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Thymian pflanzen und ernten

Zuletzt aktualisiert: 19.01.20227 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein Bündel Thymianzweige auf Holzuntergrund.

Echter Thymian ist eines der bekanntesten Kräuter der Mittelmeerküche und gleichzeitig eine alte Heilpflanze. Wir geben Tipps zur Pflege und Ernte.

Woher stammt Thymian?

Die Gattung Thymian umfasst verschiedene Gewürz- und Heilpflanzen, die überwiegend aus dem Mittelmeerraum stammen. Einige Arten sind auch in Asien und Teilen Nord- und Westafrikas verbreitet. Den Echten Thymian (Thymus vulgaris) brachten schließlich Benediktiner-Mönche im Mittelalter in ihre Klostergärten, von wo aus er seinen Weg in die heimischen Kräutergärten und Küchen fand. Davor war er bereits bei Ägyptern, Römern und Griechen verbreitet. Der Name des Krauts leitet sich ebenfalls aus dem Griechischen ab: „Thymos“ bedeutet so viel „Kraft“ oder „Mut.“

Wie alle Thymian-Sorten gehört auch der Echte Thymian zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Heute verströmt er seinen würzigen Duft auch hierzulande in Gärten und auf Balkonen und ist aus der Küche kaum wegzudenken.

So sieht Thymian aus

Der Echte Thymian (Thymian vulgaris) ist botanisch gesehen ein immergrüner Halbstrauch. Er erreicht eine Höhe von 10 cm bis 40 cm. In der Breite kannst du mit den gleichen Maßen rechnen. Je älter der Halbstrauch wird, desto stärker verzweigt er sich. Mit den Jahren verholzen seine Triebe im Innern.

Thymus hat graugrüne, linealisch bis hin zu schmal elliptisch geformte Blätter. Diese sind auf ihrer Unterseite leicht behaart. Sie wachsen kreuzgegenständig an den Trieben des Halbstrauchs. Wenn du sie zwischen den Fingern zerreibst, verströmen sie ihr typisches Aroma.

Echter Thymian blüht den ganzen Sommer über von Mai bis Oktober. Die Pflanze entwickelt winzig kleine Lippenblüten von Rosa bis Violett. Diese sind zu Scheinquirlen angeordnet. Besonders Bienen zieht der Thymian mit seinen Blüten an. Aber auch Schmetterlinge nutzen Thymian als Nahrungsquelle.

Nach der Blüte bildet Thymian kleine, unscheinbare Nüsschen. Diese enthalten den Samen.

Hinweis: Die Pflanze neigt zur Selbstaussaat. Möchtest du das vermeiden, schneidest du die Blütenstände einfach ab, bevor sie Früchte bilden.

Neben dem Echten Thymian ist vor allem der Zitronen-Thymian (Thymus x citriodorus) mit seinen gelbgrün gefleckten Blättern und charakteristischem Zitronengeschmack und -geruch bekannt. Winterhart ist dagegen der wild wachsende Quendel, auch bekannt als Feld-Thymian (Thymus pulegioides). Seine glatten Blättchen sind weniger aromatisch.

Der richtige Standort

Thymian im Garten.

Pflanze Thymian an einem Ort, den die Sonne gut erreicht. Der Boden sollte nährstoffarm sein.

Als echte Mittelmeerpflanze benötigt der Thymian einen warmen und vollsonnigen Platz. Sowohl im Kräuterbeet als auch in einer Kräuterspirale oder im Topf gedeiht er gut. Achte darauf, dass sein Standort gut geschützt ist.

Thymian bevorzugt nährstoffarmen, trockenen und sehr durchlässigen Boden. Um den Boden zu verbessern, kannst du dem idealerweise kalkhaltigen Substrat etwas Sand beimischen. Wegen seiner Bedürfnisse gilt der Quendel auch als ideale Pflanze für Steingärten.

Thymian pflanzen

Thymian bekommst du als Jungpflanze im Topf, die du im Frühling ins Freie pflanzen kannst. Zwischen den einzelnen Pflanzen lässt du etwa 20 cm bis 25 cm Platz.

Auf einen Quadratmeter Fläche kommen so rechnerisch etwa 16 Pflanzen.

Tipp: Bevor du die Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz setzt, gewöhne sie Schritt für Schritt an die Sonne.

Tipps zur Pflege von Thymian

Wegen seiner mediterranen Heimat ist Thymian Trockenheit und magere Böden gewohnt. Deshalb braucht er nicht viel Pflege.

Du unterstützt ihn, wenn du bei der Pflanzung im Beet mit etwas Kompost düngst. Das muss aber nicht jedes Jahr sein. Gießen brauchst du gut eingewachsene Pflanzen in der Regel nicht, weil sie auch Trockenphasen überstehen. Ist der Sommer besonders heiß und trocken, hilft es, ihn gelegentlich zu wässern. Kultivierst du Thymus im Topf, ist spärliches Gießen ausreichend.

Im Frühjahr schneidest du die Triebe des Echten Thymians um rund ein Drittel zurück. Dann vergreist er nicht und treibt jedes Jahr wieder kräftig aus. Alle drei Jahre solltest du den Thymus teilen.

Einen Winterschutz brauchen die meisten Arten trotz ihrer Vorliebe für Wärme nicht: Sie sind frosthart. Mit einem Vlies kannst du aber den Blattabwurf im Winter verhindern. Informiere dich vorab, um welche Art es sich handelt, um Frostschäden zu vermeiden.

Gute Beetnachbarn

Thymian und Lavendel im Garten

Kombiniere Thymian in deinem Garten mit anderen Kräutern. Lavendel ist beispielsweise ein guter Pflanzpartner.

Gute Nachbarn für Echten Thymian im Kräuterbeet sind Würzkräuter wie Bohnenkraut, Lavendel, Rosmarin sowie andere Thymian-Arten. Mit Majoran ist Thymian aber nicht verträglich. Pflanze die beiden daher nicht direkt nebeneinander.

Der Duft von Thymian soll übrigens Ameisen, Blattläuse und andere ungebetenen Gäste vom Beet fernhalten.

Thymian ernten

Thymian ernten.

Thymian erntest du die ganze Saison über. So hast du immer genug davon für die Küche parat.

Thymian kannst du über die ganze Saison ernten. Er lässt sich am besten frisch verarbeiten. Willst du ihn trocknen, schneidest du Triebe mit einer sauberen Gartenschere vor der Blüte, am besten mittags. Anschließend hängst du sie kopfüber zum Trocknen auf.

Thymian lässt sich in der Küche äußerst vielseitig einsetzen. Du kannst mit ihm Suppen, Salate und Gemüse, aber auch Fleisch- und Fischgerichte verfeinern. Ähnlich wie Lavendel kannst du ihn außerdem in Potpourris und Duftsäckchen verwenden. Beide Pflanzen vertreiben mit ihrem Aroma Motten.

Heilwirkung von Thymian

Echter Thymian (Thymus vulgaris) ist eine seit Jahrhunderten bewährte Heilpflanze. Sämtliche Bestandteile der Pflanze haben einen starken, würzigen Duft, der auf die enthaltenen ätherischen Öle zurückgeht. Blätter, Blüten und Stängel enthalten außerdem Gerb- und Bitterstoffe.

Du kannst das Gewürz trocknen und als Tee aufgießen. Bei Husten, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen wie Asthma kann eine Lösung aus Thymian zum Inhalieren Linderung verschaffen, denn die ätherischen Öle wirken schleimlösend und entkrampfend. Innerlich angewendet gilt Thymian zudem als verdauungsfördernd und soll unter anderem Blähungen entgegenwirken.

In der Medizin hat man früher auch seine antiseptische Wirkung geschätzt. Als Gurgellösung sollte er beispielsweise den Heilungsprozess bei Zahnfleischentzündungen unterstützen. Noch heute enthalten viele kosmetischen Produkte Thymian, wie beispielsweise Zahnpasta, Mundspülungen, Lotionen oder Badezusätze.

Bei Gichtbeschwerden und Verstauchungen kann eine Tinktur aus Thymian äußerlich angewendet werden. Eine Salbe mit Thymian kommt mitunter auch bei arthritischen Beschwerden wie Rheuma zum Einsatz. In der Aromatherapie sollen die ätherischen Öle des Thymians helfen, Schmerzen abzuschwächen. Sie werden auch bei Erschöpfungszuständen und Depressionen eingesetzt.

Als Arzneimittel dient auch der Kopfige Thymian (Thymbra capitata). Die Pflanze ist mit dem Thymian verwandt. Sie gehört allerdings aus botanischer Sicht zur Gattung Thymbra.

Hinweis: Echten Thymian sollten Schwangere nur sparsam zu sich nehmen. Besser ist es, vorher medizinischen Rat einzuholen. Bei Menschen mit empfindlicher Haut kann die Pflanze allergische Reaktionen und Hautreizungen auslösen.

Sorten-Tipps für Thymian

Thymian der Sorte „Compactus“.

Die Thymiansorte „Compactus“ wird etwa 30 cm hoch und blüht blassrosa.

Hierzulande gibt es einige Wildarten des Thymians. Dazu gehören der Quendel (Thymus pulegioides), der Frühblühende Thymian (Thymus praecox), der Alpen-Thymian (Thymus alpinus) und der Sand-Thymian (Thymus serpyllum).

Weltweit gibt es über zweihundert Arten von Thymian.

Die zahlreichen Sorten des Thymians unterscheiden sich durch:

  • ihre Wuchshöhe
  • ihre Blütenfarbe
  • ihr Aroma

Besonders beliebt sind diese Sorten:

  • „Compactus“: 30 cm hoch und breit, blassrosa Blüten, dunkelgrüne Blätter
  • „Erectus“: wächst aufrecht, bis zu 25 cm, grau-grünes Laub, weiße Blüten, kampferähnlicher Duft
  • „German Winter“: kompakter Wuchs, beliebte Küchensorte
  • „Silver Poesie“: panaschiertes Laub, zartviolette Blüten, hoher Zierwert
  • „Snow White“: reinweiße Blüten, milder Geschmack, 15 cm groß

Thymian vermehren

Thymian lässt sich sortenecht nur auf zwei Wegen vermehren: durch Kopfstecklinge oder Teilung des Wurzelstocks.

Für Stecklinge schneidest du im Frühsommer etwa 10 cm lange, verholzte Triebe ab. Wenn du die Triebspitzen entfernt hast, kommen die Stecklinge in sandig-humose Erde. Eine Abdeckung mit einer Kunststoffhaube sorgt für das richtige Klima.

Durch Teilung bekommst du nicht nur mehrere neue Thymianpflanzen, du verjüngst die Mutterpflanze außerdem. Das Teilen ist daher etwa alle drei Jahre sinnvoll. Damit beugst du dem Vergreisen vor und hältst die Pflanze gesund und blühfreudig.

Thymian sät sich oft selbst aus oder lässt sich aus Samen heranziehen. Ab April kommen die Samen in sandige Anzuchterde. Leicht mit Erde bedeckt keimen die dünn gesäten Samen nach rund zehn Tagen. Im Mai vereinzelst du die Sämlinge dann, sodass sie mit einem Abstand von 20 cm zueinander stehen. Alternativ säst du Thymian direkt mit einem Reihenabstand von 20 cm ins Freie. Das Ergebnis ist aber meist nicht sortenecht. Die so entstehenden Gewächse können sich von der Mutterpflanze stark unterschieden – sowohl in Aussehen als auch im Aroma.

Krankheiten und Schädlinge

Zikade auf einem Holzstück.

Hin und wieder befallen Zikaden den Thymian. Mit reichlich Wasser kannst du sie aber schnell vertreiben.

Thymian ist recht robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Käfer, Raupen und Schnecken lassen Thymian meist in Ruhe. Sie mögen seine ätherischen Öle nicht.

Sehr selten befallen Zikaden oder Blattläuse den Thymian. Sie lassen sich aber meist durch eine kräftige Dusche mit dem Gartenschlauch abspülen und vertreiben.

Befällt Mehltau deinen Thymian, solltest du ihn mit Schachtelhalmsud spritzen.

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