Bodenfliesen verlegen in 9 Schritten

Handwerker und Handwerkerin in einem Raum, in dem Bodenfliesen verlegt werden sollen – im Hintergrund Kartons mit Fliesen und diverse Werkzeuge.

Fliesenböden sind attraktiv, belastbar und pflegeleicht und eignen sich für Wohnzimmer, Küche oder Bad ebenso gut wie für Keller, Garage oder die Terrasse. Wenn Sie Ihre Bodenfliesen selbst verlegen möchten, erfahren Sie in unserem Ratgeber, worauf Sie dabei achten sollten.
Nehmen Sie sich zunächst ausreichend Zeit, um die passenden Fliesen auszuwählen. Denn dabei zählt nicht nur die Optik, sondern auch die geplante Verwendung, insbesondere die zu erwartende Beanspruchung und die nötige Trittsicherheit. Hinsichtlich ihrer Strapazierfähigkeit werden glasierte Fliesen in 5 Abriebklassen eingeteilt. Bei geringer Belastung, z. B. im Bad, sollten Sie mindestens zu Fliesen der Abriebklasse 3 greifen. Für Wohn-, Schlaf- oder Esszimmer sowie Küche, Diele und Terrasse eignen sich Fliesen der Abriebklassen 3 und 4. Sogar in Bereichen mit extremer Belastung, z. B. in der Garage, können Sie Fliesen verlegen. Achten Sie dann jedoch beim Kauf unbedingt auf Fliesen der Abriebklasse 5. Im Außenbereich greifen Sie zu frostsicheren Feinsteinzeugfliesen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem Ratgeber „Überblick verschiedene Fliesenarten“ oder Sie lassen sich von einem Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt beraten.

Bei der Ermittlung Ihres Materialbedarfs geben Sie zur errechneten Gesamtfläche noch 10% für Verschnitt und Bruch hinzu. Ein Paket Fliesen sollten Sie als Reserve für spätere Reparaturen aufbewahren. Außerdem benötigen Sie einen zu Ihrem Untergrund passenden Fliesenkleber. Für arbeitende und andere kritische Untergründe oder bei einer Fußbodenheizung wählen Sie kunststoffvergüteten Flexkleber. Grundierung und Fugenmörtel sollten zum verwendeten Kleber passen und am besten vom gleichen Hersteller stammen. Beachten Sie außerdem bitte grundsätzlich bei allen Materialien die Anwendungshinweise der Hersteller.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Untergrund wird mit Rolle von Handwerkerin grundiert.

Schritt 1 - Untergrund vor dem Verlegen der Fliesen vorbereiten

Reinigen Sie zunächst die gesamte Fläche sorgfältig von Fett, Schmutz, Belagresten und losem Material – der Untergrund muss unbedingt sauber, trocken, staubfrei, tragfähig und eben sein.
Je größer Ihre Fliesen sind, desto weniger Unebenheiten sollte der Boden aufweisen. Glätten Sie daher alle Unebenheiten mit einer selbstverlaufenden Bodenausgleichsmasse (angegebene maximale Schichtdicke beachten). Rühren Sie die Spachtelmasse in einem Mörtelkübel gemäß Herstellerangaben in sauberes Wasser ein. Sie können für das Anmischen eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz in niedriger Drehzahl verwenden. Gießen Sie dann die Masse auf den unebenen Stellen aus und verteilen Sie sie mit einem Gummiwischer. Wenn Sie nicht zu viel auftragen, erhalten Sie dank der fließfähigen Konsistenz von ganz allein eine ebene Oberfläche.
Nach der angegebenen Trocknungszeit, die mehrere Stunden bis Tage betragen kann, grundieren Sie saugende Untergründe wie z. B. Zementestriche noch mit Tiefengrund. Auf nicht saugfähigen Untergründen wie Beton oder auf sehr glatten Flächen verwenden Sie für bessere Haftung einen Haftgrund. In Nassräumen wie dem Badezimmer sollten Sie den Boden mit einer Abdichtung grundieren. Lassen Sie sich zu diesem Thema am besten in Ihrem OBI Markt beraten.

Schemazeichnung zur parallelen Verlegung von Bodenfliesen.

Schritt 2 - Fliesen-Verlegetechnik: Parallelverlegung

Die am weitesten verbreiteten Verlegetechniken sind die Parallelverlegung und die Diagonalverlegung. Mehr Informationen finden Sie in unserem OBI-Ratgeber Verlegemuster.
Für Einsteiger am besten geeignet: das parallele Verlegen. Dabei arbeiten Sie symmetrisch von innen nach außen, weil zugeschnittene Fliesen an den Rändern weniger auffallen. Zunächst ermitteln Sie die Raummitte. Messen Sie dazu bei rechtwinkligen Räumen die Mitte der Seitenwände aus und markieren Sie die Mittellinien mit Hilfe von Richtschnüren oder mit einem Stift direkt am Boden.
Verlegen Sie die erste Fliesenreihe entlang der längeren der beiden Linien. Beginnen Sie dazu am Mittelpunkt der Linie und richten Sie die Fliesen entweder genau mit der Fliesenmitte oder mit dem Fliesenrand an dieser Linie aus. Setzen Sie danach das Verlegen entlang der Wand an der Stirnseite fort (umgekehrte L-Form). Falls auch die Wände mit Fliesen gleicher Größe gefliest sind, richten Sie den Fugenverlauf am besten nach den Wandfugen aus. Achten Sie auch bei angrenzenden Räumen auf einen durchgehenden Fugenverlauf.

Legen Sie die ersten beiden Fliesenreihen zunächst probeweise lose aus. Wenn alles passt, markieren Sie den Startpunkt, sammeln die Fliesen wieder ein und beginnen das Verkleben – weiter bei Schritt 4.

Schemazeichnung zum diagonalen Verlegen von Bodenfliesen.

Schritt 3 - Fliesen-Verlegetechnik: Diagonalverlegung

Die Diagonalverlegung von Bodenfliesen ist etwas anspruchsvoller, setzt dafür aber reizvolle optische Akzente. Sie ist vor allem für quadratische Räume geeignet und kaschiert schiefe Wände.
Markieren Sie wieder die Mittellinien und zusätzlich auch noch die Diagonalen im Winkel von 45 Grad zur kürzeren Mittellinie (Querachse). Beginnen Sie die diagonale Verlegung am Raummittelpunkt. Legen Sie die erste Reihe so aus, dass die Mittellinie der längeren Seite die Fliesen von Ecke zu Ecke durchläuft. Sie können die erste Fliese dabei wahlweise entweder mittig oder mit einer Ecke am Raummittelpunkt anlegen. Wählen Sie im Zweifel die Variante mit dem geringeren Verschnitt.
Legen Sie nun die zweite Fliesenreihe von der Mitte ausgehend so aus, dass (je nach Lage der ersten Fliese) entweder Fliesenmitte oder eine Seite entlang der markierten Diagonale verläuft. Das heißt also: Nur die Fliesen entlang der Mittellinien legen Sie Ecke an Ecke, die anderen können Sie Kante an Kante aneinander legen.

Legen Sie die ersten beiden Fliesenreihen zunächst probeweise lose aus. Wenn alles passt, markieren Sie den Startpunkt, sammeln die Fliesen wieder ein und beginnen das Verkleben.

Heimwerker strukturiert Fliesenkleber mit Zahnspachtel.

Schritt 4 - Fliesenkleber auftragen

Ist das Verlegen geplant, der Untergrund vorbereitet und die Grundierung getrocknet, können Sie den Fliesenkleber gemäß den Herstellerangaben vorbereiten. Mischen Sie den Fliesenkleber mit Bohrmaschine und Rührquirl im angegebenen Verhältnis klumpenfrei in Wasser an.
Nach einer kurzen Reifezeit tragen Sie mit einer Kelle oder Traufel eine 5 bis 10 mm dicke Kleberschicht gleichmäßig auf den Boden auf. Kämmen Sie dann den Kleber mit einem Zahnspachtel so durch, dass ein gleichmäßiger Kleberauftrag entsteht. Die benötigte Zahnung des Zahnspachtels hängt von der Fliesengröße ab:

  • bis 100 mm Kantenlänge: 6 mm
  • 100 bis 200 mm: 8 mm
  • 200 bis 300 mm: 10 mm
  • ab 300 mm: 12 mm Zahnung.

Arbeiten Sie in kleineren Abschnitten und bringen Sie pro Durchgang nur so viel Kleber auf, wie Sie verarbeiten können, bis der Kleber anzieht (Richtwert 1 bis 1,5 m²).

In Außenbereichen, bei Fliesen aus Grobkeramik und Naturstein sowie bei Spaltplatten mit stark profilierter Rückseite bringen Sie am besten zusätzlich auch auf der Fliesenrückseite Fliesenkleber auf und kämmen diesen durch.

Handwerker verklebt Bodenfliesen im Kleberbett.

Schritt 5 - Bodenfliesen verkleben

Drücken Sie die Bodenfliesen mit einer leichten Drehbewegung ins Kleberbett ein und klopfen Sie sie mit einem Gummihammer leicht an, aber ohne sie bis auf den Boden herunterzudrücken. Verarbeiten Sie immer im Wechsel Fliesen aus unterschiedlichen Paketen, denn zwischen den Gebinden können minimale Farbunterschiede auftreten.
Überprüfen Sie zwischendurch stichprobenartig durch Abheben, ob sich auch ausreichend Kleber auf der Rückseite befindet (mindestens 80% Bedeckung ist erforderlich, bei Natursteinfliesen 100%). Falls Sie auch auf der Fliesenrückseite Kleber aufgetragen haben, sollten die Kleberfurchen quer zu denen auf dem Boden verlaufen. Prüfen Sie immer wieder auch die korrekte Lage der Fliesen – solange der Kleber noch nicht angezogen hat, sind noch Korrekturen möglich. Halten Sie unbedingt eine ausreichende Fugenbreite zwischen den Fliesen ein (mindestens 2 mm, Herstellerangaben beachten). Dies ist notwendig, um Bewegungen und Spannungen auszugleichen. Stecken Sie dazu Fliesenkreuze entsprechender Größe zwischen die Fliesen.

Nur wenn die Fliesenkreuze auf gleicher Höhe wie die Fliesen sind, entfernen Sie sie vor dem Verfugen wieder. Haben sie jedoch eine deutlich geringere Höhe als Ihre Bodenfliesen, können Sie sie auch einfach überspachteln.

Lassen Sie auch zu den Wänden Dehnungsfugen frei, ebenso bei vorhandenen Dehnungsfugen im Estrich und an Übergängen zu anderen Räumen und Belägen. Fliesenschienen (Eck- bzw. Abschlussprofile) sorgen bei Bedarf für saubere Abschlusskanten und sind außerdem ein interessantes Gestaltungsmittel. Lassen Sie sich inspirieren: Dekorativer Kantenschutz mit Fliesenschienen.

Randfliesen zuschneiden mit Fliesenschneider und Fliesen-Lochzange.

Schritt 6 - Randfliesen zuschneiden

An den Rändern werden Sie in der Regel Ihre Fliesen passend zuschneiden müssen. Bei der Diagonalverlegung fällt dabei mehr Verschnitt an als bei der parallelen Verlegung.

Für das Zuschneiden von Randfliesen benötigen Sie spezielles Werkzeug. Saubere und gerade Kanten erzielen Sie mit einem Fliesenschneider. Mit diesem Werkzeug ritzen Sie die Fliese auf der Glasurseite an und brechen sie dann über die eingebaute Bruchkante. Runde Aussparungen etwa bei Rohrdurchbrüchen erreichen Sie mit einer Fliesenlochzange (Papageienschnabel), mit der Sie die Öffnung Stück für Stück herausschneiden. Sie können dafür aber auch eine Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz nutzen.

Heimwerkerin verfugt frisch gefliesten Boden.

Schritt 7 - Bodenfliesen verfugen

Die Fugen zwischen den Fliesen füllen Sie mit einem zum Kleber passenden Fugenmörtel aus. Wenn Sie Flexkleber nutzen, sollten Sie auch einen flexiblen Fugenmörtel (Flexfuge) nutzen.
Entfernen Sie vor dem Verfugen zunächst überschüssigen Fliesenkleber aus den Fugen. Kratzen Sie dazu Fliesen-, Eck- und Anschlussfugen mit einem Holzkeil sauber, noch bevor der Kleber ausgehärtet ist.
Beginnen Sie dann mit dem eigentlichen Verfugen erst nach dem Aushärten des Fliesenklebers. Planen Sie mindestens 24 Stunden Trocknungszeit ein (Herstellerangaben beachten). Mischen Sie den Fugenmörtel mit Wasser im angegebenen Mischungsverhältnis zu einem sämigen Brei an. Gießen Sie dann den Mörtel abschnittsweise auf den Boden und verteilen Sie ihn mit einem Fugengummi gleichmäßig diagonal zum Fugenverlauf auf den Fliesen. Überschüssigen Mörtel ziehen Sie sorgfältig mit dem Gummiwischer oder einem Fliesenwaschbrett ab. Schützen Sie sich bei der Verarbeitung des Fugenmörtels unbedingt durch Gummihandschuhe.

Der geflieste Boden wird mit einem Schwamm gereinigt.

Schritt 8 - Fliesenboden nach dem Verlegen reinigen

Warten Sie mit dem Reinigen der Fliesen, bis der Fugenmörtel matt angetrocknet ist. Beachten und befolgen Sie dazu genau die Angaben des Herstellers. Für die erste Oberflächenreinigung Ihrer Fliesen von verbleibenden Mörtelresten verwenden Sie einen feuchten Schwamm. Verwenden Sie dabei nicht zu viel Wasser, damit die Fugen nicht ausgewaschen werden. Polieren Sie anschließend mit einem sauberen trockenen Lappen nach. Einen eventuell verbleibenden leichten Zementschleier können Sie frühestens nach zwei Wochen mit Zementschleier-Entferner beseitigen.

Heimwerker verfugt Wandfugen zu Bodenfliesen.

Schritt 9 - Wandfugen abdichten

Die Fugen zwischen Bodenfliesen und Wänden oder Sockelfliesen werden nicht mit Fugenmörtel verfugt, sondern mit einer dauerelastischen Dichtmasse abgedichtet – in der Regel mit Silikon. Bei Marmor- oder Natursteinfliesen verwenden Sie passendes Natursteinsilikon.

Kleben Sie zunächst die Fugenränder an Boden und Wand beidseitig mit Malerkrepp ab und entfernen Sie Kleberreste aus den Fugen. Poröse, sehr saugfähige Untergründe sollten Sie mit einer Grundierung vorbehandeln. Füllen Sie dann das Silikon aus einer Kartusche gleichmäßig in die Fugen. Sie können dafür eine Auspresspistole für Silikonkartuschen nutzen. Nach einigen Minuten (Herstellerangaben beachten) entfernen Sie mit einem Fugenglätter überschüssige Dichtungsmasse und streichen die Silikonfuge glatt.

Benetzen Sie den Glätter mit etwas Spülwasser, das erleichtert die Handhabung. Zum Schluss ziehen Sie das Klebeband schräg nach hinten und seitlich von der Fuge weg ab.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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