Ficus – Eigenschaften im Überblick
Zur Gattung Ficus gehören mehr als 800 Arten. Einige der tropischen und subtropischen Pflanzen sind hierzulande als Zier- und Zimmerpflanzen beliebt. Wir geben dir im Ratgeber Tipps zur Pflege.
Was ist der Ficus?
Ficus ist eine Gattung innerhalb der Familie der Maulbeergewächse mit insgesamt mehr als 800 Arten.
Am bekanntesten ist der Feigenbaum (Ficus carica) mit seinen essbaren Früchten. Hierzulande kultiviert man die frostempfindliche Pflanze meist im Kübel, um sie in der kalten Jahreszeit im beheizten Gewächshaus oder im Wintergarten unterzustellen. Als reine Zimmerpflanzen gelten dagegen die Birkenfeige (Ficus benjamina) und der Gummibaum (Ficus elastica).
Aussehen und Eigenschaften
Es gibt baumförmige, strauchförmige und kletternde Ficus-Arten. So wachsen der Feigenbaum und der Gummibaum klassisch als Baum. Kletterpflanzen sind dagegen die Kletterfeige und der Ficus sagittata.
Die Blätter des Ficus sind meist ungeteilt und wachsen wechselständig an den Trieben. Eher unscheinbar sind die Blüten. Die Bestäubung übernehmen Feigenwespen. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich Früchte. Botanisch gesehen sind es Sammelfrüchte. Die wohl bekannteste darunter ist die essbare Feige des Feigenbaums.
Hinweis: Charakteristisch ist auch der kautschukhaltige Milchsaft. Er enthält Latex und kann zu Hautreizungen führen. Nicht nur Allergiker sollten sich bei der Pflanzenpflege deshalb mit Handschuhen schützen. Die Pflanze sollte außerdem unzugänglich für kleine Kinder und Haustiere stehen.

Die Kletterfeige findet man häufig hängend in Blumenampeln. Du kannst die Ranken aber auch für einen vertikalen Zimmergarten an einem Spalier hinaufführen.
Der richtige Standort
In Regionen mit milden Wintern lässt sich der Feigenbaum direkt in den Garten pflanzen. Sind die Winter kälter, kultivierst du die frostempfindliche Echte Feige besser im Kübel. So kannst du die Pflanze zum Überwintern in den Wohnraum oder Wintergarten holen.
Ficus-Arten mit bunten Blättern sind grundsätzlich wärmebedürftiger und benötigen zudem eine höhere Luftfeuchtigkeit. Stell sie an einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. So vermeidest du, dass die Blätter verbrennen. Achte außerdem darauf, dass der Ficus keiner Zugluft ausgesetzt ist.
Während der Sommermonate fühlen sich die meisten Ficus-Arten auch auf dem Balkon oder der Terrasse wohl, sofern ein Sonnenschutz vorhanden ist. Im Winter genügen den Pflanzen Temperaturen von 16 °C bis 18 °C. Ein Wintergarten oder ein beheiztes Gewächshaus sind deshalb ideale Winterquartiere.
Hinweis: Vermeide aber zu starke Temperaturunterschiede. Bei einem zu abrupten Standortwechsel kann es andernfalls passieren, dass der Ficus seine Blätter abwirft.
Das Substrat sollte möglichst durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden. Für Ficus-Arten, die als Zimmerpflanzen kultiviert werden, hat sich ein Gemisch aus Blumenerde oder Kübelpflanzenerde mit Kies, Lavasplitt oder Tongranulat bewährt.
Ficus pflanzen

Setze den Ficus direkt nach dem Kauf in einen neuen Topf um und tausche die Erde komplett aus.
Möchtest du einen Feigenbaum ins Freiland pflanzen, ist das späte Frühjahr der ideale Zeitpunkt dafür. Dann friert es auch nachts nicht mehr. Im nächsten Winter benötigt das Gehölz dann einen guten Winterschutz.
Holst du dir einen Ficus als Zimmerpflanze ins Haus, topfst du sie am besten erst einmal um und tauschst die Erde komplett aus.
Ficus pflegen
Solange der Ficus vom Frühjahr bis in den Herbst wächst, gießt du ihn regelmäßig. Wir empfehlen zimmerwarmes Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser. Das Substrat sollte immer mäßig feucht sein. Im Winter bist du mit dem Wasser sparsamer.
Staunässe solltest du unbedingt vermeiden. Den richtigen Zeitpunkt zum Gießen findest du mit der Fingerprobe. Fühl einmal: Ist die Oberfläche bereits leicht angetrocknet? Alternativ verwendest du einen Gießanzeiger.
Zwischen April und September düngst du deinen Ficus zudem mit einem Flüssigdünger für Kübelpflanzen. Du kannst das Gießwasser aber auch mit einem Grünpflanzendünger anreichern. Im Winter düngst du weniger. Beachte dabei stets die Angaben auf der Verpackung.
Mit einem regelmäßigen Schnitt lassen sich die Ficus-Arten in Form bringen. Selbst von einem radikalen Zuschnitt erholen sich die Pflanzen rasch wieder. Schütze dich bei der Arbeit mit der Gartenschere mit Handschuhen vor dem Pflanzensaft.
Ist das Pflanzgefäß komplett durchwurzelt, ist es Zeit zum Umtopfen. Ein guter Zeitpunkt ist das Frühjahr.
Zur Pflege gehört auch das regelmäßige Abstauben der Blätter. Entferne Ablagerungen mit einem weichen Tuch. Einige Pflanzen vertragen auch eine gelegentliche Dusche mit handwarmem Wasser.
Entferne welke Blätter vom Ficus und staube die anderen Blätter hin und wieder ab.
Tipps zur Sortenauswahl
Der Feigenbaum (Ficus carica) wird schon sehr lange als Kultur- und Nutzpflanze angebaut. Damit sich zuverlässig Früchte bilden, wählst du am besten eine selbstfruchtende Sorte.
Die Birkenfeige (Ficus benjamina) wird auch Benjamini genannt. Sie besitzt grüne, elliptische, zugespitzte Blätter. Die Sorte „Twilight“ hat panaschiertes Laub. Sie sollte daher heller und wärmer stehen als rein grüne Sorten.
Der Gummibaum (Ficus elastica) ist mit seinen großen, glatten und dunkelgrünen Blättern eine beliebte Grünpflanze für zu Hause.
Herabhängende Triebe sind charakteristisch für die Kletterfeige (Ficus pumila). Sie eignet sich deshalb als Ampelpflanze. Außerdem wird sie häufig in Pflanzschalen zusammen mit anderen Zimmerpflanzen als Unterpflanzung genutzt.
Die Ficus-Sorte „Ginseng“ (Ficus microcarpa) eignet sich als Zimmerbonsai. Um in Form zu bleiben, benötigt der Miniaturbaum einen regelmäßigen Schnitt.
Ein Blickfang sind die großen Blätter der Geigenfeige (Ficus lyrata). Sie werden bis zu 50 cm lang. Die Pflanze kommt eher mit dunkleren Plätzen zurecht als andere Feigen-Arten.
Noch ein echter Geheimtipp ist der Ficus „Alii“. Seine leicht herabhängenden Blätter sind schmal und lineal-lanzettlich. Er wächst als Strauch oder Hochstamm.
Der Banyanbaum (Ficus benghalensis) wächst in seinem Ursprungsland Indien zu großen Gehölzen heran. Hierzulande lässt er sich als Zimmerpflanze im Topf kultivieren.
Die Blätter der Geigenfeige werden besonders groß. Dieser Ficus gedeiht auch an dunkleren Standorten.
Ficus vermehren
Die meisten Ficus-Arten lassen sich durch Stecklinge vermehren. Dafür nimmst du einen Kopftrieb ab und stellst ihn entweder in ein Wasserglas oder steckst ihn in Anzuchterde. Das Substrat sollte immer feucht sein. Achte außerdem auf ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit.
Die Ficus-Sorte „Ginseng“ kannst du auch durch Samen vermehren. Die Samen bedeckst du dabei nicht mit Erde, denn es handelt sich um Lichtkeimer. Für die Vermehrung vom Feigenbaum hat sich zudem die Steckholz-Methode bewährt.
Krankheiten und Schädlinge
Werden die Blätter klebrig, deutet das auf einen Befall mit Blattläusen, Weißer Fliege oder Schildläusen hin. Der Honigtau, den sie absondern, begünstigt zudem Schwärze- und Rußtaupilze. Hin und wieder kommt es zum Befall durch Spinnmilben. Behandle den Ficus dann mit einem Mittel gegen Spinnmilben.
Auf einen Pflegefehler des Ficus deuten gelb-braune Flecken an Blatträndern hin. Dann stehen die Pflanzen meist zu kalt oder zu nass, sodass die Wurzeln absterben.








