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Übersicht Wasserzulauf und -ablauf

Wenn wir duschen, baden, kochen oder etwas trinken möchten, drehen wir einfach den Wasserhahn auf – schon sprudelt klares, sauberes Wasser aus der Leitung. Das Leitungssystem sorgt mit seinen Zuleitungen und Abflüssen dafür, dass wir uns über das Woher und Wohin unseres Wassers keine Gedanken machen müssen. Anders bei der Planung oder Renovierung von Bad und Küche: Hier ist ein reibungsloser Wasserzulauf und -ablauf das A und O. Unser Ratgeber vermittelt Ihnen alles Wissenswerte zum Thema.

1. Wasserzuleitungen: Strenge Vorschriften für Hausanschlüsse 2. Wasserzuleitungen: Materialien für Wasserleitungen
3. Wasserzuleitungen: Besonderheiten bei Trinkwasserleitungen 4. Wasserzuleitungen: Installation und Dämmung
5. Wasserableitungen: Mindestdurchmesser beachten 6. Wasserableitungen: Materialien für Abwasserleitungen
7. Wasserableitungen: Verlegen von Abwasserleitungen
Eine Hand bedient mit einer Wasserpumpenzange eines von zwei Wasserabsperrventilen

1. Wasserzuleitungen: Strenge Vorschriften für Hausanschlüsse

Die Neuinstallation von Wasserzuleitungen im eigenen Haus sollten auch erfahrene Heimwerker einem Fachbetrieb überlassen. Denn die dabei erforderlichen Tätigkeiten verlangen nicht nur besondere Kenntnisse und Werkzeuge, es müssen auch strenge Vorschriften eingehalten werden. Die Zuständigkeit des Hausbesitzers beginnt grundsätzlich hinter dem Hauptabsperrventil des Versorgungsunternehmens.

Kupferrohre mit T-Stück für Wasserleitungen.

2. Wasserzuleitungen: Materialien für Wasserleitungen

Zuleitungsrohre von Kalt- bzw. Trinkwasserleitungen müssen die Aufrechterhaltung eines gewissen Wasserdrucks sicherstellen. Sie haben deshalb einen kleineren Durchmesser als Ableitungsrohre. Während früher vor allem Bleirohre zum Einsatz kamen, werden heute Zuleitungen aus Kunststoff, Stahl oder Kupfer verwendet. Bei der Auswahl des Installationsmaterials müssen Zweck und Wasserbeschaffenheit beachtet werden. Generell ist Kunststoff gut geeignet, denn dieses Material ist langlebig, unempfindlich gegen Verkalkung, leicht zu verarbeiten und gesundheitlich unbedenklich.

Wasser fließt aus dem Wasserhahn in ein Wasserglas.

3. Wasserzuleitungen: Besonderheiten bei Trinkwasserleitungen

Für Leitungen mit Verbindung zum Trinkwassersystem gilt auch bei privaten Entnahmestellen die Trinkwasserverordnung. So sollte z. B. verhindert werden, dass das Wasser für längere Zeit in der Leitung steht (Stagnation), denn stehendes Wasser, das sich erwärmt, bietet schädlichen Mikroorganismen ein ideales Milieu. Aus diesem Grund soll in Kaltwasserleitungen die Wassertemperatur nicht über 25 °C und in Warmwasserleitungen nicht unter 55 °C liegen. Unbedenkliche Leitungsmaterialien für Trinkwasser sind insbesondere korrosionsbeständiger Stahl, innenverzinntes Kupfer oder Kunststoff. Reine Kupferrohre dürfen dagegen nicht bei Trinkwasser mit einem pH-Wert unter 7,0 verwendet werden, weil sich bei saurem Wasser zu viel Kupfer aus der Leitung herauslöst. 

Mann arbeitet mit Zange an Rohrleitung.

4. Wasserzuleitungen: Installation und Dämmung

Moderne Wasserleitungen werden in der Regel auf den Wänden verlegt und dort z. B. mit Schellen befestigt (Vorwandinstallation). Die zugeschnittenen Kunststoffrohre werden einfach mittels spezieller Fittings verschraubt. Wichtig ist dabei, dass Kaltwasserleitungen immer unter den Leitungen für warmes Wasser verlaufen, damit sie nicht durch aufsteigende Luft erwärmt werden.

Warm- und Kaltwasserleitungen sollen gedämmt werden. Ziel ist dabei zum einen die Trinkwasserhygiene und zum anderen die Vermeidung von Energieverlusten: Kaltwasser soll kalt bleiben, Warmwasser warm. Zur Dämmung dienen vorgeformte Dämmschalen aus geschäumtem Kunststoff, wobei die Dämmschichtdicke mindestens 4 mm, bei Rohren neben Warmwasserleitungen 13 mm beträgt.

Starker Wasserstrahl sprudelt aus einem Rohr.

5. Wasserableitungen: Mindestdurchmesser beachten

Ableitungen sorgen dafür, dass gebrauchtes Wasser schnell und unkompliziert in das Abwassersystem gelangt. Ist ein Abfluss nicht ausreichend dimensioniert, verstopft er leicht. Deshalb sollten Ableitungsrohre je nach Sanitärobjekt einen bestimmten Mindestdurchmesser (Nennweite DN) aufweisen. Für ein Waschbecken sind das beispielsweise 40 mm, bei Badewanne, Dusche, Spüle, Geschirrspüler sowie einer Waschmaschine bis 6 kg Beladung mindestens 50 mm und bei einem WC mit 9-Liter-Spülung mindestens 100 mm. Die Mindestnennweite von Fallleitungen hängt von Belüftungsart, Spülwasservolumen und Abzweigen ab – fragen Sie am besten einen Fachmann.

Mann reinigt Waschbeckensiphon mit Spirale

6. Wasserableitungen: Materialien für Abwasserleitungen

Abflussrohre im Haus sind in der Regel aus Kunststoff. Weil das Abwasser etwa aus Spül- oder Waschmaschine sehr heiß sein kann, müssen dafür Hochtemperatur-Rohre (HT-Rohre) verwendet werden. In der Regel kommen PP-Rohre (Polypropylen) oder PVC-Rohre zum Einsatz, zu erkennen an ihrer grauen Farbe. Als Grundleitungen, unter der Kellersohle im Erdreich, dienen sogenannte KG-Rohre (Kunststoff-Grundleitung), auch als PVC-Kanalrohre bezeichnet und meist orange-braun gefärbt. Dazu gibt es Abzweiger, Bögen in verschiedenen Winkeln, Ab- und Überläufe, Geruchsverschlüsse (Siphon), Dichtungen sowie Reduktionsstücke zur Verbindung von Rohren mit unterschiedlichem Durchmesser.

Fallrohr mit Wasserwaage.

7. Wasserableitungen: Verlegen von Abwasserleitungen

Dank ihres geringen Gewichts und der leichten Montage per Steckmuffen sind Abwasserleitungen aus Kunststoff einfach zu verlegen. Sie werden in Rohrschächten in der Wand oder als Vorwandinstallation eingebaut. Beim Einbau in tragenden Wänden ist eine statische Prüfung erforderlich. Alle Rohre führen zum Fallrohr: Um das Wasser im Fluss zu halten und Ablagerungen zu vermeiden, müssen Abflussrohre ein Gefälle besitzen, in Wohnräumen 1 bis 2 cm Höhenunterschied pro Meter Rohr (1 bis 2%). Bei der Verbindung von Rohren muss das verdickte Muffenende immer in die Richtung zeigen, aus der das Wasser kommt. Abflussrohre im Freien müssen frostsicher verlegt werden (in Deutschland ist das bei einer Tiefe von mindestens 80 cm gegeben).

Auch wenn Sie in kritischen Fragen nicht zögern sollten, einen Fachbetrieb heranzuziehen oder einen Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt zu befragen: Mit etwas Geschick können Sie Wasserleitungen auch selbst verlegen.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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