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Möbel restaurieren

Zuletzt aktualisiert: 07.11.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Altes Möbelstück wird geschliffen zur Restaurierung

Schenken Sie Ihrem alten Möbelstück ein zweites Leben – wie Sie kleinere Reparaturen vornehmen, Elemente neu verleimen und Lackschichten entfernen, zeigt unser Ratgeber.

Wie kann man alte Möbel restaurieren?

Zur Restaurierung alter Möbel gehören die Ausbesserung des Furniers, die Neuverleimung gelöster Möbelverbindungen, das Abschleifen von altem Lack und die Neulackierung sowie die Politur von Holzmöbeln.

Vom Glanz alter Zeiten ist bei alten Möbeln oft nichts mehr zu sehen. Meist hat die Oberfläche gelitten, das Furnier löst sich an manchen Stellen und die Beine wackeln – und trotzdem: Zum Wegwerfen sind die alten Schmuckstücke einfach zu schade. Warum also nicht selbst Hand anlegen und Möbel selber restaurieren

Furnier an Möbeln ausbessern

Heimwerker repariert altes Funier beim Möbel restaurieren

Viele alte Möbel verfügen über ein Holzfurnier. Dies ist eine dünne Holzschicht, die auf ein minderwertigeres Holz aufgeklebt ist. Bei alten Möbeln löst sich das Furnier häufig, es bricht und splittert. Kleine Stellen können Sie selbst mit Holzleim ankleben. Wichtig ist, dass Sie ein dünnes Stück Holz als Zulage verwenden und auch Papier dazwischen legen, da sonst die Zulage anklebt. Da größere Reperaturen am Furnier schwierig sind, ist es hilfreich, wenn Sie dazu einen Experten aufsuchen.

Gelöste Möbelverbindungen neu verleimen

Leim mit Stemmeisen am Möbelstück abkratzen - bei der Möbelrestauration

Wichtig bei der Restaurierung alter Möbel wie Schränke und Kommoden ist das Wiederherstellen der Statik. Dort, wo sich alte Leimverbindungen gelöst haben, tragen Sie neuen Leim auf: Zerlegen Sie das Möbelstück vorsichtig mit dem Holzhammer – niemals direkt auf das Holz schlagen. Stattdessen sollten Sie Zulagen verwenden.

Kratzen Sie mit dem Stechbeitel behutsam den alten Leim ab und geben Sie dann Holzleim auf beide Seiten der Verbindungsstelle. Nun können Sie die Teile neu zusammensetzen und mit Schraubzwingen oder Ähnlichem fest verspannen – auch hier gilt: Zulagen nicht vergessen. Bei einigen Möbelstücken kann es auch erforderlich sein, dass Sie einen neuen Dübel setzen.

Hinweis: Achten Sie darauf, die Holzmöbel auf einer geraden Fläche zu verleimen, da sie sich sonst verziehen können.

Alte Lackschichten entfernen

Von einem Möbelstück wird Farbe mit Hilfe eines Abbeizers entfernt.

Bevor Sie alte Holzmöbel wie Kommoden und Stühle mit einem neuen Anstrich versehen, entfernen Sie die alten Farb- und Lackschichten. Zum Abschleifen nutzen Sie Schleifpapier mit der Körnung 180 oder 240. Arbeiten Sie beim Abschleifen immer in Faserrichtung der Holzmöbel. Für runde Formen nehmen Sie stattdessen Schleifvlies, denn dieses ist flexibler als Schleifpapier.

Sitzt der Lack besonders fest an den Möbeln, nutzen Sie einen Abbeizer zur Entfernung. Tragen Sie den Abbeizer sparsam auf das Holz auf und lassen ihn einwirken. Wie lange der Abbeizer wirken muss, entnehmen Sie bitte den Herstellerangaben. Danach lassen sich die Lackschichten mit dem Spachtel entfernen – achten Sie dabei darauf, in Faserrichtung des Holzes zu schaben.

Ist der alte Lack ab, waschen Sie die Möbelteile noch einmal mit Wasser ab. Wenn sie trocken sind, können Sie Ihre Holzmöbel neu lackieren. Dafür müssen alle Oberflächen gut angeraut sein. Schleifen Sie deshalb noch einmal alle Flächen ab.

Möbel neu anstreichen

Ein Pinsel liegt auf einem alten, weißen Möbelstück

Zum Lackieren nehmen Sie am besten Acryllack. Für kleine Flächen, Ecken und Kanten benutzen Sie einen Pinsel. Für größere Flächen benutzen Sie eine Malerrolle. Verwenden Sie nicht zu viel Lack, damit die Möbel keine Lacknasen bekommen.

Alternativ zum komplett neuen Anstrich können Sie zur Restaurierung stattdessen einzelne beschädigte Stellen ausbessern. Möbel aus Nadelhölzern wie Fichte und Tanne wurden früher meist übermalt oder mit edlen Hölzern furniert. Hat sich die Farbe gelöst, muss retuschiert werden – und zwar so, dass die "Flickstelle" möglichst nicht zu sehen ist. Deshalb sollte die alte Bemalung immer nur ergänzt und nicht überdeckt werden. Entfernen Sie zuvor Fett und Schmutz: Nehmen Sie dazu am besten Anlauger. Wie Sie verdünnen und ansetzen, entnehmen Sie bitte den Herstellerangaben.

Wenn Sie Ihr Möbelstück wieder farbig gestalten wollen, eignen sich als Farben hochwertige Acrylfarben. Mischen Sie den Farbton auf der Palette an und testen Sie ihn an einer unauffälligen Stelle des Möbelstücks. Für den Farbauftrag tupfen Sie die Farbe erst auf und verwischen sie dann leicht mit dem Finger. Beachten Sie jedoch, dass Acrylfarben beim Trocknen leicht nachdunkeln.

Wollen Sie das Möbelstück nicht farbig gestalten, können Sie beschädigte Stellen mit einem Holzkit reparieren und mit Holzpolitor versehen.

Tipp: Sollen die Möbel nach der Restaurierung ihren gebrauchten Charakter nicht verlieren, streichen Sie sie im Shabby-Chic-Look. Dafür einfach Kreidefarbe gleichmäßig auf das Möbelstück auftragen und nach der Trocknungszeit (Herstellerangaben beachten) mit Schleifpapier bearbeiten, bis der gewünschte Shabby-Chic-Look erreicht ist.

Aufpolieren der reparierten Möbel

Polieren einer Oberfläche beim Möbelstück

Wenn Sie ein Möbelstück neu polieren möchten, beginnen Sie mit einer gründlichen Reinigung. Schellackpolitur oder Wachs lässt sich am besten mit Spiritus oder Terpentinöl entfernen. Kerzenwachs kratzen Sie zuvor sehr vorsichtig ab. Dann tragen Sie die Mittel mit einem Spülschwamm auf, bis sich die Schellackpolitur oder das Wachs ganz löst. Ist das Möbelstück sauber, trocken und staubfrei, können Sie es neu mit Schellack polieren, es wieder mit Wachs einlassen oder streichen.

Verzichten Sie beim Restaurieren bei Möglichkeit auf die Verwendung von Schrauben und Nägeln – außer natürlich bei den Stücken, die im Originalzustand so verbunden waren. Zierleisten wurden beispielsweise oft mit Nägeln befestigt, Beschläge mit kleinen Schrauben. Diese sollten Sie auch bewahren.

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