Pflanzenschutz – Tipps zum richtigen Einsatz

Gemüse im Beet.

Pflanzenschutz bedeutet, Pflanzen so zu pflegen und zu behandeln, dass sie möglichst keinen Schaden nehmen und sich gut entwickeln. Viele Hobbygärtner denken beim Pflanzenschutz zuerst oder sogar ausschließlich an den Einsatz chemischer Mittel – doch dies ist nur einer von vielen Pflanzenschutzaspekten. Guter und nachhaltiger Pflanzenschutz beginnt schon vor dem Einpflanzen mit der Auswahl der Pflanzen. Auch bereits bei der Anlage und Gestaltung Ihres Gartens können Sie dafür sorgen, dass sich Ihre Pflanzen gesund und kräftig entwickeln. Und bevor tatsächlich chemische Pflanzenschutzmittel angewandt werden, sollten Sie sich als Hobbygärtner erst mit dem Thema biologischer Pflanzenschutz auseinandersetzen. Er umfasst unter anderem die Verwendung von Nützlingen, das heißt Räuber oder Parasiten, die Schädlinge vernichten, selbst aber keinen Schaden anrichten.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen ersten Überblick über das Thema Pflanzenschutz. Jeder Garten ist anders – doch welche Art von Pflanzenschutz Sie auch suchen: Ihr OBI Markt hat für alle Situationen die richtigen Produkte im Sortiment.

1. An der richtigen Stelle pflanzen: Integrierter Pflanzenschutz 2. Pflanzenschutz: Richtig pflegen, Nützlinge einsetzen
3. Biologischer Pflanzenschutz: Faktor Früherkennung 4. Pflanzenschutzmittel: Verschiedene Arten
5. Pflanzenschutzmittel anwenden: Vorbereitung 6. Pflanzenschutzmittel: Schutzkleidung und Dosierung
7. Chemische Pflanzenschutzmittel: Umweltschonend arbeiten 8. Nach der Arbeit mit Pflanzenschutzmittel: Reinigung, Entsorgung, Lagerung
9. Materialliste 10. Werkzeugliste
Gartengeräte lehnen an einer Schubkarre in einem grünen Garten mit Blumen, Bäumen und einer Hecke.

1. An der richtigen Stelle pflanzen: Integrierter Pflanzenschutz

Schon bei der Planung des Gartens sollten Sie die Pflanzen so arrangieren, dass sie sich optimal entwickeln können. Der richtige Standort ist entscheidend für das Gedeihen Ihrer Pflanzen: Lichteinfall, Bodenbeschaffenheit und Windverhältnisse sollten auf die Pflanze abgestimmt sein. Achten Sie auch auf Artenvielfalt: Es gibt resistente Pflanzenarten. So sind z. B. manche Arten weniger empfindlich gegen Pilze. Monokulturen machen es spezialisierten Schädlingen leichter, sich zu vermehren. Entsprechend sollten Sie verschiedene Arten untereinander pflanzen. Stauden etwa, die Sie zwischen Rosen pflanzen, verschönern Ihren Garten und helfen dabei, dass sich Pilze nicht so schnell verbreiten. Zuletzt ist der Abstand zwischen den Pflanzen wichtig: Ihr OBI Fachberater kann Ihnen sagen, welche Abstände für Ihre Pflanzen ideal sind, um die Verbreitung von Krankheiten oder Schädlingen zu erschweren.

Eine Packung Bio-Gemüsedünger von OBI.

2. Pflanzenschutz: Richtig pflegen, Nützlinge einsetzen

Die im Boden enthaltenen Nährstoffe werden durch Ausspülen und Verbrauch ständig reduziert. Versorgen Sie die Pflanze daher bedarfsgerecht mit dem passenden Dünger. Beachten Sie hierbei unbedingt die Dosierangaben und Gebrauchsanweisungen. Zu viel Dünger kann der Pflanze genauso schaden wie zu wenig. Wie Sie richtig düngen, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Richtig düngen in 6 Schritten“.

Zu starke oder zu geringe Wassergaben belasten die Pflanze und begünstigen dadurch ihre Anfälligkeit gegenüber Schädlingen. Entfernen Sie regelmäßig aufkommendes Unkraut zwischen Ihren Pflanzen, da auch dieses Schaderreger anziehen kann. Gehölze wie Obstbäume oder Rosen sollten regelmäßig geschnitten werden – denn zu dichtes Blattwerk birgt die Gefahr von Pilzbefall.

Nützlinge wie z. B. Igel, Vögel, Raubinsekten oder Käfer vernichten Schädlinge, daher sollten Sie dafür sorgen, dass sie sich in Ihrem Garten wohlfühlen. Hilfreich sind hier natürliche Lebensräume mit Kompost-, Reisig- und Blätterhaufen oder Nisthilfen wie Insektenhotels und Nistkästen. So können sich Nützlinge in Ihrem Garten ansiedeln. Mehr zu Nützlingen lesen Sie in unserem Ratgeber „Pflanzenschutz mit Nützlingen: Schädlinge ohne Chemie bekämpfen“.

Blattlaus auf einem Blatt.

3. Biologischer Pflanzenschutz: Faktor Früherkennung

Zusätzlich zur Pflege spielt auch die Früherkennung möglicher Schäden eine große Rolle beim Pflanzenschutz. Beobachten Sie deshalb stetig, wie sich Ihr Garten entwickelt. Ein oder zwei Schädlinge auf den Blättern sind noch kein Grund zur Sorge – im Frühstadium eines Befalls haben Sie noch genügend Gelegenheit, den Schädlingen mit nicht-chemischen Mitteln, wie etwa Pflanzenextrakten, zu Leibe zu rücken. Zunächst reicht es aus, die Schädlinge per Hand zu entfernen – ähnlich wie Unkraut, das in geringen Mengen auftritt. Um Schnecken und schädliche Insekten fernzuhalten, können Sie auch mechanische Hilfsmittel nutzen, z. B. Netze, Schneckenzäune oder Leimringe. Je nach Art der Schädlinge können auch Lockstoff- oder Geräuschfallen infrage kommen. Mehr zu diesem Thema können Sie in unserem Ratgeber „Nutzpflanzen vor Schädlingen schützen“ erfahren. 

Insektizide werden über Pflanzen gesprüht.

4. Pflanzenschutzmittel: Verschiedene Arten

Chemische Pflanzenschutzmittel kommen dann infrage, wenn eine wirksamere Maßnahme erforderlich ist oder Sie schnell gegen starken Befall vorgehen müssen. Es gibt verschiedene Arten von Pflanzenschutzmitteln: Herbizide etwa sind Mittel, die zur Bekämpfung von Unkraut eingesetzt werden. Mit Insektiziden, auch Insektenvernichtungsmittel genannt, gehen Sie gegen Insektenbefall auf Ihren Pflanzen vor. Wichtig hierbei: Je früher Sie mit den Maßnahmen beginnen, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Spezielle Mittel gegen Weichtiere, wie beispielsweise Schnecken, werden Molluskizide genannt. Fungizide sind chemische Pflanzenschutzmittel, die gegen Pilzbefall eingesetzt werden, Rodentizide heißen entsprechende Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren.

Frau lässt sich im OBI Markt zu chemischen Pflanzenschutzmitteln beraten.

5. Pflanzenschutzmittel anwenden: Vorbereitung

Sicher ist sicher: Vor dem Kauf chemischer Pflanzenschutzmittel sollten Sie sich unbedingt vom Fachpersonal in Ihrem OBI Markt beraten lassen. Idealerweise bringen Sie die Blätter von befallenen Pflanzen mit den Schädlingen mit in den Markt: Dies ist für die optimale Beratung und eine passende Produktempfehlung ausgesprochen hilfreich.

Lesen Sie die Anleitung und die Informationen auf der Packung von Pflanzenschutzmitteln aufmerksam und in Ruhe durch. Beachten Sie unbedingt alle Vorsichtsmaßnahmen, die Anwendungsbedingungen, Verbote, Wartezeiten zwischen Anwendung und Ernte sowie die genaue Dosierung des gewählten Mittels. Bei Pflanzenschutzmitteln gilt nämlich nicht, dass mehr automatisch besser ist; eine Überdosierung kann der Pflanze schaden.

Gärtner in Schutzkleidung sprüht Pflanzenschutzmittel auf Baum.

6. Pflanzenschutzmittel: Schutzkleidung und Dosierung

Vor der Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln legen Sie Schutzkleidung an. Dazu zählen generell festes Schuhwerk und Handschuhe sowie Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt. Ansonsten folgen Sie unbedingt möglichen zusätzlichen Anweisungen auf der Verpackung des Pflanzenschutzmittels. Ganz wichtig: Konzentrieren Sie sich einzig auf die Aufgabe, andere Tätigkeiten stehen jetzt hintenan. Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie während der Arbeit nicht essen, trinken oder rauchen. Achten Sie darauf, entstehenden Sprühnebel nicht einzuatmen. Um dies zu vermeiden empfiehlt es sich, eine Schutzmaske zu tragen.

Halten Sie die vorgeschriebene Dosierung ein und vermeiden Sie Restmengen. Diese müssen speziell entsorgt werden. Berechnen Sie daher, welche Menge Spritz- oder Gießmittel Sie benötigen und bereiten Sie diese sorgfältig vor.

Gärtner in Schutzkleidung prüft Pflanzen.

7. Chemische Pflanzenschutzmittel: Umweltschonend arbeiten

Achten Sie bei der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel darauf, die Umwelt bestmöglich zu schonen. Beachten Sie z. B. die Hinweise zu Bienengefährlichkeit, zur Nützlingsschonung und auch zum optimalen Anwendungszeitraum. Arbeiten Sie nicht bei oder kurz vor Regen: Das Mittel muss erst einwirken. Bei Wind kann der Sprühnebel abdriften, auch Temperaturen über 25°C sind nicht förderlich. Achten Sie außerdem unbedingt darauf, dass die Pflanzenschutzmittel nicht in Gewässer, Grundwasser oder die Kanalisation gelangen können. Beachten Sie ggf. auch die Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern wie Gartenteich oder Brunnen.

Wenden Sie Unkrautmittel nur im Garten und auf keinen Fall auf versiegelten Flächen wie Garagenauffahrten, Wegen oder Plätzen an. Haustiere und Kinder sind vom Anwendungsgebiet fernzuhalten – beachten Sie auch die Wartezeiten.

Nach der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln wäscht sich Person die Hände.

8. Nach der Arbeit mit Pflanzenschutzmittel: Reinigung, Entsorgung, Lagerung

Reinigen Sie die Geräte, die Sie beim Umgang mit chemischen Pflanzenschutzmitteln verwendet haben, nach der Arbeit mehrfach gründlich. Herbizid-Reste können Pflanzen bei der nächsten Schädlingsbekämpfung ernsthaft schädigen. Anschließend waschen Sie Ihre Hände und unbedeckte Hautpartien gründlich mit viel Wasser und Seife. Verunreinigte Kleidungsstücke wechseln und waschen Sie ebenfalls.

Verpackungen und evtl. vorhandene Restmengen müssen fachgerecht entsorgt werden. Restmengen verdünnen Sie im Verhältnis 1:10, danach bringen Sie sie auf den behandelten Flächen aus. Entsorgen Sie nur vollkommen restentleerte Verpackungen über den normalen Müll. Restmengen und nicht mehr verwendete Mittel müssen zur örtlichen Sammelstelle für Sondermüll gebracht werden.
Zuletzt ist die richtige Lagerung der Mittel wichtig. Bewahren Sie chemische Pflanzenschutzmittel nur in abgeschlossenen Schränken auf – und zwar in der Originalverpackung inkl. Beschreibung. Die Schränke sollten sich nicht in der Nähe von Lebens- oder Futtermitteln befinden. Achten Sie zudem auf gemäßigte Temperaturen. Angebrochene Verpackungen verschließen Sie dicht. Verschließen Sie die Schränke sorgfältig, sodass Kinder oder Haustiere keinen Zugriff haben.

Wenn Sie bereits beim Anlegen Ihrer Pflanzen möglichen Schäden vorbeugen, wenn Sie diese frühzeitig erkennen und beseitigen und im Ernstfall zielgerichtet behandeln, dann machen Sie beim Pflanzenschutz alles richtig.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

  • Sichere Zahlmöglichkeiten
  • Kostenlose Rücksendung
  • Verfügbarkeit im Markt prüfen
  • Reservieren & im Markt abholen
Nach oben