
Ergonomie in der Küche
Dieser Ratgeber gibt dir Tipps für die Planung der Ergonomie in deiner Küche. Erfahre, wie du die richtige Arbeitshöhe bestimmst, Laufwege optimierst und die Arbeitsflächen in der Küche ergonomisch gestaltest.
Wie lässt sich eine Küche ergonomisch planen?
Ergonomie ist die Lehre von der optimalen Anpassung der Arbeitsumgebung und -geräte an die Bedürfnisse des Menschen. Als Arbeitsplatz sollte eine Küche so geplant sein, dass reibungsloses, schnelles und körperlich schonendes Arbeiten möglich ist. Dabei sollten vor allem auch die Arbeitsabläufe in die Planung miteinbezogen werden.
Ziel ist es also, die idealen Bedingungen für deine Arbeit in der Küche zu schaffen, denn diese Tätigkeit macht in vielen Haushalten einen Großteil der wöchentlichen Hausarbeitszeit aus. Damit du kräfteschonend arbeiten kannst, sollte die Küche auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sein und die Ergonomie eine zentrale Rolle bei der Planung spielen. Die Höhe der Arbeitsfläche sowie die Anordnung der Küchenbereiche sollten vorher genau geplant werden.
Tipp: Kleine Helfer wie herausziehbare oder über Sensoren gesteuerte Brausen erleichtern das Arbeiten in der Küche und verbessern die Ergonomie.
Küche ergonomisch planen und auf eigene Bedürfnisse ausrichten
Auf folgende Fragen solltest du vor der Küchenplanung eine Antwort finden, um die Ergonomie in der Küche oder im Hauswirtschaftsraum umzusetzen:
Welche Person nutzt die Küche am meisten?
Zu welcher Tageszeit wird die Küche am häufigsten genutzt?
Wird die Küche hauptsächlich zum Kochen, Backen oder Zubereiten von kleinen Speisen genutzt?
Ist die hauptnutzende Person Rechtshänder oder Linkshänder?
Soll die Küche barrierefrei gestaltet sein?
Höhe der Küchenarbeitsplatte
Beim Zubereiten von Speisen auf der Arbeitsplatte wird oft leicht gebückt gearbeitet, was langfristig der Rückenmuskulatur und den Bandscheiben schadet.
Um dem vorzubeugen, passt du bei einer individuellen Küchenplanung die Arbeitshöhe der Küchenplatte deiner Körpergröße an, damit du bequem arbeitest und deinen Rücken dauerhaft schonst. Das gilt für jede Küchenform, auch bei Pantry- und Mini-Küchen. Die Arbeitsplatte liegt durchschnittlich auf einer Höhe von 85 cm bis 95 cm. Der Abstand zwischen deinen angewinkelten Ellenbogen und der Arbeitsplatte sollte bei etwa 15 cm bis 20 cm liegen. Für leichtere Arbeiten ist ein knapper Abstand von 10 cm bis 15 cm zu empfehlen. Für schwerere Arbeiten sollte der Abstand etwas mehr betragen.
So ermittelst du die richtige Arbeitshöhe der Küchenplatte in der Küche: Stelle dich aufrecht, aber entspannt hin, winkle die Arme locker am Ellbogen an und strecke die Hände nach vorn. Miss nun mit einem Zollstock die Distanz vom Küchenfußboden bis zu den angewinkelten Ellbogen und ziehe vom Ergebnis circa 15 cm ab.
Wird die Küchenzeile oder die Einbauküche häufig von mehr als einer Person genutzt, kannst du bei der Berechnung zusätzlich bis zu 5 cm nach unten oder 10 cm nach oben variieren. Auch die Kombination von Arbeitsplatten auf unterschiedlichen Höhen ist denkbar, wenn mehrere Personen die Küche nutzen.
Tipp: Das Ermitteln der auf deine Bedürfnisse abgestimmten Arbeitshöhe übernehmen unsere OBI Küchenplaner gern für dich.


Die richtige Höhe der Arbeitsfläche in deiner Traumküche ist abhängig von deiner Körpergröße. Hier ein paar Richtwerte für dich:
| Körpergröße | bis 155 cm |
|---|---|
| Höhe der Arbeitsfläche | 85 cm |
| Körpergröße | 160 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 90 cm |
| Körpergröße | 165 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 93 cm |
| Körpergröße | 170 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 95 cm |
| Körpergröße | 175 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 98 cm |
| Körpergröße | 180 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 100 cm |
| Körpergröße | 185 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 103 cm |
| Körpergröße | 190 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 105 cm |
| Körpergröße | 195 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 108 cm |
| Körpergröße | über 200 cm |
| Höhe der Arbeitsfläche | 110 cm |
| Körpergröße | Höhe der Arbeitsfläche |
|---|---|
bis 155 cm | 85 cm |
160 cm | 90 cm |
165 cm | 93 cm |
170 cm | 95 cm |
175 cm | 98 cm |
180 cm | 100 cm |
185 cm | 103 cm |
190 cm | 105 cm |
195 cm | 108 cm |
über 200 cm | 110 cm |
Aufbewahrung und Schranktypen
Beim Planen der Küchenschränke hast du die Wahl zwischen Ober- und Unterschränken, in die du Geschirr, Kochzubehör und andere Utensilien einräumen kannst. Damit du dich nicht zu oft bücken oder schwere Geräte über Kopf aus dem Schrank nehmen musst, unterteilst du deine Küche am besten von unten nach oben.
Schwere Teller, Schüsseln und Töpfe sollten im Sinne der Ergonomie gut erreichbar verstaut sein, wenn sie häufig benötigt werden. Küchenschränke oder Schubladen auf Hüfthöhe sind der ideale Ort dafür. Leichte Gegenstände wie Gläser sind schneller aus einem Oberschrank entnommen und finden am besten weiter oben Platz. Sortiere Elektrogeräte nach der Häufigkeit ihrer Verwendung. Eine Kaffeemaschine, die täglich genutzt wird, platzierst du idealerweise auf Greifhöhe. Ein Gefrierschrank kann in Bodennähe oder als Gefrierfach über dem Kühlschrank platziert werden.
Schränke mit Auszugsystemen erleichtern die Handhabung von Geschirr und Geräten zusätzlich. Ob Unter- oder Oberschrank: Ein Auszug bietet mehr Übersicht und schnellen, unkomplizierten Zugang zu den benötigten Gegenständen. Mit Besteckeinsätzen sind darüber hinaus Messer, Gabel und Löffel sofort griffbereit und gut sortiert.
Die Organisation der Schrankinnenräume ist dann besonders praktisch und somit ergonomisch, wenn das Innere gut einsehbar ist und der Schrank bei bequemer Körperhaltung übersichtlich eingeräumt werden kann.


Positionierung der Küchengeräte, -stationen und -armaturen
Nicht alle Arbeitsflächen in der Küche müssen gleich hoch sein. Das Kochfeld zum Beispiel kann 5 cm bis 20 cm tiefer liegen, um den Umgang mit Töpfen und Pfannen zu erleichtern.
Das Abspülen in der Spülzone vereinfachst du, wenn die Einbauspüle so installiert ist, dass sie circa 10 cm höher liegt als die Vorbereitungszone.
Auch große Einbaugeräte wie Backofen, Kühlschrank und der Geschirrspüler nehmen in ergonomischen Küchen höher gelegene Plätze in Greifhöhe ein. Diese Einbauart erleichtert dir den Zugang: Ohne dich bücken zu müssen, schiebst du Backwaren in den Ofen oder verstaust benutzte Teller in der Geschirrspülmaschine und schonst damit den Rücken.
Tipp: Wer seinem Rücken bei der Küchenarbeit zusätzlich etwas Gutes tun will, kann mit ergonomischen Küchenarmaturen nachhelfen. Mit der „FootControl“ Armatur von Grohe lässt sich der Wasserhahn ohne Hände bedienen, indem du mit deinem Fuß den Sockel des Küchenunterschranks berührst. Zusätzlich erhöhst du durch herausziehbare Brausen deine Reichweite beim Spülen. Auch wenn du einen großen Topf mit Wasser befüllen möchtest, ist eine verlängerbare Brause hilfreich: Den Topf kannst du neben das Spülbecken stellen und musst ihn nicht unter die Brause halten.

Besonders förderlich für die Ergonomie deiner Küche ist eine Grohe Armatur mit FootControl, bei der du das Wasser mithilfe eines Sensors im Fußbereich aktivierst. (Quelle: Grohe)
Anordnung der Küchenbereiche
Küchenplaner empfehlen: Das 5-Zonen-Modell
Für eine alltagstaugliche und ergonomische Küchenplanung kannst du dich am Prinzip der fünf Küchenzonen in Hinblick auf die Arbeitsabläufe orientieren:
1. Bevorraten
2. Aufbewahren
3. Spülen
4. Vorbereiten
5. Kochen und Backen
Ist die Hauptperson in der Küche Rechtshänder, solltest du diese Zonen von links nach rechts anlegen, um kurze Wege zu schaffen. Zudem sollten auch alle Küchengeräte in den jeweils passenden Zonen installiert werden. Die Hauptarbeitsfläche oder Vorbereitungszone, die zwischen Spül- und Kochzone liegt, sollte mindestens 90 cm breit sein.
So funktioniert das System: Du nimmst dir beispielsweise Gemüse aus den Vorrats- oder Aufbewahrungszonen, putzt es in der Spülzone, schneidest es in der Vorbereitungszone und brätst es dann in der Kochzone. Zum Schluss gehen Pfanne und Teller zurück in die Spülzone zum Abwasch.


Laufwege und Mindestabstände einhalten
Neben der Positionierung der fünf Arbeitsbereiche spielen bei einer ergonomischen Küchenplanung die Laufwege eine große Rolle. Da sich der Mensch bogenförmig bewegt, solltest du in der Küche kurze und sinnvolle Laufwege einplanen, die nicht durch hervorspringende Ecken oder Kanten beeinträchtigt werden.
Lass genügend Freiraum, damit du um geöffnete Türen oder herausziehbare Schubladen herum laufen kannst. Das bedeutet eine Mindestbreite von 90 cm für den Gang und ein Radius von mindestens 90 cm bis 120 cm um den Tisch, damit genügend Platz für eine weitere Person ist, wenn bereits jemand am Tisch sitzt.
Zusätzlich ist bei der Küchenplanung das Einhalten von Mindestabständen zwischen den unterschiedlichen Arbeitszonen zu beachten. Zwischen dem Kochfeld und der Spüle sollte ein Abstand von mindestens 80 cm liegen, im Idealfall sogar 120 cm, um Küchengeräte abstellen zu können. Zwischen Kühlschrank und Kochfeld empfiehlt sich hingegen ein Abstand von mindestens 50 cm, um Lebensmittel bereitstellen zu können und beim Kochen genügend Bewegungsfreiheit zu haben.
Tipp: Lass deine Küchenschränke mit dem OBI Küchenplaner individuell anordnen, um den Anforderungen des 5-Zonen-Modells, der richtigen Laufwege und Mindestabstände gerecht zu werden.


Quelle: Blanco







