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Jemand streicht Küchenmöbel oder Küchenschränke weiß.

Wenn die Fronten deiner Küche in die Jahre gekommen sind oder du deine Küchenmöbel farblich neu gestalten möchtest, kannst du sie streichen. Lacke und Farben frischen deine Möbel auf und geben ihnen einen neuen Charakter. Wie du eigene Designs mit Pinsel und Rolle umsetzt, welche Farbe die richtige ist und wie du deine Küchenmöbel streichst, erfährst du in diesem Ratgeber.

Wie streicht man Küchenfronten?

Wenn deine Küchenzeile und deine Küchenmöbel in die Jahre gekommen, aber trotzdem noch funktionell sind, kannst du sie mit einigen Schönheitskorrekturen wieder auffrischen. Mit einem Anstrich verleihst du deiner Küche schnell und preisgünstig ein neues Aussehen.

Beim Streichen von Küchenmöbeln ist die Wahl der richtigen Farbe entscheidend. Hochwertige Küchenmöbellacke lassen sich einfach verarbeiten und sorgen für optimale Ergebnisse.

Bevor du mit dem Streichen beginnst, solltest du die Küchenfronten gründlich reinigen und sie von Schmutz, Fett und anderen Verunreinigungen befreien. Verwende dafür einen kraftvollen Haushaltsreiniger oder einen Anlauger. Schraube bei diesem Arbeitsschritt auch gleich die Griffe ab.

Schleife nun die Küchenfronten mit Schleifpapier ab, befreie sie anschließend mit einem feuchten Tuch von Staub und lass sie gut trocknen. Nach dem Schleifen streichst du die Fronten mit einer Grundierung vor und lässt auch diese gründlich trocknen.

Anschließend trägst du den Küchenmöbellack auf. Lackiere die Küchenmöbel bei Bedarf ein zweites oder drittes Mal, um eine deckende Schicht zu erhalten.

In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Küchenfronten erneuern kannst.

Küchenmöbel schleifen für optimale Ergebnisse

Ein Handwerker schleift eine Küchenmöbeltür.

Echtholzküchen, zum Beispiel Landhausküchen oder klassische Küchen aus Buche, sollten vor dem Lackieren sorgfältig geschliffen werden. Dazu schleifst du die Oberflächen in einem Grobschliff mit Schleifpapier in grober Körnung von 80–100 zuerst vor.

Geeignete Schleifmaschinen erleichtern die Arbeit. Für Falze, Ecken und schwer zugängliche Bereiche verwendest du am besten einen Deltaschleifer. Größere Flächen bearbeitest du sauber mit einem Schwingschleifer.

Nach dem Grobschliff schleifst du die Küchenfronten mit einem Schleifpapier mittlerer Körnung von 120–150, um den Grobschliff zu glätten. Riefen, Kratzer oder Unebenheiten im Holz kannst du mit Holzspachtel ausfüllen. Abschließend schleifst du die Oberfläche mit feinem Schleifpapier, das eine Körnung von 180–220 hat, um die Oberfläche sehr fein zu glätten. Je sauberer du arbeitest, desto besser wird das Ergebnis der Lackierung aussehen.

Eine melaminharzbeschichtete Küchenfront benötigt nur ein leichtes Anschleifen, um einen guten Halt für die Grundierung zu schaffen.

Wische die Flächen nach jedem Schleifgang sorgfältig ab. Schleifstaub solltest du gründlich entfernen, da er bei den nachfolgenden Arbeiten für ein unsauberes Ergebnis sorgen kann.

Hinweis: Küchenmöbel mit geölten Holzoberflächen sind meist schwer zu lackieren. Das Öl dringt tief in das Holz ein und umschließt die Holzfasern. Es lässt sich durch Abschleifen nicht gut entfernen, sodass die Farbe auf geöltem Holz nicht haftet.

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Küchenfronten neu lackieren

Jemand streicht eine Küchenmöbeltür Weiß.

Nachdem du den Küchenschrank vorbehandelt hast, beginnst du mit dem Lackieren der Küchenfronten. Um die Haftung des Lackes auf folierten oder melaminharzbeschichteten Küchenschränken zu optimieren, solltest du zuerst eine Grundierung auftragen. Als Grundierung eignet sich zum Beispiel ein Acryl-Multigrund oder eine Universalgrundierung auf Wasserbasis. Ist deine Küche bereits lackiert oder besteht sie aus Echtholz, kannst du die Grundierung weglassen und nach dem Schleifvorgang direkt den Lack auftragen. Streiche am besten in Richtung der Maserung, das heißt in den meisten Fällen von oben nach unten.

Die Farbe sollte für eine gute Haftung nicht zu dick aufgetragen werden. Besser ist es, den Lack dünn aufzutragen und bei Bedarf mehrmals zu streichen. Nach jedem Anstrich sollte die Farbe gut durchtrocknen. Plane dafür jeweils 4-6 Stunden pro Farbschicht ein. Eine vollständige Aushärtung und Belastbarkeit ist nach etwa 7 Tagen erreicht. Bei lösemittelbasierten Farben solltest du sogar 12-24 Stunden bis zum nächsten Anstrich und 14 Tage bis zur vollständigen Aushärtung warten. Beachte dazu auch die Angaben des Herstellers.

Grundsätzlich sollten die Küchenfronten möglichst zwei- bis dreimal lackiert werden. Bei Küchenmöbellacken wie Kreidefarbe reichen meist zwei Schichten, da hier noch eine Grundierung verwendet wird. Acryllacke bringst du für optimale Ergebnisse idealerweise in drei Schichten auf.

Für feine, glänzende Lackoberflächen solltest du auch zwischen den einzelnen Lackiergängen nochmals schleifen. Hochglanzlackierungen erreichst du, wenn du nach jedem Anstrich immer wieder mit Schleifpapier in feiner Körnung schleifst und anschließend eine weitere Lackschicht aufträgst. Zwischen den Lackschichten ist eine Körnung von 220–320 ideal, um die Oberfläche leicht anzurauen und Unebenheiten zu beseitigen. Je mehr Schleifgänge und je feiner das Schleifpapier, desto glänzender wird die Oberfläche.

Küchenschränke in Petrol.
Küche in Dunkelgrau.
Küchenschrank in Ocker.
Eine Frau streicht einen Küchenfront Weiß.

Welche Farbe für Küchenmöbel?

Bei der Wahl des Lackes ist das Material der Küchenfront entscheidend. Für Echtholz verwendest du am besten einen Acryllack. Da dieser Lack auf Wasserbasis ist, riecht er kaum. Er ist zudem wasserverdünnbar, sehr robust gegen Abrieb, Kratzer und Feuchtigkeit und in vielen Farbtönen erhältlich.

Bei einem melaminharzbeschichteten Untergrund verwende einen speziellen Küchenmöbellack, wie zum Beispiel Kreidefarben. Kreidefarben erzeugen eine matte, samtige Oberfläche und habe eine hohe Deckkraft. Sie lassen sich leicht verarbeiten und haften ohne Vorbehandlung sehr gut auf fast allen Oberflächen. Küchenmöbellacke bekommst du ebenfalls in vielen Farbtönen.

Für eine Küchenfront aus Kunststoff eignet sich ein spezieller Kunststofflack. Nutze vor dem Anstrich eine Kunststoffgrundierung als Haftvermittler, um die Haftung des Lackes zu optimieren.

Tipp: Auch Arbeitsplatten aus Massivholz verleihst du mit einem Anstrich neuen Glanz. Am besten eignet sich für Arbeitsplatten aus Holz ein spezielles Holz-Öl. Dieses dringt tief in die Poren ein und härtet dort aus. Neben einer frischen Optik bringt es deiner Arbeitsplatte eine widerstandsfähige Oberfläche.

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Geeignete Werkzeuge zum Lackieren

Für das Lackieren deiner Küchenmöbel bieten sich unterschiedliche Werkzeuge an. Gleichmäßige Ergebnisse und saubere Kanten erzielst du mit einem Farbsprühgerät. Damit erreichst du auch schwer zugängliche Bereiche problemlos. Halte das Sprühgerät etwa 20–30 cm von der Oberfläche entfernt und bewege es gleichmäßig in parallelen Bahnen, ohne zu stoppen. Zu nahes Sprühen führt zu Farbansammlungen, zu großer Abstand erzeugt Sprühnebel. Um Streifen und ungleichmäßige Schichten zu vermeiden, sollte sich jede Sprühbahn etwa 50 % mit der vorherigen überlappt.

Das Lackieren mit dem Farbroller ist die einfache und kostengünstige Alternative zum Farbsprühgerät. Lackrollen ermöglichen dir vor allem auf glatten, ebenen Flächen einen gleichmäßigen Farbauftrag.

Bei Lackierungen mit dem Pinsel bleiben die Pinselspuren meist deutlich sichtbar. Diese Optik kann in manchen Fällen gewollt sein, etwa bei einer Landhausküche, die in weiß lackiert wird. Wenn du die Spuren des Pinsels nicht sehen möchtest, solltest du idealerweise Lackrollen zum Lackieren verwenden.

Jemand rollt einen Farbroller in einer Farbwanne.
Jemand streicht einen Küchenschrank mit einem Pinsel.

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Küchenfronten streichen ohne Abschleifen

Für einen gleichmäßigen, gut deckenden Anstrich ist es in der Regel notwendig, die Oberfläche der Küchenmöbel zuerst sorgfältig zu schleifen. Um Zeit und Arbeit zu sparen, kannst du je nach Untergrund aber auch auf das Anschleifen der Küchenschränke verzichten.

Furnierte Küchenmöbel solltest du ohnehin je nach Stärke der Oberflächenbeschichtung möglichst nicht oder nur wenig schleifen. So bleibt die Küchenoberfläche erhalten und ebenmäßig.

Willst du deine Küchenschränke lackieren ohne sie vorher zu streichen, verwendest du am besten geeignete Spezialfarben. Für Küchenmöbel sind Kreidefarben oder Kalkfarben eine gute Wahl.

Bedenke, dass du Küchenmöbel in diesem Fall besonders sorgfältig reinigen solltest. Neben Staub und Verschmutzungen solltest du auch Beschichtungen aus Wachs oder Politur auf der Küchenoberfläche gründlich entfernen.

In einigen Fällen ist ein Anschleifen der Küchenmöbel allerdings unverzichtbar. Das gilt zum Beispiel für sehr glatte Oberflächen. Nur durch einen gründlichen Anschliff erreichst du eine gute Haftung. Auch auffällige Flecken auf der Küchenfront solltest du nach Möglichkeit abschleifen.

Jemand gießt Farbe in eine Farbwanne um.
Küchenschrank in türkis mit orangenem Dekohuhn daneben.
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FAQ – Fragen und Antworten zum Streichen von Küchenmöbeln

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