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Kirschlorbeer – Eigenschaften im Überblick

Zuletzt aktualisiert: 22.04.20216 MinutenVon: OBI Redaktion
Eine Hecke aus Kirschlorbeer mit grünen Blättern.

Der Pflanzensteckbrief über den Kirschlorbeer erklärt dir alles Wichtige zur Anpflanzung im eigenen Garten, Pflege der Blätter, Größe der Heckenpflanze und Bodeneigenschaften. Erfahre außerdem, welche Wuchseigenschaften der Kirschlorbeer aufweist und welcher Standort am besten geeignet ist.

Woher kommt Kirschlorbeer?

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist keine Lorbeer-Art, sondern verwandt mit Kirschen und Pflaumen. Daher ist die Bezeichnung ein wenig irreführend. Vielmehr passt sein anderer Name Lorbeerkirsche weitaus besser. Dieser ist aber weniger bekannt.

Ursprünglich stammt die Wildart aus Kleinasien, wobei der Strauch bis zum Balkan in der Natur vorkommt. Die Alpen sind dabei die natürliche Grenze, denn die immergrünen Blätter sind frostgefährdet.

Die gezüchteten Sorten sind allerdings frosthärter. Und bei einem tendenziell milderen Klima gedeiht der Kirschlorbeer mittlerweile auch nördlich der Alpen.

Kirschlorbeer ist giftig. Die Blätter und die Früchte enthalten cyanogene Glykoside. Die Samen enthalten Prunasin, daraus bildet sich im Magen Blausäure. Kochen zerstört diese giftige Substanz, daher kannst du aus den Früchten beispielsweise Marmelade oder Gelee herstellen.

In der Türkei werden die Früchte des Kirschlorbeers ähnlich wie Rosinen erst getrocknet und dann als Snack oder als Zutat in Gerichten verzehrt.

Immergrüner Zierstrauch mit dichtem Blattwerk

Der Kirschlorbeer ist eine beliebte Heckenpflanze. Ihren Namen verdankt sie den tiefschwarzen Beerenfrüchten, die Kirschen ähneln, sowie der Form des Laubs, das Lorbeerblättern gleicht. Die Pflanze ist anspruchslos und pflegeleicht und kaum anfällig für Schädlinge. Aufgrund ihres dichten Wuchses eignet sie sich für die Hecke auch als Sichtschutz. Was den Kirschlorbeer ansonsten auszeichnet und ob er sich für deine Zwecke eignet, erfährst du in diesem Pflanzensteckbrief.

Früchte am Kirschlorbeer

Der Kirschlorbeer entwickelt erst cremeweiße Blüten und danach kleine, schwarze Steinfrüchte.

Wie sieht Kirschlorbeer aus?

Wilder Kirschlorbeer wird in seiner Heimat bis zu 7 m hoch. Die Gartensorten erreichen hierzulande jedoch maximal 4 m.

Der Strauch ist immergrün mit glänzenden Blättern. Diese sind oberseitig dunkler als auf ihrer Unterseite und ganzrandig. Je nach Art sind sie 5 cm bis 15 cm lang, länglich oder verkehrteiförmig mit einer Spitze.

Im Mai und Juni blüht der Kirschlorbeer. Die cremeweißen Blüten stehen kerzenartig aufrecht und duften intensiv. Aus ihnen reifen Trauben mit Steinfrüchten. Ausgereift sind die kugeligen bis kegelförmigen Früchte schwarz.

Das Blatt einer Kirschlorbeer-Pflanze in Nahaufnahme.

Wuchseigenschaften des Kirschlorbeers

Kirschlorbeer und der verwandte Portugiesische Kirschlorbeer unterscheiden sich je nach Sorte deutlich in den Wuchseigenschaften. Dies betrifft sowohl die Größe als auch die Wuchsbreite und -form.

Kirschlorbeer kann mehrere Meter groß werden. Während die Sorte Otto Luyken nur bis zu 1,5 m hoch wächst, erreicht der Portugiesische Kirschlorbeer Angustifolia stattliche 4,5 m bis 6 m Wuchshöhe.

Novita wird nur 1 m bis 2 m breit. Angustifolia hingegen kommt auf bis zu 5 m Wuchsbreite.

Auch die Unterschiede beim Jahreszuwachs sind deutlich. Otto Luyken wächst 10 cm bis 20 cm pro Jahr, Novita schafft im selben Zeitraum bis zu 50 cm. Letztere Sorte ist daher beispielsweise besser für eine Hecke mit Sichtschutz geeignet.

Standort- und Bodenbedingungen

Dort, wo es im Winter eisige Ostwinde gibt, benötigt Kirschlorbeer einen halbschattigen bis schattigen, windgeschützten Platz. Sonst verursacht die Wintersonne Schäden am Laub. Als Tiefwurzler kommt Kirschlorbeer auch unter Bäumen zurecht.

Der Strauch bevorzugt einen nährstoffreichen, humosen Boden. Dieser darf lehmig sein. Aber auch mäßig trockene bis sandige Böden stellen für den Kirschlorbeer kein Problem dar. Auch beim pH-Wert ist die Pflanze anspruchslos: Das Substrat kann mäßig sauer bis alkalisch sein.

Allerdings reagiert Kirschlorbeer empfindlich auf verdichtete Böden und damit einhergehende Staunässe. Lässt er die Blätter fallen, kann das darauf hindeuten.

Pflanzzeit und Pflege

Die optimale Pflanzzeit für den Kirschlorbeer ist der Herbst. Doch auch das Frühjahr eignet sich für eine Pflanzung. Containerware kannst du ganzjährig einsetzen.

Der Kirschlorbeer und dessen Blätter entwickeln sich optimal auf einem Boden, dem du im Frühjahr Kompost, Hornmehl und Hornspäne beimischst. Echter Mehltau, Schrotschusskrankheit, Dickmaulrüssler und Blattläuse können die Gesundheit der ansonsten robusten Heckenpflanze gefährden.

Hinweis: Je nach Sorte benötigt der Kirschlorbeer Schutz vor niedrigen Temperaturen und Frost. Schütze insbesondere junge Pflanzen und Blätter vor Frostschäden mit einer Abdeckung aus Gartenvlies. Im Sommer hingegen braucht der Kirschlorbeer in langen Hitzeperioden reichlich Wasser.

Kirschlorbeer pflanzen

Bevor du Kirschlorbeer pflanzt, lockerst du den Boden tiefgründig. Als Containerware kannst du den Strauch jederzeit im Jahr pflanzen, solange es frostfrei ist. Empfehlenswert sind aber Frühjahr und Herbst.

Hebe das Pflanzloch großzügig aus. Das heißt, es sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Den Aushub mischst du mit etwas Kompost. Anschließend trittst du die Erde gut fest, damit keine Hohlräume entstehen. Dann wässerst die Pflanze ausgiebig. Damit die Feuchtigkeit im Boden bleibt, gibst du eine Schicht Rindenmulch auf die Pflanzstelle.

Jemand gießt eine junge Kirschlorbeerpflanze mit einer Gießkanne.

Nach dem Pflanzen braucht der Kirschlorbeer reichlich Wasser. Gieße ihn daher ausgiebig an.

Kirschlorbeer zuschneiden

Alle Sorten des Kirschlorbeers sind anspruchslose, pflegeleichte Gewächse. Um die Pflanze in Form zu halten, genügt ein jährlicher Schnitt mit einer Handheckenschere. Die beste Zeit dafür ist die letzte Juni-Woche.

Sollten die Blätter verkahlt sein oder deine Hecke oder dein Baum zu groß werden, kannst du ihn auch unterjährig zuschneiden. Wähle für den Zuschnitt einen frostfreien Zeitraum im Februar aus. Bei sehr großen Exemplaren von mehreren Metern Höhe kannst du deine Pflanze auch im Herbst schneiden. Allerdings kann die Blüte im nächsten Frühjahr daraufhin ausfallen.

Hinweis: Vermeide einen Zuschnitt bei nassem Wetter, da es sonst zu einem Pilzbefall kommen könnte.

Kirschlorbeer als Solitärpflanze nutzen

Kirschlorbeer eignet sich aber auch als Formgehölz für die Solitärstellung. Du kannst ihn kugelig oder quadratisch schneiden. Zur Unterpflanzung von Bäumen eignen sich kleinbleibende oder schwachwüchsige Züchtungen wie „Otto Luyken“ oder „Mount Vernon“.

Kirschlorbeer der Sorte „Otto Luyken“

Kirschlorbeer der Sorte „Otto Luyken“ hat kleines und eher schmales Laub.

Sorten-Tipps

Aus der Wildart des Kirschlorbeers wurden mit der Zeit viele Sorten gezüchtet. Sie unterscheiden sich in ihrer Größe und der Form. Auch die Blätter sehen unterschiedlich aus. Einige Sorten wie „Rotundifolia“ haben große Blätter. Andere Züchtungen wie „Otto Luyken“ oder „Zabeliana“ haben eher kleines, schmales Laub.

Sie variieren zudem in ihrer Winterhärte. “Genolia“ hat zum Beispiel einen säulenförmigen Wuchs und wird bis zu 4 m hoch. Sie ist besonders frosthart. „Novita“ wächst ebenso hoch, wird aber breiter. Bis zu 2 m kann die Sorte ausladen.

„Herbergii“ ist dagegen fast kleinwüchsig mit seinen 2,5 m. Bei „Etna“ ist die Färbung des Austriebs besonders dekorativ.

Kirschlorbeer vermehren

Die Lorbeerkirsche lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren. Wer keine Geduld hat, sollte zu Stecklingen greifen. Dafür nimmst du grüne Triebspitzen als Kopfstecklinge, wenn du im Juni den Strauch sowieso zurückschneidest. Alternativ schneidest du einen Rissling aus dem vorjährigen Holz.

Für die Aussaat sammelst du im Herbst die reifen Früchte, entnimmst ihnen die Kerne und trocknest sie. Danach müssen die Kaltkeimer einige Wochen lang bei etwa 4 °C quellen. Anschließend steckst du sie in eine Mischung aus Gartenboden und Sand und hältst sie weiterhin kühl. Das kann ein kühles Treppenhaus sein oder auch der Kühlschrank.

Sobald aus den Samen Keimlinge geworden sind, stellst du die Töpfe an einen helleren, nicht jedoch wärmeren, Ort. Sind die Sämlinge einige Zentimeter groß, topfst du sie in normale Blumenerde um. Im Herbst können die Jungpflanzen dann in den Garten umziehen.

Krankheiten und Schädlinge

Schrotschusskrankheit am Kirschlorbeer

Die Schrotschusskrankheit tritt immer mal wieder am Kirschlorbeer auf. Gegen den Befall helfen Fungizide.

Kirschlorbeer ist weitgehend unempfindlich gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Am ehesten kommt die sogenannte Schrotschusskrankheit vor. Diese zeigt sich an kreisrunden, gelben bis braunen Flecken auf jungen Blättern. Das befallene Gewebe trocknet aus und es entstehen Löcher. Handelsübliche Fungizide helfen gegen die Pilzkrankheit. Zwei unterschiedliche Präparate solltest du abwechselnd jede Woche anwenden.

Handelst du früh genug, sollten drei bis vier Anwendungen genügen. Ansonsten machst du weiter, bis die neuen Austriebe gesund bleiben.

Als Schädling auf Lorbeerkirschen ist der Dickmaulrüssler sehr weit verbreitet. Seine Larven entwickeln sich im Boden. Als Nahrung nutzen sie die Wurzeln, was die Pflanze bei starkem Befall schwächt. Als erwachsener Käfer frisst er die Blätter. Du erkennst einen Befall mit dem Dickmaulrüssler an seinen charakteristischen Fraßspuren: Du entdeckst dann buchten- oder wellenartig angefressene Blattränder.

Den Käfer selbst zu bekämpfen ist nicht ganz einfach, am besten hilft Absammeln. Die Larven im Boden bekämpfst du am besten mit HM-Nematoden.

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