Wände trocknen in 5 Schritten

Heimwerker steckt Trichter in Bohrlöcher.

Feuchtigkeit dringt meist unbemerkt ins Mauerwerk ein. Ursache ist oftmals eine beschädigte oder mangelhafte Abdichtung der Hauswände im Erdboden. Die Feuchtigkeit wird dabei im Inneren des Mauerwerks nach oben transportiert. Um diese Wände schnell auszutrocknen und eine erneute Durchfeuchtung zu verhindern, setzt man eine sogenannte Horizontalsperre. OBI erklärt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie die Sperre setzen, was Sie dafür benötigen und worauf Sie dabei achten müssen.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Handwerker entfernt alte Anstriche, Schmutz und losen Putz mit einer Bürste.

Schritt 1 - Wand vor dem Austrocknen vorbereiten

Bevor Sie mit dem Trocknen der Wand beginnen, entfernen Sie alte Anstriche, losen Putz und Staub mithilfe eines Handbesens oder einer Stahlbürste von der Wand. Achten Sie darauf, dass Sie keine zusätzliche Feuchtigkeit auf die Wandfläche aufbringen. Verschließen Sie Risse, Hohlräume und sonstige Beschädigungen mit Gummi-Mörtel.

Löcher werden für die Horizontalsperre in die Wand gebohrt.

Schritt 2 - Bohrlöcher für das Trocknen der Wand setzen

Spannen Sie einen 12 mm starken Bohrer in die Bohrmaschine ein und setzen Sie die erste Reihe Bohrlöcher in die Wand. Beginnen Sie maximal 10 cm über dem Boden und halten Sie einen Abstand von maximal 10 cm zwischen den Löchern ein. Die Bohrlochtiefe sollte zwei Drittel der Mauerstärke betragen. Bei normalem Mauerwerk werden die Löcher in einem Neigungswinkel von 35 Grad gebohrt. Bei Naturstein wie Granit oder ähnlich dichtem Material werden die Löcher direkt in die Fugen gesetzt. Die zweite Reihe bohren Sie dann mittig versetzt rund 5 cm über der ersten Reihe. In Wandecken führen Sie die Bohrungen doppelreihig senkrecht nach oben weiter. Reinigen Sie die Bohrlöcher unbedingt durch Ausblasen mit Druckluft oder durch Aussaugen mithilfe eines Staubsaugers.

Horizontalabdichtung wird in Trichter eingefüllt.

Schritt 3 - Injektionsstoff einbringen

Ummanteln Sie die Injektionstrichter der Horizontalabdichtung mit Klebeband. So vermeiden Sie ein unkontrolliertes Auslaufen der Flüssigkeit aus dem Bohrloch. Setzten Sie die so präparierten Trichter fest in die Bohrlöcher und füllen Sie die Horizontalabdichtung bis zur Sättigung des Mauerwerks regelmäßig nach. Je nach Saugverhalten des Mauerwerks passiert das nach frühestens 6, spätestens nach 14 Tagen.

Bohrlöcher mit Dichtungsschlämme verschließen.

Schritt 4 - Bohrlöcher verschließen

Entfernen Sie die Trichter und verschließen Sie die Bohrlöcher mithilfe einer Kleisterbürste sorgfältig mit Bohrloch- oder Dichtungsschlämmen. Schneiden Sie vom beiliegenden Verfülltrichter vor dem Verfüllen der Schlämme ca. 3 bis 5 cm der Trichterspitze ab und drücken Sie die Schlämme anschließend mit einem Stab in die Bohrlöcher. Ausgetretene Schlämme  können Sie mit dem Spachtel zurückdrücken und glatt streichen. Achten Sie darauf, die neue Horizontalsperre immer zu beiden Seiten ca. 30 bis 50 cm über die Schadenszone hinaus zu erstellen.

Wand wird nach dem Trockenlegen gereinigt und verputzt.

Schritt 5 - Abschlussarbeiten nach dem Trocknen der Wand

Um die trockengelegte Wand wieder sauber verputzen zu können, schlagen Sie den Altputz zunächst sorgfältig mit Hammer und Meißel ab. Reinigen Sie die Wandfläche gegebenenfalls mit Salpeterreiniger. Danach können Sie die Wand mit schimmel- und pilzvorbeugendem Sanierputz verputzen.

Alternativmethode:
Eine gute Alternative zum beschriebenen Injektionsverfahren ist das Erstellen einer Horizontalsperre mit der hochwirksamen Creme MEM Trockene Wand Fix & Fertig. Voraussetzung hierfür ist eine durchgängige Lagerfuge im Mauerwerk. Vorteil: Sie müssen nur eine Bohrlochreihe direkt in der Lagerfuge erstellen und ein einmaliges Verfüllen der Bohrlöcher reicht aus.

Entfernen Sie hierfür Farbe, Putz oder Ähnliches von Fugen und setzen Sie die Bohrlöcher rund 15 cm oberhalb des Erdreichs an. Bei der Anwendung im Keller wählen Sie die erste Fuge oberhalb des Fußbodens. Bohren Sie die Löcher waagerecht mit einem Durchmesser von 12 mm und einem Abstand von maximal 12,5 cm direkt in die Fuge. Die Bohrlochtiefe beträgt Wandstärke minus 15 mm. Entfernen Sie dann den Bohrstaub aus den Bohrlöchern und stecken den beiliegenden Injektionsschlauch auf die Kartuschenspitze. Füllen Sie nun MEM Trockene Wand Fix & Fertig in die Bohrlöcher. Die Creme zieht nun in die Fuge ein und bildet eine neue Horizontalsperre. Nach der Trocknung verschließen Sie die Löcher mit Bohrlochschlämme.

Auch wenn die Wände in Ihrem Haus bereits feucht sind, lassen Sie sich mithilfe einer Horizontalsperre zuverlässig austrocknen. Geschieht dies wie beschrieben im Injektionsverfahren, wird zwar die Ursache der Feuchtigkeit nicht bekämpft, aber ihr Weitertransport innerhalb des Mauerwerks unterbunden. Sie haben weitere Fragen? Wenden Sie sich an den Fachmann in Ihrem OBI Markt.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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