Geschossdecke dämmen in 5 Schritten

Heimwerker verlegt Dämmplatten.

Eine der effizientesten Dämmmaßnahmen in Wohngebäuden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Sowohl im Neubau (wenn das Dachgeschoss nicht ausgebaut werden soll), als auch im Altbau können auf diese Art und Weise hohe Dämmwerte erzielt werden – und das bei einfacher Handhabung und schneller Verlegung. Eine fachgerechte Dämmung und Abdichtung im Dachgeschoss erhöht die Behaglichkeit, senkt die Heizkosten und vermeidet Bauschäden. Wird das Dachgeschoss nicht als beheizter Raum genutzt, ist es effektiver, anstelle der Dachschrägen die oberste Geschossdecke zu dämmen. Man unterscheidet hier mit Auf-, Zwischen- und Unterdecken-Dämmung drei je nach Bedarf und Gegebenheiten unterschiedliche Vorgehensweisen. Dabei ist die Variante der Aufdecken-Dämmung am weitesten verbreitet – diese lässt sich relativ kostengünstig und bei handwerklichem Geschick einfach selbst ausführen und soll hier Schritt für Schritt beschrieben werden.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Heimwerker sichtet unterschiedliche Dämmstoffe.

Schritt 1 - Wahl des richtigen Dämmstoffs zur Dämmung der Geschossdecke

Bevor es losgeht, müssen Sie sich entscheiden, mit welchem Material Sie die Dämmung der obersten Geschossdecke durchführen wollen. Wenn der Dachboden in Zukunft nicht mehr begangen werden soll, genügt eine offene Dämmung der Geschossdecke. Dazu werden die Dämmmatten oder Platten offen und ohne Abdeckung verlegt. Da die Dämmung keinerlei Druck standhalten muss, können bei der offenen Geschossdeckendämmung auch weiche Materialien wie Styropor, Steinwolle, Glaswolle oder Holzfaser zum Einsatz kommen. Wollen Sie den Dachboden jedoch als unbeheizten Stauraum nutzen und begehen, müssen Dämmplatten aus druckfestem Material verwendet werden. In diesem Fall eignen sich Dämmelemente aus Styrodur oder Polyurethan am besten. Aufgrund der hervorragenden Isoliereigenschaften können Sie bei diesen Materialien in der Regel auf dünnere Platten zurückgreifen. Auf das Dämmmaterial werden anschließend Span- oder OSB-Platten aufgebracht, die als Gehbelag dienen. Fertige Dachbodenelemente verfügen ab Werk über einen begehbaren Belag, ihre Verlegung ist vor allem für Heimwerker besonders leicht zu bewerkstelligen.

Bei der Wahl des Dämmstoffes spielen auch die Gegebenheiten vor Ort sowie die geplante Nutzung des Dachbodens eine wichtige Rolle: Wird der Dachboden nur in Notfällen begangen oder soll er auch nach der Dämmung oft betreten und z. B. als Lagerfläche o. Ä. genutzt werden? Folgende Dämmstoffe stehen zur Verfügung:

  • Geschäumte Dämmstoffe: Dämmplatten aus Styropor (XPS oder EPS) bieten eine hervorragende Wärmedämmung, sind leicht zu verarbeiten, unverrottbar und günstig in der Anschaffung. Achten Sie bei späterer Begehbarkeit auf die Trittfestigkeit der Platten.
  • Mineralfaser-Dämmstoffe: Dämmstoffe aus Steinwolle oder Glaswolle können Sie als Matten, Filz oder Platten erwerben. Sie sind leicht mit dem Messer zu bearbeiten und haben hervorragende Wärmedämmeigenschaften.
  • Holzfaser: Diese Dämmung gibt es als elastische Matten oder Platten (auch mit Nut- und Feder-System), sie tragen zu einem guten Raumklima bei, sind einfach mit der Fuchsschwanzsäge zu bearbeiten, verfügen über sehr gute Wärmedämmeigenschaften, sind aber feuchteempfindlich.
  • Polyurethan: Ist erhältlich als Platte oder Block, einfach zu verarbeiten, druckfest, hat sehr gute Dämmeigenschaften und ist unverrottbar.

Viele Dämmplatten haben einen Stufenfalz. Die einzelnen Platten verfügen dabei über eine oder mehrere Stufen im Randbereich, über die die Platten miteinander verbunden werden. Diese Stufen leiten die Zugluft um, bremsen sie ab und sorgen so für eine bessere Isolierung der Geschossdecke.

Heimwerker fegt den Boden eines Dachbodens mit einem Besen.

Schritt 2 - Reinigung der Geschossdecke

Bevor Sie die Dampfbremsfolie verlegen können, muss der Untergrund gereinigt werden. Gehen Sie dabei so gründlich wie möglich vor, da kleinste Gegenstände, Steine oder Splitter die Dampfbremsfolie beschädigen könnten. Wenn möglich, kehren, saugen und wischen Sie die Fläche. Abstehende Nägel sollten Sie komplett wieder in den Boden einschlagen und spitze Gegenstände entfernen.

Heimwerker legt Dampfbremsfolie aus.

Schritt 3 - Auslegen und Verkleben der Dampfbremsfolie

Schneiden Sie die Dampfbremsfolie mit einem Cuttermesser zurecht. An Stellen, an denen die Dampfbremsfolie an Wände oder Pfeiler anstößt, lassen Sie mindestens 10 cm Überstand. Die Folie wird in den Randbereichen mit einem speziellen Dichtkleber verklebt. Achten Sie darauf, die Folie nicht zu stark zu spannen, um Risse und andere Beschädigungen der Folie zu vermeiden. Die einzelnen Bahnen der Folie müssen überlappen und sollten mit Klebeband dicht verbunden werden.

Heimwerker legt Dämmstoff aus.

Schritt 4 - Dämmstoff zuschneiden und verlegen

Nun geht es an die Verlegung des Dämmstoffs. Verlegen Sie die Dämmplatten Reihe für Reihe, beginnend in einer der hinteren Ecken und arbeiten Sie sich dann nach vorne in Richtung Aufgang oder Tür zu. Platten, die zu groß sind, sowie Eck- und Randstücke müssen zurechtgeschnitten oder -gesägt werden.

Heimwerker legt OSB-Platten aus.

Schritt 5 - Span- oder OSB-Platten als Gehbelag auslegen

Soll der Dachboden weiterhin als unbeheizter Stauraum genutzt werden, müssen Sie Span- oder OSB-Platten als begehbaren Belag auf das Dämmmaterial aufbringen. Die Platten werden schwimmend verlegt und in der Nut miteinander verklebt. Bei der Verwendung von fertigen Dachbodenelementen entfällt dieser Schritt, da die Elemente bereits mit einem Gehbelag ausgestattet sind.

Die Dämmung der oberen Geschossdecke ist auch für Laien ohne große Grundkenntnisse einfach zu bewerkstelligen. Mit relativ geringen Kosten und innerhalb weniger Stunden können Sie Heizkosten merkbar senken, das Raumklima verbessern und Bauschäden vorbeugen. Der Stauraum unter dem Dach muss danach nicht verloren gehen: Solange der Speicher unbeheizt bleibt, können Sie ihn weiterhin begehen. OBI hilft gerne bei Fragen zur Materialwahl und richtigen Verlegung weiter.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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