Anzucht von Gemüse

Anzucht von Gemüse aus dem eigenen Garten
Im Gemüsegarten gibt es mit Aussaat, Anzucht von Gemüse, Pflanzung und Ernte das ganze Jahr über etwas zu tun. Bei allem Raum für Spontanität und kreative Ideen geht es aber nicht ganz ohne Planung: Wenn Sie Gemüse anbauen möchten, können Sie nicht jedes Saatgut sofort und an beliebiger Stelle im Gemüsegarten ausbringen. So ist die vorherige geschützte Anzucht bei vielen Sorten unverzichtbar, außerdem vertragen sich manche Arten nicht mit allen Nachbarn. Um für Frieden im Beet zu sorgen, sollten Sie daher bei der Anzucht von Gemüse neben dem saisonalen Pflanzkalender auch passende Kombinationen beachten. Mit den folgenden Hinweisen können Sie zu einem echten Gemüse-Experten werden, professionell anzüchten und reichlich ernten.
1. Ohne Anzucht geht es manchmal nicht 2. Rechtzeitig mit der Anzucht beginnen
3. Tipps für die Anzucht von Gemüse 4. Pflege der Anzucht
5. Pikieren Sie die Pflanzen 6. Gute und schlechte Nachbarn
7. Abgehärtet in den Gemüsegarten 8. Fazit
9. Rechtzeitig mit der Anzucht beginnen 10. Gute und schlechte Nachbarn
Einige Gemüsesorten benötigen eine Anzucht

1. Ohne Anzucht geht es manchmal nicht

Einige Gemüsesorten wie Paprika, Tomate, Gurke und Kürbis stammen ursprünglich aus südlichen Regionen. Sie können nicht direkt im Gemüsebeet keimen, da sie eigentlich andere Verhältnisse gewohnt sind. Aus diesem Grund müssen Sie die Samen in der warmen und schützenden Umgebung eines Gewächshauses oder auch im Wohnhaus vorziehen. Die Anzucht von solchem Gemüse unter gewohnten klimatischen Bedingungen stellt sicher, dass sich die Samen zu kräftigen jungen Pflanzen entwickeln können, die anschließend ins Gemüsebeet gesetzt werden. Heimische Gemüsepflanzen dagegen kommen mit der hier herrschenden Witterung zurecht und wachsen auch heran, wenn sie direkt im Beet ausgesät werden. Dies kann allerdings länger dauern und gegebenenfalls zu mehr Schwund führen.

2. Rechtzeitig mit der Anzucht beginnen

Bei allen Gemüsesorten sind der Termin für die Aussaat und der damit verbundene Beginn der Anzucht wichtig für die gesamte spätere Entwicklung der Pflanzen. Die ersten Anzuchtskandidaten im Gartenjahr sind dabei Paprika- und Tomatenpflanzen. Sie können bereits Anfang Februar im warmen Vorzuchtbereich Ihrer Wahl gesät werden. Im März folgt dann der Haupttermin für die Anzucht von Gemüse: Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi sowie Rot- und Weißkohl sollten nun auf ihre Anzuchterde aufgebracht werden. Auch beim Kopfsalat wird zu dieser Zeit mit der Anzucht begonnen. Im April folgen dann der Rosenkohl sowie die Samen der beliebten Kräuterpflanzen Basilikum und Dill in das Pflanzenkinderzimmer, bevor mit Endivie und Grünkohl im Mai und dem Chinakohl im Juni die Nachzügler eintreffen. Auf dem folgenden Anzuchtkalender finden Sie einige wichtige Termine für den Gemüseanbau im eigenen Garten.

Tipps für die Anzucht von Gemüse

3. Tipps für die Anzucht von Gemüse

Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, mit der Anzucht von Gemüse zu beginnen, werden die Samen der Pflanzen dafür auf feuchte Anzuchterde gelegt und leicht angedrückt.

OBI Top Tipp: Sehr große Samen wie die von Bohnen weichen Sie am besten zuvor über Nacht in warmem Wasser ein, dann keimen sie schneller.

Die Anzuchterde ist besonders salzarm und bietet dem Saatgut beste Wachstumsbedingungen. Das Saatgut wird anschließend mit etwas Erde bedeckt. Als Faustformel zur Orientierung gilt, dass Sie jeden Samen so weit bedecken können, wie er groß ist. Einen Sonderfall stellen Lichtkeimer wie zum Beispiel Basilikum dar: Solche Pflanzen entwickeln sich nur, wenn sie auf der Erde liegen und Licht bekommen. Am besten verwenden Sie hier eine flache Aussaatschale oder kleine Aussaattöpfe. Der optimale Ort für die Anzucht von Gemüse ist ein beheiztes Gewächshaus, in welchem dauerhaft für perfekte Licht- und Temperaturverhältnisse gesorgt werden kann. Für den Heimgebrauch auf der Fensterbank gibt es darüber hinaus spezielle Mini-Gewächshäuser, die den Pflanzen ein optimales Klima bieten. Alternativ können Sie die Aussaatbehältnisse mit Klarsichtfolie oder einem Plastikdeckel abdecken. Stechen Sie aber unbedingt einige Löcher in die Abdeckung, damit frische Luft über den Samen zirkulieren kann. Das Klima ist für den Keimvorgang besonders wichtig, denn die Saat braucht ausreichend Feuchtigkeit und darf nicht austrocknen. Überprüfen Sie regelmäßig die Anzuchterde und geben Sie gegebenenfalls etwas Wasser darüber. Nach der Aussaat stellen Sie die Behälter an einen möglichst hellen Ort.

Optimale Bedingungen während der Anzucht des Gemüses beachten

4. Pflege der Anzucht

Bis Sie Ihr Gemüse schließlich im Gemüsegarten anbauen können, braucht es noch etwas Zeit. In den Wochen nach der Aussaat sollten Sie darauf achten, dass die Anzuchterde dauerhaft feucht ist und die Behälter möglichst sonnig und warm stehen. Eine Temperatur zwischen 22 und 25 Grad ist optimal. Entsprechende Hinweise zur Wohlfühltemperatur des einzelnen Keimlings finden Sie in aller Regel auf der Verpackung. Nach einiger Zeit werden die ersten Triebe aus der Erde hervortreten. Die jungen Pflanzen sind noch sehr empfindlich und sollten nicht gestört werden. Bei den Aussaatgefäßen sollten Sie jetzt darauf achten, dass sich in der Erde keine Staunässe bildet, welche die jungen Wurzeln nachhaltig schädigen würde. Das erreichen Sie durch gemäßigte Wassergaben: Durch vorsichtiges Betasten der Erde können Sie dazu einfach und schnell feststellen, ob sie trocken oder noch schön feucht ist und entsprechend gießen. Haben die Triebe das Licht erreicht, sollten Sie die Umgebungstemperatur auf ungefähr 18 Grad senken. Bei zu viel Wärme und wenig Licht könnten die Triebe der jungen Pflanzen sonst schwach und dünn werden.

Pflanzen pikieren um ihre Entwicklung zu stärken

5. Pikieren Sie die Pflanzen

Sobald die einzelnen Pflanzen wenige Zentimeter hoch gewachsen sind, müssen sie pikiert beziehungsweise vereinzelt werden. Das bedeutet, dass Sie die Gemüsepflanzen vorsichtig aus der Anzuchterde graben und die Wurzeln behutsam voneinander trennen. Dazu können Sie entweder einen kleinen Löffel, einen Holzspieß oder einen speziellen Pikierstab verwenden. Wenn Sie die Anzucht von Gemüse häufiger durchführen, bietet sich das professionelle Hilfsmittel an, da es ein besonders genaues Pikieren ermöglicht. Anschließend setzen Sie die vereinzelten Pflanzen in eigene Töpfe, damit sie genug Platz haben, um anständig heranzuwachsen. Der Zwischenschritt des Pikierens und Umsetzens ist notwendig, damit die kleinen Pflanzen genug Platz für ihre Entwicklung in geschützter Umgebung erhalten. Für den Gemüsegarten ist die Zeit jetzt noch nicht gekommen, denn die zarten Gewächse würden draußen nicht lange überleben. Falls Sie verschiedene Gemüse anbauen, können Sie aber bereits mit der Planung des Gemüsebeets beginnen.

6. Gute und schlechte Nachbarn

Nicht alle Gemüsepflanzen können in direkter Nachbarschaft angepflanzt werden. Während einige Pflanzen sich nur die Nährstoffe streitig machen würden, können sich andere sogar gegenseitig schädigen. In der aufgeführten Tabelle können Sie ablesen, welche Sorten sich gut vertragen und welche Sie besser getrennt voneinander im Gemüsegarten platzieren sollten. Kopfsalat und Kohlsorten können so zum Beispiel wunderbar gemeinsam ein Beet bewohnen, da sie nicht um Nährstoffe konkurrieren. Petersilie und Salat sollten sich dagegen nicht zu nahe kommen. Die Streithähne können Sie entweder in verschiedenen Beeten im Gemüsegarten anpflanzen oder durch eine neutrale Gemüsesorte als Zwischenpflanzung voneinander trennen. Durch eine geschickte Planung und Aufteilung können Sie den Platz in Ihrem Garten auf diese Weise optimal nutzen.

Abgehärtet in den Gemüsegarten

7. Abgehärtet in den Gemüsegarten

War Ihre Anzucht von Gemüse ein Erfolg, können Sie die herangewachsenen Pflanzen in den Gemüsegarten setzen, sobald dieser dauerhaft frostfrei ist. Da das junge Gemüse bisher von Ihnen verhätschelt worden ist, müssen Sie die Pflanzen jedoch erst langsam an die Außentemperaturen gewöhnen. Stellen Sie die Pflanztöpfe dazu einfach tagsüber an einen hellen, aber schattigen Platz. Diesen Vorgang wiederholen Sie ein paar Tage, um die Pflanzen abzuhärten. Anschließend können Sie endlich auch im Garten Ihr Gemüse anbauen. Für die Pflanzung sollten Sie eine Erde verwenden, welche den Bedürfnissen Ihrer Gemüsepflanzen entspricht. Durch die regelmäßige Gabe von einem passenden Dünger stellen Sie die Nährstoffversorgung Ihrer jungen Pflanzen sicher. Gegenüber gefräßigen Räubern können Sie Ihr Gemüse leider nicht abhärten, daher sollten Sie über ein Vogelschutznetz und eine Schneckenbarriere nachdenken, um die Pflanzen zu schützen.

Jetzt kann mit der Ernte des Gemüses begonnen werden

8. Fazit

Haben Sie mit der Anzucht von Ihrem Gemüse, dem Pflegen, Pikieren, Abhärten und Aussetzen alle nötigen Schritte durchgeführt, können Sie auf eine reiche Ernte aus Ihrem Gemüsegarten hoffen. Die früh gesäten Gemüsesorten ernten Sie bereits im Sommer, während sich die Nachzügler durchaus bis in den Herbst oder Winter Zeit lassen. Wenn Sie Gemüse anbauen, benötigen Sie Ausdauer und Geduld. Allerdings sollte die Belohnung in Form von Gemüse aus dem eigenen Garten die kleine Anstrengung wert sein – und mit ein wenig Erfahrung gelingt die Anzucht von Mal zu Mal besser.

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Bohnen
Erbsen
Dill
Endivien
Gurken
Möhren
Kohlarten
Salate
Paprika
Petersilie
Radieschen
Sellerie
Spinat
Tomaten
Zwiebeln
Anzucht
Aussaat

BasilikumBlumenkohlBohnenDillEndivieGrünkohlKohlrabiKopfsalatKürbisPaprikaPetersilieRosenkohlRot- und WeißkohlTomate
Basilikum
Blumenkohl
Bohnen
Dill
Endivie
Grünkohl
Kohlrabi
Kopfsalat
Kürbis
Paprika
Petersilie
Rosenkohl
Rot- und Weißkohl
Tomate
gute Nachbarn
neutral
schlechte Nachbarn

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