Woher kommen Stachelbeeren?
Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) stammen aus der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Sie wachsen in Asien, Europa, Nordafrika und Nordamerika. Woher die Kulturpflanze ursprünglich stammt, ist nicht mehr genau nachzuvollziehen. Stachelbeeren wachsen in Hecken auf nicht zu trockenen Böden. Sie gedeihen aber auch in lichten, etwas feuchten Wäldern sowie an Waldrändern.
Stachelbeeren werden immer beliebter, da ihre namensgebenden Stacheln und die Anfälligkeit für Amerikanischen Stachelbeermehltau weitestgehend beseitigt wurden.
Standort und Boden für Stachelbeeren
Pflanze Stachelbeeren an einen Standort mit leichtem Schatten und vermeide direkte Sonneneinstrahlung. Ansonsten leiden die Früchte an Sonnenbrand. Setze die Sträucher am besten in die Nähe von größeren Gehölzen wie Obstbäume. Im Winter überstehen sie auch tiefe Temperaturen, schütze sie aber vor Spätfrösten.
Der ideale Boden ist locker, humusreich und nicht zu trocken. Einen durchlässigen Sandboden reicherst du mit Humus an. Am besten wachsen Stachelbeeren auf nährstoffreichen, mittelschweren Untergründen mit ausreichender Feuchtigkeit. Vermeide trockene Standorte.

Stachelbeeren pflegen
Trockenheit vertragen Stachelbeeren nicht. Willst du viele Beeren ernten, brauchst du also eine gute Wasserversorgung. Während Trockenperioden wässerst du die Sträucher reichlich.
Die Pflanzen bilden flache Wurzeln. Deshalb musst du vorsichtig sein, wenn du den Boden in der Umgebung bearbeitest. Lege eine dünne Mulchschicht um die Sträucher. Diese verhindert, dass Unkraut wächst und die Erde austrocknet.
Im zeitigen Frühjahr düngst du die Stachelbeeren. Im Mai nach der Blüte gibst du bei Bedarf ein weiteres Mal Dünger. Dafür bietet sich organischer Dünger an wie beispielsweise Hornspäne, Kompost oder Beerendünger. Streue den Dünger breitflächig um die Sträucher und arbeite ihn anschließend flach in den Boden ein.
Erziehung und Schnitt
Stachelbeeren bekommst du in der Regel als Sträucher oder Hochstämmchen zu kaufen. Du hast zudem die Möglichkeit, sie am Spalier zu ziehen. Am leichtesten lassen sich Hochstämmchen ernten, dafür sind Strauchformen langlebiger.
Die Früchte wachsen meist an den einjährigen Seitentrieben älterer Triebe. Schneide die Stachelbeeren regelmäßig mit einer Gartenschere, um mehr Früchte zu erhalten. Hast du Pflanze im Herbst gesetzt, schneidest du bereits im darauffolgenden Frühjahr. Kürze die kräftigsten Bodentriebe um rund ein Drittel ein. Lasse von den Bodentrieben lediglich sechs stehen.
In den folgenden Jahren kürzt du jährlich zwei alte Bodentriebe auf Bodennähe. Mache dies im zeitigen Frühjahr. Zwei einjährige Bodentriebe lässt du stehen. Bodentriebe, die zu lang sind, schneidest du um ein Drittel zurück. Führe sie auf einen Seitentrieb, der nach außen wächst.
Nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr kürzt du ältere, abgetragene Seitentriebe. Lasse kurze Zapfen stehen. Schneide keine einjährigen Seitentriebe, da diese im nächsten Jahr Früchte tragen. Stehen Seitentriebe zu dicht und wachsen nach innen, entfernst du sie.

Stachelbeeren befruchten
Die Blüten der Stachelbeeren können sich selbst befruchten. Für eine bessere Ernte braucht die Pflanze aber eine Befruchtung durch Bienen. Auch unterschiedliche Stachelbeerensorten in der Nachbarschaft sind dabei nützlich.
Stachelbeeren ernten und verwerten
Wann du die frisch-säuerlichen Stachelbeeren erntest, hängt davon ab, wie du sie verwenden willst. Zum Einkochen und für Kuchenbelag erntest du grüne Beeren, die noch nicht ausgewachsen sind. Pflücke sie Ende Mai bis Anfang Juni.
Willst du Konfitüren oder Gelee machen, lässt du die Früchte länger hängen. Ernte sie, wenn sie noch nicht ihre finale Größe haben und noch fest sind. Willst du Stachelbeeren direkt essen, pflückst du sie von Juli bis August. Sie sind zu dieser Zeit weiß und schmecken süß.

Empfehlenswerte Sorten der Stachelbeere
Es gibt gelbe, rote und grüne Stachelbeeren. Manche Arten haben auch weiße Früchte. Grüne und gelbe Sorten sind süßer als rote Beeren. Wichtig ist, dass deine Stachelbeersorten resistent gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau sind.
Mehltauresistente Stachelbeersorten sind:
„Captivator“: rot, mittelfrüh reifend und nahezu dornenlos
„Spinefree“: rot, mittelfrüh reifend und nahezu dornenlos
„Rokula“: rot, mittelfrüh reifend
„Remarka“: große, weinrote Früchte, mittelfrüh reifend
„Redeva“: kleinfrüchtig, rot, sehr ertragreich, spät reifend
„Invicta“: gelb-grüne, mittelgroße bis große Früchte; mittelfrüh reifend; kann an ungünstigen Standorten von Mehltau befallen werden
Stachelbeeren vermehren
Im Spätherbst vermehrst du Stachelbeeren mit Steckhölzern. Wähle dafür einjährige, gut verholzte Triebabschnitte und setze sie direkt ins Beet. Im Sommer vermehrst du die Beeren mit Stecklingen. Verwende halb verholzte Triebe, dann wachsen die Pflanzen in der Regel schnell an.
Eine andere Variante sind Hochstämmchen. Dafür veredelst du im Spätwinter die gewünschte Sorte durch Kopulation. Im Sommer machst du dies durch Okulation. Setze sie auf Stämmchen der Gold-Johannisbeere. Im Vergleich zu den anderen Methoden ist dies etwas anspruchsvoller.
Du kannst Stachelbeeren auch aussäen. Dies ist vor allem empfehlenswert, wenn du neue Sorten züchten willst.

Krankheiten und Schädlinge
Ältere Sorten der Stachelbeere werden oft vom Echten Mehltau befallen. Neue Arten sind hingegen fast resistent gegen die Pilzkrankheit. Meist sind Sträucher an trockenen Standorten betroffen. Einen Befall erkennst du an braunen Triebspitzen. Schneide befallene Zweige heraus und entsorge sie.
Die Rote Stachelbeermilbe, Spinnmilben und Schildläuse befallen Stachelbeeren. Kräuseln sich die Blätter, sind Pflanzen von der Stachelbeer-Blattlaus befallen. Bei zu starker Sonneneinstrahlung erleiden die Früchte einen Sonnenbrand. Dieser zeigt sich an weißlichen Flecken.
Die Blätter werden auch von den Raupen des Stachelbeerspanners befallen. Die Raupen und Falter erkennst du an ihrer weißen Farbe und den bunten Flecken. Ein ernsthafter Schädling ist dieser aufgrund seiner Seltenheit jedoch nicht.









