
Azaleen – Eigenschaften im Überblick
Azaleen gibt es als Zimmer- und Gartenpflanzen. Welche Eigenschaften die verschiedenen Sorten haben und wie du die Pflanze pflegst, erfährst du in diesem Ratgeber.
Was sind Azaleen?
Azaleen (Azalea) gehören zu der Pflanzengattung der Rhododendren. Es gibt sie als Zimmerpflanze und für deinen Garten. Dabei ist die Zimmerazalee eine Sorte der Indischen Azaleen (Rhododendron-Simsii-Hybriden). Sie ist auch als Topf-Azalee bekannt und stammt ursprünglich aus China.
Gartenazaleen sind größtenteils sommergrüne Rhododendron-Arten. Im Gegensatz dazu sind andere Arten des Rhododendrons immergrün. Es gibt zwei Hauptgruppen bei Garten- und Freilandazaleen: Man unterscheidet Sommergrüne Azaleen, die nach Ort oder Stammart untergliedert werden, und Japanische Azaleen. Sie stammen aus Japan und sind in Mitteleuropa winter- oder halbimmergrün.
So sehen Azaleen aus
Azaleen sind niedrig wachsende Sträucher. Die Sorten wachsen unterschiedlich hoch: Zwergwüchsige werden bis 40 cm hoch, kleinwüchsige erreichen bis zu 80 cm, mittelwüchsige bis zu 150 cm und starkwüchsige wachsen über 150 cm in die Höhe.
Insbesondere Japanische Azaleen wachsen niedrig. Sie haben kleine Blätter und feine Triebe. Sie werden bis zu 150 cm hoch.
Alle Azaleen wachsen mehr in die Breite als in die Höhe. Je nach Art gibt es sie in unterschiedlichen Farben und Formen. Die Blüten wachsen aber stets in Dolden und sind meist trompetenförmig.
Die Blüten sind je nach Sorte gefüllt oder ungefüllt. Die Blätter erhalten im Herbst eine besondere Färbung. Einige Azaleen haben auch gefärbte Austriebe.
Azaleen blühen je nach Standort zu unterschiedlichen Zeiten. Im Winter oder Frühjahr blühen vor allem Zimmerazaleen (Rhododendron simsii). Sie sind nicht winterhart. Fallen die Temperaturen unter 0 °C, erfrieren sie. Im Sommer stellst du sie an einem schattigen, windgeschützten Platz ins Freie.
Im Frühjahr blühen Gartenazaleen (Rhododendron molle). Die Blüten öffnen sich zwischen März und Mai. Sie sind gelb, orange, rosa, rot, violett oder weiß. Die Blätter sind elliptisch bis eiförmig. Manche Arten haben behaartes Laub oder Drüsen.

Im Winter und Frühjahr blühen in erster Linie Zimmerazaleen.
Standort und Boden
In der Natur kommen Azaleen in kühlen, feuchten Bergwäldern vor. Schütze daher Wildarten in deinem Garten vor Wind und starker Sonnenstrahlung. Pflanze sie unter einer schütteren Baumkrone. Diese lässt normalerweise genügend Licht auf den Boden durch und sorgt gleichzeitig für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit.
Die Wurzeln der Azalee wachsen fast waagerecht. Sie verlaufen also nah an der Oberfläche. Wenige Zentimeter unter dem Boden finden sie ausreichend Humus. Sorge dafür, dass der Untergrund ausreichend feucht ist. Vermeide aber Staunässe. Der Boden sollte einen pH-Wert zwischen 4 und 5 haben.
Zimmerazaleen stellst du an einen Standort mit einer Temperatur von etwa 15 °C. Ist es wärmer, musst du sie öfter gießen. Ist der Platz nicht optimal, verliert die Blume Blätter und Knospen. Für wärmere Standorte empfiehlt sich die Sorte „Christine“.
Stelle Zimmerazaleen ab Mitte Mai unter einen Laubbaum. Dort können sie den Sommer über im Schatten stehen. Grabe den Topf in den Boden ein, damit er nicht überhitzt. Hole die Pflanzen wieder ins Haus, bevor der erste Frost kommt. Stelle sie an einen hellen und kühlen Ort.
Erblühende Zimmerazaleen brauchen einen etwas wärmeren Platz. Die Temperatur sollte aber nicht über 18 °C liegen. Sie muss sich langsam an das Klima im Haus gewöhnen.

Starke Sonneneinstrahlung vertragen Azaleen nicht. Pflanze sie besser im Halbschatten.
Azaleen pflanzen
Fast alle Böden musst du vor dem Pflanzen von Azaleen aufarbeiten. Sie sind meist nicht sauer genug. Daher bringst du viel saures, organisches Material in die Böden ein. Dafür verwendest du entweder Torf, kompostierte Rindenfasern, verrottetes Eichenlaub oder Nadelerde.
Setze die Blumen in Pflanzlöcher, die den vierfachen Ballendurchmesser haben. Bereite alles gut vor, denn die feinen Wurzeln können bei weiteren Bodenarbeiten beschädigt werden. Pflanze Azaleen aber nicht zu tief. Dadurch entwickeln sich die Wurzeln nicht richtig. Das führt zu einer schlechteren Blüte.
Pflanze Azaleen im Frühjahr, sobald die Zeit des Frosts vorbei ist. Somit ist ausreichend Zeit, um bis zum Herbst anzuwachsen. Nach der Pflanzung mulchst du die Erde. Bringe eine 3 cm dicke Schicht aus. Damit bleibt die Feuchtigkeit im Untergrund erhalten. Zudem unterdrückst du konkurrierende Pflanzen auf diese Weise.
Azaleen pflegen und schneiden
Bis Mitte Mai düngst du Azaleen mit stickstoffreichen Hornspänen. Verwende salzarme Depotdünger, da die Feinwurzeln ansonsten verbrennen. Gib den Pflanzen viel Wasser, sodass sich ihr Ballen wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt. Tauche die Zimmerpflanzen hierzu am besten in ein Wasserbad, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Überschüssiges Wasser lässt du abtropfen.
Schneiden musst du Azaleen nicht. Entferne aber verwelkte Blütenstände. Willst du einen Korrekturschnitt machen, erledige dies direkt nach der Blüte.
Winterschutz
Schütze Gartenazaleen im Winter mit einer Mulchabdeckung. Dies verhindert, dass der Untergrund gefriert. Gieße bei offenem Boden immer wieder. Dadurch vermeidest du Frosttrocknis.
Azaleen verwenden
Setze kleine Gartenazaleen in Steingärten und Japanische Gärten. Für frei wachsende Hecken oder eine Einzelstellung eignen sich die hohen Arten. Sie sind auch eine gute Vorpflanzung für größere Rhododendren oder für den Heidegarten.

Azaleen sorgen für farbige Akzente in deinem Garten.
Wichtige Arten und Sorten
Sommergrüne Azaleen werden nach ihrer Entstehung eingeteilt. Aus Gent stammt zum Beispiel die Genter Azalee. Sie ist eine der ältesten Züchtungsgruppen. Sie ist auch als Pontica-Azalee bekannt. Sie ist winterhart und erreicht eine Höhe von bis zu 3 m. Ihre Blüten sind trompetenförmig und klein.
Mit den Genter Azaleen verwandt sind Rustica-Azaleen. Ihre Blüten sind gefüllt. Ein alter Name für sie ist „Azalea rustica flore pleno“. Auf die frühere „Azalea mollis“ gehen die Mollis-Azaleen zurück.
Von der nordamerikanischen Azalee „Rhododendron occidentale“ stammt die Occidentalis-Azalee ab. Aus England kommen die Knap-Hill-Azaleen. Sie sind sommergrün und eine beliebte Art. Sie tragen viele bunte Blüten. Zudem sind sie robust und wachsen auch an weniger geeigneten Standorten gut. Im Herbst haben die Blätter eine auffällige Färbung.
Die Japanischen Azaleen haben ebenfalls sehr viele Blüten in auffälligen Farben. Allerdings wachsen sie nur selten über 1 m hoch. Stattdessen breiten sie sich flach aus. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Gruppen wie Arendsii-Azaleen oder Aronense-Azaleen.
Aus der japanischen Stadt Kurume stammen die Kurume-Azaleen. Große Blüten und Blätter bildet die Kaempferi-Azalee. Im Gegensatz dazu steht die Kiusianum-Azalee mit kleinen Blüten und Blättern.
Vermehrung
Azaleen vermehrst du mit Stecklingen. Aber auch die Gewebekultur ist eine erfolgreiche Vermehrungsmethode.

Krankheiten und Schädlinge
Die häufigsten Schädlinge sind Dickmaulrüssler und Spinnmilben. Die Pflanzen werden zudem von der Azaleen-Ohrläppchenkrankheit befallen. Sie verdickt die Blattspreiten und bereift sie weiß. Mehltau breitet sich vor allem auf Knap-Hill-Azaleen aus.








