
Johannisbeeren vermehren: So ziehst du neue Sträucher
Die Vorteile der Johannisbeere
Die Beeren der Johannisbeersträucher sind vielseitig in den verschiedensten süßen Gerichten einsetzbar. Du kannst sie aber auch direkt vom Baum verzehren oder zwei Wochen kühl einlagern.
Neben der Vielseitigkeit in puncto Verwendung braucht die Pflanze im Garten darüber hinaus nur wenig Platz im Garten, ist leicht zu pflegen und robust gegenüber Krankheiten. Eine weitere Besonderheit der Pflanze: Du kannst die Johannisbeere leicht selbst vermehren.
Johannisbeeren vermehren mit Steckholz

Ein einfacher Weg, um Johannisbeeren zu vermehren, ist Steckholz. Schneide hierfür einjährige, kräftige Triebe ab.
Eine Möglichkeit dafür sind sogenannte Steckhölzer – also blattlose Triebstecklinge. Diese nutzt du im Winter, um deine Johannisbeeren zu vermehren. Dafür brauchst du keine Anzuchtkisten mit Folienabdeckung oder Kunststoffhaube, die sonst für die Vermehrung benötigt werden.
Sobald deine Johannisbeeren im Frühwinter ihr Laub abwerfen, kannst du mit der Steckholzvermehrung beginnen. Die dünnen Spitzen eignen sich dafür nicht. Am besten nimmst du kräftige Triebe, die nicht älter als ein Jahr sind. Diese zerschneidest du in etwa der Länge eines Bleistifts, sodass das Steckholz oben oder unten eine Knospe oder ein Auge besitzt. Mit Gummibändern bündelst du dann zehn Steckhölzer zusammen.
Pflanze die Steckhölzer in einem schattigen Gartenbeet ein. Nur die oberen 1 cm bis 2 cm dürfen aus der Erde herausschauen. Der Boden sollte humusreich, locker und gleichmäßig feucht sein.
Bis zum Februar des nächsten Jahres sollten die Steckhölzer unter der Erde bleiben und regelmäßig gegossen werden. Ende Februar wird das Bündel aus der Erde genommen. Am unteren Ende der Steckhölzer sollten nun Wurzeln zu sehen sein. Ist dies bei einigen nicht der Fall, kannst du diese auf den Kompost werfen, da sich aus den Stecklingen keine Johannisbeersträucher mehr ziehen lassen. Halte einen Pflanzabstand von etwa 20 cm in der Reihe ein. Zwischen den Reihen in den Beeten sollten es 30 cm Abstand sein.
Die jungen Johannisbeeren treiben im Frühling neu aus. Erreichen die Austriebe eine Länge von etwa 5 cm, wird es Zeit, dass du sie pinzierst. Dabei entfernst du die Spitzen der Triebe, was die Pflanze dazu anregt, neue Triebe zu bilden. In der Regel wachsen drei bis fünf Neue heran. Nach einem Jahr solltest du die Sträucher umpflanzen und ihnen im Herbst einen endgültigen Platz im Garten geben.
Johannisbeeren vermehren mit Hochstämmchen

Willst du ein Hochstämmchen ziehen, brauchst du eine lange Rute der Gold-Johannisbeere. Damit veredelst du deinen Johannisbeerstrauch.
Die Hochstämmchen-Methode braucht mehr Zeit und erfordert mehr Aufwand als die Steckholz-Methode. Die Grundlage dafür bildet eine lange, bewurzelte Rute der Gold-Johannisbeere, mit der du deine Johannisbeersträucher veredelst.
Für diese Vorgehensweise nimmst du die Gold-Johannisbeere und gehst zunächst bei dem Auspflanzen der Hölzer genauso vor wie bei der Steckholz-Methode. Statt nur die Spitzen zu entfernen, schneidest du jedoch alle Triebe bis auf den stärksten ab.
Dieser wächst bis zum nächsten Frühjahr weiter. Anschließend schneidest du den verbliebenen Trieb dicht über dem Boden auf ein Auge zurück, was zu verstärktem Wachstum führt. Bis zum Herbst bildet sich ein langer neuer Trieb heraus. Die Seitentriebe entfernst du, sobald sie erkennbar sind.
Zwei Jahre dauert die Zucht der Gold-Johannisbeere. Das herangezogene Stämmchen rodest und veredelst du im Januar oder Februar. Für die Veredlung schneidest du die Unterlage mit einem Veredlungsmesser schräg auf die Kronenhöhe ab, die du erreichen möchtest. Dieser Vorgang wird auch Kopulation genannt.
Anschließend schneidest du einen etwa 10 cm langen Trieb – auch Edelreis genannt – der gewünschten Johannisbeer-Sorte schräg an. Um erfolgreich zu veredeln, ist es wichtig, dass beide Schnittflächen eben und gleich lang sind.
Ist dies der Fall, legst du im nächsten Schritt beide Flächen aufeinander. Dabei sollte das Teilungsgewebe in der Rinde Kontakt zum Teilungsgewebe des Gegenstücks haben. Mit Bast oder einer speziellen Veredelungsfolie verbindest du die Veredelungsstelle. Zum Schluss streichst du das Edelreis sowie die Veredelungsstelle mit Baumwachs ein, damit der Trieb beim Anwachsen nicht austrocknet.

Achte beim Veredeln der Johannisbeere darauf, dass sich die beiden Schnittflächen gut verbinden lassen, und fixiere sie dann.
Bevor du das Johannisbeer-Stämmchen einpflanzt, solltest du die Wurzeln mit einer Gartenschere anschneiden. Die Stämmchen benötigen im Vermehrungsbeet mehr Platz als die Steckhölzer: In der Reihe solltest du einen Abstand von 40 cm einrechnen, zwischen den Reihen lässt du 50 cm Platz.
Im Frühjahr bildet das Edelreis neue Triebe aus. Wie bei den Steckhölzern schneidest du die Spitzen wieder ab. Der neue Strauch bildet bis zum Herbst kleine, verzweigte Kronen. Danach trägt die Pflanze wieder Beeren. Möchtest du die Hochstämmchen umpflanzen, solltest du damit warten, bis sie ihr Laub verloren haben.
Du kannst auch Stämmchen-Unterlagen durch sogenannte Abrisse vermehren. Diese entstehen ebenfalls durch die Gold-Johannisbeere. Diese pflanzt du im Herbst oder Frühjahr ein. Ein Jahr lang kann der Strauch normal wachsen. Im nächsten Herbst bzw. Winter schneidest du die Pflanze wieder zurück.
Alle Äste schneidest du dabei bodennah zurück. Im zweiten Jahr wächst die Johannisbeere wieder stark. Sie bildet lange, gerade Triebe aus. Treiben diese aus, bedeckst du sie etwa 20 cm hoch mit lockerer Komposterde. Dem Strauch wachsen dann an der Basis sogenannte Adventivwurzeln. Erst im folgenden Winter entfernst du die Komposterde. Zum Schluss schneidest du die Stämmchen unterhalb der neuen Wurzel von der Mutterpflanze ab.








