Holztreppe renovieren in 6 Schritten

Zwei Heimwerker vor einer renovierten Holztreppe.

Treppenstufen gehören zu den am stärksten beanspruchten Oberflächen im Haus. So zeigen sich mit der Zeit unweigerlich Abnutzungsspuren. Aber keine Sorge: Bei Holztreppen können Sie Löcher, Kratzer und knarrende Stufen auch selbst ausbessern. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihrer Treppe zu neuem Glanz verhelfen und welches Material bzw. welche Werkzeuge Sie dafür benötigen.

Bestimmen Sie zunächst Art und Umfang der nötigen Renovierungsmaßnahmen: Sind die Stufen nur durchschnittlich abgenutzt und knarren hier und da? Dann werden eine Oberflächenbearbeitung und einfache Reparaturmaßnahmen die Treppe wie neu aussehen lassen.

Für stark abgenutzte Treppen mit ausgetretenen Stufen empfiehlt sich dagegen eine komplette Neuverblendung. Ist die Treppe stellenweise instabil und schadhaft, sodass Teile der Stufen oder des Geländers ausgetauscht werden müssen, beauftragen Sie aus Sicherheitsgründen am besten einen Fachmann.

Lesen Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie eine Oberflächenbearbeitung mit leichten Reparaturen und Versiegelung vornehmen. Für diese können Sie entweder Treppenlack auf Wasserbasis oder ein Hartöl bzw. Hartwachsöl verwenden. Welche Variante Sie bevorzugen, ist Geschmackssache: Geölte Treppen wirken in der Regel natürlicher, müssen jedoch bei normaler Beanspruchung alle zwei bis drei Jahre stellenweise nachgearbeitet werden. Dies ist allerdings – im Gegensatz zur Lackversiegelung – auch jederzeit problemlos durch punktuelles Überstreichen möglich.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
Heimwerker schleift Holztreppe mit Schwingschleifer ab.

Schritt 1 - Alten Belag der Holztreppe entfernen und Grobschliff

Zunächst wird gegebenenfalls alter Belag, wie z. B. Linoleum, PVC oder Textilauflagen, entfernt. Klebereste oder alte Spachtelmasse kratzen Sie dabei sorgfältig mit einem Spachtel ab.

Nach einer abschließenden Grundreinigung schleifen Sie zunächst die Flächen und Kanten der Trittstufen sowie die Podeste mit einem Schwingschleifer und einer 24er-Körnung. Für die Ecken nehmen Sie am besten einen Deltaschleifer und Schleifpapier mit gleicher Körnung. Schwer zugängliche Bereiche in Ecken, Kanten oder Rillen können Sie mit einer Ziehklinge bearbeiten.

Hartnäckige Lackaufträge lassen sich mit einem scharfen Beitel beseitigen. Nach dem ersten Grobschliff folgen noch zwei weitere Durchgänge mit feinerem Schleifpapier. Wählen Sie hierfür zunächst eine 40er, dann eine 80er Körnung.

Tragen Sie bei diesen Arbeiten immer Arbeitshandschuhe und bei Schleifarbeiten auch unbedingt eine Atemschutzmaske. Falls Ihr Schleifgerät über einen Staubsaugeranschluss verfügt, schließen Sie es bitte an Ihren Staubsauger an. Sollte Ihr Schwingschleifer weder einen Staubsaugeranschluss noch einen Staubfangbeutel haben, machen Sie immer wieder Schleifpausen, um den Schleifstaub aufzusaugen.

Heimwerkerin bessert Schadstellen an Holztreppe mit Holzreparaturspachtel aus.

Schritt 2 - Stufen der Holztreppe ausbessern

Größere Schadstellen wie Dellen, grobe Riefen oder Kratzer im Holz beseitigen Sie mit Holzreparaturspachtel. Kleinere Kratzer, beispielsweise an den Setzstufen, können mit Holzkitt oder durch Überstreichen mit farblich passenden Pigmenten kaschiert werden.

Bei knarrenden Podesten oder Treppenstufen helfen dünne Holzkeile. Schlagen Sie die Keile mit einem Hammer vorsichtig in die Zwischenräume der Dielen bis diese keinen Spielraum mehr haben. Überstehendes Holz schneiden Sie ab und schleifen die Stelle nach. Füllen Sie verbleibende Zwischenräume mit Holzkitt.

Hartnäckig knarrende Stufen stabilisieren Sie mit zwei bis drei 80 bis 100 mm langen Schrauben. Schrauben Sie diese etwa in der Mitte der Stufe von der Trittstufe in die Setzstufe. Die Schraubenköpfe werden abgesenkt und mit Holzreparaturspachtel kaschiert.

Schleif-Tipp: Weitere Informationen zum Schleifen von Holz finden Sie in unserem Ratgeber „Holz schleifen“

Feinschliff an den Holztreppenkanten mit einem Deltaschleifer.

Schritt 3 - Feinschliff der Holztreppe

Für den nun folgenden Feinschliff nehmen Sie Schleifpapier mit 100er oder 120er Körnung. Schwer zugängliche Stellen bearbeiten Sie wieder mit einem Deltaschleifer. Riefen, die beim Grobschliff durch Ziehklinge oder Beitel entstanden sind, schleifen Sie per Hand. Schützen Sie dabei Ihre Haut durch Arbeitshandschuhe.
Gehen Sie beim Feinschliff besonders sorgfältig vor. Die Oberflächen Ihrer Treppe sollten absolut glatt sein, bevor Sie mit dem Streichen beginnen.

Schleiferauswahl:
Exzenterschleifer eignen sich besonders gut für Fein- und Grundierungsschliffe. Die kombinierte Schwing- und Drehbewegung eines Exzenterschleifers erzeugt ein feines Schliffbild ohne kreisförmige Riefen.

Grundierung wird mit Rolle großflächig auf die Holztreppe aufgetragen.

Schritt 4 - Holztreppe grundieren

Entfernen Sie vor der Grundierung jeglichen Staub mit dem Staubsauger und einem fusselfreien Tuch von den Holzflächen.

Öl-Grundierung: Wenn Sie sich für eine Versiegelung mit Öl entschieden haben, können Sie das Holz nun mit einer Beize streichen, um ihm den gewünschten Farbton zu verleihen. Dazu verwenden Sie am besten einen breiten Pinsel. Nun folgt ein satter, gleichmäßiger Grundanstrich mit Fußbodenöl. Nach 20 bis 45 Minuten (Herstellerangaben beachten) sollten Sie Stellen, die immer noch nass glänzend erscheinen, mit einem trockenen, fusselfreien Tuch nacharbeiten und zu dick aufgetragenes Öl entfernen.

Lack-Grundierung: Für eine Versiegelung mit Fußbodenlack tragen Sie zunächst eine Grundierung auf, die zum Treppenlack passt. Oft genügt auch ein Grundanstrich mit verdünntem Treppenlack. Bei größeren Flächen gelingt der Auftrag gut mit einer Rolle, für Ecken und Kanten eignen sich Pinsel besser. Nach einer Trockenzeit von ca. zwei Stunden (gemäß Herstellerangaben) können Sie mit dem Grundierungsschliff fortfahren.

Heimwerker beim Grundierungsschliff der Holztreppe mit einem Exzenterschleifer.

Schritt 5 - Grundierungsschliff der Holztreppe

Ist die Grundierung getrocknet, folgt der Grundierungsschliff. Hierbei gehen Sie wie beim Feinschliff vor, verwenden nun aber noch feineres Schleifpapier. Gut eignet sich ein Schleifmittel mit einer Körnung von 240.

Bevor Sie weiterarbeiten, entfernen Sie wieder jeglichen Schleifstaub mit einem fusselfreien Tuch von den zu lackierenden Flächen.

Auftragen der Versiegelung auf die Holztreppe mit einem Pinsel.

Schritt 6 - Versiegeln

Abschließend versiegeln Sie das Holz in mehreren dünnen Schichten – je nachdem, ob Sie sich für Lack oder Öl entschieden haben.

Lackieren: Tragen Sie mit einem Pinsel einen stoßfesten, strapazierfähigen Fußboden- oder Treppenlack auf. In der Regel reichen zwei bis vier Arbeitsgänge mit einer Trocknungszeit von ein bis drei Stunden pro Lackschicht (Herstellerangaben beachten). Bei Treppen mit starker Beanspruchung können auch weitere Schichten aufgestrichen werden.
Nach dem letzten Lackiervorgang benötigt der Lack etwa sieben Tage, um endgültig auszuhärten. Betreten Sie die Treppe während dieser Zeit nicht mit Schuhen.

Ölen: Möchten Sie Ihre Treppe mit Öl versiegeln, genügen für gewöhnlich zwei dünne Schichten mit einem unverdünnten Hartöl oder Hartwachsöl. Dabei sollte das Öl vollständig in das Holz eindringen und nicht etwa eine Schicht auf den Stufen bilden. Bearbeiten Sie Stellen, die nach der Trocknung noch glänzend erscheinen, mit einem trockenen, saugfähigen Tuch nach, um eine fleckige Oberfläche zu vermeiden.

Wenn Sie die Strapazierfähigkeit Ihrer geölten Treppe erhöhen wollen, können Sie abschließend auf den durchgetrockneten Anstrich noch eine dünne Schicht Fußbodenhartwachs aufgetragen.

Eine Holztreppe zu renovieren ist ganz einfach und eine spannende Aufgabe für den Heimwerker: Mit Geduld und etwas handwerklichem Geschick wird aus einer alten Treppe ein neues Schmuckstück. In Ihrem OBI Markt finden Sie das nötige Material und fundierte Beratung.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

  • Sichere Zahlmöglichkeiten
  • Kostenlose Rücksendung
  • Verfügbarkeit im Markt prüfen
  • Reservieren & im Markt abholen
Nach oben