StartWohnen

Richtig heizen mit Kamin und Ofen

Zuletzt aktualisiert: 02.10.20195 Minuten
Wohnzimmer mit brennendem Kaminofen

Nach der Entscheidung für den passenden Ofen folgt im Alltag die Frage: Heizen mit Holz oder Kohle? Was die Ofenarten auszeichnet und wie sich Holz und Kohle als Brennstoffe unterscheiden, erläutert dieser Ratgeber.

Welche Öfen gibt es?

Vor der Entscheidung für einen Kamin oder Ofen steht die Frage, ob im vorgesehenen Zimmer die Möglichkeit zur Aufstellung besteht. Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten:

 

Kaminofen
Ein Kaminofen (auch Cheminéeofen oder Schwedenofen) ist eine sehr preisgünstige Alternative zum offenen Kamin und in der Aufstellung weit weniger aufwendig. Kaminöfen werden lediglich mit einem Ofenrohr an den Schornstein angeschlossen und besitzen eine geschlossene, nach vorne verglaste Brennkammer.

 

Dauerbrandofen
Dauerbrandöfen sind speziell für den Dauerbetrieb ausgerichtet. Sie kommen vor allem zum Einsatz, wenn mit dem Ofen dauerhaft geheizt werden soll und er nicht nur wie der Kaminofen gelegentlich genutzt werden soll.

 

Werkstattofen
Werkstattöfen wurden für die Beheizung von Werkstätten und Hallen entwickelt, finden aber auch im Wohnbereich Anwendung. Sie sind nur in größeren Räumen sinnvoll, da die Heizleistung sehr hoch ist. Wie Dauerbrandöfen sind auch Werkstattöfen vor allem für den Dauerbetrieb ausgelegt.

kamin-im-wohnzimmer-mit-laminatboden
Ein in der Wohnung verbauter Kamin

Mit Holz oder Kohle heizen?

Entscheidend für die Beantwortung der Frage sind Handhabung, Kosten und Umweltverträglichkeit. Kohle benötigt für die gleiche Heizleistung weniger Lagerplatz.

Ein Vorteil von Holz als Brennstoff für den Kamin ist, dass es schneller Wärme erzeugt. Kohle dagegen hält die Wärme länger. Weil Holz nachwächst, ist die Umweltbilanz besser als die von Kohle. Bei den Kosten hat die Kohle knapp die Nase vorn. 

Kamin mit verschiedenen Brennstoffen zum Heizen

Brennstoffe in der Übersicht

Brennwert und Preis-Leistungsverhältnis in der Tabelle unterliegen Schwankungen, abhängig von der Holzart und da es sich um Naturprodukte handelt.

Holz als Brennstoff

Dank der Methoden der modernen und meist schon ökologischen Holzwirtschaft ist der nachwachsende Rohstoff Holz als Brennstoff in ausreichendem Maße vorhanden. 

Die Vorteile von Holz bestehen zum einen in seinem günstigen Preis – wenn Sie es selbst hacken. Zum anderen ist es leicht anzuzünden und sorgt für besondere Gemütlichkeit. Andererseits hat Holz einen deutlich geringeren Brennwert (4,03 kWh/kg) als Braunkohle oder Holzbriketts und beansprucht in der Lagerung viel Platz. Zudem ist es nicht für den Dauerbetrieb des Ofens geeignet, da stetig Brennmaterial nachgelegt werden muss.

Die Lagerung
Am besten stapelt man die Holzscheite unter einem vorgezogenen Dach. Keinesfalls sollte es im Keller oder unter einer Plastikplane aufbewahrt werden. Ideal zum Verbrennen ist Holz nach zwei bis drei Jahren trockener Lagerung.

Welcher Ofen?
Feuerholz kann in Kaminen, Kachel- und Holzöfen verbrannt werden. Hier kommt die benötigte Luftzufuhr von der Seite oder von oben.

Feuerstätten sind keine Müllverbrennungsanlagen. Deshalb gehört Papier nicht in Kamin und Ofen. Als Hilfe zum Anzünden sollten stattdessen Kaminanzünder verwendet werden.

Holzscheite liegen in einem Korb vor einem brennenden Kamin

Holzbriketts als Brennstoff

Holzbriketts werden durch das maschinelle Zusammenpressen von Holzabfällen wie Sägespänen oder Holzmehl hergestellt. Voraussetzung ist, dass diese unbehandelt sind. Dank dieses Verfahrens haben die Briketts einen geringen Wassergehalt von nur 10%, weshalb sie im Vergleich zu normalem Holz einen hohen Brennwert besitzen.

Gegenüber Holzscheiten haben Holzbriketts klare Vorzüge. Mit 4,8 bis 5,5 kWh/kg haben sie einen deutlich höheren Brennwert und produzieren weniger Asche. Zudem benötigen sie in der Lagerung wesentlich weniger Platz, sorgen für eine neutrale CO2-Bilanz und sind nachhaltig aus Abfallprodukten der Holzindustrie hergestellt. Im Vergleich zu Kohle lassen sich Holzbriketts zwar leichter anzünden, haben aber einen niedrigeren Brennwert.

Welcher Ofen?
Holzbriketts können ebenso wie normales Holz in Kaminen, Kachel- und Holzöfen verbrannt werden. Hier kommt die benötigte Luftzufuhr von der Seite oder von oben.

Weichholz- oder Hartholzbriketts?
Weichholzbriketts sind leicht entflammbar, brennen aber auch schnell und unruhig ab. Hartholzbriketts sind zwar schwerer entflammbar als Weichholzbriketts und Holz, brennen dafür aber länger bei gleichmäßiger Flamme ab.

Holz-Briketts in der Detailaufname

Braunkohlebriketts für Dauerbrandöfen

Braunkohle ist im Gegensatz zu Holz ein fossiler Brennstoff, der im Tagebau gefördert wird. Aktuell erlebt Braunkohle vor allem in Brikettform eine Renaissance, im Gegensatz zu Steinkohle, die immer weniger Verwendung findet.

Ihr Vorteil liegt dabei in der Möglichkeit des Dauerbetriebs mit Dauerbrandöfen, wodurch sie eine sinnvolle Ergänzung zur Zentralheizung darstellt. Sie verbrennt langsam und gleichmäßig bei einem hohen Brennwert von 5,9 kWh/kg und benötigt viel weniger Platz als Holzscheite.

Welcher Ofen?
Theoretisch kann man zwar Braunkohlebriketts auch in einem Holzofen oder Kamin verbrennen, besser eignen sich jedoch spezielle Kohleöfen. Entscheidend ist, dass bei diesen Öfen die Luftzufuhr von unten kommt, und nicht von der Seite und oben, was für die Verbrennung von Braunkohle von Vorteil ist.

Es ist möglich, Holz und Kohlebriketts zu kombinieren. Holz ist ideal zum Anfeuern, da es schnell große Hitze erzeugt. Um ständiges Nachlegen zu ersparen und um die Temperatur zu halten, ist Kohle ideal.

Detailansicht von Braunkohlebriketts

Holz und Braunkohle richtig anzünden

Holz und Braunkohle unterscheiden sich auch beim Anzünden: Holz brennt schneller, Braunkohle braucht eine höhere Energiezufuhr, um richtig zu brennen. 

Untersuchen Sie den Kamin vor dem Anzünden auf Risse und öffnen Sie die Luftklappen. Dann können Sie das Kaminholz aufstapeln. Achten Sie darauf, dass zwischen den Holzscheiten genügend Luft ist, damit die Luft im Kamin zirkulieren kann. Beim Schichten ist es wichtig, dass die großen Scheite nach unten kommen. Positionieren Sie zwei große Scheite parallel nebeneinander auf den Boden des Kamins. Legen Sie zwei weitere größere Scheite quer auf die unteren beiden. Wenn Sie diese Basis geschaffen haben, können Sie mehrere dünne, kleine Scheite oben auflegen – und zwar ebenfalls quer auf die darunter liegenden. Zum Anzünden eignen sich Öko-Anzünder, die Sie auf dem Holzstapel platzieren. Sobald das Feuer brennt, können Sie die Luftzufuhr regulieren, indem Sie die Lüftungsschlitze ein wenig schließen. Legen Sie Feuerholz nach, öffnen Sie die Luftklappen wieder.

Die Holzbriketts vorm Anzünden in einzelne Scheiben oder Stücke brechen und den Brennraum damit maximal zur Hälfte füllen. Die obere Zugluft schließen, bei kompletter Öffnung der unteren Zugluft. Anzünder oder Holzspäne unter die Brikettstücke legen und anzünden. Wenn die Briketts brennen, obere Zugluft ganz öffnen und untere Zugluft halb schließen.

Bei Braunkohlebriketts ausreichende Mengen an Holzspänen und zusätzlich mehrere Anzünder in die Brennkammer legen. Auf das Holz zwei bis drei Briketts legen und die Luftzufuhr von unten vollständig öffnen. Holzspäne und Anzünder anzünden. Wenn sich die Briketts vollständig entzündet haben, Luftzufuhr etwas drosseln.

mann-zuendet-kamin-an-mit-holz-im-wohnzimmer
Detailfoto eines Ofens, der angezündet wird

Kamin richtig anzünden – Videoanleitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kamin richtig anheizen
Mit der richtigen Vorgehensweise heizen Sie Ihren Kamin erfolgreich an. Wir zeigen, was Sie dazu benötigen und wie Sie das Feuer anschließend lange aufrechterhalten.
Mehr erfahren
Umweltfreundlich heizen mit Holz
Holz ist ein emissionsarmer und günstiger Brennstoff. Beachten Sie einige Hinweise, um umweltfreundlich mit Holz zu Heizen.
Mehr erfahren
Sicher heizen mit Kamin und Ofen – 7 Tipps
Wollen Sie Ihr Zuhause mit einem neuen Kamin oder Ofen beheizen, sollten einige Hinweise beachtet werden. Wie Sie sicher heizen, erfahren Sie hier.
Mehr erfahren
Welcher Kamin ist der richtige?
Lesen Sie hier, was Sie vor dem Kauf eines Kamins beachten sollten, welche Kaminöfen es gibt und wie diese funktionieren.
Mehr erfahren
Kaminofen richtig reinigen
Lesen Sie alles, was es bei der Innen- und Außenreinigung bei Kaminöfen zu beachten gibt und wie sie Verschmutzung vorbeugen können.
Mehr erfahren
Kamin bauen – Schritt für Schritt
Sie wollen einen Kamin in Ihrem Haus bauen? Welche Vorkehrungen Sie treffen müssen und welche Schritte es zu befolgen gilt, erfahren Sie in dieser Anleitung.
Mehr erfahren
Äxte und Beile im Vergleich
Äxte und Beile sind im Garten flexibel zum Hacken und Fällen einsetzbar. Lesen Sie hier, was für Äxte und Beile es gibt und wie sich deren Einsatzgebiete unterscheiden.
Mehr erfahren
Heizkosten sparen – Tipps für den Winter
Mit einigen Tipps lassen sich auch im Winter Heizkosten sparen. Lesen Sie hier alles zu Modernisierungsarbeiten, zur Verbrauchsoptimierung und zum hydraulischen Abgleich.
Mehr erfahren
Holz spalten mit Axt – Schritt für Schritt
Holz lässt sich mit der Axt schnell und sauber spalten: Wie Sie dabei vorgehen und die Axt während des Arbeitens sicher verwenden, erklärt die Anleitung in 3 Schritten.
Mehr erfahren

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.