
Schwarze Johannisbeere pflanzen: So geht es richtig
Wo kommt die Schwarze Johannisbeere her?
Seit Jahrtausenden wächst die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) in Deutschland. In der freien Natur gedeiht der Obststrauch an feuchten Standorten in Auwäldern und Erlenbrüchen. Die Früchte kannst du direkt von der Pflanze essen oder aber auch länger an den Sträuchern lassen, da Schwarze Johannisbeeren nicht so schnell verderben.
Der Strauch wächst bis zu 2 m in die Höhe und bildet fein behaarte Triebe. Die sommergrünen Laubblätter sind auf der Oberseite kahl und auf der Unterseite behaart. Die Blätter der Schwarzen Johannisbeere wachsen im April auf eine Größe von 2 cm bis 5 cm heran und sind rundlich bis leicht gelappt. Wenn du sie zwischen deinen Fingern zerreibst, riechen sie nach Schwarzem Holunder.
Der Beerenstrauch gehört zur Familie der Stachelbeergewächse. Seine Beeren enthalten viel Vitamin C und Anthocyanen. Diese schützen unsere Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale.
Boden und Standort

Wähle für die Schwarze Johannisbeere einen sonnigen Standort mit humus- und nährstoffreicher Erde.
Wenn du die Schwarze Johannisbeere pflanzen willst, brauchst du einen tiefgründigen und möglichst feuchten, humus- und nährstoffreichen Boden in deinem Garten. Besonders aromatische Beeren erhältst du, wenn du den Strauch an einem sonnigen Standort pflanzt. Aber auch an halbschattigen Plätzen kann die Pflanze wachsen.
Pflanzen und Pflege
Du kannst die Schwarze Johannisbeere das ganze Jahr über pflanzen, wenn du sie als Containerpflanze gekauft hast. Dabei wird sie in einem Topf kultiviert und kann mehrere Monate optimal wachsen. Du solltest jedoch darauf achten, dass sie einen festen Topfballen haben, gut durchwurzelt sind und fünf bis sieben kräftige, aufrecht wachsende Triebe besitzen.
Hast du eine wurzelnackte Johannisbeere, kannst du sie im Herbst oder Frühjahr pflanzen. Die Sträucher stehen in einem Topf ohne Erde im Gegensatz zu Containerpflanzen.
Die Schwarze Johannisbeere pflanzt du tief in die Erde ein, um neue Bodentriebe zu fördern. Gieße die neue Pflanze im Anschluss gut an. Aber auch danach braucht sie viel Wasser, denn sie ist empfindlicher gegenüber Trockenheit als Rote Johannisbeeren.
Mit einer Mulchschicht hältst du im Sommer den Boden feucht und Unkraut fern. Alle drei Jahre spätestens solltest du die Johannisbeere im Frühjahr düngen. Dafür kannst du organischen Beerendünger oder Kompost mit Hornmehl verwenden.
Erziehung und Schnitt
Damit deine Pflanze gut wächst, solltest du sie regelmäßig auslichten, da sonst die Hauptäste stark altern. Außerdem würden sich kaum Seitentriebe ausbilden. Nur die fünf kräftigsten Triebe lässt du stehen und kürzt diese um die Hälfte ein. Die übrigen Triebe kannst du mit einer Gartenschere auf Bodenhöhe abschneiden.
Die Blüten und Beeren bilden sich an den langen Haupt- und Seitentrieben des Vorjahres. Nach der Ernte ist es ratsam, etwa einen bis drei alte Haupttriebe abzuschneiden, da sie weniger Früchte tragen. Lasse dafür ein bis drei neue Bodentriebe stehen. Alte Hauptäste erkennst du an ihrer dunklen Rinde.
Der Strauch der Schwarzen Johannisbeere sollte sieben bis zehn Haupttriebe im Alter von maximal vier Jahren haben. Es ist ratsam, pro Hauptast zwei kräftige Seitentriebe stehen zu lassen. Diese werden möglichst steil stehend abgeleitet. Alles, was unter deiner Kniehöhe abzweigt, kannst du komplett entfernen.
Hast du deine Schwarze Johannisbeere vor Jahren gepflanzt und seitdem nicht geschnitten, kannst du sie ganz leicht neu aufbauen. Dafür schneidest du den Strauch im Spätwinter dicht über dem Boden ab. Eine Saison lang trägt der Strauch keine Beeren, danach hat er sich jedoch wieder regeneriert und treibt kräftig aus.
Befruchtung
Die Befruchtung der Schwarzen Johannisbeeren übernehmen Bienen und andere Fluginsekten. Die meisten Sorten können sich selbst befruchten. Hast du jedoch einen zweiten Strauch mit Schwarzen Johannisbeeren gepflanzt, steigert dieser durch Fremdbestäubung zusätzlich deinen Ernteertrag. Rote und weiße Sorten eignen sich nicht dafür, Schwarze Johannisbeeren zu befruchten.
Ernte und Verwertung

Schwarze Johannisbeeren machen sich ganz wunderbar in Kuchen und Torten.
Zwischen Juni und Juli kannst du Schwarze Johannisbeeren ernten. Der Geschmack wird süßer, je länger du die Beeren am Strauch lässt. Du kannst sie direkt vom Strauch essen oder aus ihnen Gelee, Likör, Kuchen, Marmelade, Saft oder andere Süßspeisen machen. Übrig gebliebene Früchte kannst du gekühlt für ein bis zwei Wochen aufbewahren.
Vermehrung
Um die Schwarze Johannisbeere zu vermehren, schneidest du nach dem Blattfall etwa 20 cm lange und ein bis zwei Jahre alte Zweigstücke ab und pflanzt diese in ein schattiges und geschütztes Beet ein. Der Boden sollte locker und humusreich sein, damit die Steckhölzer bis zum Frühjahr Wurzeln ausbilden. Im Sommer kannst du auch junge, noch nicht vollständig verholzte Triebstücke einpflanzen, um einen neuen Strauch zu ziehen.
Diese Sorten lohnen sich
Es gibt zahlreiche Sorten von Schwarzen Johannisbeeren. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in der Frucht- und Traubengröße, Gesundheit, im Reifezeitpunkt, der Frosthärte und dem Geschmack.
- Hedda: Diese Sorte trägt süße und große Früchte, die zum Rohverzehr geeignet sind. Sie sind ab Anfang Juli reif.
- Silvergieters Schwarze: Der Geschmack ist süß und mild. Diese Sorte ist ab Mitte Juni reif.
- Daniels September: Die Früchte sind eher säuerlich, die Beeren sind mittelgroß und besitzen einen hohen Vitamin-C-Gehalt.
- Wellington Schwarze: Ab Anfang Juli reifen die Früchte und bringen einen hohen Ertrag an aromatischen, leicht säuerlichen Beeren.
- Ometa: Die Ometa ist eine reichtragende, robuste Sorte mit langen Trauben und einem guten Geschmack. Sie ist unempfindlich gegen Spätfröste und wird Mitte bis Ende Juli geerntet.
- Titania: Die Titania bringt sehr große Beeren, ist robust und ertragreich in der Ernte. Sie reift ab Mitte Juli.
Krankheiten und Schädlinge

Läuse können deine Schwarze Johannisbeere angreifen. Behalte die Pflanze daher gut im Blick und reagiere möglichst schnell.
Schneidest du regelmäßig deine Johannisbeeren, musst du dir kaum Gedanken über Krankheiten machen, da die Sträucher sehr robust sind. Lediglich Amerikanischer Stachelbeermehltau ist ein Problem. Diesen erkennst du an weißen Pilzsporen, die sich an jungen Blättern, Früchten und braunen Triebspitzen absetzen. Ist ein Strauch durch Mehltau befallen, schneidest du die betroffenen Stellen raus.
Auch bei Frost, langen Trockenphasen oder einer fehlenden Bestäubung kann es passieren, dass die Pflanze Blüten verliert und weniger Trauben bildet. Diese Reaktion wird Verrieselung genannt. Den Boden solltest du deshalb gleichmäßig feucht halten. Wenn du mehrere Schwarze Johannisbeeren nebeneinander pflanzt, verhinderst du ebenfalls dieses Problem.
Eine weitere Gefahr ist die Kleine Johannisbeerblattlaus. Du erkennst einen Befall durch den Schädling an blasig aufgetriebenen Blättern. Entfernst du frühzeitig befallene Blätter und Triebe, kannst du den Schädling schnell beseitigen.





