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Altes Möbelstück wird geschliffen zur Restaurierung

Schenke deinem alten Möbelstück ein zweites Leben. Wie du kleinere Reparaturen vornimmst, Elemente neu verleimst und Lack entfernst, um Möbel zu restaurieren, erfährst du in diesem Ratgeber.

Wie kann man alte Möbel restaurieren?

Ob liebgewonnenes Erbstück oder Flohmarktfund – wenn du ein altes Möbelstück restaurieren willst, wendest du meist viele verschiedene Handwerkstechniken an. Du kannst unter anderem Furnier ausbessern, gelöste Möbelverbindungen neu verleimen, alten Lack abschleifen und das Holz neu beizen, polieren oder lackieren. So verhilfst du deiner Antiquität zu neuem Glanz.

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Beschläge reinigen und aufarbeiten oder ersetzen

Möbelgriff an einer antiken Kommode

Vor den Holzarbeiten schraubst du die Beschläge ab und reinigst sie gründlich.

Beschläge prägen den Charakter alter Möbel mindestens genauso wie kunstvolle Intarsien und aufwendige Schnitzereien. Deshalb solltest du auch die Metallbeschläge aufarbeiten, wenn du einem Möbelstück neuen Glanz verleihen möchtest.

Bei antiken Möbeln bestehen die Griffe häufig aus Messing. Jahre der Nutzung haben Spuren und vor allem Rückstände auf dem Metall hinterlassen. Schraube deshalb zunächst die Beschläge ab und lege sie in eine milde Seifenlauge. Ablagerungen lösen sich meist schon durch das reinigende Bad, hartnäckigeren Schmutz entfernst du nach dem Einweichen mit einem Schwamm.

Durch den Einsatz feiner Stahlwolle lassen sich mit kreisenden Bewegungen auch Rostflecken beseitigen. Abschließend polierst du die Beschläge mit einem Baumwolltuch und etwas Metallpolitur. Alternativ greifst du zu Hausmitteln wie Zitronensaft, Essig oder Zahnpasta.

Tipp: Fehlende Griffe oder Möbelknöpfe kannst du mit antik anmutenden Stücken ersetzen.

Gelöste Möbelverbindungen neu verleimen

Bei der Möbelrestauration alten Leim abkratzen

Alter Leim lässt sich mit einem Stechbeitel oder Spachtel entfernen.

Wichtig bei der Restaurierung alter Möbel ist das Wiederherstellen der Statik. Prüfe deshalb, wie stabil der Kasten oder die Kommode noch dasteht und wo sich eventuell Holzverbindungen gelöst haben.

Bei gelockerten Verbindungen zerlegst du das Möbelstück vorsichtig mit dem Holzhammer. Es ist ratsam, dabei nicht direkt auf das Möbelstück zu schlagen, sondern ein Stück Holz als Zulage zu verwenden.

Tipp: Restauratoren markieren die Einzelteile mit beschriftetem Klebeband. So wissen sie immer, wie sie sie wieder richtig zusammensetzen.

Dann kratzt du den alten Leim mit dem Stechbeitel behutsam ab und streichst Holzleim auf beide Seiten der Verbindung. Nun kannst du die Teile neu zusammensetzen. Wenn du sie mit Schraubzwingen oder Spanngurten zusammendrückst, legst du auch hier vorher Zulagen auf das Möbelstück. So vermeidest du Druckstellen auf dem Holz.

Hinweis: Achte darauf, die Holzmöbel auf einer geraden Fläche zu verleimen, da sie sich sonst verziehen können.

Stecke Holzzapfen und Zargen nur so weit wieder in die Verbindung hinein, wie dies auch im Originalzustand des Möbelstücks der Fall war. Wenn du dies vor dem Aufschlagen mit Bleistift auf dem Möbel markierst, erleichterst du dir die Arbeit.

Furnier an Möbeln aufarbeiten

Person repariert altes Furnier an antikem Möbelstück.

Ein vorsichtiger Blick unter das Furnier gibt Aufschluss über den Holzzustand. Stand das Möbelstück feucht, lässt sich das Furnier meist leicht entfernen.

Ein Furnier ist eine dünne hochwertige Holzschicht, die auf minderwertigeres Holz aufgeklebt ist. Da furnierte Platten im Vergleich zu Massivholz weniger zum Verziehen neigen, sind auch edle Möbel oft furniert. Im Gegensatz zu Vollholzmöbeln lassen sich furnierte Möbel jedoch nicht so häufig abschleifen, um etwaige Schäden im Holz zu reparieren.

Vor allem Feuchtigkeit setzt furnierten Oberflächen zu und führt dazu, dass sie Risse bekommen oder aufplatzen.

Tipp: Umgekehrt lässt sich altes Furnier auch gut entfernen, indem du die Oberfläche mit einem feuchten Tuch einweichst oder ein feuchtes Handtuch unterlegst und mit dem Dampfbügeleisen darüberfährst. Danach kannst du das darunterliegende Holz nach Belieben neu gestalten.

Möchtest du das Furnier erhalten, solltest du dir zunächst ein genaues Bild davon machen, wie groß der Schaden ist, ob sich das Furnier nur gelöst oder auch Wellen geschlagen hat. So kannst du dich besser für die passende Ausbesserungsmethode entscheiden.

Hinweis: Für optimale Ergebnisse wendest du dich bei größerem Reparaturbedarf am besten an einen Fachbetrieb für Restaurierung.

Person behandelt Holzoberfläche an altem Möbelstück.

Trage im letzten Arbeitsschritt Beize, Wachs, Klarlack oder Schellack auf, wenn du beschädigtes Furnier ausgebessert hast.

  • Meist löst sich Furnier an den Ecken und Kanten eines alten Möbelstücks. Solche kleinen, beschädigten Stellen lassen sich mit Holzleim ausbessern. Mit Gewichten oder Schraubzwingen drückst du Furnier und Untergrund zusammen. Wichtig ist, dass du beim Anpressen zwischen das Furnier und die Zwinge ein dünnes Stück Holz zulegst – und am besten auch ein Stück Papier, weil die Zulage sonst am Furnier anklebt.
  • Hat das Furnier bereits Wellen oder Blasen geworfen, solltest du den Leim mit einer Einwegspritze fein dosiert an den schadhaften Stellen aufbringen. Danach presst du die Holzschicht wie oben an, bis der Leim trocken ist.
  • Ist die Oberfläche stark beschädigt oder fehlen sogar Teile des Furniers, lässt sich die Lücke mit einem Stück Furnierblatt schließen. Wichtig ist, dass das Holzstück größer als die zu restaurierende Stelle ist. Lege den hölzernen Flicken auf die schadhafte Stelle und übertrage die Umrisse des Ersatzstücks auf das Möbelstück. Danach schneidest du das beschädigte Furnier mit einem Cuttermesser entlang der vorgezeichneten Linie aus. Verwende gegebenenfalls einen Stechbeitel, um das alte Furnier zu entfernen. Dann lässt sich das Ersatzstück wie ein Puzzleteil einsetzen. Mit etwas Leim fixierst du es auf dem Möbelstück. Um die neue Oberfläche der alten anzugleichen, kannst du sie dann noch abschließend behandeln.

Löcher und Risse ausbessern

Person schleift altes Möbelstück ab.

Kleine Kratzer lassen sich durch Abschleifen entfernen. Löcher und Risse solltest du ausbessern, um das Möbel zu restaurieren.

Neben dem Obermaterial mit der dekorativen Furnierschicht kann auch das Untermaterial, also das Trägerholz über die Jahre Schäden davongetragen haben.

Risse und Löcher im Holz lassen sich mit Reparaturwachs auffüllen. Hierzu legst du das Material auf die gewünschte Stelle und erhitzt es mithilfe eines ausrangierten Bügeleisens. So schmilzt das Material und tropft in das Loch oder den Riss.

Ist das Wachs ausgehärtet, ziehst du es mit einem Spachtel ab und glättest die Oberfläche anschließend mit Schleifvlies – nicht mit Schleifpapier.

Tipp: Wenn du danach die gesamte Oberfläche wachst und polierst, hebt sich die ausgebesserte Stelle kaum noch vom restlichen Holz ab.

Alte Lackschichten entfernen

Von einem Möbelstück wird Farbe mithilfe eines Abbeizers entfernt.

Wähle einen geeigneten Abbeizer, um alten Lack vom Holz zu lösen.

Bevor du alte Holzmöbel wie Kommoden und Sessel neu anstreichst, entfernst du die alten Farb- und Lackschichten. Zum ersten Abschleifen nutzt du Schleifpapier mit der Körnung 180 oder 240. Danach kannst du bei Bedarf eine feinere Körnung wählen. Beim Abschleifen ist es wichtig, immer in Faserrichtung der Holzmöbel zu arbeiten. Für runde Formen nimmst du ein Schleifvlies oder feine Stahlwolle. Diese sind flexibler als Schleifpapier.

Sitzt der Lack besonders fest an den Möbeln, nutzt du einen Abbeizer, um den Lack zu entfernen. Den Abbeizer trägst du sparsam auf das Holz auf und lässt ihn einwirken. Wie lange der Abbeizer wirken muss, erfährst du in den Herstellerangaben. Danach kannst du die Lackschichten mit dem Spachtel entfernen – auch hier ist es wichtig, immer in Faserrichtung des Holzes zu schaben.

Ist der alte Lack ab, wäschst du die Möbelteile noch einmal mit Wasser ab. Wenn sie trocken sind, kannst du deine Antiquität neu lackieren. Damit der Lack gut anhaftet, raust du die Oberfläche nochmals an.

Möbel neu anstreichen

Ein Pinsel liegt auf einem alten, weißen Möbelstück.

Mit Kreidefarbe erhalten Möbel den beliebten Shabby-Chic-Look.

Vor dem Farbauftrag bereitest du den Untergrund vor. Mit Anlauger entfernst du Fett und Schmutz. Danach schleifst du die Oberfläche in Richtung der Maserung zuerst mit einem Schleifpapier in der Körnung 120 und dann noch einmal mit einem feineren Schleifpapier der Körnung 180 an. Verwende hierzu entweder einen Schleifklotz oder einen Exzenterschleifer. Entferne den Schleifstaub mit einer Bürste oder einem Tuch vom Werkstück und sauge auch die Umgebung ab, bevor du zu lackieren beginnst. So verhinderst du, dass sich später eventuell aufgewirbelte Partikel in der frischen Lackschicht festsetzen.

Um einem Sessel oder einer Kommode einen komplett neuen Anstrich zu verleihen, verwendest du am besten Buntlack auf Acrylbasis. Für kleine Flächen, Ecken und Kanten benutzt du einen Pinsel. Für größere Flächen eignet sich ein Farbroller. Trage den Lack sparsam auf, um Nasen zu vermeiden. Alternativ kannst du das Möbelstück farbig beizen.

Tipp: Mit Kreidefarbe erhalten Möbelstücke eine authentische Vintage-Optik. Dazu bearbeitest du die farbigen Flächen nach dem Trocknen mit Schleifpapier, bis der gewünschte Shabby-Chic-Look erreicht ist.

Möbel aus Nadelhölzern wie Fichte und Tanne wurden früher meist bemalt oder mit edlen Hölzern furniert. Mit hochwertigen Acrylfarben lassen sich beschädigte Stellen ausbessern beziehungsweise retuschieren. Damit sich die Retusche unauffällig einfügt, ergänzt du die Bemalung nur. Versuche nicht, sie zu überdecken.

Der passende Farbton lässt sich auf der Palette anmischen. Teste ihn zunächst an einer unauffälligen Stelle. Für den Farbauftrag tupfst du die Farbe erst auf und verwischst sie dann leicht mit dem Finger. Gut zu wissen: Acrylfarben dunkeln beim Trocknen leicht nach.

Kleine Schäden an deinem Möbelstück kannst du einfach mit einem Holzkitt oder Holzspachtel restaurieren. Die natürliche Maserung arbeitest du heraus, indem du das Möbel mit Holzpolitur oder Wachs pflegst.

Aufpolieren der reparierten Möbel

Polieren einer Oberfläche beim Möbelstück

Mit einem fusselfreien, weichen Tuch verteilst du das Möbelwachs gleichmäßig.

Wenn du ein Möbelstück neu polieren möchtest, beginnst du mit einer gründlichen Reinigung. Schellackpolitur oder Wachs lassen sich am besten mit Spiritus oder Terpentinöl entfernen. Die Mittel trägst du mit einem Schwamm auf, bis sich die Schellackpolitur oder das Wachs ganz löst. Ist das Möbelstück sauber, trocken und staubfrei, kannst du es neu mit Schellack polieren, es wieder mit Wachs einreiben oder streichen. Dann kommt die Maserung wieder schön zur Geltung.

Verzichte beim Restaurieren nach Möglichkeit darauf, Schrauben und Nägel zu verwenden – außer natürlich dort, wo sie im Originalzustand verwendet wurden. Zierleisten sind beispielsweise oft mit Nägeln befestigt, Beschläge mit kleinen Schrauben. Es ist ratsam, diese zu bewahren und bei der Restaurierung erneut zu nutzen.

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