Laminat verlegen in 13 Schritten

Eine Handwerkerin verlegt Laminat.

Laminat erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das hat vielfältige Gründe: Zum einen zeichnet es sich durch seine außerordentliche Strapazierfähigkeit aus, zum anderen ist es sehr pflegeleicht. Außerdem gibt es eine enorme Produktvielfalt, die es inzwischen ermöglicht, zahlreiche Materialien täuschend echt zu imitieren: Ob helles oder dunkles Holz, grobe oder feine Strukturen – inzwischen gibt es sogar „Steinböden“. Die Auswahl ist riesig, deshalb lassen Sie sich doch vom OBI Parkett- und Laminat-Berater helfen und lesen Sie auch unseren Ratgeber Überblick Laminatarten.

In der folgenden Anleitung erklären wir Ihnen, wie Sie Laminat im Klick-System ganz einfach selbst verlegen und welche Materialien bzw. Werkzeuge Sie benötigen. Lesen Sie außerdem auch, wie Sie schwierige Stellen wie Heizungsrohre oder Türzargen meistern.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Laminatpaneele werden vor dem Verlegen mindestens 48 Stunden unausgepackt und waagerecht im betreffenden Raum gelagert.

Schritt 1 - Vorbereitung der Laminatpaneele vor dem Verlegen

Vor dem Verlegen braucht Laminat mindestens 48 Stunden Zeit zur Akklimatisierung. Lagern Sie daher die Paneele unausgepackt und waagerecht im betreffenden Raum bei einer Mindesttemperatur von 18 °C und bei 50% bis maximal 70% Luftfeuchtigkeit.

Eine Heimwerkerin prüft den Untergrund mit Richtlatte und Zollstock auf Unebenheiten vor dem Verlegen von Laminat.

Schritt 2 - Vorbereitung des Untergrunds für das Laminat

Der Untergrund muss ausreichend fest, sauber und trocken sein. Der Boden darf keine Restfeuchte mehr haben und muss eben sein. Auf unebenem Untergrund kann sich Laminat verwinden, aufspringen oder an der Nut-Feder-Verbindung brechen. Um den Boden auf Unebenheiten zu prüfen, verwenden Sie eine Richtlatte. Unebenheiten über 3 mm Höhe (auf einen Längenmeter) können Sie mit Fließspachtel ausgleichen. Mithilfe der selbstverlaufenden Ausgleichmasse schaffen Sie einen planebenen Untergrund. Auch Löcher oder Risse werden auf diese Weise einfach geschlossen. Lassen Sie den Boden anschließend komplett austrocknen.

Viele Böden, vor allem neuer Estrich, weisen Restfeuchte auf. Das kann bei Laminat erhebliche Schäden verursachen. Achten Sie also besonders sorgfältig darauf, dass der Untergrund absolut trocken ist.

Heimwerkerin rollt die Trittschalldämmung über der bereits verlegten Dampfsperrfolie aus.

Schritt 3 - Dampfsperre und Trittschalldämmung verlegen

Auf Estrichböden und oberhalb von Warmwasser-Fußbodenheizungen sollten Sie zum Schutz vor Feuchtigkeit zunächst eine Dampfsperre verlegen. Rollen Sie die Dampfsperrfolie in der späteren Längsrichtung des Laminats aus und schneiden Sie sie zu. An den Wänden sollte die Folie dabei jeweils 10 cm nach oben überstehen. Lassen Sie die einzelnen Folienbahnen ca. 20 cm überlappen und fixieren Sie die Nahtstellen mit Klebeband – im Bild der gelbe Streifen.

Verlegen Sie nun als Trittschalldämmung eine Schicht aus Kork, Filz oder PE-Schaumfolie direkt über der Dampfsperrfolie.

Heimwerkerin verlegt die erste Reihe des Laminats mithilfe von Abstandskeilen zur Wand. Pfeile deuten den Lichteinfall an.

Schritt 4 - Erste Laminatreihe verlegen

Laminatpaneele verlegen Sie parallel zum Lichteinfall: die Längsseiten der Paneele folgen der Richtung des einfallenden Lichts. Beginnen Sie nun in der linken hinteren Ecke des Raumes. Mit einer Säge, z. B. einer Stichsäge oder einer
Kreissäge, entfernen Sie, je nach Fabrikat, zunächst Feder oder Nut der ersten Laminatreihe. Legen Sie die Paneele jeweils mit der beschnittenen Seite zur Wand und klicken Sie diese stirnseitig ineinander.

Setzen Sie Keile als Abstandshalter zwischen Paneele und Wand. Die Abstandsfuge sollte je nach Größe des Zimmers zwischen 10 und 15 mm betragen.

Das letzte Paneel der Reihe muss in der Regel zugeschnitten werden. Verwenden Sie dazu wieder Stich- oder Kreissäge. Noch einfacher geht es mit einem Laminatschneider. Achten Sie darauf, dass das letzte Paneelstück mindestens 50 cm lang ist.

Heimwerkerin schneidet mit einer Stichsäge ein Laminatpaneel auf die richtige Länge zu.

Schritt 5 - Zuschneiden der Laminatpaneele

Meistens ist es am Ende einer Laminatreihe erforderlich, das letzte Paneel zu kürzen. Messen Sie die Länge, berücksichtigen Sie den erforderlichen Abstand zur Wand und tragen Sie den Wert mit Winkel und Bleistift auf dem Paneel ab. Für den Zuschnitt ideal: Tischkreissäge oder Laminatschneider. Ansonsten hilft auch eine Stichsäge. Die Schnittkante muss beim Verlegen abwärts zeigen, das heißt, die spätere Oberseite der Paneele zeigt auch beim Sägen nach oben.

Beginnen Sie die nächste Laminatreihe mit dem jeweiligen Versatzstück der zuvor beendeten Reihe. Achten Sie aus Gründen der Stabilität und der Optik darauf, dass das Versatzstück mindestens 40 cm lang ist.

Der Abstand zur Wand wird mithilfe von Keilen eingehalten.

Schritt 6 - Wandabstand einhalten

Holz und Laminat „arbeiten“, das heißt, bei unterschiedlichen Temperaturen ziehen sie sich zusammen oder dehnen sich aus. Halten Sie daher zu Wänden, Pfeilern usw. eine Abstandsfuge von 10 bis 15 mm ein. Verwenden Sie dazu spezielle Rastkeile bzw. Abstandshalter und ziehen Sie wandangrenzende Paneele mit einem Zugeisen an die bereits fertig verlegte Fläche.

Zwei Laminatpaneele werden durch Einklicken längsseitig ineinander gefügt.

Schritt 7 - Einklicken des Laminats

Besonders leicht von der Hand geht das Verlegen von Laminat mit sogenanntem Klick-Laminat. Dabei rasten die Paneele mithilfe einer Spezialverriegelung ein. Legen Sie das jeweilige Paneel ganz nah an die vorgesehene Position und verriegeln es mit Hammer und Schlagklotz. Schlagen Sie die Paneele immer erst längs, dann quer ein und achten Sie darauf, dass beim Einklopfen keine Fugen entstehen. Denn auch kleine Verkantungen übertragen sich auf die folgenden Paneele.

Laminatpaneele werden ineinander gefügt und mithilfe von Hammer und Schlagklotz festgeklopft.

Schritt 8 - Anpassen des Laminats

Fügen Sie das Laminat nun mit Hammer und Schlagschutz vorsichtig ineinander und ziehen Sie Endstücke mit einem Zugeisen fest nach.

Heimwerkerin verlegt die letzte Reihe Laminat mithilfe eines Zugeisens.

Schritt 9 - Letzte Laminatreihe legen

Für die letzte Reihe müssen Sie die Paneele in der Regel längsseitig zuschneiden. Ermitteln Sie die erforderliche Breite, berücksichtigen Sie die Abstandsfuge und sägen Sie die Paneele entsprechend zu. Ein Zugeisen hilft beim Einpassen der Paneele.

Mithilfe von Aussparungen im Paneel wird Laminat um Heizungsrohre herum verlegt.

Schritt 10 - Heizungsrohre beim Laminat verlegen bedenken

Um die Paneele auch um Heizungsrohre herum zu verlegen, zeichnen Sie die Bohrlöcher für die Heizungsrohre auf einem Laminatstück an (Rohrdurchmesser plus 10 mm) und sägen Sie diese mit einem passenden Forstnerbohrer aus. Mit einer Stichsäge trennen Sie das kleine Stück um die Löcher heraus. Verlegen Sie nun das Paneel und leimen Sie anschließend das kleine Stück hinter den Rohren am Paneel fest. Mit einer Rosette können Sie das Bohrloch verkleiden.

Heimwerkerin kürzt eine Türzarge mit einem Multitool beim Verlegen von Laminat.

Schritt 11 - Türzargen beim Laminat verlegen bedenken und kürzen

Eine weitere Problemzone beim Laminat verlegen können Türzargen darstellen. Gehen Sie am besten folgendermaßen vor: Kürzen Sie die Türzarge aus Holz um eine Bretthöhe plus Dämmung und legen Sie das Laminat darunter. Dazu legen Sie ein Reststück an und sägen die Zarge zum Beispiel mit einer Tauchsäge oder einem Multi-Tool entlang des Paneels ab.
Bei Stahl-Türzargen schneiden Sie eine entsprechende Aussparung ins Laminatpaneel. Berücksichtigen Sie dabei einen Bewegungsabstand von 8 bis 10 mm. Anschließend können Sie die entstandene Lücke mit Acryl abdichten.

Um zu verhindern, dass die Oberfläche der Türzarge beim Sägen ausreißt, können Sie vor dem Sägen Klebeband auf der Schnittfläche anbringen.

Sockelleisten werden angebracht und miteinander verbunden.

Schritt 12 - Sockelleisten anbringen

Für den Wandanschluss schneiden Sie zunächst die überstehende Dampfsperrfolie mithilfe eines Cuttermessers ab. Anschließend bringen Sie die passenden Sockelleisten an. Um die Sockelleisten winkelgenau zuzuschneiden, benutzen Sie eine Gehrungssäge. Wie Sie dabei genau vorgehen sollten, können Sie in unserem Ratgeber „Fußleisten anbringen in 6 Schritten“ nachlesen.

Alternativ können Sie Innen- und Außenecken benutzen. Für Treppen gibt es spezielle Treppenkantenprofile. Dabei werden in die verschraubte Unterschiene Paneele und Abdeckprofil eingeklickt.

Übergangsleiste wird mithilfe einer Schiene verlegt.

Schritt 13 - Übergangsschienen für Laminat anbringen

Mit Übergangsschienen kaschieren Sie den Übergang des Laminats zu Teppichböden und Abstandsfugen. Die Leisten werden im Boden verschraubt, damit sie nicht verrutschen können.

Liegt im angrenzenden Raum ebenfalls Laminat, muss auch hier eine Dehnungsfuge eingehalten werden. Mit passenden Übergangsschienen (zum Kleben, Schrauben oder Einrasten) wird die Stelle dann verdeckt.

Laminat ist eine kostengünstige Alternative zu Dielen oder Parkett und ist zudem pflegeleicht. Auch das Verlegen ist nicht schwer – mit dem richtigen Werkzeug, etwas Geduld und den Tipps von OBI.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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