Gräser, Solitär Gräser, Solitär
Einzelgänger Gräser wie das Goldbartgras 'Sioux Blue' machen sich besonders im Herbst inmitten der Blütenpracht prima als Solitär.

Gartengestaltung New German Style

Entdeckt haben ihn die Engländer, das Besondere dabei ist aber, dass ihnen der „New German Style“ in den Neunzigern in Deutschland aufgefallen ist. Seitdem schaut die große Gartennation mit Bewunderung auf die stilvolle und gleichzeitig unkomplizierte Pflanzidee nach Deutschland, und es ist schick, eine Staudenpflanzung nach deutschem Vorbild anzulegen.

Federgras, Sonnenhut
Im Fluss Durch die Auswahl weniger Pflanzen wie zartem Federgras, Bleibusch und Sonnenhut entsteht ein stimmiger Blütenteppich.
Naturnah, durchdacht Naturnah, durchdacht
Typisch deutsch Scheinbar wild zusammengepflanzte naturnahe Beete sind komplett geplant, durchdacht und mit Präzision umgesetzt.

Was steckt dahinter?

Der Begriff „New German Style“ hat die deutsche Gartenkultur in England berühmt gemacht. Aber was ist das Besondere an der Bewegung? Es werden pflegeleichte, naturnahe Stauden, Kleinsträucher und Gräser kombiniert, die perfekt zum Standort (Licht- und Bodenverhältnisse) passen. Ziel ist es, dass sie natürliche Gemeinschaften und ein sich selbst erhaltendes, dauerhaftes und dynamisches System bilden, bei dem, wie in der freien Natur, Leitstauden von unterschiedlichen Begleitstauden umgeben sind. Dabei wird aber auch auf eine wohlüberlegte Pflanzenauswahl sowie die Anordnung der Pflanzen geachtet. Trotzdem wirkt die artenreiche Bepflanzung wie zufällig. Diese Gestaltungsrichtung wird in Deutschland schon seit Jahrzehnten praktiziert, für viele Engländer mit ihren pflegeintensiven und oft kunstvollen Gärten ist diese Art von Bepflanzung hingegen etwas Ungewöhnliches.

Cassian Schmidt, Direktor des Schau- und Sichtungsgartens Hermannshof in Weinheim, trägt viel dazu bei, dass der „New German Style“ immer populärer wird. Er ist nicht nur Experte auf dem Gebiet, im Hermannshof werden solche Pflanzungen über Jahre hinweg wissenschaftlich begleitet, und die Beziehungen und Konkurrenzverhältnisse der Pflanzen studiert und untersucht.

Naturnah, durchdacht Naturnah, durchdacht
Typisch deutsch Scheinbar wild zusammengepflanzte naturnahe Beete sind komplett geplant, durchdacht und mit Präzision umgesetzt.

Was steckt dahinter?

Der Begriff „New German Style“ hat die deutsche Gartenkultur in England berühmt gemacht. Aber was ist das Besondere an der Bewegung? Es werden pflegeleichte, naturnahe Stauden, Kleinsträucher und Gräser kombiniert, die perfekt zum Standort (Licht- und Bodenverhältnisse) passen. Ziel ist es, dass sie natürliche Gemeinschaften und ein sich selbst erhaltendes, dauerhaftes und dynamisches System bilden, bei dem, wie in der freien Natur, Leitstauden von unterschiedlichen Begleitstauden umgeben sind. Dabei wird aber auch auf eine wohlüberlegte Pflanzenauswahl sowie die Anordnung der Pflanzen geachtet. Trotzdem wirkt die artenreiche Bepflanzung wie zufällig. Diese Gestaltungsrichtung wird in Deutschland schon seit Jahrzehnten praktiziert, für viele Engländer mit ihren pflegeintensiven und oft kunstvollen Gärten ist diese Art von Bepflanzung hingegen etwas Ungewöhnliches.

Cassian Schmidt, Direktor des Schau- und Sichtungsgartens Hermannshof in Weinheim, trägt viel dazu bei, dass der „New German Style“ immer populärer wird. Er ist nicht nur Experte auf dem Gebiet, im Hermannshof werden solche Pflanzungen über Jahre hinweg wissenschaftlich begleitet, und die Beziehungen und Konkurrenzverhältnisse der Pflanzen studiert und untersucht.

Gräser, Phlox
Geordnetes Chaos Unterschiedliche filigrane Gräser und Phlox wachsen in der großzügigen Bepflanzung wie selbstverständlich ineinander.
Gräser, Präriestauden
Filigran Verschiedenste Gräser und Präriestauden wie das Patagonische Eisenkraut sind typische Vertreter des „New German Style“.

Wilde Gartenkultur

Der „New German Style“ ist pflegeleicht, robust, ästhetisch und begeistert mit dem Charme wilder Wiesen. In der Regel werden langlebige Leitpflanzen verwendet, die möglichst wenig Pflege benötigen und kaum gewässert oder gedüngt werden müssen. Dazwischen werden Füll- und Begleitpflanzen eingestreut. Auch wenn die Pflanzen bei großer Hitze manchmal ihre Köpfe hängen lassen, erholen sie sich immer wieder wunderbar. Neben den Blüten spielen auch die Blätter, ein attraktiver Samenstand und die Herbstfärbung eine große Rolle. Es findet sozusagen ein kontrolliertes Chaos statt: Jahr für Jahr wachsen die Pflanzen wieder üppig, scheinbar durcheinander und ungestüm, aber doch gepflegt. Die Grenzen der wilden und doch perfekt in Szene gesetzten Pflanzen sind dabei fließend.

Das Staudenbeet folgt dem Wechsel der Jahreszeiten, aber auch der Dynamik seiner gesamten Lebensdauer und ist ständig in Bewegung – manche Pflanzen säen sich selbst aus und regenerieren sich, dabei sind sie aufeinander abgestimmt.

Gräser, Präriestauden
Filigran Verschiedenste Gräser und Präriestauden wie das Patagonische Eisenkraut sind typische Vertreter des „New German Style“.
Naturnah, Prärie
Naturgarten Die Bepflanzung aus Reitgras, Patagonischem Eisenkraut, Glatten Astern und Kosmeen gleicht einer naturbelassenen Prärie.

Das System von Pflanzengemeinschaften erhält sich selbst und wird vom Gärtner nur behutsam gesteuert. Dafür müssen die Pflanzen unkompliziert sein und etwa die gleichen Lebensansprüche haben. Das System funktioniert nur mit ungefähr gleichwüchsigen Pflanzen. Nimmt eine Art überhand und stiehlt den Nachbarpflanzen zu viel Raum, wird einfach nachgeholfen, indem sie zurückgeschnitten wird. Fällt eine Staude aus, bricht das System aber auch nicht gleich zusammen, da hier die kurzlebigen Begleit- oder Füllpflanzen die Bepflanzung unterstützen.

„Der ‚New German Style‘ ist pflegeleicht, robust, ästhetisch und begeistert mit dem Charme wilder Wiesen.“

Sonnenhut, Perlgras Sonnenhut, Perlgras
Extravagant Die orangerote Blüte des Sonnenhutes 'Hot Papaya' zieht sich wie ein roter Faden durch das sanft im Wind nickende Perlgras.

Naturalistischer Bepflanzungsstil

Inspiriert von natürlichen Pflanzgemeinschaften wie in der nordamerikanischen Prärie sollen die Pflanzungen so naturnah wie nur möglich wirken. Es werden eher robuste als hochgezüchtete Sorten verwendet. An sonnigen, trockenen Standorten fühlen sich zum Beispiel Pflanzen wie Duftnesseln, Sonnenhut in tollen Farben, Steppen-Salbei, Patagonisches Eisenkraut, Prachtscharten, Phlox, Katzenminze und jede Menge Astern wohl. Vom frühen Herbst bis zum Frühjahr bekommen dann Gräser wie Zartes Federgras, Rutenhirse oder Diamantgras ihren großen Auftritt. Die Beete überraschen jeden Monat mit neuen Farben und Highlights. So wachsen im Frühling zum Beispiel Tulpen oder Narzissen.

Anstatt Kompost oder Rindenmulch dient beim „New German Style“ übrigens eine etwa 7 bis 10 cm dicke Schicht aus Schotter und Kies als Mulchmaterial. Nach der Pflanzung tritt diese optisch in den Hintergrund. Unkraut gibt es kaum noch, denn das Keimen der Unkräuter wird durch schnelles Abtrocknen auf dem Schotter unterbunden und auch von unten verhindert der Schotter das Unkrautaufkommen.

New German Style, Miniatur
Minimalistisch Auch auf kleineren Flächen wie diesem Hochbeet kann der „New German Style“ in einer Miniaturversion umgesetzt werden.
New German Style, Miniatur
Minimalistisch Auch auf kleineren Flächen wie diesem Hochbeet kann der „New German Style“ in einer Miniaturversion umgesetzt werden.
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