Das richtige Holz für jeden Zweck

Mann trägt Kantholz auf der Schulter.

Ob Möbel-, Haus- oder Innenausbau: Unser Ratgeber verrät Ihnen, welches Holz am besten zu Ihrem Vorhaben passt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten. Lesen Sie, was Weichholz von Hartholz unterscheidet, wofür Sie am besten Fichte, Buche, Kirsche, Nussbaum oder andere Holzarten verwenden und welche Alternativen es zu Massivholz gibt.

1. Holz – ein universelles Material 2. Bauholz für den Hausbau
3. Holz im Innenausbau und Möbelbau 4. Holz für Bodenbeläge und Terrassendielen
5. Alternativen zu Vollholz
Gestapelte Baumstämme.

1. Holz – ein universelles Material

Verschiedene Holzarten unterscheiden sich in Härte und Widerstandsfähigkeit, Witterungsbeständigkeit und Bearbeitbarkeit, aber auch nach optischen Kriterien wie Farbe und Maserung.

Nach der Festigkeit (bzw. Dichte) kann man Holz in Weich- und Harthölzer einteilen. Hölzer mit einer Rohdichte unter 550 kg/m³ (bei 0 % Feuchtigkeit) werden als Weichhölzer bezeichnet. Dazu zählen die meisten heimischen Nadelhölzer (insbesondere Kiefer, Fichte, Tanne) sowie z. B. Weide, Pappel oder Linde. Allerdings kann die Dichte je nach Holzsorte, Region und Beschaffenheit stark schwanken. Harthölzer, z. B. Buche, Eiche, Esche oder Nussbaum, sind schwerer zu verarbeiten, aber dafür widerstandsfähiger.


HolzHärte
(Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
 Witterungsbeständigkeit 
(unbehandelt)
Einsatzbereiche
Tanne sehr weich (410 kg/m³) gering (aber höher als Fichte) Bau außen und innen, Möbel
Fichte sehr weich (470 kg/m³) gering Bau außen und innen, Dachstühle, Fußböden, Möbel
Kiefer weich (520 kg/m³) mäßig Bau außen und innen, Fußböden, Möbel
Douglasie mittelhart (550-580 kg/m³) mäßig Bau/Innenausbau, Parkett, Möbel, Vertäfelung, Garten/Terrassen
Lärche mittelhart (550-590 kg/m³) hoch Innenausbau, Fußböden, Treppen, Möbel, guter Ersatz für Tropenhölzer
Kirsche mittelhart bis hart (600 kg/m³) mäßig Edelholz, Furnierholz für Innenausbau, Möbel
Walnuss hart (640 kg/m³) hoch Edelholz für Möbel, Innenausbau, Parkett oder Täfelungen
Eiche hart (650 kg/m³) hoch Edelholz für Möbel, Innenausbau, Parkett oder Täfelungen
Esche hart (650-690 kg/m³) gering Möbel, Fußböden, Wandverkleidungen
Rotbuche sehr hart (720 kg/m³) gering Möbel, Parkett, Treppen
Dachstuhl mit Balken und Schornstein

2. Bauholz für den Hausbau

In unseren Breiten ist das wichtigste Bauholz die Fichte und findet nahezu überall Verwendung: außen und im Innenausbau, für Dachkonstruktionen, Holzverkleidungen, Geländer, Treppen, Fußböden, Fenster oder Türen. Kommt es auf Witterungsbeständigkeit an, sind Eiche oder Lärche eine gute Wahl. Beim Dekor spielen vor allem Nussbaum- und Obsthölzer ihre Stärken aus.

Für die meisten Anwendungen beim Hausbau ist Konstruktionsvollholz (KVH) gut geeignet. KVH-Erzeugnisse sind veredelte Bauschnitthölzer (aus einem Baumstamm geschnitten) mit definierten Eigenschaften, etwa einer Holzfeuchte von max. 15% (+/- 3%), die die Gefahr von Verformungen minimiert.

Bei Konstruktionen mit hoher statischer Beanspruchung wird dagegen häufig Brettschichtholz (BSH) verwendet. BSH besteht aus mindestens drei Lagen miteinander verleimter Holzbretter, wodurch höhere Querschnitte als bei KVH möglich werden. Zudem kann BSH höhere Kräfte übertragen, ohne einzureißen oder sich zu verformen. Es ist besonders für die Verwendung in sichtbaren Bereichen geeignet, z. B. offene Dachkonstruktionen, Zwischenwände oder Vordächer.

Esszimmer mit Möbeln, Wandpaneelen und Holzdecke

3. Holz im Innenausbau und Möbelbau

Es gibt für jeden Wohnstil das passende Material: Wählen Sie ein Holz mit lebhafter Maserung, z. B. Fichte oder Kiefer, für einen natürlichen, rustikalen Landhausstil. Kirschbaum oder Esche sorgen für wertig-schicke Eleganz, Eiche oder Nussbaum für das gediegen-exklusive Ambiente. Sehr wirkungsvoll sind auch Holzverkleidungen für Ihre Wände und Decken: Sie setzen nicht nur optische Akzente, sondern schützen auch vor Feuchtigkeit, verbessern die Schalldämmung und beeinflussen die Raumakustik.

Im Möbelbau sind vor allem Laubhölzer beliebt: von Ahorn und Akazie über Birke, Buche, Eiche, Erle und Esche bis hin zu Kirsche und Nussbaum. Aber auch Kiefer und Fichte werden hier verbaut. Ein klassisches Möbelholz ist Eiche: dicht gefasert, beständig und leicht zu verarbeiten. Auch Buche und Ahorn sind gut geeignet und sehr strapazierfähig. Wer ein Holz ohne starke Maserung benötigt, sollte Birkenholz in Betracht ziehen.

Beim Innenausbau wie auch beim Möbelbau stellt sich die Frage: Massivholz oder Furnier? Weil Holz „lebt“, seine Ausdehnung verändert und sich verziehen kann, ist Massivholz vor allem bei einfacheren Möbelkonstruktionen zu empfehlen, wo es nicht auf absolute Passgenauigkeit ankommt. Gerade bei sehr hochwertigen Hölzern werden oft Furniere verwendet – Nachteile sind damit in der Regel nicht verbunden.

Wohnraum mit Eichenparkett

4. Holz für Bodenbeläge und Terrassendielen

Ob Dielen oder Parkett – Fußböden aus Holz sorgen für einen behaglichen Raumeindruck, sind fußwarm und lassen sich dazu auch oft mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Bei der Auswahl des Materials spielen neben Aussehen und Preis vor allem die Beanspruchung und der Pflegeaufwand eine Rolle. So eignen sich Ahorn, Lärche, Esche und Eiche wegen ihrer Festigkeit und ihres hohen Abnutzungswiderstandes hervorragend für Massivholz-Bodenbeläge und für Treppen im Innenbereich. Eine günstige, robuste und pflegeleichte Alternative ist Laminat – Holzspan- oder Faserplatten, auf die eine dünne Dekorschicht aufgebracht ist.

Für Terrassendielen sind Tropenhölzer beliebt. Ökologischer, ebenso gut geeignet und auch preislich attraktiv sind aber heimische Hölzer – z. B. Douglasie und anderes Nadelholz. Lesen Sie in unserer Anleitung, wie Sie eine Holzterrasse selber anlegen.

WPC-Dielen (Wood Polymer Composites, Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoffen) sind splitterfest und nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie herkömmliche Holzwerkstoffe.

3 OSB-Platten gestapelt

5. Alternativen zu Vollholz

Nach der Verarbeitung kann Holz eingeteilt werden in Voll- bzw. Massivholz, Holzwerkstoffe (v. a. Faser- oder Spanplatten), Furnier (dünne Bretter meist mit dekorativem Zweck) sowie im Baubereich das Brettschichtholz (miteinander verleimte Massivholzbretter).

Verlegeplatten aus Holzspänen oder Holzfasern sind für den Heimwerker von besonderer Bedeutung. Sie sind leichter und günstiger als Vollholz und eignen sich gut für viele Einsatzbereiche im Möbel- und Innenausbau, je nach Verleimung sogar für Feuchträume. Spanverlegeplatten werden aus Holzspänen und Kunstharzleim hergestellt. Man unterscheidet dabei herkömmliche Spanplatten von den biegefesteren, belastbaren OSB-Platten (Oriented Strand Board) mit ihrer markanten Optik. MDF-Platten, mitteldichte Faserplatten, sind dank ihrer Homogenität und ihrer feinen Oberfläche vielseitig einsetzbar und können auch leicht lackiert, beschichtet, furniert oder foliert werden.

Holz ist in zahlreichen Sorten und Verarbeitungsformen erhältlich, die sich in ihren Eigenschaften stark voneinander unterscheiden. Im reichhaltigen Sortiment Ihres OBI Markts finden Sie auf jeden Fall das richtige Material für Ihr Projekt.

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