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Richtig heizen mit Kamin und Ofen

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20197 Minuten
Wohnzimmer mit brennendem Kaminofen

Wenn Sie einen Kamin oder Ofen anschaffen und in Betrieb nehmen wollen, gibt es einiges zu beachten. Was die Ofenarten auszeichnet, welcher Brennstoff geeignet ist und worauf sie beim Heizen achten sollten, erläutert dieser Ratgeber.

Was sollte man beim Heizen mit Kamin und Ofen beachten?

Die Auswahl des passenden Kamins richtet sich danach, wofür und wie oft Sie diesen nutzen möchten. Ein Kaminofen spendet bei kalten Temperaturen Wärme und schafft eine gemütliche Atmosphäre. Mit einem Dauerbrand- oder Werkstattofen dagegen lässt sich eine höhere Heizleistung erzielen, sodass sich dieser auch längerfristig zum Beheizen des Hauses oder der Wohnung eignet. Ein Gaskaminofen ist einfach per Knopfdruck zu bedienen und gibt durch sein offenes Design den Blick auf die Flamme frei.

Sie können einen Kamin mithilfe eines Kamineinsatzes auch selber bauen und dadurch individuell anpassen.

Beheizen Sie Ihren Kamin oder Ofen ausschließlich mit dem geeigneten Brennstoff. Das korrekte Anzünden des Kamins garantiert eine sichere Verwendung und den optimalen Heizbetrieb. Beachten Sie zudem einige Sicherheitshinweise und reinigen Sie Ihren Kaminofen regelmäßig.

Welcher Ofen ist der richtige?

Vor der Entscheidung für einen Kamin oder Ofen steht die Frage, ob im vorgesehenen Zimmer die Möglichkeit zur Aufstellung besteht. Halten Sie dazu Rücksprache mit Ihrem Schornsteinfeger. Besonders, wenn Sie Ihren Kamin selbst bauen möchten, ist die Beratung mit dem Experten unumgänglich. Prüfen Sie zudem die baulichen Voraussetzungen in Ihrem Haus, insbesondere ob bereits ein Schornstein vorhanden ist oder ob dieser noch installiert werden muss. Beachten Sie die Größe der Fläche, die Sie beheizen möchten.

Möchten Sie den Ofen primär anstelle der Heizung nutzen oder ihn nur gelegentlich anmachen? Danach richtet sich, welches Modell für Sie das richtige ist. 

Kamin oder Ofen auswählen

Ein Kaminofen (auch Cheminéeofen oder Schwedenofen) ist eine sehr preisgünstige Alternative zum offenen Kamin und in der Aufstellung weit weniger aufwendig. Kaminöfen werden lediglich mit einem Ofenrohr an den Schornstein angeschlossen und besitzen eine geschlossene, nach vorne verglaste Brennkammer

Dauerbrandöfen sind speziell für den Dauerbetrieb ausgerichtet. Sie kommen vor allem zum Einsatz, wenn mit dem Ofen dauerhaft geheizt werden soll und er nicht nur wie der Kaminofen gelegentlich genutzt werden soll. Werkstattöfen wurden für die Beheizung von Werkstätten und Hallen entwickelt, finden aber auch im Wohnbereich Anwendung. Sie sind nur in größeren Räumen sinnvoll, da die Heizleistung sehr hoch ist. Wie Dauerbrandöfen sind auch Werkstattöfen vor allem für den Dauerbetrieb ausgelegt.

Gas- und Ölkaminöfen haben einen hohen Bedienkomfort. Der Ölofen wird mithilfe des Ölreglers kontrolliert, der Gasofen funktioniert per Knopfdruck mit Zündautomatik. Ein Gaskamin eignet sich nicht als dauerhafte Wärmequelle, sondern überzeugt mit seinem offenen Design.

Ein Kamin steht in einem Wohnzimmer mit Laminatboden.
Ein in der Wohnung verbauter Kamin

Kamin selber bauen

Bevor Sie mit dem Einbau eines neuen Kamins beginnen, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Schornsteinfeger. Beachten Sie außerdem die rechtlichen Grundlagen. 

Messen Sie den Stellplatz für den Kamin aus und dichten Sie ihn ab. Montieren Sie eine Boden- und Dämmplatte sowie den Sockel. Darauf folgt die Installation des Kamineinsatzes, des Ofenrohrs, der Muffe sowie der Kaminhaube. Im letzten Schritt verputzen und streichen Sie den Kamin oder kleiden ihn aus. Lesen Sie außerdem gründlich die Montageanleitung, da sich Modelle der Hersteller unterscheiden.

Bevor Sie Ihren Kamin dann das erste Mal nutzen, muss ein Schornsteinfeger die Nutzung freigeben

Ein weiß gemauerter Kamin steht im Wohnzimmer.

Den geeigneten Brennstoff auswählen

Zentrale Faktoren bei der Auswahl des geeigneten Brennstoffes für Ihren Kamin sind Handhabung, Kosten und Umweltverträglichkeit. Kohle benötigt für die gleiche Heizleistung weniger Lagerplatz. Ein Vorteil von Holz als Brennstoff für den Kamin ist, dass es schneller Wärme erzeugt. Kohle dagegen hält die Wärme länger. Weil Holz nachwächst, ist die Umweltbilanz besser als die von Kohle. Bei den Kosten hat die Kohle knapp die Nase vorn. 

Haben Sie sich für einen Gaskamin entschieden, benötigen Sie einen Gasanschluss. Die Abrechnung erfolgt über Ihren Anbieter. Öl als Brennstoff ist wegen seiner vorausgehenden Gewinnung stark umweltbelastend. Dafür ist das Heizen mit Gas oder Öl sauberer, da keine Asche entsteht.

Holz als Brennstoff

Dank der Methoden der modernen und meist schon ökologischen Holzwirtschaft ist der nachwachsende Rohstoff Holz als Brennstoff in ausreichendem Maße vorhanden. Ein Vorteil von Holz ist sein günstiger Preis – wenn Sie es selbst hacken. Außerdem ist es leicht anzuzünden und sorgt für besondere Gemütlichkeit. Andererseits hat Holz einen deutlich geringeren Brennwert (4,03 kWh/kg) als Braunkohle oder Holzbriketts und beansprucht in der Lagerung viel Platz. Zudem ist es nicht für den Dauerbetrieb des Ofens geeignet, da stetig Brennmaterial nachgelegt werden muss. Ideal zum Verbrennen ist Holz nach zwei bis drei Jahren trockener Lagerung. Feuerholz kann in Kaminen, Kachel- und Holzöfen verbrannt werden. Hier kommt die benötigte Luftzufuhr von der Seite oder von oben.

Feuerstätten sind keine Müllverbrennungsanlagen. Deshalb gehört bedrucktes Papier wie zum Beispiel Zeitung nicht in Kamin und Ofen. Als Hilfe zum Anzünden sollten stattdessen Kaminanzünder verwendet werden.

Holzscheite liegen in einem Korb vor einem brennenden Kamin

Holzbriketts und Holzpellets als Brennstoff

Holzbriketts werden durch das maschinelle Zusammenpressen von Holzabfällen wie Sägespänen oder Holzmehl hergestellt. Voraussetzung ist, dass diese unbehandelt sind. Dank dieses Verfahrens haben die Briketts einen geringen Wassergehalt von nur 10 %, weshalb sie im Vergleich zu normalem Holz einen höheren Brennwert besitzen.

Sie produzieren außerdem weniger Asche. Zudem benötigen sie in der Lagerung weniger Platz, sorgen für eine neutrale CO2-Bilanz und sind nachhaltig aus Abfallprodukten der Holzindustrie hergestellt. Im Vergleich zu Kohle lassen sich Holzbriketts zwar leichter anzünden, haben aber einen niedrigeren Brennwert. Holzbriketts können ebenso wie normales Holz in Kaminen, Kachel- und Holzöfen verbrannt werden. Hier kommt die benötigte Luftzufuhr von der Seite oder von oben. Weichholzbriketts sind leicht entflammbar, brennen aber auch schnell und unruhig ab. Hartholzbriketts sind zwar schwerer entflammbar als Weichholzbriketts und Holz, brennen dafür aber länger bei gleichmäßiger Flamme ab.

Wenn Sie einen Pellet-Kaminofen besitzen, können Sie auch mit Holz-Pellets heizen. Diese bestehen meist zu 100 % aus den Abfallprodukten der Holz-Industrie und weisen somit die gleichen Vor- und Nachteile auf wie Briketts. 

Holz-Briketts in der Detailaufname

Braunkohlebriketts für Dauerbrandöfen

Braunkohle ist im Gegensatz zu Holz ein fossiler Brennstoff, der im Tagebau gefördert wird. Ihr Vorteil liegt dabei in der Möglichkeit des Dauerbetriebs mit Dauerbrandöfen, wodurch sie eine sinnvolle Ergänzung zur Zentralheizung darstellt. Sie verbrennt langsam und gleichmäßig bei einem hohen Brennwert von 5,9 kWh/kg und benötigt viel weniger Platz als Holzscheite.
Theoretisch kann man zwar Braunkohlebriketts auch in einem Holzofen oder Kamin verbrennen, besser eignen sich jedoch spezielle Kohleöfen. Entscheidend ist, dass bei diesen Öfen die Luftzufuhr von unten kommt, und nicht von der Seite und oben, was für die Verbrennung von Braunkohle von Vorteil ist.

Es ist möglich, Holz und Kohlebriketts zu kombinieren. Holz ist ideal zum Anfeuern, da es schnell große Hitze erzeugt. Um ständiges Nachlegen zu ersparen und um die Temperatur zu halten, ist Kohle ideal.

Detailansicht von Braunkohlebriketts

Brennstoffe in der Übersicht

Brennwert und Preis-Leistungs-Verhältnis in der Tabelle unterliegen Schwankungen, abhängig von der Holzart und da es sich um Naturprodukte handelt.

Kamin richtig anzünden – Videoanleitung

Holz und Braunkohle richtig anzünden

Holz und Braunkohle unterscheiden sich auch beim Anzünden: Holz brennt schneller, Braunkohle braucht eine höhere Energiezufuhr, um richtig zu brennen. 

Holz

Untersuchen Sie den Kamin vor dem Anzünden auf Risse und öffnen Sie die Luftklappen. Dann können Sie das Kaminholz aufstapeln. Achten Sie darauf, dass zwischen den Holzscheiten genügend Luft ist, damit die Luft im Kamin zirkulieren kann. Beim Schichten ist es wichtig, dass die großen Scheite nach unten kommen. Positionieren Sie zwei große Scheite parallel nebeneinander auf den Boden des Kamins. Legen Sie zwei weitere größere Scheite quer auf die unteren beiden. Wenn Sie diese Basis geschaffen haben, können Sie mehrere dünne, kleine Scheite oben auflegen – und zwar ebenfalls quer auf die darunter liegenden. Zum Anzünden eignen sich Öko-Anzünder, die Sie auf dem Holzstapel platzieren. Sobald das Feuer brennt, können Sie die Luftzufuhr regulieren, indem Sie die Lüftungsschlitze ein wenig schließen. Legen Sie Feuerholz nach, öffnen Sie die Luftklappen wieder.

Holzbriketts

Die Holzbriketts brechen Sie vor dem Anzünden in einzelne Scheiben oder Stücke und füllen den Brennraum damit maximal zur Hälfte. Schließen Sie die obere Zugluft bei kompletter Öffnung der unteren Zugluft. Legen Sie Anzünder oder Holzspäne unter die Brikettstücke und zünden diese an. Wenn die Briketts brennen, öffnen Sie die obere Zugluft ganz und schließen die untere Zugluft halb.

Braunkohle

Bei Braunkohlebriketts legen Sie eine ausreichende Menge Holzspäne und zusätzlich mehrere Anzünder in die Brennkammer. Legen Sie zwei bis drei Briketts auf das Holz und öffnen Sie die Luftzufuhr von unten vollständig. Zünden Sie Holzspäne und Anzünder an. Wenn sich die Briketts vollständig entzündet haben, drosseln Sie die Luftzufuhr etwas.

Im Brennraum des Kamins aufgestapelte Holzscheite werden mit einem Streichholz angezündet.
Detailfoto von Braunkohlebriketts, die angezündet wurden

Sicherheitshinweise beachten

Beachten Sie beim Heizen mit Kamin und Ofen einige Sicherheitshinweise. Lassen Sie Ihren Ofen mindestens einmal im Jahr durch den Schornsteinfeger kontrollieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Ofen, wenn er schon etwas älter ist, noch den Richtlinien des Bundes-Immissionsschutzgesetzes entspricht. Verbrennen Sie ausschließlich geeignete Brennmaterialien. Installieren Sie einen Gas- oder Rauchmelder für zusätzliche Sicherheit.

Eine Schornsteinfegerin beobachtet das brennende Feuer im Kamin.

Kamin richtig reinigen

Je häufiger Ihr Kamin in Benutzung ist, desto öfter sollten Sie ihn reinigen. Brennkammer und Aschekasten sollten einmal in der Woche ausgeleert werden. Mindestens einmal im Jahr muss das Rauchrohr gereinigt werden. Die Kaminofenscheibe kann mit einem feuchten Lappen oder etwas Zeitungspapier und Asche gereinigt werden.

Reinigen Sie Ihren Kaminofen ausschließlich im kalten Zustand.

Mit einem Aschesauger wird der Kamin gesaugt.

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