Decke abhängen in 8 Schritten

Heimwerker hängt Zimmerdecke mit Gipskartonplatten ab.

Wenn Sie in einer Altbauwohnung leben, wissen Sie, dass Heizen ab einer bestimmten Deckenhöhe teuer werden kann – insbesondere, wenn die Decke schlecht isoliert ist. Eine abgehängte Decke kann dafür sorgen, dass Räume schneller warm werden und so zu einer spürbaren Heizkostenersparnis führen. Zudem verbessert eine Deckenabhängung die Isolierung. Auch optisch können Sie einen Raum durch das Abhängen der Decke aufwerten. Wenn Sie eine moderne, in die Decke eingelassene Beleuchtung planen, ist eine abgehängte Decke hierfür eine gute Basis: Die Kabel verbergen Sie einfach hinter der Deckenverkleidung.

Dabei müssen Sie nicht zwingend auf viel Raumhöhe verzichten. Bei einer Deckenabhängung unter rein optischen Gesichtspunkten reichen meist wenige Zentimeter. Für Abhänghöhen zwischen 4 und 12,5 cm bieten sich Lösungen mit Direktabhängern an. Mit einem solchen Abhängsystem sparen Sie sich die aufwendige Unterlattung aus Holz. Auch Unebenheiten lassen sich mit dieser bequemen, zeitsparenden Lösung sehr gut ausgleichen. Wie Sie Ihre Decke mit einem Abhängsystem ganz einfach selbst abhängen, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber.


1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
UD-Profile werden mit Schrauben und Dübeln an Wänden für die Deckenabhängung angebracht.

Schritt 1 - Profile für das Decken-Abhängsystem an der Wand anbringen

Zunächst bringen Sie die Profile für das Abhängsystem an den Wänden an. Zeichnen Sie dafür die Einbauhöhe an den Wänden an. Verwenden Sie unbedingt eine Wasserwaage oder einen Kreuzlinienlaser, damit die Profile für das Abhängsystem sicher gerade ausgerichtet sind. Vor allem in alten Gebäuden können vorhandene Decken nur bedingt als Orientierungshilfe dienen, da sie häufig nicht gerade sind.

Kleben Sie vor dem Anbringen Dichtungsband auf die Wandseite der zugeschnittenen UD-Wandanschlussprofile. Zeichnen Sie dann mit einem Abstand von jeweils 50 cm Dübellöcher vor und bohren Sie diese mit der Bohrmaschine in die Wand. Dann können Sie die Profile festschrauben.

Direktabhänger werden im Abstand von 50 cm bzw. 20 cm zur Wand an die Decke angeschraubt.

Schritt 2 - Direktabhänger an der Decke anbringen

Legen Sie die Position der Grundlattung des Abhängsystems per Schnurschlag fest und markieren Sie an der Decke, wo Sie später die einzelnen Latten anbringen wollen. Achten Sie darauf, dass der Abstand der beiden äußeren Latten zur Wand jeweils etwa 20 cm beträgt und lassen Sie zwischen den Latten einen Abstand von maximal 50 cm. Entlang der Markierung zeichnen Sie die Bohrlöcher für die Direktabhänger an. Der Abstand zur Wand darf bei Verwendung von CD-Profilen höchstens 50 cm betragen, bei einer Grundlattung aus Holzlatten maximal 35 cm. Zwischen den einzelnen Direktabhängern lassen Sie bei CD-Profilen einen Abstand von maximal 100 cm, bei Holzlatten beträgt der Höchstabstand 85 cm. Bohren Sie dann die Löcher und befestigen Sie die Direktabhänger mit geeigneten Dübeln und Schrauben an der Decke.

Grundlattung wird an Direktabhängern befestigt.

Schritt 3 - Grundlattung des Deckenabhängsystems anbringen

Nun befestigen Sie die Grundlattung des Deckenabhängsystems an den Direktabhängern. Kontrollieren Sie dabei mithilfe einer Wasserwaage, dass die Lattung nicht durchhängt. Sollten Enden der Direktabhänger überstehen, biegen Sie diese mit einer Zange nach oben, damit sie später nicht im Weg sind. Falls Sie die Decke zusätzlich dämmen möchten, legen Sie nun das Dämmmaterial in die Grundlattung ein. Sollte sich über der Decke ein Kaltbereich, z. B. ein nicht ausgebauter Dachboden, befinden, ist zudem eine Dampfbremse erforderlich.

Traglattung wird mit Achsabstand von 50 cm angebracht.

Schritt 4 - Traglattung des Deckenabhängsystems anbringen

Die sogenannte Traglattung des Deckenabhängsystems ist die Querverlattung, an der später die Deckenplatten angebracht werden. Befestigen Sie die Leisten der Traglattung an der Grundlattung und achten Sie auf einen Achsabstand von maximal 50 cm. Die genauen Abstände der einzelnen Latten bzw. Profile sind abhängig von der Länge der Platten, die Sie verwenden möchten. Entnehmen Sie die genauen Werte einfach der Tabelle.

Plattenlänge

Abstand Traglattung

125 cm

41,5 cm

200 cm

50,0 cm

260 cm

43,3 cm

Heimwerker ritzt Gipsplatte mit Cutter an und bricht sie.

Schritt 5 - Gipsplatten des Deckenabhängsystems zuschneiden

Um die Gipskartonplatten auf die benötigte Länge des Abhängsystems zu bringen, ritzen Sie sie mit einem Cuttermesser entlang einer Schneidleiste oder einer Wasserwaage an, bis die Kartonummantelung durchtrennt ist. Brechen Sie die Platte dann über eine scharfe Kante und durchtrennen Sie die untere Ummantelung mit dem Messer. Abschließend werden die Schnittkanten mit einem Kantenhobel oder dem Cuttermesser schräg angefast und mit einem Raspelhobel geglättet. Etwaige Staubreste entfernen Sie zum Schluss.

Heimwerker verschraubt mit Unterstützung von Heimwerkerin Gipsplatten an Traglattung an einer Decke.

Schritt 6 - Gipsplatten an die Decke anbringen

Die Gipsplatten werden mit den angefasten Kanten nach unten quer zur Traglattung angebracht. Verwenden Sie bei einer Traglattung aus Metallprofilen Schnellbauschrauben mit Feingewinde, bei einer Holz-Traglattung Schnellbauschrauben mit Grobgewinde. Beginnen Sie mit dem Verschrauben der Platten immer in einer Ecke oder der Plattenmitte, um Stauchungen zu vermeiden und arbeiten Sie am besten zu zweit. Die Schrauben setzen Sie in einem Abstand von höchstens 17 cm. Nachdem die erste Reihe angebracht ist, setzen Sie die zweite Plattenreihe mit einem Versatz von mindestens 40 cm – es dürfen keine Kreuzfugen entstehen.

Heimwerker grundiert Schnittkanten mit Pinsel.

Schritt 7 - Schnittkanten des Deckenabhängsystems grundieren

Wenn alle Platten für die neue Deckenabhängung angebracht wurden, grundieren Sie die Schnittkanten. Tragen Sie dafür Tiefengrund mit einem Pinsel auf die angefasten Kanten auf. Dadurch vermeiden Sie, dass die Spachtelmasse beim Verspachteln der Fugen einfällt.

Heimwerker verspachtelt Fugen der Gipsplatten.

Schritt 8 - Fugen der Deckenabhängung verspachteln und Endverspachtelung

Bringen Sie die Spachtelmasse für die Deckenabhängung mit einem Spachtel quer zur Fuge auf. Auf diese Weise erzielen Sie eine vollständige, kraftschlüssige Füllung. Falls erforderlich, verspachteln Sie auch die Schraublöcher. Ziehen Sie die gefüllten Fugen im Anschluss scharf ab, um eine plane Oberfläche zu erzielen. Nach Ablauf der Trocknungszeit werden Ansätze und Grate mit dem Spachtel abgestoßen.

Zur Endverspachtelung tragen Sie die Spachtelmasse mit einer Glättekelle auf. Ziehen Sie diese breit ab, bis eine gleichmäßige Oberfläche entstanden ist. Keine Sorge, falls dennoch Unebenheiten erkennbar sind: Sie können diese abschleifen, nachdem die Spachtelmasse komplett durchgetrocknet ist. Gehen Sie jedoch besonders vorsichtig vor, damit Sie die Gipsplatten nicht beschädigen.

Ob Sie nun eine bessere Isolierung erreichen möchten oder mit einer Deckenabhängung Lampenkabel verkleiden möchten – mit handwerklichem Know-how und der richtigen Vorbereitung gelingt Ihnen dieses Vorhaben auch ganz einfach in Eigenregie.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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