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Koiteich bauen

Zuletzt aktualisiert: 03.12.20216 MinutenVon: OBI Redaktion
Koikarpfen im Teich, der von Pflanzen umgeben ist.

Ein Koiteich im Garten ist ein attraktiver Blickfang. Die Aufzucht der wertvollen Tiere bereitet zudem vielen Teichfreunden große Freude. Wie du die Anlage selbst bauen und richtig pflegen kannst, zeigen wir dir in diesem Ratgeber.

Was sind Kois?

Die Haltung von Kois ist anspruchsvoll. Die Zierfische brauchen daher einen speziellen Koiteich. Diesen kannst du selbst bauen.

Aber woher kommen Kois eigentlich? Die Fische sind auch als Nishikigoi bekannt. Dies ist Japanisch für Brokatkarpfen. Sie stammen aus Japan und sind auch hierzulande sehr beliebt. Die Tiere werden bis zu 1 m lang, bis zu 20 kg schwer und 60 Jahre alt. Daher ist ein großer Teich für die Haltung notwendig.

Einen Koiteich zu bauen, braucht eine gute Planung und viel Platz. Die Fische bewegen sich viel. Pro Tier benötigst du rund 1.500 l Wasser.

Zwei orange gemusterte Kois im Teich

Jeder Koi braucht etwa 1.500 l Wasser. Plane deinen Teich entsprechend groß.

Koiteich planen

Im Vergleich zu einem klassischen Gartenteich ist ein Koiteich deutlich größer und meist auch tiefer.

Der erhöhte Platz ist notwendig, damit sich die Kois wohlfühlen. Möchtest du zum Beispiel fünf Fische in deinem Koiteich halten, brauchst du mindestens 7.500 bis 8.000 l Wasser. Lege den Koiteich ausreichend tief an: Die Fische überwintern im Teich und benötigen tiefere Bereiche, die auch in kalten Zeiten frostfrei bleiben. Kois ziehen sich dann in Bodennähe zurück.

Hinweis: Aquarien eignen sich nicht als Winterquartier für Kois. Ein Umzug führt bei den Fischen zu großem Stress. Sie werden schnell krank und sterben unter Umständen sogar.

Die tiefste Stelle deines Koiteichs sollte mindestens 1,5 m unter dem Wasserspiegel liegen. Dies reicht in unseren Breiten aus, damit die Kois gut den Winter überstehen.

Tipp: Du musst deinen Koiteich nicht an allen Stellen so tief bauen: Die Tiere benötigen die tiefen Bereiche vor allem zum Überwintern. Gestalte die Zonen passend zur Anzahl der Fische in deinem Teich.

Größe und Standort

Rund 30 m² sollte ein Koiteich groß sein. In kleine Gärten passt ein solcher Teich daher meist nicht. Neben der Größe spielt auch der Standort eine wichtige Rolle. Lege ihn weder in der prallen Sonne noch im totalen Schatten an. Damit ermöglichst du eine gleichmäßige Wassertemperatur. Im Frühjahr liegt sie bestenfalls zwischen 15 °C und 18 °C. Im Sommer benötigen die Fische 20 °C bis 25 °C. Im Winter kommen sie mit einer Temperatur von über 4 °C aus.

Teichbecken oder Teichfolie für den Koiteich?

Eine Person misst eine Teichfolie aus. In einer Hand hält sie eine Schere.

Teichfolie kannst du besonders flexibel einsetzen. Miss sie genau aus und hol dir bei Bedarf Hilfe von Experten, um die passende Größe festzulegen.

Beim Bauen deines Koiteichs kannst du entweder Teichfolie oder eine Teichbecken verwenden. Teichbecken bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Es gibt sie mit unterschiedlichem, aber festgelegtem Umfang, Fassungsvermögen sowie Tiefe.

Flexibler und kostengünstiger ist Teichfolie, die du leichter an die Gegebenheiten der Umgebung anpassen kannst. Damit hast du bei der Gestaltung mehr Freiraum. Achte auf die korrekten Maße, damit die Kois ein artgerechtes Zuhause bekommen, und lasse dir die Größe im Zweifel von einem Profi bestätigen.

Tipp: Viele Kurven und Kanten sehen zwar schön aus, erschweren aber das Verlegen der Teichfolie. Plane daher deinen Koiteich lieber geradliniger. Achte beim Planen und Verlegen, dass die Folie möglichst wenige kleine Falten wirft. In diesen kann sich ansonsten Schmutz ansammeln.

Wie groß deine Teichfolie sein muss, berechnest du vorab. Beachte dabei auch Stufen und Bögen sowie den Überhang für die Kapillarsperre. Im Zweifel kalkulierst du etwas großzügiger.

Teichgrube ausheben und Teichboden glätten

Nach der Planung geht es an das Bauen des Teiches. Die Teichgrube hebst du mit einem Minibagger aus. Gestalte während des Aushubs auch die unterschiedlichen Ebenen.

Zwischen Teichfolie und Boden legst du eine Sandschicht, eine Wurzelschutzfolie oder ein Teichvlies und die Zu- sowie Abflussrohre. Beachte dies, wenn du die Teichtiefe berechnest. Beim Ausgraben fallen einige Kubikmeter an. Plane daher auch die Entsorgung des Aushubs vorab.

Hast du den Teich ausgehoben, glättest du den Boden. Entferne dabei auch alle Wurzeln, Steine und Unrat, der beim Ausgraben hervorkam. Anschließend verlegst du die Rohre und deckst sie ab. Bringe im nächsten Schritt die Sandschicht ein. Danach verlegst du das Teichvlies und die Folie. Außerdem installierst du den Ablauf im Boden.

Wasser einfüllen

Ist das Teichbecken korrekt ausgekleidet, füllst du den Teich zu rund zwei Dritteln mit Wasser. Lass sich alles einige Tage setzen. Prüfe währenddessen, ob das Becken dicht ist. Teste auch den Pumpenkreislauf. Ist alles in Ordnung, füllst du den Teich komplett.

Baue aus der überschüssigen Teichfolie eine Kapillarsperre. Diese verhindert, dass Teichwasser in deinem Garten versickert. Lege die Sperre um den gesamten Koiteich. Schneide noch nicht die überstehenden Folienreste ab, sondern warte noch einige Tage, bis sich die Folie gelegt hat. Ist dies geschehen, prüfst du nochmals die Dichtigkeit und Funktionsfähigkeit des Teiches.

Aus einem Gartenschlauch fließt Wasser in den Teich.

Wenn das Becken dicht ist, füllst du den Teich mit Wasser vollständig auf.

Koiteich mit geeignetem Filtersystem bauen

Eine natürliche Bepflanzung des Koiteiches hilft dabei, eine gute Wasserqualität zu gewährleisten. Die Teichpflanzen filtern das Wasser und bringen Sauerstoff hinein. Je nach Größe des Gewässers ist ein Filter nötig, oder aber mehrere. Sie verhindern, dass die Ausscheidungen der Fische das Becken verschlammen.

Du hast dabei die Wahl zwischen Beadfiltern, Kammerfiltern, Rieselfiltern, Trommelfiltern oder anderen Systemen. Lass dich von Fachleuten beraten, welcher Filter zum Teich passt.

Du benötigst zudem einen Skimmer. Er fängt Blätter und Verschmutzungen auf, die auf der Oberfläche schwimmen.

Die Filter und Pumpen müssen je nach Art auf Teichbodenniveau um das Gewässer verlegt werden. Für diese musst du zusätzliche Gruben ausheben. Die Stromversorgung der Geräte muss sichergestellt werden. Lass dies von Fachleuten erledigen. Entsprechend dem gewählten Filter installierst du die passende Verrohrung und einen Zu- sowie Ablauf.

Koiteich richtig bepflanzen

Erstelle dir einen Pflanzplan, bevor du deinen Koiteich bepflanzt. In diesem legst du die genauen Standorte für deine Ufer- und Wasserpflanzen fest. So siehst auch, wie viele Pflanzen du benötigst.

Verwende robuste Gewächse. Kois fressen sehr zarte Pflanzen auf oder an. Für eine natürliche Umrandung bieten sich hohe Uferpflanzen an, zum Beispiel Bambus, Rohrkolben und andere Ziergräser. Um Kohlenstoffdioxid und Schwebstoffe aus dem Wasser zu filtern, setzt du Wasserpflanzen wie Seerosen. Sie versorgen den Teich auch mit Sauerstoff.

Schwimmpflanzen spenden den Fischen Schatten. Diesen brauchen die Kois, da ihre helle Haut zu Sonnenbrand neigt. Zudem können sie sich unter den Blättern verstecken.

Koiteich pflegen

Ein Kescher im Teich, mit dem Laub abgeschöpft wird.

Fische im Herbst herabfallendes Laub regelmäßig aus deinem Koiteich. Sonst leidet die Wasserqualität.

Einen Koiteich pflegst du in der Regel wie einen normalen Gartenteich. Laub und Algen schöpfst du regelmäßig mit einem Kescher ab. Die Wasser- und Uferpflanzen schneidest du zurück. Einmal im Jahr wechselst du das Teichwasser aus.

Beim Füttern der Kois ist etwas Vorsicht geboten: Die Karpfen haben immer Hunger. Erst, wenn keine Nahrung mehr da ist, hören sie mit dem Fressen auf. Beachte das beim Füttern, damit du sie nicht überfütterst. Prüfe regelmäßig die Qualität des Wassers, den pH-Wert, den Sauerstoffgehalt und weitere Werte. Im Winter fütterst und störst du die Fische nicht. 

Tipp: Spanne ein dünnes, engmaschiges Netz über deinen Teich. Damit schützt du das Wasser vor herabfallendem Laub und die Fische vor Katzen, Wildtieren und Reihern. Die Teichnetze sind meist so fein gearbeitet, dass sie optisch kaum auffallen.

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