Flieder pflanzen und pflegen
Der Flieder ist dank seiner weißen, gelblichen, oder auch rosa- bis violettfarbenen Blüte ein beliebter Zierstrauch für den Garten. Wie du den Blütenstrauch am besten in deinen Garten pflanzt und ihn richtig pflegst, erfährst du in unserem Ratgeber.
Woher kommt der Flieder?
Botanisch gehört der Flieder (Syringia) zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Mittlerweile gibt es fast 30 Sorten des Strauchs. Ursprünglich war Flieder von Südosteuropa bis Ostasien verbreitet.
Die Auswahl des Flieders war lange Jahre auf nur wenige Sorten begrenzt, weshalb er eine Zeit lang an Beliebtheit einbüßen musste. Dabei ist der Gemeine oder auch Bauernflieder (Syringa vulgaris) eine der ältesten europäischen Gartenpflanzen. Die Hybrid-Formen sind die sogenannten Edelflieder.
Obwohl sie Namensvettern sind, ist Sommerflieder kein klassischer Flieder und nur sehr entfernt mit ihm verwandt. Es handelt sich hierbei um eine andere botanische Pflanzengattung.
Aussehen des Flieders

Der Flieder ist ein Strauch mit intensiv duftenden Blüten. Ungefähr ab Ende April öffnen sie sich.
Lässt du Flieder wachsen, wird er mit den Jahren zu einem großen Strauch. Je nach Art kann die Pflanze bis zu 7 m hoch werden. Zwergsorten bleiben hingegen 1,5 m klein. Flieder wächst aufrecht und kompakt.
Der Strauch besitzt in der Regel einfache, gegenständige und gestielte Blätter. Einige wenige Sorten haben auch ovale, gelappte oder gefiederte Blätter.
Die Blüten öffnen sich zwischen Ende April und Mitte Mai. Sie sind weiß, gelblich, rosa oder auch violett. Die Knospen bilden sich paarweise am Ende der Vorjahreszweige. Schneidest du verblühte Rispen nicht ab, bilden sich aus ihnen Fruchtkapseln mit Samen.
Der richtige Standort für den Flieder
Der Flieder mag es sonnig und kommt auch mit trockener Hitze sehr gut klar. An Standorten mit mehr Schatten wächst er zwar auch, bildet jedoch weniger Blüten und keine besonders kompakte Krone aus.
Als Edelflieder kommen die Sträucher auch hin und wieder in Windschutzhecken zum Einsatz, da die Hybriden sehr windresistent sind.
Was den Boden betrifft, ist Flieder recht anspruchslos. Nur mit Staunässe und dichtem Boden kommt er nicht zurecht. Außerdem kommt es auf die Arten an. Edelflieder bevorzugt einen nährstoffreicheren und trockeneren Boden, während der Kanadische Flieder besser in feuchteren und kalkarmen Böden gedeiht.
Flieder pflanzen
Flieder pflanzt du am besten im Herbst. Dabei sollte das Pflanzloch etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Mische ein bisschen Kompost unter, wenn du den Aushub wieder einfüllst, damit die Pflanze mit Nährstoffen versorgt ist.
Als kleinere Sorte ist Flieder auch für Kübel geeignet. Wähle den Topf jedoch groß genug und vermeide Staunässe. Die beste Zeit zum Umtopfen zwischen Ende Oktober und März.
Pflege des Flieders
Als eingewachsener Strauch ist Flieder sehr pflegeleicht. Auch in trockenen Sommern braucht er keine zusätzliche Bewässerung. Nur auf nährstoffarmen, sandigen Böden ist eine gelegentliche Gabe von Horndünger förderlich für das Wachstum.
Spendierst du ihm im Frühling eine Schicht Kompost, reicherst du auf diese Weise den Boden mit Humus an. Dadurch kann die Pflanze die Nährstoffe und das Wasser besser speichern.
Flieder richtig schneiden

Schneide den Flieder direkt nach der Blüte, damit er auch im nächsten Jahr wieder üppig blüht.
Schneide deinen Flieder das erste Mal im Jahr nach der Blüte mit einer Astschere zurück. Die verblühten Rispen schneidest du über zwei Seitenknospen zurück. Das verhindert zum einen, dass die Pflanze zu viel Energie in die Bildung von Samen steckt. Zum anderen regst du damit das Blütenwachstum für das folgende Jahr an.
Ältere Fliedergewächse kannst du im Herbst mit einem Rückschnitt der Hauptäste auf bis zu 40 cm verjüngen.
Flieder im Garten pflanzen
Flieder eignet sich gut für eine Einzelstellung. Er sieht aber auch in Kombination mit Kolkwitzie, Bauernjasmin oder Weigelie gut aus.
Der Flieder bildet jedoch häufig Ausläufer und dazu ein sehr dichtes Wurzelgeflecht. Das macht die Unterpflanzung nicht einfach. Trockenliebende Stauden oder Zwiebelblumen sind dafür am besten geeignet.
Die verschiedenen Flieder-Sorten

Der Bogen-Flieder ist frosthart. Er blüht etwas später im Jahr als andere Sorten.
Aufgrund vieler neuer Züchtungen gibt es mittlerweile zahlreiche pflegeleichte Flieder-Sorten. Darunter sind beispielsweise der Chinesische Flieder (Syringa x chinensis), der Zwergstrauch (Syringa microphylla), der Zwerg-Duftflieder (Syringa meyeri) oder die besonders frostharten Preston-Hybriden (Syringa x prestoniae).
Die Preston-Hybriden, auch Kanadischer Flieder genannt, sind dank der Frosthärte und ihrer filigranen Blütenrispen so beliebt. Sie blühen etwas später als Edelflieder und werden nur selten höher als 3 m.
Wie lässt sich Flieder vermehren?
Flieder wird heute „wurzelecht“ aus Stecklingen oder im Labor per Meristemvermehrung gezogen. Diese bilden weniger Ausläufer als die früheren, veredelten Sorten.
Willst du Flieder selbst vermehren, stichst du am besten Wurzelausläufer im Frühjahr oder Herbst ab und nutzt diese zur Anpflanzung eines neuen Flieders.
Durch Steckholz werden der Chinesische Flieder, der Bogenflieder (Syringa reflexa) und der Ungarische Flieder (Syringa josikaea) vermehrt. Zwergflieder lassen sich ausschließlich durch Stecklinge vermehren.
Du kannst Flieder auch aussäen. Allerdings gilt das nur für die Wildarten. Dafür erntest du im Oktober die Samen aus den trockenen Fruchtständen, indem du sie abschüttelst. Diese gibst du in Töpfe mit Anzuchterde und hältst sie beständig feucht.
Bis Januar können sie im Freien bleiben. Danach sollten sie in ein unbeheiztes Gewächshaus umziehen. Dort keimen sie dann. Im Frühjahr pikierst du die einzelnen Sämlinge und im Herbst pflanzt du sie in den Garten.
Hinweis: Hast du noch einen sehr alten Fliederstrauch, ist dieser höchstwahrscheinlich veredelt. Dann handelt es sich bei den Abkömmlingen um Wildformen.
Mögliche Krankheiten des Flieders

Die Larven der Fliedermotte sammelst du mit der Hand ab, sobald du sie entdeckst. Sonst drohen braune Blätter am Flieder.
Der Flieder hat einen sehr typischen Schädling: die Flieder-Miniermotte, auch Fliedermotte genannt. Dass der Strauch befallen ist, siehst du, wenn im Mai braune Blätter auftauchen. Dann solltest du den Flieder genau untersuchen. Meist reicht es schon, die Larven per Hand abzusammeln.
Weniger häufig treten Blattläuse und Echter Mehltau auf. Beide Pflanzenkrankheiten richten bei einem Befall jedoch keine größeren Schäden an der Pflanze an.







