
Materialien für Küchenfronten
Lies in diesem Ratgeber, welche Materialien für Küchenfronten zur Auswahl stehen und welche Eigenschaften, Vor- und Nachteile diese haben. Erfahre, wie du Materialien am besten kombinierst und deine Küche optisch aufwertest.
Welche Küchenfronten gibt es?
Bei Materialien für Küchenfronten gibt es eine große Auswahl, um deiner Küchenzeile ein individuelles Aussehen zu verleihen. Auch für kleinere Küchen wie die Mini-Küche gibt es diverse Möglichkeiten. Die beliebtesten Materialien sind Kunststoff, Holz, Lack oder Glas. Aber auch Beton, Laminat oder Edelstahl bieten sich für die Gestaltung der Küchenfronten an. Mit den Fronten entscheidest du außerdem, wie deine Griffe aussehen sollen oder ob du grifflose Türen und Schubladen bevorzugst.
Neben der Optik solltest du auch praktische Kriterien in die Entscheidung miteinbeziehen. Das Material muss abwaschbar, langlebig, säureresistent und stoßfest sein. Dieser Ratgeber zeigt dir alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Oberflächenarten.






Kunststofffronten aus Melaminharz
Küchenfronten aus Kunststoff nennt man auch Melaminharzfronten. Bei der Herstellung werden mit Melaminharz getränkte Dekorpapiere unter hohem Druck auf eine Trägerplatte gepresst. Eine umlaufend verklebte Kante sorgt für einen dichten Abschluss.
Melaminharzfronten existieren für zahlreiche Designs. Die Auswahl reicht von Dekors in Unifarben über Holznachbildungen oder Betonoptik bis hin zu trendigen Mustern. Dank der breit gefächerten Farbpalette kannst du farbliche Akzente setzen, die die Küchenzeile auflockern. Kunststofffronten gibt es mit glänzender oder matter Oberfläche. Glänzende Oberflächen lassen durch die entstehenden Lichtreflexionen kleine Küchen geräumiger und großzügiger wirken.
Tipp: Melaminharzfronten sind widerstandsfähig, belastbar und pflegeleicht. Für häufig genutzte und stark beanspruchte Küchen sind sie eine gute Wahl mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.


Folienfronten
Folienfronten sind in der mittleren Preisklasse anzusiedeln und sind in einer großen Vielfalt an Farben, Mustern, Dekors und Designs erhältlich.
Bei diesen Küchenfronten wird eine Kunststofffolie in einem thermoplastischen Verfahren unter Vakuum über das Trägermaterial gezogen und verklebt. Die Folie umschließt dabei auch Ecken und Kanten, wobei die Rückseite von Folienfronten meistens aus einer weißen Standardbeschichtung besteht.
Folienfronten sind pflegeleicht, müssen allerdings vorsichtig behandelt werden. Ein Nachteil ist, dass sich Kratzer in diesem Material kaum ausbessern lassen.
Hinweis: Bei der Montage über dem Herd oder der Geschirrspülmaschine ist Vorsicht geboten, denn die Folie kann empfindlich auf Wasserdampf reagieren und sich ablösen oder Blasen werfen. Hier können spezielle Hitzeschutzbleche helfen.


Lackfronten
Lack bringt Licht und Farbe in die Küche. Durch die Lichtreflexionen auf den Oberflächen wirkt die Küche geräumiger und je nach Lichteinfall entstehen interessante Effekte.
Küchenfronten aus Lack wirken edel und modern. Durch die Vielfalt an Farben lassen sich wunderbar Akzente setzen und weiche Übergänge schaffen. Lackfronten sehen nicht nur schick aus, sie sind auch robust und strapazierfähig.
Die Lackierung besteht aus dem eigentlichen Lack und einem Härter. Dadurch ist die Oberfläche von Lackfronten ähnlich hart und kratzfest wie ein Autolack. Durch die Lackierung ist das Material absolut dicht versiegelt und damit wasserfest und hitzebeständig. Feuchtigkeit hat deshalb keine Chance, in das Trägermaterial einzudringen und die Küchenfront aufquellen zu lassen. Je nach Politur sind Lackfronten in matt oder glänzend erhältlich.
Matte Lackfronten bieten den Vorteil, dass sie pflegeleichter sind, weil Fingerabdrücke und leichte Kratzer weniger schnell sichtbar sind. In dieser Ausführung wirken die Fronten ruhiger.
Tipp: Die Oberfläche ist pflegeleicht und kann beim Reinigen poliert werden. Fingerabdrücke entfernst du optimalerweise mit einem weichen Baumwolllappen, Mikrofasertücher vermeidest du am besten.


Glasfronten
Lange Zeit wurden Glasfronten hauptsächlich verwendet, um einzelne Akzente in der Küche zu realisieren. Doch inzwischen setzen sich auch Kücheneinrichtungen mit ganzheitlicher Glasfront in immer mehr Haushalten durch.
Das Glas wird in den meisten Fällen ohne Rahmen direkt auf eine Trägerplatte aufgebracht. Dies sorgt für eine eigene und faszinierende Tiefenwirkung. Bei Fronten aus Glas kommt nur Einscheibensicherheitsglas (ESG) zum Einsatz, sodass selbst bei Bruch oder Beschädigung keine Verletzungsgefahr besteht. Ein großer Vorteil von Küchenfronten aus Glas ist, dass sie hitzebeständig und kratzfest sind.
Verwende zum Reinigen der Glasfronten ein weiches Mikrofasertuch. So entfernst du Fingerabdrücke und Fettablagerungen zuverlässig. Die Kombination von Glasfronten mit Küchenschränken aus Glas ist harmonisch und gibt dir die Möglichkeit, weitere Materialien wie Holz oder Kunststoff zu integrieren.


Materialien für Küchenfronten im Überblick und Preisvergleich
| Kunststoff matt | |
|---|---|
| Preis | € |
| Langlebigkeit | sehr langlebig |
| Pflegeaufwand |
|
| Kunststoff glänzend | |
| Preis | € |
| Langlebigkeit | sehr langlebig |
| Pflegeaufwand |
|
| Lackfronten | |
| Preis | €€€ |
| Langlebigkeit | robust und strapazierfähig |
| Pflegeaufwand |
|
| Folienfronten | |
| Preis | €€ |
| Langlebigkeit | widerstandsfähig und langlebig |
| Pflegeaufwand |
|
| Glasfronten | |
| Preis | €€€ |
| Langlebigkeit | langlebig, solange das Glas keinen starken Stößen ausgesetzt ist |
| Pflegeaufwand |
|
| Holzfronten | |
| Preis | €€ |
| Langlebigkeit | langlebig |
| Pflegeaufwand |
|
| Preis | Langlebigkeit | Pflegeaufwand | |
|---|---|---|---|
| Kunststoff matt | € | sehr langlebig |
|
| Kunststoff glänzend | € | sehr langlebig |
|
| Lackfronten | €€€ | robust und strapazierfähig |
|
| Folienfronten | €€ | widerstandsfähig und langlebig |
|
| Glasfronten | €€€ | langlebig, solange das Glas keinen starken Stößen ausgesetzt ist |
|
| Holzfronten | €€ | langlebig |
|
Grifflose Fronten
Ein aktueller Trend in der Küchengestaltung sind Küchenschränke mit grifflosen Fronten. Sie wirken im Vergleich zu Küchen mit klassischen Griffelementen ruhig, einheitlich und elegant. Perfekt verarbeitete matte Fronten kommen am besten zur Geltung, wenn sie keine Griffe haben, sondern mit fugenlosen, laserverschweißten Kanten aufwarten. So entsteht ein geradliniges und geschlossenes Frontenbild.
Für einen komfortablen Eingriff auf Türen, Schubkästen und Auszüge sind an grifflosen Küchen ergonomisch geformte Griffmulden angebracht. Auch Push-to-Open-Mechanismen sind eine Lösung für grifflose Fronten. Durch leichtes Andrücken der Schublade oder des Küchenschranks öffnet sich dieser ein Stück.
Nicht nur ästhetisch überzeugen grifflose Fronten. Auch das Reinigen der Fronten wird erleichtert. Ecken und schwer zugängliche Stellen unter Griffen entfallen bei dieser Küchenausfertigung, was die Fronten pflegeleicht macht.


Das steckt dahinter: Trägerplatten in der Küche
Alle Schrankfronten bestehen im Rohzustand aus Trägerplatten. Nach dem Zuschnitt wird in unterschiedlichen Verfahren die gewünschte Oberfläche aufgebracht. Als Trägermaterial können Kunststoff (HPL), Spanplatten oder MDF-Platten dienen.
Spanplatten: Bei der Herstellung von Spanplatten werden Holzspäne und Leim in mehreren Schichten zu einer Platte gepresst. Sollen die Kanten profiliert werden, müssen Anleimer verwendet werden, da die Platten selbst nicht homogen sind.
MDF-Platten: MDF steht für mitteldichte Faserplatte. Zu ihrer Herstellung wird sehr präzise zerfasertes Nadelholz zu Platten gepresst. Die Holzfasern verlaufen dabei in Längs- und in Querrichtung, sodass ein homogener Werkstoff entsteht. Durch den feinen Aufbau können Kanten und Flächen der MDF-Platten abgeschrägt oder profiliert werden.
HPL-Platten: HPL bedeutet High Pressure Laminate und bezeichnet unter Hochdruck mit Melaminharz gepresste Platten aus Schichtstoff. Dieser Schichtstoff ist hitzebeständig, geruchsneutral und lässt sich weiterverarbeiten.
Beim Küchenbau kommen neben Spanplatten häufig MDF-Platten zum Einsatz. Sie sind stabil, verbiegen sich kaum, lassen sich leicht bearbeiten und eignen sich aufgrund ihrer gleichmäßigen und ebenen Oberfläche ideal für die weitere Bearbeitung.








