
Tapetenarten im Überblick
In diesem Ratgeber findest du eine Übersicht über die verschiedenen Tapetenarten. Wir zeigen dir, welche Varianten es gibt, für welche Räume sie sich eignen und was beim Tapezieren wichtig ist.
Welche Wände kann man tapezieren?
Tapeten sind eine Möglichkeit der kreativen Wandbekleidung. Ob du eine großflächige Wand ohne Unterbrechung oder einen schmalen Wandstreifen tapezierst – mit Tapete verleihst du jedem Raum eine individuelle Wirkung.
Dabei gibt es verschiedene Tapetenarten, die sich für unterschiedliche Zwecke und Räume eignen. Wir zeigen dir, welche Tapete die beste Wahl für deinen Einsatzbereich ist.
Vliestapeten
Bei Vliestapeten bildet eine Verbindung aus Textilfasern und Zellstoff das Trägermaterial. Das macht die Tapete zu einer robusten, formstabilen und atmungsaktiven Art. Dadurch wird ein angenehmes Wohnklima unterstützt. Weist die Wand kleinere Unebenheiten auf, dann werden diese durch die Vliestapete ausgeglichen.
Vliestapeten gibt es wie die Papiertapete in vielen verschiedenen Farben und Mustern. Flecken und Schmutz kannst du von einer Vliestapete gut abwischen und durch die Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Nässe eignet sie sich selbst für den Einsatz in Nassbereichen.
Vliestapeten anbringen
Zum Tapezieren der Vliestapete kleisterst du die Oberfläche der Wand mit einem Vliestapetenkleister ein. Die Tapetenbahn selbst kleisterst du nicht ein. Beachte, dass sich die Tapete im Vergleich zur Papiertapete nicht verzieht und du auch keine Weichzeit berücksichtigen musst.
Bringe die Tapetenbahn an deiner Markierung an und drücke sie fest. An den Abschlüssen zur Decke und zum Boden lässt du einen Überstand von jeweils 5 cm, den du am Ende mit dem Cutter abtrennst. Mit einem Tapetennahtroller sorgst du dafür, dass keine Luft mehr zwischen Wand und Tapete ist. Unser Ratgeber zeigt dir, wie eine Vliestapete Schritt für Schritt tapeziert wird.




Papiertapeten
Weit verbreitet und beliebt sind Papiertapeten. Diese Tapetenart besteht aus einer Trägerschicht aus Papier, die mit Farbe bedruckt ist. Der häufig recht niedrige Preis gepaart mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten spricht für diese Tapetenart. Das Papier ist dabei entweder glatt oder geknittert und kann somit unterschiedliche Strukturen an der Wand aufweisen.
Du erhältst Papiertapeten in verschiedenen Varianten und hast eine große Auswahl an Farben und Mustern. Das Gewicht beziehungsweise die Dicke der Tapetenbahnen geben häufig Aufschluss über die Qualität. Dickere Papiertapeten sind meist hochwertiger und robuster.
Häufig sind andere Tapetenarten weiterentwickelte Arten der Papiertapete. Da viele Hersteller mittlerweile auf Recyclingpapier setzen, sind Papiertapeten auch weniger umweltbelastend als früher.
Papiertapete anbringen
Beim Tapezieren von Papiertapeten streichst du den Kleister auf die einzelnen Tapetenbahnen. Dadurch wird das Trägermaterial eingeweicht und dehnt sich etwas aus. Wichtig ist, dass du den Kleister komplett und auch am Rand aufträgst. Mit einem Tapeziertisch gelingt das am besten.
Die Weichzeit hängt von der Dicke der Tapete ab und beträgt etwa fünf bis zehn Minuten. Genaue Informationen findest du auf der Verpackung der Tapete. In jedem Fall sollte die Weichzeit bei allen Bahnen gleich lang sein, um ein Verziehen oder zu starkes Ausdehnen zu vermeiden. Stelle am besten einen Wecker, um dies sicherzustellen.
Hinweis: Kleistere nur die Bahn ein, die du an der Wand anbringst. Erst nachdem die Bahn an der Wand angeklebt ist, erfolgt das Einkleistern der nächsten Bahn.
Arbeite dabei immer mit dem Lichteinfall, das heißt, du beginnst am Fenster oder an der hellsten Stelle der Wand.
Tipp: Wichtige Informationen zum Anbringen oder Entfernen der Tapete erhältst du durch die Tapetensymbole auf der Verpackung. Wie du die Symbole richtig identifizierst, zeigen wir dir in unserem Ratgeber.




Raufasertapeten

Raufasertapete ist ein Beispiel für eine weiterentwickelte Papiertapete. Das Trägermaterial besteht aus Papier und Holzfasern. Der Vorteil dieser Tapetenart ist, dass sie durch die Verwendung von nachhaltigen Rohstoffen im Vergleich zu anderen Tapetenarten weniger umweltbelastend ist.
Die Holzfasern sorgen für eine leichte Struktur und Beständigkeit der Tapete, was sie im Vergleich zur Papiertapete robuster macht. Die unterschiedlichen Körnungsgrade geben die Struktur vor. Die stabile und dennoch atmungsaktive Raufaser eignet sich besonders zum Einsatz im Kinder- oder Schlafzimmer. Außerdem kann sie mehrmals mit anderen Farben überstrichen werden.
Raufasertapete tapezieren
Um deine Wand mit einer Raufasertapete zu tapezieren, bereitest du die Wand vor. Diese sollte frei von Materialrückständen und sauber sein. Eine sandige Wand versiehst du außerdem mit einer Grundierung.
Rühre den Kleister an und kleistere die Rückseite der Tapetenbahn gründlich ein. Schlage die Bahn dann zu einem Drittel ein, sodass die Kanten genau aufeinanderliegen. Beachte die Weichzeit auf der Verpackung des Kleisters sowie die Überstände zur Decke und zum Boden.
Alle Schritte beschreiben wir dir detailliert in unserer Anleitung.
Strukturprofiltapeten

Strukturprofiltapeten sind häufig auch unter den Begriffen Profiltapeten, Vinyltapeten oder Relieftapeten bekannt. Bei der Herstellung entstehen im Verarbeitungsprozess des Kunststoffes durch Aufschäumen reliefartige Oberflächen. Besonders bei weißen oder einfarbigen Tapeten bringen die Muster und Prägungen Abwechslung in die Wandgestaltung.
So überzeugt die Strukturtapete nicht nur optisch und haptisch, sondern bringt auch eine Vielzahl positiver Eigenschaften mit sich. Sie ist nur schwer entflammbar, waschbeständig und robust. Manche Tapeten dieser Art sind sogar hochwaschbeständig, sodass sie sich für stark beanspruchte Räume eignen.
Allerdings sind Strukturprofiltapeten nicht atmungsaktiv, deshalb setzt du sie nicht in Schlafräumen oder Kinderzimmern ein.
Strukturtapete tapezieren
Die Rückseite der Strukturtapete ist glatt und kann deshalb ohne großen Aufwand verarbeitet werden. Hierbei kleisterst du die Tapete ein. Ein Kleistergerät erleichtert dir diesen Schritt und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Klebers, ohne dass Stellen ausgespart werden.
Auch bei der Strukturtapete gibt es eine Weichzeit zu berücksichtigen. Damit der Kleister nicht eintrocknet, rollst du die Bahn ein Drittel zu zwei Drittel zusammen. Nachdem du die Bahn auf Stoß an die Wand gebracht hast, drückst du sie mit einer Moosgummirolle fest.
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Glasfasertapeten
Bei Glasfasertapeten stellt Glasfaser das einzig verwendete Material dar. Dabei wird flüssiges Rohglas so verarbeitet, dass Garne entstehen. Glasfaser ist ein sehr stabiles und robustes Material, das als Tapete eine Struktur aufweist. Durch ihre Vorteile ist die Tapete für sehr stark beanspruchte Räume geeignet, da sie Schimmel fernhält, gut abwaschbar, nicht brennbar und sehr pflegeleicht ist.
Ihre Eigenschaften machen sie zu einem häufig gewählten Wandbelag in öffentlichen Gebäuden oder Krankenhäusern, da sie hygienisch ist. Glasfaser ist nicht in verschiedenen Farben oder Mustern erhältlich, kann jedoch mit Latexfarbe überstrichen werden. Auch mehrmaliges Überstreichen verträgt die Tapete, die sehr langlebig ist.
Glasfasertapete anbringen
Zeichne die Breite der Tapetenbahn mit einem Abzug von 5 cm an der Wand an. Mit einer Malerrolle trägst du Dispersionskleber in dem markierten Bereich auf die Wand an. Drücke die Tapetenbahn innerhalb von 15 Minuten an die Wand an, da der Kleber sonst eintrocknet.
Die Glasfasertapete lässt sich nicht korrigieren beziehungsweise nachträglich verschieben. Arbeite deshalb am besten mit einer zweiten Person, die dir beim Tapezieren hilft. Mit einer Gummiwalze drückst du die Tapete an der Wand fest.
Eine genaue Anleitung dazu, wie Glasfasertapete tapeziert wird, findest du in unserem Ratgeber.
Fototapeten

Fototapeten sind eine Tapetenart, die sich nicht in ihrem Material beziehungsweise der Trägerschicht von anderen unterscheidet. Fototapeten haben ein Motiv, bei dem die Tapetenbahnen in der richtigen Reihenfolge an die Wand angebracht werden müssen. Im Vergleich dazu wiederholt sich das Muster bei anderen Mustertapeten in jeder einzelnen Bahn und die Reihenfolge ist oft nicht entscheidend.
Fototapeten gibt es auch mit 3-D-Effekt. Diese verleihen dem Raum eine spezielle Tiefenwirkung und verändern das Raumgefühl. Um das Motiv nicht zu durchbrechen, bringst du Fototapeten immer an einer Wand an, die nicht von einem Fenster oder einer Tür unterbrochen wird.
Vliestapeten oder Papierträger sind dabei meist die Grundlage und werden mit dem Fotomotiv versehen. Nimm dir zum Anbringen einer Fototapete am besten eine zweite Person zu Hilfe und sieh dir unsere Anleitung zum Tapezieren an.
Textiltapeten
Eine Textiltapete ist eine Verbindung aus Stoffarten und einem Trägermaterial, das entweder Papier oder Vlies ist. Die textilen Garne sind aufgeklebt oder per Siebdruck aufgebracht. Auch das Kaschieren von gewebtem Stoff ist eine Möglichkeit der Verarbeitung des Textils auf die Trägerschicht.
Verwendet werden dabei häufig Jute, Viskose, Leinen, Seide oder Rayon. Sie sind optisch und haptisch ein Blickfang im Raum und darüber hinaus atmungsaktiv und absorbieren Gehschall. Sie eignen sich weniger für Allergiker, da sie Staub fangen, oder für die Küche, da auch Gerüche für einige Zeit gespeichert werden. Textiltapeten sind in vielen Farben und Mustern erhältlich, sodass du jeden Raum abwechslungsreich gestaltest.
Textiltapete tapezieren
Das Material der Trägerschicht legt die Wahl des richtigen Kleisters zum Tapezieren fest. Bei einem Papierträger kleisterst du die Rückseite der Tapete ein, bevor du sie nach einer Weichzeit an die Wand klebst. Hat die Textiltapete Vlies als Untergrund, dann wird nur die Wand eingekleistert und die Tapetenbahn mit einer Moosgummirolle angedrückt.
Beachte beim Tapezieren von Textiltapeten, dass der Untergrund vollständig glatt und trocken sein muss, damit die Tapete gut haftet. Beim Einkleistern von Textiltapeten mit Papierträger darf der Kleister nur an die Rückseite und nicht auf die textile Oberfläche gelangen.
Kleisterflecken auf der Textiltapete sind nur schwer zu entfernen. Tupfe sie vorsichtig mit einem trockenen Tuch ab. Eingetrocknete Flecken feuchtest du an und tupfst sie ab. Entstaube die Textiltapete gelegentlich mit einem Staubwedel.
Besser zu reinigen sind Vliestapeten oder Strukturtapeten. Unsere Videoanleitung zeigt dir, wie du aus diesen Materialien Flecken entfernst und Löcher ausbesserst.
Zwei Tapeten im Raum kombinieren

Große Räume können auch mit zwei verschiedenen Tapeten ausgestattet werden. So unterteilst du einen Wohn- und Essraum beispielsweise oder schaffst eine Kinderspielecke im Wohnzimmer. Damit der Raum jedoch trotz unterschiedlicher Tapeten harmonisch wirkt, kombinierst du am besten eine einfarbige Tapete mit einer Mustertapete.
Nutze dieselbe Tapetenart, um die Strukturen und Oberflächenwirkungen wieder aufzugreifen. Berücksichtige auch die Möbel und Dekoration im Raum, die zur Farbe und zum Material der Tapete passen sollte. Einige inspirative Beispiele und Tipps zur Gestaltung findest du in unserem Ratgeber.
Tapeten von der Wand lösen
Bei Renovierungen, beim Umzug oder wenn du die Wandbekleidung im Raum verändern möchtest, musst du zuvor angebrachte Tapeten wieder entfernen. Je nachdem, wie lange die Tapete bereits an der Wand klebt und um welche Tapetenart es sich handelt, kannst du diese häufig trocken abziehen.
Tapeten, die sich nicht ohne Weiteres lösen, oder Tapetenrückstände entfernst du mit Hilfsmitteln. Mit einer Nagelwalze, einem Tapetenlöser und einem Spachtel funktioniert das am besten. Wie du richtig vorgehst, liest du im Ratgeber.








