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Wo kommen Pfingstrosen her?

Früher zählte die Gattung der Pfingstrosen zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Heute bilden sie eine eigenständige Pflanzenfamilie, die Paeoniaceae. Weltweit gehören dazu 32 Arten, die fast alle in Europa und Asien heimisch sind. Nur zwei sind im Westen Nordamerikas zu Hause. Unter den Pfingstrosen (Paeonia) finden sich sowohl Stauden als auch Halbsträucher und Sträucher.

Im Garten werden Stauden- und Strauchpfingstrosen, oft auch Baum-Päonien genannt, schon lange kultiviert. Am häufigsten ist in unseren Gärten die ursprünglich aus den Bergregionen im Süden Europas stammende Gemeine oder auch Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis) zu finden.

Baum-Päonien (Paeonia Suffruticosa-Hybriden) und Edel-Pfingstrosen (Paeonia Lactiflora-Hybriden) haben über ostasiatische Gärten Eingang in unsere Gartenkultur gefunden. Ihre Ursprungsarten kommen in Ostasien in Bergwäldern, teils auch in Steppenregionen der gemäßigten und subtropischen Klimazone vor.

Früher war die Gemeine Pfingstrose hierzulande eine bedeutende Heilpflanze. Zwar sind all ihre Pflanzenteile leicht giftig, dennoch behandelten Ärzte mit ihr unter anderem Gicht. Heute spielt sie in der Medizin keine Rolle mehr, denn ihre Wirksamkeit ließ sich nicht nachweisen.

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Aussehen von Pfingstrosen

Blüte einer Pfingstrose.

Ungefähr ab Ende April beziehungsweise Anfang Mai zeigen sich die ersten Blüten an der Pfingstrose.

Staudenpfingstrosen wachsen horstig-aufrecht und werden bis zu 80 cm hoch. Dicht unter der Oberfläche des Bodens bilden sie knollenartige Speicherwurzeln mit Überwinterungsknospen aus.

Strauch-Päonien dagegen wachsen zu sehr dicktriebigen, aber kaum verzweigten, aufrechten Sträuchern heran. Die größten Sorten kommen aus der Gruppe der Rockii-Hybriden. Sie werden bis zu 2 m hoch. Allerdings wachsen sie nur sehr langsam. Ihre auffallend großen Knospen bilden sie schon früh im Jahr aus.

Itoh-Hybriden oder intersektionelle Hybriden sind eine recht junge Gruppe der Pfingstrosen. Bei ihnen handelt es sich um eine Züchtung aus Stauden- und Strauchpfingstrosen. Sie bilden krautige Triebe und wachsen kräftiger als Lactiflora-Hybriden. Auch sind ihre Blüten größer.

Die Blüten der Staudenpfingstrosen sitzen auf kräftigen Stielen. Diese tragen bis oben unpaarige, gefiederte und meist sehr derbe wechselständige Blätter. Ihre jungen Triebe sind im Frühling oft dunkelrot gefärbt.

Strauchpfingstrosen haben dagegen wechselständiges, meist doppelt gefiedertes, hell- bis blaugrünes Laub.

Staudenpfingstrosen blühen ab Ende April, Anfang Mai. Die Farbe ihrer Blüten reicht von Weiß über Gelb und Hellrosa bis zu Dunkelrot. Sie können schalenförmig oder dicht gefüllt sein.

Strauchpfingstrosen bilden meist erst ab Mitte Mai Blüten. Diese sind allerdings erheblich größer als jene der Staudenpfingstrosen. Bei den Rockii-Hybriden sind selbst Blütendurchmesser von über 25 cm möglich.

Rockii-Hybriden der Pfingstrose.

Die Rockii-Hybriden der Pfingstrose haben besonders große Blüten.

Der richtige Standort für Pfingstrosen

Pfingstrosen stehen anders als fast alle anderen Gartenpflanzen gern in mineralischen, humusarmen Böden. Sie wachsen auch auf schwereren, lehmigen und gleichmäßig feuchten, aber durchlässigen Erden. Pfingstrosen sind ziemlich anpassungsfähig. Lediglich zu trockene Böden vertragen sie nicht.

Ihr Standort sollte vollsonnig sein. Auch im Halbschatten gedeihen Pfingstrosen noch. An ihrem Standort sollte kein Wurzeldruck durch große Gehölze herrschen.

Pfingstrosen in weltlichen Gärten

Netzblatt-Pfingstrose im Garten.

Die Netzblatt-Pfingstrose ist in der asiatischen Steppe heimisch und daher an einem vollsonnigen Standort gut aufgehoben.

Aus Kloster- und Bauerngärten ist die Gemeine Pfingstrose seit Jahrhunderten nicht wegzudenken. Im englischen Cottage-Garden werden Staudenpfingstrosen oft in Kombination mit Pracht-Storchschnabel (Geranium x magnificum) und Frauenmantel (Alchemilla mollis) gepflanzt. Selbst in Japanischen Gärten lassen sie sich gut einbinden. Dort geben sie neben Fächer-Ahorn (Acer palmatum) und Funkien (Hosta) ein schönes Bild ab.

Damit die Pfingstrosen in deinem Garten ebenfalls gut zur Geltung kommen, solltest du Strauchpfingstrosen entweder als Solitärpflanzen in den Vorgarten oder an eine markante Stelle im Beet pflanzen.

Pfingstrosen pflanzen

Beim Pflanzen solltest du auf die Art deiner Pfingstrosen achten. Staudenpfingstrosen pflanzt du flach ein, da sie sonst nur Blätter, aber keine Blüten bilden. Strauchpfingstrosen werden hingegen tief eingepflanzt. Sie werden auf Wurzelstücken von Staudenpfingstrosen veredelt und müssen so tief im Boden stehen, dass ihre Veredlungsstelle sich etwa drei Finger breit unter der Erde befindet. Das Edelreis muss eigene Wurzeln ausbilden, sonst geht es mit der Staudenpfingstrose keine dauerhafte Verbindung ein und verkümmert.

Hat dein Garten einen sehr humusreiche Boden, solltest du diesen mit viel Sand oder Tongranulat abmagern. Außerdem treiben Strauchpfingstrosen zu früh aus und sind Spätfrösten ausgeliefert, wenn sie an zu warmen Standorten stehen. Achte daher darauf, dass du sie nicht zu geschützt pflanzt.

Pfingstrosen schneiden

Eine verwelkte Pfingstrose wird geschnitten.

Im Spätwinter schneidest du die alten Stängel mit den welken Blüten ab. Bei tief verwurzelten Pfingstrosen kannst du auch bis tief ins alte Holz schneiden.

Sind Strauchpfingstrosen gut eingewurzelt, vertragen sie zwar einen stärkeren Rückschnitt bis ins alte Holz, meist brauchen sie diesen aber nicht. Auch ohne regelmäßigen Schnitt bilden sie eine ausgewogene Krone mit vielen Blüten aus.

Bei Staudenpfingstrosen entfernst du im Spätwinter die alten Stängel mit einer Gartenschere.

Pfingstrosen teilen und vermehren

Geschnittene Pfingstrose im Garten.

Die Pfingstrose vermehrst du durch Teilung. Alternativ dazu kannst du auch auf Wurzelstöcke der Staudenpfingstrose veredeln.

Strauchpfingstrosen und Staudenpfingstrosen leben lange und überaltern nicht. Deshalb brauchst du sie auch nicht zu teilen, um sie zu verjüngen. Lass sie lieber wachsen, dann werden sie jedes Jahr prächtiger.

Nur wenn du eine Staude umpflanzen willst, ist es unverzichtbar, sie dabei zu teilen. Tust du dies nicht, wächst sie am neuen Standort nur schlecht an und kümmert oft jahrelang vor sich hin.

Auch die Vermehrung von Staudenpfingstrosen erfolgt durch Teilung. Strauch-Päonien dagegen werden im Frühling auf Wurzelstöcke der Staudenpfingstrose veredelt.

Pfingstrosen richtig pflegen

Fällt im Winter viel Schnee, sind Strauchpfingstrosen bruchgefährdet. Deshalb solltest du im Herbst alle spröden und leicht brüchigen Triebe locker zusammenbinden. So stützen sich die Triebe gegenseitig.

Achte beim Düngen darauf, dass der Dünger nicht zu viel Stickstoff enthält. Dieser schadet Pfingstrosen und macht sie anfälliger für Pilzerkrankungen. Versorge sie besser zeitig im Frühling mit Düngern, die kalium- und phosphatreich sind. Das fördert die Vitalität und den Knospenansatz.

Krankheiten von Pfingstrosen

An ungeeigneten Standorten leiden die Pflanzen häufig an Grauschimmel oder Blattfleckenkrankheiten. Wenn du eine frisch geteilte Paeonie wieder an dieselbe Stelle pflanzt, kommt es bisweilen auch zu einem durch Nematoden (Fadenwürmer) verursachten Kümmerwuchs. Dieses Problem ist auch als Bodenmüdigkeit bekannt.

Wenn du auf deinen kurz vor der Blüte stehenden Pfingstrosen Ameisen findest, ist das übrigens kein Grund zur Aufregung: Die Insekten wollen nur an den Zuckersaft. Davon sondern Paeonien oft so viel ab, dass ihre Knospen regelrecht kleben.

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