxidieren. Dadurch, dass es sich um Legierungen handelt, besitzt Lot generell keinen festen Schmelzpunkt, sondern verfügt über einen variablen Schmelzbereich. Angeboten werden Lote in der Regel als Lötdraht in verschiedenen Stärken – in der Elektronik bietet sich eine Stärke von 1 bis 1,5 mm an – oder auch als Paste.

Weichlote sind genormt und mit Kurzkennzeichen versehen. Auf der Verpackung der Drahtspule steht dann beispielsweise PbSn40. Das bedeutet, der Draht besteht zu 60% aus Blei und zu 40% aus Zinn. Bei Sn50PbCu kommen zu den 50% Zinn 49% Blei und 1% Kupfer hinzu. Ag steht für Silber, Sb für Antimon.

Standardlegierungen, die im Elektronikbereich zum Einsatz kommen, und ihre Schmelztemperaturbereiche sind folgende:

KennzeichnungSchmelztemperaturbereich
S-Sn60Pb40 183-190 °C
Sn60Pb38Cu2 183-190 °C
S-Pb50Sn50 183-215 °C
S-Pb60Sn40 183-235 °C
S-Sn97AG3 221-224 °C
S-Sn99Cu1 227 °C
S-Sn97Cu3 230-250 °C
Lötkolben von oben mit Zubehör

3. Lötkolben und Lötpistole

Beim Löten haben Sie die Wahl zwischen Lötkolben und Lötpistole. Der Kolben ist weit verbreitet und kommt meist bei der Arbeit mit gedruckten Schaltungen zum Einsatz. Er besteht aus einer Lötspitze aus Metall und einem Griff. Entweder enthält das Gerät einen Akku oder ist über ein Kabel mit einer Steckdose oder aber einer temperaturgeregelten Lötstation verbunden.

Die Lötpistole liegt, wie der Name schon andeutet, wie eine Pistole in der Hand. Der Vorteil der Pistole ist, dass sie schnell die gewünschte Temperatur erreicht und gut für größere Lötstellen geeignet ist – für welches Gerät Sie sich entscheiden, ist aber letztlich eine Frage des Geschmacks. Manch einer findet, dass eine Pistole bei längeren Arbeiten besser in der Hand liegt, ein anderer schätzt die feine Spitze des Lötkolbens. Testen Sie die Handlichkeit der beiden Varianten am besten einfach selbst im nächsten OBI Markt.

Leiterplatte wird unter einer Lupe gelötet.

4. Vorbereitung für das Löten

Die zu verlötenden Teile müssen vor Beginn der Arbeit sauber sein. Greifen Sie je nach Material und Verschmutzung zu Schleifpapier, Feile oder Alkohol. Achten Sie auch darauf, dass die Lötspitze des Lötgeräts sauber ist. Überprüfen Sie außerdem, ob Ihr Gerät die nötige Leistung für das Schmelzen des passenden Lots hat.

Bereiten Sie den Arbeitsplatz mit einer temperaturunempfindlichen Ablage für das Lötgerät und einer Unterlage, die herabtropfendes Zinn verkraftet, vor und halten Sie einen feuchten Schwamm sowie eine „dritte Hand“ oder einen Schraubstock bereit. Damit wird das zu lötende Teil festgehalten, sodass es bei der Arbeit und dem Abkühlen nicht verrutscht.

Bringen Sie Ihr Lötgerät auf Betriebstemperatur. Wenn möglich, verbinden Sie die zwei zu verlötenden Teile mechanisch miteinander, also beispielsweise Drähte ineinander verdrehen. Ist das nicht möglich, verzinnen Sie die Teile vor dem eigentlichen Löten. Dafür werden die Kontaktflächen der Teile leicht mit Zinn überzogen, indem Sie sie mit der Lötspitze erhitzen. So lassen sich die bereits erwärmten Teile im Anschluss idealerweise besser verbinden.

Draht wird mit Lötzinn und Lötkolben verlötet.

5. Der Lötvorgang: So löten Sie richtig

Beim Löten werden die Lötstellen, ob mechanisch verbunden oder nicht, mit dem Lötgerät auf die korrekte Temperatur gebracht. Erhitzen Sie die Stelle keinesfalls zu lang. Zwei bis drei Sekunden sind ausreichend. Dann kommt das Lötzinn hinzu, das zwischen die Metalle fließen sollte. Dabei entsteht ein Rauchfaden und es knistert. Auch das sollte nicht länger als zwei bis fünf Sekunden dauern. Entfernen Sie den Lötkolben und lassen Sie die Lötstelle abkühlen. Bewegen Sie das Teil dabei keinesfalls. Eine gute Lötstelle glänzt silbrig.

Entfernen Sie überflüssiges Zinn umgehend mit dem feuchten Schwamm von der Lötspitze.

Rauchfaden steigt beim Löten einer Leiterplatte auf.

6. Tipps gegen kalte Lötstellen und Hitzetod & Co.

Kann die Lötstelle nicht ungestört erstarren oder verbinden sich die Kontaktstellen nicht, weil beispielsweise die Temperatur des Lötkolbens zu niedrig war oder das Lötzinn zu früh zugeführt wurde, entsteht eine kalte Lötstelle. Dabei handelt es sich um eine Stelle, die zwar mechanisch verbunden ist, Strom aber gar nicht oder nur schlecht leitet. Erkennen kann man solche Lötstellen an der matten Oberfläche und unter Umständen auch an einer ungleichmäßigen Zinnverteilung.

Beachten Sie: Bleifreies Lötzinn weist immer eine matte, raue Oberfläche auf. Im Zweifelsfall sollten Sie die fragliche Verbindung noch einmal nacharbeiten, statt später auf Fehlersuche gehen zu müssen.

Während sich eine kalte Lötstelle wieder reparieren lässt, wird ein Hitzeschaden nicht ohne Grund auch als „Hitzetod“ unter Elektrobastlern bezeichnet. Wird ein Elektroteil beim Löten zu lange erhitzt, kann es irreparabel geschädigt werden. Achten Sie daher darauf, Kontaktstellen nicht länger als wenige Sekunden zu erhitzen. Für Anfänger ist bleifreies Zinn weniger geeignet, da dies länger erhitzt werden muss und dadurch das „Hitzetod“-Risiko steigt.

Ein Hochton-Lautsprecher wird mit einem Lötkolben entlötet

7. Entlöten: Wie wird es gemacht?

Auch das Entfernen von Lötstellen, wenn zum Beispiel ein Bauteil ausgetauscht werden soll, ist möglich. Im Idealfall reicht es aus, die Lötstelle erneut zu erwärmen und das betreffende Teil dann zu entfernen. Häufig aber muss mit mehr Aufwand entlötet werden. Beim Entlöten sollten Sie vorsichtig vorgehen, da das längere Erhitzen der Verbindung zu einer Hitzebeschädigung führen könnte.

Es gibt drei Möglichkeiten des Entlötens:

  1. Entlöten mit geflochtenen Kupferdrähten bzw. der Entlötlitze: Dabei wird das verflüssigte Zinn mittels eines erhitzen Kupfergeflechts aufgesaugt. Dafür müssen Lötstelle und Lötspitze mit der Litze dazwischen erhitzt werden. Die Entlötlitze entfernt das Zinn beinahe rückstandsfrei.
  2. Entlöten mit der Entlötpumpe: Eine Entlötpumpe wird auf die erhitzte und verflüssigte Lötstelle aufgesetzt. Wird sie eingeschaltet, saugt auch sie das Zinn von der Lötstelle auf, ein leichter Zinn-Rückstand bleibt zurück – seien Sie vorsichtig, um beim Auslösen der Pumpe das Werkstück nicht zu beschädigen.
  3. Entlöten mit Lötstation: Die sauberste Lösung ist das Entlöten mit einer Lötstation mit elektrischer Pumpe. In der Entlötspitze des Geräts befindet sich ein Loch, in das das verflüssigte Zinn gesaugt wird.

Lötkolben in Halterung

8. Sicherheit beim Löten

Unterschätzen Sie die Temperatur der Lötspitze nicht. Berührung mit der Haut führt zu Verbrennung. Mit einer Lötspitze lassen sich auch Feuer entfachen. Deshalb gehört eine Halterung, in die Sie das Lötgerät in Arbeitspausen stellen, zwingend dazu. Achten Sie darauf, dass sich keine brennbaren Materialien in der Nähe des Gerätes befinden und dass Sie auf einer feuerfesten Unterlage arbeiten.

Bleihaltiges Lötzinn aber auch die im Zinn enthaltenen Flussmittel (u. a. mit Kolophonium, Ammoniumchlorid, organischen Säuren) können die Gesundheit beeinträchtigen, wenn sie eingeatmet werden. In professionellen Betrieben gibt es deshalb Absauganlagen. Für den Hausgebrauch bietet sich für die Arbeit ein gut belüfteter Raum an. Wer sehr nahe an das zu lötende Arbeitsteil heranmuss, investiert am besten in eine Schutzbrille, da herabtropfendes und spritzendes Lötzinn eine Gefahrenquelle darstellt. Vermeiden Sie es aufgrund der Bleipartikel in der Luft außerdem, in der Nähe der Lötstelle zu essen und zu trinken und waschen Sie sich nach der Arbeit gründlich die Hände.

Beachten Sie unsere Tipps und Sicherheitshinweise, steht einer dauerhaften und leitfähigen Lötverbindung nichts mehr im Wege. Sie sind sich nicht ganz sicher, welches Werkzeug das richtige für Ihr Vorhaben ist? Lassen Sie sich beraten – vom Fachmann in Ihrem OBI Markt.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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