Die richtige Schraube für jeden Zweck

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Das Angebot an Schrauben ist beinahe nicht zu überblicken. Die kleinen Metallstifte werden in zahlreichen Varianten hergestellt, sodass die Auswahl der passenden Schraube dem Hobbyheimwerker nicht leicht gemacht wird. Wann kommt welcher Schraubentyp zum Einsatz? Welchen Vorteil haben Kreuzschlitzschrauben gegenüber Schlitzschrauben, wann kommen Schrauben mit versenkbarem Kopf zum Einsatz und wie beeinflusst der Untergrund die Wahl der Schraube? Was steckt hinter dem Begriff metrisches Gewinde? Welche Schraube gehört in den Dübel? All diese Fragen beantworten wir in den folgenden drei Punkten.

1. Voller Einsatz 2. Profil zeigen
3. Köpfchen beweisen
Ein Beschlag wird mit einer Schraube am Holz befestigt.

1. Voller Einsatz

Grob kann man Schraubentypen danach unterscheiden, was sie verbinden sollen. Holz oder Metall? Der Klassiker unter den Schrauben ist wohl die Holzschraube. Mit ihrem selbstschneidenden Doppelganggewinde kommt sie zum Einsatz, wenn Holzstücke schnell miteinander verbunden werden sollen. Sie besteht in der Regel aus verzinktem Stahl und lässt sich an der gelblichen oder bläulichen Einfärbung – dem Korrosionsschutz – erkennen. Wer die Schraubverbindung Wind und Wetter aussetzt, sollte jedoch besser zu Holzschrauben aus Edelstahl greifen. Die Besonderheit der Spanplattenschraube, die auch unter dem Markennamen Spax vertrieben wird, ist der geringe Einschraubwiderstand bei hohem Ausreißwiderstand – so bleibt die Oberfläche der Platte makellos. Sie lässt sich am besten mit dem Akkuschrauber eindrehen – ein Vorbohren ist dabei anders als bei der Holzschraube nicht nötig.

Die Metallschraube erkennt man an ihrem gleichmäßigen Gewinde und an der zylindrischen Form – zu ihr gehört häufig eine Mutter oder ein anderes Gegengewinde, in das sie hineingedreht wird. Will man Holz mit Metall verbinden, ist eine Spezialschraube mit Senkkopf und Fräsrippen die Schraube der Wahl. Ohne Vorbohren dreht sie sich durch das Holz. Sobald die Bohrspitze in das Metall dringt, brechen die „Flügel“ der Schraube ab, sodass sich die Schraube fest mit dem Metall verbindet.

Die Blechschraube ähnelt durch ihre konische Form wieder eher der Holzschraube, verfügt allerdings über ein gehärtetes Spezialgewinde (und manchmal auch über eine Bohrspitze), das für guten Halt in Blechen jeglicher Art – und in Kunststoffplatten – sorgt. Ist keine Bohrspitze vorhanden, muss vorgebohrt werden.

Der Begriff des metrischen Gewindes wird Ihnen beim Schraubenkauf immer wieder unterkommen. Andere Bezeichnungen dafür sind ISO-, Regel-, Normal- oder Spitzgewinde. Alle Schrauben, die mit einer Mutter arretiert werden, verfügen über ein solches Gewinde. Bei ihm laufen die Außenkanten keilförmig zusammen, sodass sich es sich nicht von selbst lösen kann. Eine Variante ist das Feingewinde, das ein engeres und nicht so tief eingeschnittenes Gewindeprofil aufweist. Beide Arten werden vor allem in der Verarbeitung von Metall eingesetzt.

Auch beim Dübeln ist die Wahl der richtigen Schraube wichtig. Hier sollten Sie zu einer gehärteten Stahlschraube, die für den Akkuschrauber geeignet ist, greifen. Um ein Verrutschen und Durchdrehen zu verhindern, bietet sich eine Senk-, Linsen- oder Rundkopfschraube mit Pozidriv-Antrieb an. Wichtig ist, dass die Schraube exakt an die Dübelgröße angepasst ist – und zwar so groß wie möglich.

Unterschiedliche Schrauben

2. Profil zeigen

Des Weiteren unterscheidet man Schrauben nach Art ihres Kopfantriebs. Die Schlitzschraube ist der Klassiker unter den Schrauben und praktisch, weil beinahe jeder Haushalt den passenden Schraubendreher für diesen Typus zur Hand hat. Weil man bei diesem Typ Schraube aber auch leicht abrutscht und die Kraftübertragung schwach sein kann, wurden immer wieder neue Schraubentypen entwickelt – in der Industrie ist die Schlitzschraube praktisch nicht mehr anzutreffen. Die häufigsten Formen neben der Schlitzschraube sind Außen-Sechskant, Außen-Vierkant, Innen-Sechskant (unter dem Markennamen Inbus bekannt), Innen-Sechsrund (bekannt als Torx), Innen-Vielzahl (XZN), Innen-Vierkant sowie Kopf-Kreuzschlitz. Jeder Typus hat seine Vor- und Nachteile, die je nach Einsatzort abgewogen werden sollten. So ist ein Außen-Sechskant ein günstiger, leicht zu nutzender Schraubentyp, der jedoch seitlichen Platz erfordert, um die Schraube festzuziehen. Beim Innen-Sechskant ist das Werkzeug kleiner und man kann von oben montieren, allerdings ist die Kraftübertragung weit schlechter als beim Außen-Sechskant.

Bei den Schnellmontage-Antrieben unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Kreuzschlitz-Schrauben, bei denen es sich um geschützte Marken handelt. Die Kreuzschlitzschrauben Phillips (PH) und Pozidriv (PZ) sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Um das Werkzeug zu schonen, lohnt sich aber ein genauerer Blick. Die PZ weist zusätzlich zum Kreuz leichte Sternlinien am Kopf auf. Sie ist der PH leicht überlegen, wenn es um das seitliche Verrutschen und den festen Sitz geht. Vereinfacht kann man sagen, dass das Verschrauben leichter von der Hand geht, je mehr Antriebsflächen die Schraube bietet.

Innen-Sechsrund (Torx) und Außen-Sechsrund können PZ und PH das Wasser reichen. Sie weisen ebenfalls eine gute Kraftübertragung auf und lassen sich mit kleinem Werkzeug eindrehen. Zudem ist bei Torx kein so großer Anpressdruck nötig wie bei der Pozidriv-Schraube.

Schraubenkoffer

3. Köpfchen beweisen

Schrauben unterscheiden sich nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei der Form des Kopfes. Reine optische Spielerei oder steckt mehr dahinter, wenn Halbrundkopf, Ringkopf oder Linsenkopf zum Einsatz kommen?

Zum einen hat die Kopfform tatsächlich ästhetische Gründe: So werden bei Holz fast immer Senkkopfschrauben genutzt, die nach dem Eindrehen bündig mit dem Material abschließen oder aber versenkt werden, sodass sie verspachtelt werden können. Oder aber es werden Zierschrauben eingesetzt, die das Werkstück noch verschönern. Der Linsenkopf ist ebenfalls ein dekoratives Element, das zum Beispiel bei Beschlägen und Sockelleisten zum Einsatz kommt – und das häufig aus Messing oder in brünierter Optik.

Zum anderen gibt es aber auch praktische Gründe für eine bestimmte Schraubkopfform. So versenkt sich der Kopf der Fräskopfschraube über kleine Fräsgrate eigenständig im Holz. Der Vierkantansatz unter dem Kopf der Schlossschraube verhindert, dass diese Universalschraube sich beim Anziehen der Mutter aufdreht. So kann die Schraube nur von der Mutterseite gelöst werden – weshalb sie früher beim Bau von Türen weit verbreitet war. Aber auch heute gehört die Schlossschraube als Universalschraube in jeden Werkzeugkoffer.
Und die Augen- bzw. Ringschraube (erkennbar am Ring-Kopf) wird dann eingesetzt, wenn eine Verbindung in Holz oder Metall beweglich bleiben soll.

Ein Exot ist die Hakenkopfschraube, die statt eines Kopfes einen Haken besitzt. Sie wird mit der Hand in einen Dübel gedreht, um Wäscheleine, Deckenleuchte und Co. zu halten. Es gibt noch zahlreiche praktische Entwicklungen, wie die Terrassenschraube, die einen kleinen Kopf hat, sodass sich kein Regenwasser in ihr sammeln kann.

Bei Fragen oder Zweifeln hilft Ihnen ein OBI Experte in Ihrem nächstgelegenen Markt gern bei der Wahl der passenden Schraube weiter.

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