Ideen & Tipps für ein grünes Zuhause
09/2015 September 2015

OBI Ratgeber Ran an die Obstbäume!

Das Thema Ernten und Pflanzen steht in diesem Monat beim Gärtnern ganz weit oben auf der To-do-Liste. Die Zweige biegen sich bereits mit reifen Früchten zum Boden herab, und wer noch keinen eigenen Obstbaum im Garten hat, für den ist nun zumindest schon mal die Zeit reif – nämlich die, einen zu pflanzen.

Ran an die Obstbäume!

Sonne und Regen, die fleißigen Bienen im Frühjahr und der gute Boden haben mal wieder ganze Arbeit geleistet, wenn die Obstbäume im Herbst über und über mit Früchten behangen sind. Nun sind die Gärtner an der Reihe, das viele Obst zu ernten, zu sortieren, richtig zu lagern und zu verarbeiten. Gar nicht so leicht wie gedacht. Ist Obst mit Würmern und Faulstellen noch genießbar? Soll der grüne Apfel noch hängen und ist der rote schon reif? Das sollten wir klären, bevor Sie sich an die Arbeit machen.

Lagerobst wird nur bei trockenem Wetter geerntet, wenn es baumreif ist. Das heißt, es löst sich bei vorsichtigem Drehen des Stiels leicht vom Ast. Womöglich müssen Sie ein paar Mal auf die Leiter, bis alle Früchte am Baum dieses Stadium erreicht haben. Nur frühe Äpfel sind dann bereits genussreif. Die späten Sorten brauchen im Lager noch ein paar Wochen. Erst wenn sie duften, ist ihr Fruchtsäuregehalt hoch genug. Anders bei späten Winterbirnen. Diese bleiben bis kurz vor dem ersten Frost am Baum und wandeln vor Ort noch Stärke in Zucker um. Zwetschgen versprechen einem das Blaue vom Himmel, mit jedem Tag ein wenig mehr. Und es lohnt sich zu warten. Denn erst wenn sie dunkelblau sind und glänzen, schmecken sie am besten: saftig und süß. Quitten erleben gerade eine Renaissance, und das, obwohl sie nicht gerade dem heutigen „To-go“-Standard entsprechen und nur gekocht genießbar sind. Auf jeden Fall duften sie in barocker Manier schon vor der Verarbeitung unnachahmlich in der Obstschale.

Kirschen am Kirschbaum

„Wer den Kern nicht ehrt, ist des Apfels nicht wert.“

Wolfgang J. Reuss

Geerntete Zwetschgen

Schorf auf der Schale wird von einem Pilz verursacht. Beim Verzehr ist er unbedenklich, er schadet nur der Frucht, wenn er aufreißt und zur Eintrittspforte für Krankheiten wird. Wem das nicht geheuer ist, der schneidet die Stelle im sonst intakten Apfel einfach heraus. Auch Würmer – die ja eigentlich keine Würmer, sondern Larven sind – bringen keinen um. Ihren „Wohnbereich“ kann man samt Larve entfernen, wenn er sich noch in Grenzen hält. Obst mit Faulstellen ist im Verzehr allerdings bedenklich, auch nach dem Erhitzen. Denn die gesundheitsschädlichen Schimmelpilze breiten sich dann über das gesamte Fruchtfleisch aus. Beim festen Gewebe von Äpfeln ist die Gefahr geringer, da genügt es meist, eine noch kleine braune Stelle großzügig herauszuschneiden, weiches saftiges Obst mit beginnender Fäulnis ist aber im Ganzen nicht mehr genießbar.

Geerntete Zwetschgen

Ins Lager kommen ohnehin nur makellose Früchte ohne Druckstellen. Der Lagerplatz sollte dunkel, kühl und gut belüftet sein. Die Früchte werden dann mit dem Stiel nach oben in ein offenes Holzregal gelegt. Sie dürfen nicht aneinanderstoßen und ihr Zustand sollte wöchentlich kontrolliert werden. Fallobst wird am besten sofort verwertet, bevor es Faulstellen entwickelt, beispielsweise zu Marmelade oder Kompott. Ein Rezept für einen köstlichen Strudel mit Äpfeln und Zwetschgen finden Sie hier.

„Wer den Kern nicht ehrt, ist des Apfels nicht wert.“

Wolfgang J. Reuss

Gesammelte Äpfel auf Stroh

Einen Obstbaum pflanzen

Bei geschickter Auswahl vor der Pflanzung suchen Sie Ihre Lieblingsobstarten nicht nur nach dem Geschmack, sondern auch nach der Erntezeit aus. Ein knackiger Sommerapfel und ein später Lagerapfel reichen immerhin für ein halbes Jahr Rundumversorgung. Bei Zwetschgen ist darauf zu achten, dass Sie nicht gerade während der Erntezeit im Urlaub sind, denn das ideale Pflückfenster ist klein. Wenn Sie keine selbstfruchtbaren Obstsorten wählen, müssen Sie auch darauf achten, dass genügend Bestäubersorten in der Nähe sind. Sonst bleibt die Ernte aus. In Ihrem OBI Markt finden Sie vom Spalierbaum bis zum Hochstamm eine große Auswahl an Obstsorten, die sich für den Anbau im Garten eignen. Aber nicht nur das. Für Balkon und Terrasse gibt es mittlerweile Obstzwerge im Topf, die klein bleiben und trotzdem viel Ertrag bieten, beispielsweise Spindel- oder Säulenbäume, die nur sehr kurze Fruchttriebe bilden, oder Familienbäume, bei denen auf einer Unterlage mehrere Obstsorten veredelt wurden.

Mit der Anschaffung sollten Sie aber besser bis zum kommenden Frühjahr warten, denn über Winter braucht ein Topfgehölz Schutz vor Frost. Für die Pflanzung im Garten benötigen Sie einen geeigneten Platz. Er sollte einen gut mit Wasser und Nährstoffen versorgten Boden bieten, geschützt liegen und – sofern es sich um eine Rundkrone handelt – genügend Entwicklungsraum lassen. Im Garten beanspruchen Apfel, Birne oder Zwetschge mindestens vier Meter Pflanzabstand bis zum nächsten Baum.

Gesammelte Äpfel auf Stroh

So wird eingepflanzt:

  • Heben Sie an geeigneter Stelle ein Loch von doppelter Breite und Tiefe des Wurzelballens aus.
  • Füllen Sie auf circa zehn Zentimetern Höhe eine Mischung aus Hornspänen und Kompost hinein und setzen Sie den Wurzelballen darauf.
  • Stellen Sie einen Stützpfahl neben den Ballen und füllen Sie das Loch mit Gartenerde auf.
  • Treten Sie die Erde im Pflanzbereich fest, sodass sich nach außen ein Gießrand bildet, und binden Sie den Stamm mit einem Kokos- oder Jutestrick am Stützpfahl in Form einer Achterschleife an.
  • Schlämmen Sie den Wurzelbereich mit Wasser ein, damit die Wurzeln vollständig von Erde umschlossen sind. Gießen Sie das Bäumchen bis zum Einwurzeln regelmäßig.
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