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Räume richtig lüften

Zuletzt aktualisiert: 28.11.20196 Minuten
Richtig lüften; Frau öffnet Dachfenster an einem Arbeitsbereich.

Wann sollten Sie stoßlüften und wann besser nicht? Welche Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung und was kann man dagegen tun? Das und mehr beantwortet unser Ratgeber.

Wie lüftet man richtig?

Das beste Mittel für gut durchlüftete Wohnräume ist das Stoßlüften. Lüften Sie mehrmals täglich für 10 bis 15 Minuten stoß, um für den ausreichenden Austausch feuchter Raumluft mit der Außenluft zu sorgen. Dauerhaftes Kipplüften bringt dazu nicht den gewünschten Erfolg.

Zimmer mit höherer Luftfeuchtigkeit wie Nassräume oder Küchen sollten Sie idealerweise öfter lüften als andere Räume mit geringerer Feuchtigkeit. Öffnen Sie die Fenster in den betroffenen Räumen auch nach dem Duschen, beim Wäschetrocknen oder Kochen möglichst weit, um der höheren Luftfeuchtigkeit entgegenzuwirken.

Vor allem in Büros oder anderen Gewerbeflächen sorgen effiziente Lüftungsanlagen für eine optimale Raumluft. In der Küche unterstützt eine gute Dunstabzugshaube. Für schwer zu belüftende Räume kommen gegebenenfalls Luftbe- oder Luftentfeuchter in Frage.

Fenster kippen oder stoßlüften?

Richtig lüften mit einem geöffneten Fenster.

Lüften ist erst dann wirklich effektiv, wenn Sie die Raumluft möglichst komplett austauschen. Dazu eignet sich ausschließlich die sogenannte Stoßlüftung. Dazu öffnen Sie die Fenster komplett. Um Energieverluste gering zu halten, schließen Sie dabei Türen zu angrenzenden Wohnräumen.

Noch effektiver als die einfache Stoßlüftung ist eine Querlüftung, bei der Sie zusätzlich noch Fenster oder Türen eines gegenüberliegenden Bereiches im Wohnraum öffnen. Es entsteht Durchzug und der Austausch der abgestandenen und feuchtigkeitsbeladenen Raumluft wird beschleunigt. Die Querlüftung ist zwar die effizienteste Lüftungsmethode, aber aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht in jedem Zimmer der Wohnung oder des Hauses möglich.

Fenster zum Lüften nur in Kippstellung zu bringen, ist nicht empfehlenswert. Der Luftaustausch bei Kipplüftung dauert mit 30 bis 60 Minuten sehr viel länger als bei der Stoßlüftung oder Querlüftung. Während dieser Zeit kühlen Wände und Boden stark aus und sorgen für höhere Heizkosten in Haus oder Wohnung. Die starke Auskühlung des Mauerwerks rund um das Fenster erhöht zudem das Risiko von Schimmel. Auch im Sommer ist eine längere Kipplüftung nicht immer in gleichem Maße effektiv, wie das kurze und regelmäßige Stoßlüften.

Tipp: Beobachten Sie beim Lüften die Entwicklung auf dem Hygrometer, um einen Eindruck von der Wirkung Ihres Lüftungsverhaltens zu bekommen.

Wann und wie lang lüften?

Außentemperatur wird mit einem Fensterthermometer zum Lüften bestimmt.

Generell ist es sinnvoll, im Sommer möglichst früh morgens zu lüften, wenn die Außentemperatur noch relativ niedrig ist, sowie spät am Abend oder in der Nacht. An besonders feuchten, heißen Tagen verzichten Sie auf das Lüften. Auch die Dauer der einzelnen Lüftperioden ist von der Außentemperatur abhängig. Da der Luftaustausch bei Kälte schneller erfolgt, reichen von Dezember bis Februar 5 bis 10 Minuten Stoßlüftung aus. Von Juni bis August sollten Sie hingegen 25 bis 30 Minuten lang lüften. Für März und November gelten etwa 10 Minuten als Richtwert, für April, Mai, September und Oktober 15 Minuten.

Wie häufig gelüftet werden muss, hängt davon ab, wie stark ein Raum genutzt wird. Als Faustregel gilt, dass Sie die Räume Ihrer Wohnung je nach Nutzung drei- bis viermal täglich lüften. Wenn Sie tagsüber kaum zu Hause sind, reicht es meist aus, morgens und abends gründlich zu lüften. Während des Lüftens stellen Sie Thermostate und Heizkörper ab, um nicht unnötig Heizenergie zu verbrauchen.

In Küchen und Badezimmern ist die Feuchtigkeitsbelastung der Luft besonders hoch. Daher lüften Sie hier bestenfalls auch direkt im Anschluss an feuchtigkeitsproduzierende Tätigkeiten wie Kochen oder Duschen, um die Luftfeuchtigkeit unmittelbar zu senken und die Gefahr von Schimmel zu minimieren. Auch beim Schlafen gibt der Körper viel Feuchtigkeit ab. Daher lüften Sie Schlafzimmer möglichst einmal direkt nach dem Aufstehen.

Ein mechanisches Lüftungssystem sorgt automatisch für einen regelmäßigen Luftaustausch und reduziert den Aufwand des Lüftens per Fenster erheblich. Sollten Sie einen Neu- oder Umbau planen, beziehen Sie ein modernes Klima- und Lüftungssystem in Ihre Überlegungen mit ein.

Luftfeuchtigkeit durch Lüften regulieren

Fensterecke mit Schimmel.

Über den Tag verteilt werden in einem Vier-Personen-Haushalt 10 bis 12 l Wasser in Form von Wasserdampf an die Raumluft abgegeben. Dies geschieht nicht nur beim Baden oder Duschen, sondern auch beim Kochen, Wäsche trocknen und durch Schweiß. Auch Zimmerpflanzen geben Luftfeuchtigkeit ab. Wird die feuchte Luft nicht gegen trockenere Außenluft ausgetauscht, steigt das Schimmelrisiko. Zudem empfinden die meisten Menschen eine höhere Luftfeuchtigkeit als belastend.

Eine für den Menschen angenehme Luftfeuchtigkeit liegt etwa zwischen 40 und 60 %. Pflanzen und auch Schimmel bevorzugen meist eine höhere Feuchtigkeit. Ein wichtiger Schritt zur Minimierung der Schimmelgefahr besteht also darin, die Luftfeuchtigkeit durch optimale Lüftung zu senken. Überwachen Sie die Feuchtigkeit in Ihren Räumen daher auch mit einem Hygrometer.

Für ein optimales Raumklima behalten Sie die Luftfeuchtigkeit vor allem in problematischen Bereichen der Wohnung permanent im Blick. Installieren Sie Hygrometer beispielsweise im Badezimmer, der Küche sowie in Schlafzimmern. Auch in Räumen, in denen Sie häufiger die Wäsche trocknen, beobachten Sie die Luftfeuchtigkeit per Hygrometer idealerweise regelmäßig. Steigt die Feuchtigkeit auf über 60 Prozent an, optimieren Sie Ihr Lüftungsverhalten. Öffnen Sie in diesen Wohnräumen die Fenster gegebenenfalls etwas länger sowie öfter zum Lüften.

Haben Sie es hingegen in einem Raum mit einer zu geringen Luftfeuchtigkeit von unter 40 % zu tun, kann sich das ebenfalls negativ auf das Wohlbefinden der Bewohner auswirken. In dem Fall kommt es häufig zu Haut- und Schleimhautreizunge sowie gereizten Augen und Halsschmerzen. Erhöhen Sie bei anhaltend niedrigem Wert die Luftfeuchtigkeit beispielsweise durch das Trocknen von Wäsche im Zimmer sowie den Einsatz von Pflanzen oder Luftbefeuchtern. Behalten Sie bei solchen Maßnahmen diese unbedingt im Blick, um nicht plötzlich Probleme mit Schimmel zu bekommen.

Lüften zur Anpassung der Schadstoffkonzentration

Neben der Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen reduziert richtiges Lüften auch die Schadstoffkonzentration in der Raumluft. Beim Atmen produzieren Menschen bekanntlich Kohlendioxid, das in hohen Mengen gesundheitsschädlich ist. Außerdem können auch Textilien, Möbel und Wandfarben gesundheitsschädliche Stoffe an die Luft im Wohnraum abgeben. Schadstoffe und verbrauchte Luft sorgen in geringer Ausführung für Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und leichten Kopfschmerz, können aber langfristig und bei höheren Konzentrationen auch langfristige sowie schwerwiegende Erkrankungen hervorrufen. Durch gezieltes Lüften tauschen Sie die schadstoffbelastete Raumluft gegen Frischluft aus und verbessern so spürbar das Raumklima.

Richtig heizen und lüften

Bei der erfolgreichen Reduktion des Schimmelrisikos, kommt es nicht nur auf das richtige Lüftungsverhalten, sondern auch auf korrektes Heizen an. Wärmebrücken wie kalte Außenwände bieten Schimmel durch absetzendes Kondenswasser einen idealen Nährboden. Heizen Sie Räume richtig, wird überschüssiges Wasser von Wänden und Möbeln aufgenommen und beim korrekten Lüften nach Außen abgegeben. Ist es im Zimmer zu kalt, bleibt die Feuchtigkeit bestehen und die Gefahr der Schimmelbildung in der Wohnung steigt.

Obwohl Kellerräume üblicherweise nicht bewohnt und daher nicht beheizt werden, sollten Sie auch hier regelmäßig lüften. Für beheizte Kellerräume gilt das gleiche Prinzip wie für andere Wohnräume. Bei Temperaturen unter 15 °C kondensiert Feuchtigkeit jedoch. Öffnen Sie Kellerfenster daher nicht dauerhaft, um das Risiko von Schimmelbefall möglichst gering zu halten.

Vermeiden Sie Temperaturunterschiede von mehr als 4 °C zwischen beheizten und ungeheizten Räumen und halten Sie die Türen zu unbeheizten Räumen geschlossen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass warme Luft an den kalten Wänden kondensiert.

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