Fundament erstellen in 8 Schritten

Heimwerker gießt Fundament.

Unterschiedliche Bauwerke erfordern unterschiedliche Fundamente. Je nachdem, wie sich die Last der geplanten Konstruktion auf den Boden überträgt, kommen Punkt-, Streifen- oder Plattenfundament infrage.

Alle Fundamente müssen mindestens 80 cm tief gegründet werden, nur dann sind sie frostsicher. Bei Fundamenten, die nicht tief genug gegründet werden, kann sich Wasser unter dem Fundament ansammeln. Gefriert das Wasser, kann das Fundament angehoben und beschädigt werden. Ist der Boden um das Fundament herum nicht standfest und rutscht nach, müssen Sie eine Verschalung aus Schalbrettern oder Platten erstellen. Um eine spätere Rissbildung im Beton zu verhindern, können Sie eine Bewehrung aus Stahlmatten (Plattenfundament) oder Stahlkörben (Punktfundament, Streifenfundament) in Erwägung ziehen.

Der Wetterbericht sollte beim Gießen von Beton mehrere Tage trockenes und frostfreies Wetter versprechen.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Punkt-, Streifen- und Plattenfundament

Schritt 1 - Unterschiedliche Fundamentarten

Punktfundament
Punktfundamente bestehen aus mehreren Einzelfundamenten. Sie sind in der Regel zwischen 30 x 30 cm und 50 x 50 cm groß. Diese Fundamente eignen sich für alle Bauwerke, bei denen die Konstruktion auf mehreren Trägern ruht (Carports, Terrassenüberdachungen). Auch einzelne Pfosten werden mit einem Punktfundament im Boden verankert.

Bei der Erstellung von mehreren Punktfundamenten sollten Sie darauf achten, dass der Baugrund an allen Stellen gleich beschaffen ist. Da die Last der Konstruktion später nur auf wenigen Punkten ruht, besteht sonst die Gefahr des Einsinkens des Bauwerks.

Streifenfundament
Streifenfundamente sind die beste Wahl, wenn eine Mauer im Boden verankert werden soll. Sie kommen beim Bau von Gartenmauern, aber auch beim Bau kleinerer Bauwerke wie Gartenhäusern oder Garagen zum Einsatz. Sogar beim Bau von Eigenheimen werden Streifenfundamente verwendet, die unter den tragenden Wänden verlaufen, während der Rest des Grundrisses mit einer Betonplatte mit Stahlbewehrung gegossen wird.

Um ein Streifenfundament zu erstellen, wird ein Graben in der Breite der Mauer, die auf dem Fundament ruhen soll, ausgehoben, verschalt und mit Beton aufgegossen.

Plattenfundament
Beim Plattenfundament wird eine größere Fläche mit Beton ausgegossen, um einen ebenen und tragfähigen Untergrund sowie einen zusätzlichen Schutz gegen Grundwasseranstieg herzustellen. Unter einem Plattenfundament muss eine etwa 30 cm hohe Kiesschicht als zusätzlicher Frostschutz sowie eine Bauplane verlegt werden. Beachten Sie hierzu unseren Ratgeber „Betonplatte gießen“.

Mit einem Spaten wird der Untergrund ausgehoben.

Schritt 2 - Untergrund ausheben

  • Für Punktfundament: Heben Sie mit einem Spaten ein 80 cm tiefes Loch in der Größe des geplanten Punktfundamentes aus (abhängig von der Konstruktion und den entsprechenden Trägern).
  • Für Streifenfundament: Heben Sie einen etwas mehr als 80 cm tiefen Graben in der Breite der geplanten Mauer aus.
  • Für Plattenfundament: Auch hier muss frostsicher in mindestens 80 cm Tiefe gegründet werden. Bedenken Sie jedoch, dass unter dem Fundament zusätzlich eine Kiesschicht von etwa 30 cm eingefüllt wird. Der Aushub sollte also mindestens 110 cm tief werden. Die Fläche des Aushubs entspricht der Fläche der Bodenplatte plus etwas Raum für die Verschalung.

Heimwerker erstellt eine Verschalung.

Schritt 3 - Verschalung erstellen

Damit kein Erdreich nachrutscht, müssen Sie eine Verschalung erstellen. Bei Punktfundamenten ist dies meist nicht nötig. Hier können Sie das ausgehobene Loch direkt mit Zement auffüllen. Bei Streifen- und Plattenfundamenten erstellen Sie mit Schalbrettern an den Innenwänden des Aushubs eine Verschalung. Die Schalbretter werden mit Richtschnur und Wasserwaage waagerecht ausgerichtet.

Heimwerker füllt Kiesschicht ein, verlegt Plane und Bewehrung.

Schritt 4 - Kiesschicht einfüllen, Plane verlegen, Bewehrung einbringen

Diese Schritte sind besonders beim Gießen eines Plattenfundaments wichtig, da dieses größeren Belastungen standhalten muss. Bitte beachten Sie dazu den OBI Ratgeber zum Gießen einer Betonplatte.

Beton wird eingefüllt.

Schritt 5 - Beton mischen

Mischen Sie den Beton in einem Mörteleimer, einer Schubkarre oder einem Betonmischer an. Wie Letzteres funktioniert, erklärt unser Ratgeber „Beton selbst mischen“. Beachten Sie beim Mischungsverhältnis zwischen Zement und Wasser die Angaben des Herstellers.

Beton wird eingefüllt.

Schritt 6 - Beton gießen

Füllen Sie nun den Beton mit Hilfe einer Schubkarre bis Bodenniveau gleichmäßig in die Grube. Achten Sie darauf, dass alle Hohlräume ausgefüllt sind.

Beton wird mit einem Spaten verdichtet.

Schritt 7 - Beton verdichten

Durch leichtes Klopfen mit einem Spaten auf die Betonmasse wird das Fundament verdichtet. Bei diesem Vorgang entweichen kleinste Luftbläschen aus dem Beton. Das Fundament wird dadurch fester und langlebiger.

Fundament härtet aus.

Schritt 8 - Fundament aushärten lassen

Nach dem Verdichten braucht der Beton etwa 1 bis 2 Tage zum Aushärten. Nach 2 bis 3 Wochen kann er voll belastet werden. Bitte beachten Sie die Angaben des Herstellers zur genauen Trocknungszeit. Am besten decken Sie das frisch gegossene Fundament mit einer Plane ab, um es vor Regen zu schützen. Ist es sehr heiß, muss der Beton alle 2 Tage etwas nachgewässert werden, damit sich bei der Trocknung keine Risse im Beton bilden.

Nicht jedes Bauwerk erfordert das Gießen eines kompletten Fundaments. Viele Bauwerke können mit Punkt- oder Streifenfundamenten, die viel weniger Arbeit bedeuten, verwirklicht werden. In diesem OBI Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, wenn Sie ein Carport, eine Terrassenüberdachung, eine Gartenmauer oder Ihr ganz persönliches Projekt verwirklichen wollen.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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