Gesetzliche Anforderungen Wärmedämmung

Haus im Energiefoto mit Energieausweis und Wärmebild.

Juristisch wie handwerklich ist Wärmedämmung kein ganz einfaches Thema. Egal ob Sie sanieren, neu bauen oder innen oder außen an Ihrem Haus Veränderungen vornehmen: Wärmedämmung ist in Österreich Pflicht. Verschaffen Sie sich deshalb zunächst einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Wärmeschutz. Diese dienen in erster Linie der Energieeinsparung und beeinflussen aber natürlich auch die Wahl der Dämmstoffe. Es ist aber auch deshalb wichtig, die gesetzlichen Mindestanforderungen zu kennen, weil Sie eventuell von bestimmten Förderungen profitieren können.

Im Folgenden machen wir Sie mit den wichtigsten Wärmeschutz-Regelungen für Alt- und Neubauten, Innen- und Außenwände, Fenster und Türen sowie für Dächer und Keller vertraut. In Ihrem OBI Markt erhalten Sie alle benötigten Materialien sowie eine professionelle Beratung. Ob beim Neubau oder durch eine Sanierung: Mit der Energieeffizienz steigt auf gar nicht allzu lange Sicht auch der Wert Ihrer Immobilie.

1. Die gesetzlichen Grundlagen der Wärmedämmung 2. Das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG)
3. Finanzielle Förderung von thermischer Sanierung 4. Vorschriften für Neubauten
5. Vorschriften bei Nachrüstung, Sanierung und Modernisierung 6. Anforderungen an Dämmstoffe
Handwerker dämmt Dach von innen mit Glaswolle und Platten.

1. Die gesetzlichen Grundlagen der Wärmedämmung

Grundsätzlich sind die Mindestanforderungen zum Wärmeschutz in Österreich durch die jeweiligen Landesbauordnungen der neun Bundesländer geregelt. Um die verschiedenen bautechnischen Vorschriften aneinander anzugleichen, hat das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) jedoch einheitliche Richtlinien herausgegeben. Die aktuell gültigen OIB-Richtlinien 2011 sind bereits für die Mehrheit der Bundesländer verbindlich. OIB-Richtlinie 6 regelt die Mindestanforderungen zu Energieeinsparung und Wärmeschutz.

Zusätzlich gelten für das Bauwesen eine ganze Reihe nationaler Normen (ÖNORM). Diese werden vom Austrian Standards Institute (ASI) herausgegeben, welches unter anderem für die Umsetzung von EU-Normen in Österreich zuständig ist.

Bei den Energieberatungsstellen der einzelnen Bundesländer erhalten Sie viele Tipps und Beratung zu den Themen Energiesparen, energieeffizientes Bauen, Wohnen und Sanieren.
Informieren Sie sich am besten gleich im Zuge Ihres Baubewilligungsverfahrens, ob es in Ihrer Stadt oder Gemeinde darüber hinaus noch weitere Anforderungen bezüglich der Wärmedämmung gibt.

Energieausweis

2. Das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG)

Für fast alle beheizten oder klimatisierten Gebäude in Österreich gilt das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG). Es besagt unter anderem, dass für Neu- und Altbauten ein Energieausweis Pflicht ist. In diesem sind die Energiestandards, die für das jeweilige Gebäude gelten, festgeschrieben. Die Standards sind in der Bauvorschrift ÖNORM H 5055 (Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden) geregelt und orientieren sich an der EU-Gebäuderichtlinie.

Wichtigstes Kriterium ist die „Energiekennzahl“ eines Gebäudes. Diese wird individuell für das jeweilige Haus berechnet und entspricht dessen spezifischem Heizwärmebedarf (HWB). Seit dem Jahr 2012 wird in neuen Energieausweisen auch der „Gesamt-Energie-Effizienz-Faktor" (fGEE) angegeben. Dieser stellt den Vergleichswert zu einem Referenzobjekt dar.

Spätestens zum Abschluss des Miet- beziehungsweise Kaufvertrags muss der Energieausweis vorgelegt werden – und zwar unaufgefordert. Interessierte Mieter und potenzielle Käufer haben auf diese Weise einen übersichtlichen „Energie-Steckbrief“ vor sich und können Kosten und Komfort kalkulieren.

Österreichische Euromünzen

3. Finanzielle Förderung von thermischer Sanierung

Es gibt in Österreich eine ganze Reihe von Förderungsmöglichkeiten für energetische Sanierungen von Neu- und Altbauten. So fördert beispielsweise das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mit Konjunkturprogrammen thermische Sanierungen im privaten Wohnbau für Gebäude, die älter als 20 Jahre sind. Förderungsfähig sind die Dämmung von Außenwänden und Geschoßdecken, die Erneuerung von Fenstern und Außentüren sowie die Umstellung von Wärmeerzeugungssystemen auf erneuerbare Energieträger. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Stelle Ihres Bundeslandes, ob und welche Förderungen für Sie in Frage kommen.

Beachten Sie, dass Förderungsanträge immer vor Beginn der Maßnahme eingereicht werden müssen.

Heimwerker dämmt eine Dachschräge von innen.

4. Vorschriften für Neubauten

Rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs entsteht im Gebäudebereich, u. a. für Heizung und Kühlung. Gemäß eines EU-Beschlusses müssen ab dem 31.12.2020 alle neuen Gebäude sogenannte „Niedrigst-Energie-Gebäude“ sein. Das heißt, die verbrauchte Energie soll auf ein Minimum reduziert werden und nach Möglichkeit aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Dämmstandard wird entsprechend erhöht. Die genauen Kriterien für ein Niedrigst-Energie-Gebäude sind in der OIB-Richtlinie 6 definiert. Im besten Fall halten Sie sich aber nicht nur an diese neuen Regelungen, sondern übertreffen diese sogar noch. In zahlreichen Gebäuden in Österreich ist dies bereits verwirklicht: Das Stichwort lautet Passiv-Haus-Standard. Passivhäuser gewinnen die Energie aus passiven Quellen, wie Sonnenenergie oder Abwärme. Der Energieverbrauch dieser Häuser liegt daher noch deutlich unter den gesetzlichen Mindestanforderungen. Für Passivhäuser gibt es außerdem lukrative Förderungen vom Staat. Erkundigen Sie sich in Ihrem jeweiligen Bundesland nach den Anforderungen und eventuellen Zuschüssen für Passivhäuser.

Querschnitt eines Fensters mit Doppelverglasung für gute Wärmedämmung

5. Vorschriften bei Nachrüstung, Sanierung und Modernisierung

Gibt es in Ihrem Haus unbeheizte Dachräume? Dann dämmen Sie die Geschoßdecken unter Ihrem Speicher – egal, ob begehbar oder nicht. Denn bis zu 30% der Energie entweichen über das Dach. Sie können alternativ auch das Dach dämmen beziehungsweise dämmen lassen. Handelt es sich um Holzbalkendecken, genügt es, Dämmstoff in die Hohlräume zu füllen.

Für Außen- und Kellerwände sowie erdberührte Fußböden sind neben dem Schutz vor Feuchtigkeit ebenfalls bestimmte U-Werte einzuhalten (OIB-Richtlinie 6, ÖNORM B 2209-1 und ÖNORM B7209).

Auch bei singulären Sanierungsmaßnahmen, wie dem Austausch von Fenstern und Türen und einer Innen- oder Fassadendämmung , schreibt die OIB-Richtlinie 6 den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) des entsprechenden Bauteils vor.

Wie beim Neubau ist es auch bei Modernisierung und Sanierung ratsam, nicht nur die bestehenden, sondern auch bereits die anvisierten Vorschriften im Blick zu haben. Die Entscheidung etwa für eine dickere Dämmung macht im Anschaffungspreis nur einen geringen Unterschied und amortisiert sich rasch durch die Energieeinsparung.

Glaswolle

6. Anforderungen an Dämmstoffe

Die OIB-Richtlinie 6 regelt auch die Mindestanforderungen bezüglich der einzusetzenden Dämmstoffe, wie etwa die genaue Materialzusammensetzung oder die Dämmstoffdicke. Dämmmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen ist hierbei eindeutig auf dem Vormarsch. Den perfekten Dämmstoff gibt es jedoch nicht – die Wahl des richtigen Dämmstoffes ist immer abhängig vom Einsatzort. Auch die beliebten ökologischen Dämmmaterialien lassen sich nicht überall verbauen.

Das vielleicht entscheidende Kriterium bei der Wahl des Dämmstoffes ist seine Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert, λ). Der Lambda-Wert verrät, wie viel Wärme durch das Dämmmaterial nach außen dringt. Jeder Dämmstoff ist mit einer Wärmeleitstufe (WLS) gekennzeichnet. Analog dazu gibt es auch noch die Bezeichnung WLG (Wärmeleitgruppe). Der WLG-Wert wird in anderen Schritten errechnet als der WLS-Wert. Für beide Bezeichnungen aber gilt: Je niedriger der entsprechende Wert ist, desto besser ist die Dämmwirkung.

Neben der Wärmeleitfähigkeit sind Feuchtigkeit, Schimmelvermeidung, Brandschutz oder Schalldämmung nur einige Kriterien, die die Wahl des Dämmstoffes zusätzlich beeinflussen können. Auch diese Kriterien sind wiederum in verschiedenen OIB-Richtlinien und ÖNORMEN geregelt.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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