
Schallabsorber selber bauen
Ob du die Raumakustik ein wenig verbessern oder ein Zimmer professionell für Aufnahmezwecke aufrüsten möchtest – selbstgebaute Schallabsorber helfen dir dabei. Erfahre hier, wie du einen Schallabsorber selber baust und so den Schall dämmen kannst.
Schalldämmung oder Schalldämpfung?
Im Alltag werden die Begriffe Schalldämmung und Schalldämpfung oft als Synonym benutzt, dabei haben die Maßnahmen unterschiedliche Ziele. Die Schalldämmung hat das Ziel, dass Schall in einem Raum bleibt und nicht in andere Räume durchdringt. Es wird somit für eine Trennung gesorgt. So eine Dämmung oder Schallisolierung gibt es zum Beispiel in Form einer Trittschalldämmung auf Böden.
Schalldämpfung hingegen beeinflusst die Raumakustik. Diese zeigt sich beispielsweise besonders prominent in einem leeren Raum im Zuge einer Renovierung oder eines Umzugs: Hier hallt die eigene Stimme im Gegensatz zu einem gewöhnlichen, möblierten Zimmer sehr stark. Eine Schalldämpfung schafft hier Abhilfe und minimiert den Nachhall.
Schallabsorber und Schalldiffusoren
Schallabsorber setzt du als Schalldämpfung ein: Sie sorgen für einen angenehmen Bass und minimieren als Deckensegel oder an der Wand den Nachhall. So kommen sie vor allem in Heimkinos zum Einsatz oder wenn du professionelle Aufnahmen durchführst. Ein weiteres Mittel für die Verbesserung der Raumakustik sind Schalldiffusoren, die den Schall nicht dämpfen, sondern ihn lediglich streuen und auf diese Weise ein gleichmäßigeres Klangbild erzeugen. Da ein klassischer Schallabsorber lediglich die hohen und mittleren Frequenzen dämpft, gibt es spezielle Bassabsorber, sogenannte Bassfallen, die denselben Effekt für die tiefen Töne erzeugen.
Bevor du mit dem Bau deiner Schallabsorber beginnst, informiere dich am besten darüber, welche Elemente und wie viele du für deine Zwecke benötigst. Denn je nachdem, wie dein Raum beschaffen ist und wie du ihn nutzen möchtest, sehen die Anforderungen für eine gelungene Raumakustik unterschiedlich aus. In jedem Fall funktionieren deine Schallabsorber am besten, wenn du sie durch Bassfallen in den Ecken sowie einige Schalldiffusoren ergänzt, um einen ganzheitlichen Effekt zu erzielen. Für das beste Ergebnis solltest du etwa 10 % bis 20 % deiner Wandfläche mit den selbstgebauten Absorbern bedecken. Zur zusätzlichen Isolierung des Raumes ist es ratsam, Fenster und Türen abzudichten.
Welches Material für Schallabsorber?
Für deinen Schallabsorber und die Verbesserung der Akustik benötigst du den richtigen Schaumstoff, der die Schallwellen absorbieren kann. Am besten eignen sich Akustikschaumstoff aus Melaminschaumharze. Dieser Schaumstoff reflektiert den Schall in mittleren und hohen Frequenzen. Hier ist der Strömungswiderstand entscheidend: Dieser sollte möglichst hoch sein, um die Schallwellen zu absorbieren. Auch Steinwolle eignet sich für diese Art von Schallabsorbern. Für tiefere Sequenzen hingegen eignet sich der Akustikschaum nur bedingt. Greife hier zu aktiven Absorbern wie einer elektronischen Bassfalle. Für Breitbandabsorber und Deckensegel kannst du ebenfalls auf Schaumstoff setzen.
Schallabsorber bauen – Videoanleitung
So baust du einen Schallabsorber
6 Schritte
1Menge und Maße bestimmen

Auf einen Blick
Größe und Menge der Absorber bestimmen
Faustregel: 10 bis 20 Prozent der Wandfläche
Maße berechnen und anzeichnen
2Bauteile zuschneiden und abschleifen

Auf einen Blick
Platte, Leisten und Kanthölzer zusägen
Schnittkanten abschleifen
3Grundgerüst verschrauben



Auf einen Blick
Jeweils zwei Holzlatten mit Winkeln verschrauben
Zusätzliche Winkel anbringen
Holzplatte einsetzen
Rahmen um Platte verschrauben
Platte mit je einem Winkel pro Seite befestigen
4Abstandhalter anbringen



Auf einen Blick
Kanthölzer positionieren
Löcher vorbohren
Kanthölzer mit Rahmen verschrauben
5Dämmmaterial einsetzen



Auf einen Blick
Schutzkleidung anlegen
Steinwolle zuschneiden
Steinwolle einsetzen
6Absorber bespannen und aufhängen



Auf einen Blick
Absorber mit Stoff bespannen
Stoff festtackern
Schallabsorber aufhängen
Das benötigst du für dein Projekt
Holzplatte
Holzleisten
Kanthölzer
Steinwolle
Stoff (z.B. Molton)
Stich- oder Kappsäge
Akkubohrschrauber
Handtacker
Schraubzwingen
Werk- und Spanntisch
Winkel
Schrauben
Silikon
Zollstock
Schleifpapier
Tackernadeln
Bleistift
Cuttermesser
Dübel








