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Eine Frau hält Himbeeren in den Händen

Himbeeren finden sich in fast jedem Garten. Sie gehören zu den beliebtesten Obststräuchern. Alles, was du über Himbeeren und ihre Pflege wissen musst, erklären wir dir hier.

Wo kommen Himbeeren her?

Die Himbeere ist Teil der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die meisten Himbeeren, die wir in unseren Gärten anpflanzen, haben die europäische Waldhimbeere (Rubus idaeus) als gemeinsamen Vorfahren. Das macht sie zu einer der wenigen Obstarten, die hierzulande heimisch sind. Man findet den Strauch sogar bis in Höhen von 1.400 m.

Hinweis: Botanisch gesehen sind Himbeeren sogenannte Sammelfrüchte. Sie setzen sich aus vielen kleinen, kugelförmigen Steinfrüchten zusammen. Sie sind also keine Beeren im eigentlichen Sinn.

Zu unterscheiden sind zwei Varianten der Himbeere. Sommer-Himbeeren bilden Blüten an den Ruten aus dem vergangenen Jahr, im Früh- und Hochsommer entstehen die Früchte. Der Entwicklungszyklus ist zweijährig.

Herbst-Himbeeren dagegen blühen und fruchten an den jungen Ruten aus dem gleichen Jahr. Im ersten Jahr bilden die Jungruten schon ab Juli Blüten im oberen Drittel der Triebe. Hier reifen die Früchte von August bis Oktober, bis im Anschluss die Triebteile absterben. Mit dem richtigen Schnitt tragen Herbst-Himbeeren daher zweimal im Jahr Früchte.

So sehen Himbeeren aus

Tiefrote Himbeeren am Strauch

Die Form der Früchte hängt von der Sorte ab. Gleiches gilt für die Farbe.

Je nach Sorte werden Himbeeren zwischen 1 m und 2,5 m hoch. Die Triebe wachsen aufrecht bis leicht überhängend. Ab dem zweiten Jahr verzweigen sich die Triebe in der Regel. Dann tragen sie meist auch Blüten und Früchte. Normalerweise tragen Himbeeren lange, dünne Stacheln. Es gibt aber neuere Züchtungen, die weniger bestachelt sind. Die Blätter sind gefiedert und wechselständig. Auffällig ist zudem die filzig-weiße Unterseite der gezahnten Blätter.

Die weißen Blüten der Himbeere öffnen sich von Mai bis in den Juli hinein und sind zwittrig. Die Früchte sind je nach Sorte rundlich, länglich oder kegelförmig. Bei den Farben sind viele Rot- und Orangetöne vorhanden: von Rosa bis zu Dunkelrot und von Gelb bis Apricot.

Der richtige Standort für Himbeeren

Himbeeren mögen es sonnig und windgeschützt. Ein tiefgründiger, lockerer Boden mit einem hohen Humusanteil ist ideal. Dabei darf der auch leicht sauer sein, pH-Werte von 5,5 bis 6 vertragen die Sträucher gut. Staunässe mögen die Pflanzen gar nicht, weshalb verdichtete Böden eher ungeeignet sind.

Am besten pflanzt du Himbeeren ab Oktober. Ideal ist ein Platz, an dem vorher keine Brombeeren oder Himbeeren gewachsen sind.

Bevor du die Sträucher einpflanzt, lockerst du den Boden und gibst ausreichend Kompost oder humusreiche Pflanzerde in das Pflanzloch. Bedecke die Grundknospen des Strauchs etwa 5 cm hoch mit Erde. Für den Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen kannst du 40 cm bis 50 cm kalkulieren. Pflanze die Himbeeren möglichst direkt nach dem Kauf ein und wässere sie gut, da die empfindlichen Wurzeln sonst austrocknen können.

Tipp: Lehmböden lockerst du einfach mit einer Harke auf und arbeitest grobem Sand und Kompost ein. Ist der Boden stark verdichtet, kannst du auch einen Damm bauen. Er sollte etwa 50 cm hoch sein. Auf diesem pflanzt du die Himbeere ein.

Himbeeren richtig pflegen

Himbeerstrauch wird gegossen

Himbeeren brauchen reichlich Wasser. Gieße sie daher ausgiebig, wenn es über eine längere Zeit hinweg nicht regnet.

Als Flachwurzler ist die Himbeere sehr empfindlich gegenüber Trockenheit und Staunässe. Es hilft, das Beet mit Stroh oder Rasenschnitt zu mulchen. Sollte es längere Zeit nicht regnen, ist ausgiebiges Gießen angesagt.

Mit dem Düngen der Himbeeren beginnst du im März, ein zweites Düngen erfolgt im Juni oder Juli. Bei Sommer-Himbeeren düngst du das zweite Mal erst nach der Ernte. Dafür nutzt du Kompost und Horndünger, alternativ einen speziellen Beerendünger. Wählst du einen mineralischen Dünger, warte mit der ersten Gabe bis Ende März oder Anfang April.

Hinweis: Die flachen Wurzeln der Himbeeren sind sehr empfindlich. Bearbeite den Boden daher nur oberflächlich und bring den Dünger vorsichtig ein.

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Himbeeren schneiden

Den ersten Schnitt spendierst du der Himbeere gleich nach dem Pflanzen: Schneide die Ruten auf gut 20 cm bis 30 cm zurück. Ansonsten hängt der richtige Schnitt von der Variante ab.

  • Sommer-Himbeeren schneiden: Sind die neuen Triebe gute 30 cm lang, wählst du zehn bis zwölf Triebe pro laufendem Meter aus. Den Rest kürzt du auf Bodenhöhe. Die ausgewählten Ruten befestigst du an der Rankhilfe. Nach der Ernte schneidest du die abgetragenen Triebe über dem Boden ab. Die neuen Triebe für die Ernte im nächsten Jahr befestigst du wiederum an der Rankhilfe.

  • Herbst-Himbeeren schneiden: Hier wählst du gut 20 kräftige Triebe pro laufendem Meter aus. Nach der Ernte schneidest du diese komplett herunter. Wenn du remontierende Herbst-Sorten wie Sommer-Himbeeren schneidest, bekommst du sogar zwei Ernten.

Mit Rankhilfen unterstützt du vor allem Sommer-Himbeeren beim Wuchs. So bekommen die Sträucher ausreichend Sonne und werden gut durchlüftet. Herbst-Himbeeren benötigen sie nicht unbedingt, vor allem, weil sie meist einjährig kultiviert werden.

Ein Himbeerstrauch wird kurz über dem Boden abgeschnitten

Wann du deine Himbeeren schneiden solltest, ist eine Frage der Sorte. Man unterscheidet zwischen Sommer- und Herbst-Himbeeren.

Himbeeren ernten und verwerten

Die Erntezeit für Himbeeren ist ab Ende Juni bis in den Herbst hinein, je nach Sorte, Standort und Witterung. Warte, bis die Früchte vollreif sind. Sie reifen nach der Ernte nicht nach. Den richtigen Zeitpunkt erkennst du daran, dass sie sich leicht vom Zapfen, dem Fruchtboden, abziehen lassen. Einen Himbeerstrauch musst du meistens mehrere Male pflücken, da nicht alle Himbeeren gleichzeitig reif werden.

Du kannst die Himbeeren frisch essen, zum Beispiel zu Quark, Eis oder einfach pur. Alternativ lassen sie sich aber auch zu Marmelade, Gelee, Kompott oder Sirup verarbeiten. Auch als Kuchenbelag eignen sie sich perfekt. Weil sie wenig Fruchtsäure enthalten, schmecken Himbeeren sehr süß. Dank der vielen Mineralstoffe und Vitamine gehören sie trotzdem zu den gesunden Naschereien.

Himbeeren lassen sich nicht lange lagern. Daher solltest du sie nach der Ernte schnell verarbeiten oder direkt verzehren.

Tipps für die richtige Himbeersorte

Himbeere "Golden Queen" mit hellgelb bis orangefarbenen Früchten.

Die Himbeersorte "Golden Queen" gehört zu den Sommer-Himbeeren. Sie hat gelbe bis orangefarbene Früchte.

Himbeeren eignen sich gut für den eigenen Garten. Welche Sorte die richtige ist, hängt von den persönlichen Vorlieben ab: Farbe, Geschmack und Reifezeitpunkt variieren dabei teilweise stark.

  • Welche Farbe haben die Früchte?

  • Welche Form haben sie?

  • Wie schmecken die Himbeeren? Süß, säuerlich oder aromatisch?

  • Wann sollen die Früchte reif sein?

  • Sollen die Sträucher einmal oder zweimal tragen?

Diese Sommer-Sorten sind empfehlenswert:

Glen Clova“: einmaltragend, mittel- bis starkwüchsig, frühreif, selbstfruchtbar, mittelgroße, kegelförmige Früchte, hellrote bis orange Farbe, aromatisch.

Golden Queen“: goldgelbe bis orangegelbe Beeren, frühreif.

Himbostar“: ertragreich, kegelförmige bis rundliche Früchte, mittelrot, süß-säuerliches Aroma.

Malahat“: robust gegenüber Krankheiten, wenige Stacheln, feste und große Früchte, aromatisch.

Meeker“: starkwüchsig, stachelige Ruten, virusresistent, dunkelrote Früchte.

Rutrago“: einmaltragende Sommer-Sorte, starkwüchsig, große und feste Früchte.

Schönemann“: starkwüchsige, traditionelle Sorte, dunkelrote, lange Früchte, süß und aromatisch.

Willamette“: robust gegenüber Krankheiten, empfohlen für den Bio-Anbau, frostfest.

Als Herbst-Himbeeren sind folgende Sorten empfehlenswert.

Aroma Queen“: frühreif ab August, hellrote, feste Früchte mit Waldhimbeer-Aroma, kleinbleibend (bis 180 cm).

Autumn Amber“: apricotfarbene Früchte, Twotimer-Himbeere (trägt zweimalig).

Autumn Bliss“: weitgehend resistent gegen Krankheiten und Schädlinge, niedrige Ruten.

Fall Gold“: späte Sorte, honigfarbene Beeren, große und sehr süße Früchte, Ernte im Sommer an zweijährigen Trieben und Herbsternte an einjährigen Trieben möglich.

Himbo-Top“: starkwüchsig, wenige Stacheln, lange Triebe (Rankhilfe empfohlen), kleine und aromatische Früchte.

Korbfüller“: Herbst-Himbeere, wenige Stacheln, spätreif im ersten Jahr, große und süß-säuerliche Früchte, rote Farbe.

Zefa Herbsternte“: mittelstark wachsend, große und rundliche Früchte mit süß-säuerlichem Aroma.

Himbeeren vermehren

Himbeeren lassen sich recht einfach vermehren. Du trennst einfach die Ausläufer mit einem Spaten ab und pflanzt sie an einem anderen Standort ein. Idealerweise machst du das im Herbst.

Krankheiten und Schädlinge bei Himbeeren

Larve eines Himbeerkäfers

Himbeerkäfer befallen die Pflanzen hin und wieder. Die Larven kannst du auf den Früchten gut erkennen.

Falsche Pflege quittieren Himbeeren leider mit Pflanzenkrankheiten. Anfällig sind sie für Viruskrankheiten wie das Himbeer-Mosaikvirus oder Pilzkrankheiten wie die Himbeerrutenkrankheit. Zur Vorbeugung kannst du die Sträucher mulchen, korrekt pflegen und beim Kauf auf gesunde Pflanzen achten.

Darüber hinaus treten manchmal Blattläuse, Milben oder der Himbeerkäfer auf.

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