Hand mit Schleifpapier und Holzleiste

Holz schleifen – Schritt für Schritt

Holz lässt sich entweder manuell mit Schleifpapier oder mit Schleifgeräten schleifen. Diese Anleitung zeigt, wie beim Holz schleifen und den Vorbereitungsarbeiten am besten vorzugehen ist.

Wie lässt sich Holz richtig schleifen?

Generell können alle Schleifarbeiten sowohl per Hand mit Schleifpapier
und Handschleifklotz oder mit elektrischen Schleifmaschinen durchgeführt werden. Allerdings vereinfacht ein passendes Schleifgerät die Arbeit deutlich und ermöglicht optimale Ergebnisse. Eine besonders wichtige Rolle spielt außerdem das zu Ihrem Vorhaben passende Schleifmittel.

Für das Schleifen lassen sich folgende Werkzeuge empfehlen: Bei den Elektrogeräten besteht die Wahl zwischen dem Bandschleifer für sehr große Flächen, dem Schwingschleifer für das grobe Schleifen, dem Exzenterschleifer für feine Schleifarbeiten und dem Deltaschleifer für Ecken, Kanten und Zwischenräume.

Bei den manuellen Werkzeugen ergänzen sich Schleifklotz und Schleifschwamm in ihrer Funktion: Der Schleifklotz ist für Flächen und Kanten, der Schleifschwamm für Profile und gewölbtes Holz geeignet. Die Werkzeuge können in der Regel mit Schleifpapier in 6 oder mehr unterschiedlichen Körnungsstufen ausgestattet werden, von grob (Körnung 6 bis 30) bis sehr fein (Körnung 220 bis 1000).

Das richtige Schleifmittel oder Schleifpapier ist für ein optimales Schleifergebnis besonders wichtig. Das erste Kriterium bei der Auswahl des passenden Schleifmittels ist das Material der Schleifkörner. Synthetische Schleifmittel aus braunem Aluminiumoxid, rotem Korund oder grauem Siliziumkarbid sind aufgrund ihrer Schärfe und langen Haltbarkeit weit verbreitet. Natürliche Materialien sind weniger lang haltbar und eignen sich daher eher für weicheres Holz.

Je nach Holzhärte sollte auch die sogenannte Streuung bei der Auswahl des Schleifmittels beachtet werden. Diese gibt an, wie dicht die Schleifkörner zusammenliegen. Bei weichen Hölzern wie Kiefer oder Fichte eignet sich eine offene Streuung mit Zwischenräumen zwischen den Schleifkörnern. Beim Schleifen entsteht viel Abtrag, der so leichter entfernt werden kann. Schleifpapier mit offener Streuung setzt sich entsprechend nicht so schnell zu wie Schleifmittel mit einer dichten Streuung. Diese werden besonders bei Hartholz und Lack eingesetzt.

Holz schleifen ist häufig die Vorbereitung beim Renovieren, Lackieren oder Lasieren, beim Möbelbau oder bei Bastelarbeiten.

Holz schleifen

5 Schritte

1
Grobschliff
Hände mit Deltaschleifer und Staubsauger auf Holztreppe
Auf einen Blick
  • Holz fixieren
  • Holz längs zur Maserung schleifen
  • Holzstaub entfernen
So wird es gemacht

Legen Sie das Holz je nach Größe und Form auf Werkbank oder Arbeitsbock und fixieren Sie es mit Schraubstock, Zwingen oder Klemmen.

Verwenden Sie für den Grobschliff Werkzeug mit mittlerem Schleifpapier in der Körnung 40 bis 60 und schleifen Sie das Holz längs zur Maserung. Üben Sie beim Schleifen nur wenig Druck aus, um zu vermeiden, dass sich Hitze entwickelt, die dem Schleifpapier und dem Klettverschluss bei Schwing- und Exzenterschleifern schaden kann.

Die Annahme, die Arbeitszeit elektrischer Schleifmaschinen würde sich durch den erhöhten Druck verkürzen, erweist sich als falsch: Sie werden lediglich im freien Lauf gebremst. Entfernen Sie nach dem ersten Schliff Holzstaub mit Handbesen oder Lappen.

2
Holz befeuchten
Hand mit Schwamm auf Holz
Auf einen Blick
  • Holz mit Schwamm befeuchten
  • Holz trocknen lassen
So wird es gemacht

Befeuchten Sie das Holz nach dem Grobschliff mit einem Schwamm und lassen Sie es trocknen – so erhalten Sie ein besonders feines Schleifergebnis. Durch das Wässern des Werkstücks richten sich die Holzfasern auf und können im Anschluss weggeschliffen werden. Das Wässern ist vor allem bei Holzstücken relevant, die später mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, z. B. Badezimmer- oder Gartenmöbel. Wässern Sie aber auch Werkstücke, die später mit einem Oberflächenmittel behandelt werden, das keinen anschließenden Schliff erlaubt, z. B. Beize.

3
Mittelschliff
Hände mit Schleifpapier auf Holz
Auf einen Blick
  • Mittleres Schleifpapier am Schleifwerkzeug anbringen
  • Holz quer zur Maserung schleifen
  • Holzstaub entfernen
  • Holz wässern
So wird es gemacht

Wählen Sie nach dem ersten Wässern und Trocknen mittleres Schleifpapier in Körnung 80 oder 120 aus und bringen Sie es am Schleifwerkzeug an. Schleifen Sie das Holz quer zur Maserung. Üben Sie dabei wenig Druck aus und gehen Sie gleichmäßig vor. Holzstaub mit Handfeger oder Lappen entfernen und Werkstück erneut mit feuchtem Schwamm wässern.

4
Feinschliff
Hand mit Schleifpapier auf Holz
Auf einen Blick
  • Feines Schleifpapier am Schleifwerkzeug anbringen
  • Holz längs zur Maserung schleifen
  • Holzstaub entfernen
So wird es gemacht

Beim Finish, auch Endschliff genannt, wird die Oberfläche nochmals abgeschliffen. Befestigen Sie nun feines bis sehr feines Schleifpapier mit Körnung 180 bis 240 am Schleifwerkzeug und schleifen Sie das Werkstück abschließend in gleichmäßigen Bewegungen längs zur Maserung mit wenig Druck, um eine optisch hochwertige und glatte Oberfläche zu schaffen.

Nach den Schleifarbeiten bleibt oft eine Menge Abrieb zurück. Diesen sollten Sie möglichst direkt nach dem Schleifen entfernen. Besonders nach der Bearbeitung von Bodenflächen ist dieser Arbeitsschritt wichtig, weil der Abrieb den fein geschliffenen Boden zerkratzen kann. Die groben Schleifrückstände können einfach mit einem Handfeger und einer Schaufel aufgenommen werden. Den feinen Holzstaub entfernen Sie am besten mit einem feuchten Tuch. Wenn möglich, verzichten Sie auf den Einsatz eines Staubsaugers. Besonders feine Staubpartikel können das Gerät dauerhaft beschädigen.

5
Ergebnis der Schleifarbeiten kontrollieren
Mensch mit Lampe und Hand auf Holz
Auf einen Blick
  • Unebenheiten mit den Fingern ertasten
  • Unebenheiten längs der Maserung wegschleifen
So wird es gemacht

Kontrollieren Sie das Schleifergebnis, indem Sie mit den Fingern langsam über die Oberfläche streichen und Unebenheiten ertasten. Diese Stellen können Sie nun gegebenenfalls nachbearbeiten. Hierfür schleifen Sie die störenden Holzfasern mit Schleifpapier in der Körnung 180 bis 120 längs der Maserung weg. Auch eine Lampe kann bei der Überprüfung der Oberfläche helfen: Wird die Leuchtquelle seitlich an die Fläche gehalten, sind Unebenheiten mit bloßem Auge zu erkennen.

Wenn Sie für das Holzschleifen das richtige Schleifwerkzeug gewählt haben und sorgfältig in mehreren Schritten arbeiten, erhalten Sie das gewünscht glatte Ergebnis.

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Schleifpapier zum manuellen Schleifen
  • Schleifpapier für Schleifmaschinen
  • Lappen
  • Schwamm
  • Schleifer
  • Schraubstock, Zwingen oder Klemmen
  • Werkbank
  • Arbeitsbock
  • Handfeger

Tipp

Bei einigen Hilfsmitteln macht ein Kauf aufgrund der hohen Anschaffungskosten nur dann Sinn, wenn Sie sie auch für weitere Projekte nutzen werden. Alternativ können Sie solche Produkte auch mieten statt kaufen.

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