
Blaukissen – Eigenschaften im Überblick
Blaukissen begrünen sonnige Steingärten oder Trockenmauern. Lies im Ratgeber mehr über Herkunft, Pflege, Standort, Vermehrung und die beliebtesten Sorten von Blaukissen.
Herkunft von Blaukissen
Blaukissen (Aubrieta) sind beliebte Polsterstauden. Sie gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und weisen rund 12 verschiedene Arten auf. Neue Sorten der Blaukissen sind weniger wüchsig als alte.
Sie kamen um 1700 erstmals auf der Insel Kreta in Griechenland vor und sind aus unkontrollierten Kreuzungen entstanden. Mit dem vermehrten Vorkommen von Steingärten Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auch Blaukissen häufiger als Gartenpflanze angepflanzt.
So wachsen Blaukissen
Blaukissen wachsen niedrig kriechend und erreichen eine Höhe von bis zu 15 cm. Die Polsterstaude ist immergrün. Bei den richtigen Bodenverhältnissen breiten sich Blaukissen schnell im Garten aus.
Blätter, Blüten und Früchte
Die hellgrünen Blätter sind rund 3 cm lang und haben eine ei- bis spatelförmige Form. Der Blattrand ist grob gezahnt.
Blaukissen blühen zwischen April und Mai. Die Stauden gehen je nach Sorte in unterschiedlichen Farben auf. Es gibt sie in Blautönen, Rosa, Rot oder Violett. Aus den Blüten entwickeln sich die eiförmigen Früchte mit flachen und ungeflügelten Samen.

Das Blaukissen blüht zwischen April und Mai. Aus den Blüten entwickeln sich später die Früchte.
Der richtige Standort und Boden
Blaukissen pflanzt du an einen vollsonnigen Standort. Verwende einen mäßig trockenen bis frischen Boden, der idealerweise durchlässig, kalkhaltig und nährstoffreich ist. Sandig-lehmige Untergründe fördern das Wachstum der Staude.
Blaukissen pflanzen
Die beste Pflanzzeit für Blaukissen ist das Frühjahr. Setze die Pflanzen mit einem Abstand von einer halben Wuchsbreite ein und lege ein Kiesbett ins Pflanzloch. Dieses dient als Drainage.
Kombiniere die Polsterstaude mit Bart-Iris (Iris barbata), Gänsekresse (Arabis), Polsterphlox (Phlox subulata), Schleifenblume (Iberis), Seifenkraut (Saponaria), Steinkraut (Alyssum) oder Wolfsmilch (Euphorbia).
Richtig pflegen
Bei einer langen Trockenzeit benötigen die Blaukissen eine Bewässerung. In jedem Jahr nimmst du nach der Blüte einen Rückschnitt vor, damit die Pflanzen dicht bleiben.
Verwende nur selten Dünger, um ihre Winterhärte beizubehalten. Verkahlen deine Stauden von innen, streust du ein wenig humusreiches Substrat vermischt mit Sand aus.
Blaukissen im Garten verwenden
In der Natur kommen Blaukissen in Felsspalten sowie auf grobem Schotter vor. Aus diesem Grund eignen sich die Polsterstauden für Steingärten. Du kannst mit ihnen Mauerkronen oder größere Steinfugen ganzjährig begrünen.
Blaukissen sind auch für größere Flächen geeignet, da sie sich schnell ausbreiten und prächtige Kaskaden hervorbringen. Eine weitere Möglichkeit ist, sie zur Einfassung von Wegen zu verwenden. Alternativ lassen sich Blaukissen auch im Kübel kultivieren. Bienen und andere Insekten nutzen die Stauden im Frühjahr als wichtige Nektarquelle.

Das Blaukissen lässt auch größere Flächen in deinem Garten erblühen.
Beliebte Sorten
Blaukissen gibt es trotz ihres Namens in unterschiedlichen Farben. Neben Blautönen blühen die Pflanzen auch in Karminrot, Rosa oder Weiß. Es gibt auch gefüllte Sorten sowie Arten mit gelbem oder weißem Blütenrand. Beliebte Sorten sind:
Blauviolette Sorten:
„Blue Emperor“: blauviolett, früh blühend, rund 10 cm hoch
„Dr. Mules“: blauviolett, mittelfrüh blühend, remontierende, historische Sorte
„Neuling“: hellblau bis violett, frühblühend, großblumig
„Blaumeise“: dichtes Polster, mittelblaue Blüten, großblumig
„Tauricola“: violett blühend, kompakt, rund 5 cm hoch
Rosafarbene bis rote Blüten:
„Bordeaux“: weinrot, bis zu 10 cm hoch
„Bressingham Pink“: rosafarbene Blüten, gefüllt
„Red Carpet“: leuchtend tiefrot
„Rosengarten“: intensiv rosa gefärbt
„Rotkäppchen“: karminrote Blüten
Weiße Sorten:
„Winterberg“: dichte Polsterbildung, Blüten reinweiß und gefüllt
Sämlingssorten:
„Cascade“: Blüten in Violett, Purpur und Rot
„Novalis Blau“: mittelblau, sehr großblumig, einfach
„Royal Red“: starkes Karminrot
Blaukissen vermehren
Blaukissen kannst du von Februar bis März teilen. Diese Methode führt aber nicht immer zu Erfolg, weil die Teilstücke meist zu wenige Wurzeln haben, um die Blattmasse länger zu versorgen. Im Sommer vertrocknen dann die meisten Stücke.
Dagegen hilft, die Pflanzen gründlich vorzubereiten. Alternativ verwendest du Stecklinge zur Vermehrung. Reine Arten kannst du auch durch Aussaat vermehren.

Blaukissen vermehrst du durch Teilung. Mache das im Februar oder März.
Bewurzelte Ableger ziehen
Blaukissen kannst du durch Ableger vermehren. Wichtig ist dabei die richtige Vorbereitung der Pflanzen. Im Frühling oder Sommer streust du etwas lockere Humuserde über die äußeren Neutriebe. Achte aber darauf, die Blätter nicht zuzuschütten. Die Erde hältst du stetig feucht, sie darf jedoch nicht zu nass sein. Die Triebe sollten in einigen Wochen eigene Wurzeln bilden.
Im Spätsommer stichst du die Ableger ab. Verwende dafür eine Handschaufel und nimm die Ableger mit der Erde aus dem Boden. Pflanze sie an einem neuen Standort wieder ein. Zum Schluss gießt du sie gründlich.
An besonders heißen Plätzen schattierst du die Ableger in den ersten Wochen. Alternativ kultivierst du sie in Töpfen, die du an einen schattigen Ort stellst. Im Herbst pflanzt du sie anschließend in den Garten.
Decke die Jungpflanzen im Winter mit Nadelreisig ab. Die neuen Blaukissen treiben im Frühling kraftvoll aus und zeigen bereits im ersten Pflanzjahr ihre volle Blütenpracht.
Krankheiten und Schädlinge
Blaukissen sind sehr robuste Pflanzen. Bislang sind keine Krankheiten oder Schädlinge bekannt, die die Stauden befallen.






