Warmwasserspeicher entkalken

Hand mit Schraubenschlüssel vor Warmwasserspeicher.

Warmes Wasser aus der Leitung ist heute eine Selbstverständlichkeit. Dabei steckt dahinter einiges an Technik. Neben Durchlauferhitzern sind dafür vor allem Warmwasserspeicher (umgangssprachlich „Boiler“) gebräuchlich, die stets einen Vorrat heißen Wassers bereithalten. Ihr größter Feind ist Kalk, der sich vor allem bei hartem Leitungswasser auf den Heizspiralen absetzt. Kalk senkt die Energieeffizienz, kann gefährlichen Bakterien Unterschlupf bieten und im Extremfall auch zur Beschädigung des Gerätes führen.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, den Warmwasserspeicher regelmäßig zu entkalken. Am einfachsten überlassen Sie das den Fachleuten eines Heizungsservices. Viele Modelle können Sie aber mit etwas Sachverstand und den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen auch selbst vom Kalk befreien. Unser Ratgeber erklärt, wie der Kalk in den Warmwasserspeicher kommt, was er dort anrichtet und wie Sie ihn am einfachsten wieder loswerden.

1. Warum verkalkt der Warmwasserspeicher? 2. Warum ist Kalk in Warmwasserspeichern ein Problem?
3. Was brauche ich fürs Entkalken des Warmwasserspeichers? 4. Wie entkalke ich meinen Warmwasserspeicher?
Verkalkter Wasserhahn.

1. Warum verkalkt der Warmwasserspeicher?

Wie schnell ein Warmwasserspeicher verkalkt, hängt vor allem von der Wasserhärte ab. Diese ist, vereinfacht gesagt, ein Gradmesser für den Kalkgehalt von Wasser. Kalk entsteht aus im Wasser gelösten Calcium-Ionen (Calciumhydrogencarbonat) bei Temperaturen über 60 °C und setzt sich auf den Heizspiralen von Heißwassergeräten ab. Nach und nach entsteht so eine immer dickere Kalkschicht.

Die meisten Haushalte haben hartes Wasser, d. h. Wasser mit einem hohen Gehalt an Calcium und Magnesium. Ob auch Sie dazu gehören, erfahren Sie von Ihrem Wasserversorger. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen die Wasserhärte des Trinkwassers einmal jährlich anzugeben. Entsprechende Informationen finden Sie in der Regel auf der Website des Unternehmens und als Hauseigentümer auch auf Ihrer Wasserrechnung. Die Wasserhärte wird hierzulande meist in „Grad deutscher Härte“ (dH) angegeben. Man unterscheidet drei Härtebereiche: „weich“ (weniger als 8,4 dH), „mittel“ (8,4 bis 14 dH) und „hart“ (ab 14 dH). Wie Sie Ihre Wasserhärte selbst bestimmen, erfahren Sie hier.

Zwei verkalkte Heizstäbe.

2. Warum ist Kalk in Warmwasserspeichern ein Problem?

Kalk auf Heizstäben oder -flächen wirkt wie eine Isolationsschicht und behindert die Wärmeleitung zwischen Heizelement und Wasser. Deshalb sinkt die Effizienz Ihres Warmwasserspeichers: Die verkalkten Heizstäbe heizen das Wasser nicht mehr so schnell auf, der Energieverbrauch steigt, und es steht Ihnen weniger warmes Wasser für eine ausgiebige Dusche oder ein Vollbad zur Verfügung. Im Extremfall können verkalkte Heizstäbe als Folge von Überhitzung auch durchbrennen.

Der wasserunlösliche Kalk sammelt sich auch an den Innenwänden und – zusammen mit Rost und anderen Partikeln – als Schlamm auf dem Boden des Speichers an (der sogenannte „Boilersumpf“). In diesem Schlamm können gesundheitsschädliche Bakterien gedeihen, z. B. Legionellen. Dies können Sie durch regelmäßige Erhöhung der Wassertemperatur vermeiden, wobei Sie allerdings beachten müssen, dass sich bei Temperaturen über 60 °C vermehrt Kalk bildet. Die ideale Warmwassertemperatur liegt daher zwischen 55 und 60 °C.

Ein regelmäßiges Entkalken Ihres Warmwasserspeichers gibt Ihnen auch Gelegenheit, die Schutzanode zu überprüfen und bei Bedarf auszutauschen. Die Aufgabe der Schutzanode ist es, die Korrosion von Heizspirale und Speicherwänden zu verhindern. Statt dieser wird die Schutzanode oxidiert und dabei langsam aufgelöst (daher auch „Opferanode“). Ist die Anode verbraucht oder verkalkt, verliert sie ihre Wirksamkeit und muss erneuert werden.

Ein geöffneter Werkzeugkoffer.

3. Was brauche ich fürs Entkalken des Warmwasserspeichers?

Bei Warmwasserspeichern lassen sich Geräte mit und ohne Reinigungsöffnung (Flansch) unterscheiden. Warmwasserspeicher ohne Öffnung lassen Sie besser von einem Gas-Wasser-Installationsbetrieb entkalken.

Bevor Sie sich an die Arbeit machen können, besorgen Sie sich im Fachhandel neue Dichtungen, passendes Werkzeug, ggf. eine neue Schutzanode sowie einen Schlauch, der von Ihrem Warmwasserspeicher bis zu einem Abfluss reicht. Zur Vorbereitung trennen Sie als erstes den Warmwasserspeicher sicher vom Stromnetz (per Voltmeter überprüfen!) und sperren den Wasserzufluss. Lassen Sie nun das Wasser komplett aus dem Speicher ab. Dazu befestigen Sie den Schlauch am Entleerungsventil (meist unten am Gerät in der Nähe des Kaltwasserzuflusses). Wenn Ihr Gerät über kein Entleerungsventil verfügt, müssen Sie den Kaltwasserzufluss abmontieren. Damit das Wasser herausfließen kann, sollten Sie zur Luftzufuhr einige Warmwasserhähne z. B. an Waschbecken und Dusche öffnen.

Heimwerker wartet Warmwasserspeicher.

4. Wie entkalke ich meinen Warmwasserspeicher?

Jetzt können Sie den Reinigungsflansch öffnen und den Heizstab herausziehen. Befreien Sie den Heizstab mit Holz vom gröbsten Kalk und entfernen Sie Schlamm und abgeschlagenen Kalk aus dem Speicherinneren. Oft reicht dafür eine mechanische Reinigung aus. Noch gründlicher reinigen Sie Innenwände und die vorgereinigte Heizspirale mit Entkalker oder alternativ mit verdünnter Essig-Essenz oder Zitronensäure. Bei Bedarf tauschen Sie auch die Schutzanode aus. Ist alles sauber, bauen Sie den Speicher wieder zusammen, ersetzen die Dichtung und schließen die Wasser- und Stromleitungen wieder an.

Aber Achtung: Damit der Heizstab nicht durchbrennt, dürfen Sie den Strom erst anschließen, wenn der Speicher wieder mit Kaltwasser gefüllt ist! Bitte zögern Sie im Zweifelsfall nicht, einen Fachmann heranzuziehen oder einen Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt zu befragen.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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