
Bergenien – Eigenschaften im Überblick
Bergenien zeichnen sich unter anderem durch attraktives Laub mit einer besonderen Herbstfärbung und attraktive Blüten aus. Wir zeigen dir, wie du die Stauden pflanzt und pflegst.
Was sind Bergenien?
Bergenien (Bergenia) gehören zur Familie der Steinbrechgewächse. Die Blattschmuckstauden sind immergrün und winterhart. Zudem gelten sie als vergleichsweise pflegeleicht.
Es gibt sieben bis acht bekannte Arten von Bergenien. Sie stammen alle aus Ostasien. Dort wachsen sie in feuchten Waldgebieten und offenen Hanglagen.
In heimischen Gärten stehen in der Regel Sorten, die von der Altai-Bergenie abstammen. Sie wächst ursprünglich in der Grenzregion zwischen China, Kasachstan, der Mongolei und Russland im Altai-Gebirge.
Blätter und Blüten

Zwischen April und Mai blüht die Bergenie. Die Blüten sind glockenförmig.
Die meisten Bergenien blühen zwischen April und Mai. Es gibt auch Hybride, die im Herbst nochmals blühen. Dies ist bei der Sorte „Herbstblüte“ der Fall.
Die glockenförmigen Einzelblüten wachsen in Trugdolden oder Rispen. Diese stehen an bis zu 50 cm hohen Stielen. Auffälliger als die Blüten sind aber die Blätter: Sie sind bis zu 35 cm groß und rundlich, sattgrün und glänzend. Sorten wie „Abendglut“ haben rötliche Blätter.
Die Herbstfärbung vieler Hybriden zeigt Schattierungen in Bronze, Rot und Violett. Da fast alle Bergenien immergrün sind, behalten sie ihre Blätter auch im Winter. Somit bringen sie auch in den kalten Monaten Farbe in den Garten.
Die Sorte „Eroica“, die auch stärkere Kahlfröste übersteht, hat zum Beispiel eine leuchtend rote Unterseite. „Oeschberg“ hat ebenfalls einen schönen Blattschmuck. Die Pflanze leuchtet im Winter intensiv violett-rot.
Du kannst die Färbung verstärken, wenn du Bergenien an einen nicht zu feuchten und eher nährstoffarmen Standort pflanzt.
Bergenien im Garten verwenden
Bergenien gelten als beliebte Bodendecker. Dies liegt daran, dass sie sich mit ihren Rhizomen schnell ausbreiten und dichte Bestände bilden. Zudem sind sie vergleichsweise robust und schön anzusehen.
Kombiniere die Pflanze mit Stauden und Gräsern, die eine feine Blattstruktur und -größe haben. Dadurch hebst du die auffälligen Blätter gut hervor. Mit unterschiedlichen Seggen-Arten erreichst du zum Beispiel eine bodendeckende Pflanzung. Andere geeignete Pflanzpartner sind Sterndolden, Storchschnabel und unterschiedliche Wolfsmilch-Arten.
Außerdem eignen sich Bergenien für Beeteinfassungen. In Stein- und Kiesgärten sind die Pflanzen mit besonderer Winterfärbung beliebt. Auf den mageren Böden steigert sich zudem die Färbung der Blätter. Die Stauden eignen sich aber auch zusammen mit Farnen und Gräsern als Unterpflanzung für lichte Gehölzgruppen.

Nutze Bergenien als Beeteinfassung. So bringen sie frische Farbe in den Garten.
Bergenien pflanzen
Bergenien werden oft an halbschattige und schattige Standorte gepflanzt, allerdings zeigen sie ihre Blütenpracht erst richtig an sonnigen Plätzen. An solchen wachsen Bergenien auch in der freien Natur. Lediglich die Kaschmir-Bergenie gedeiht im Schatten gut. Sie ist auch die einzige sommergrüne Art. Alle anderen pflanzt du in die Sonne oder in den lichten Schatten. Achte auf einen frischen, nährstoffreichen Boden.
Du pflanzt Bergenien vorzugsweise im Frühjahr an einen geschützten Standort. Willst du sie im Herbst setzen, achte darauf, dass die Staude genug Zeit zum Einwurzeln hat. Denn Bergenien sind anfällig für Spätfröste. Hierzulande fehlt meist eine schützende Schneedecke. Der ideale Platz ist beispielsweise eine Ecke in voller Sonne mit Schutz vor Ostwinden.
Bergenien schneiden
Bergenien schneidest du, wenn die Blüte vorbei ist. Dabei kürzt du verblühte Stiele mit einer scharfen Schere bodennah ein. Allerdings ist ein Schnitt bei den meisten Arten nicht nötig.
Verwelkte Blätter entfernst du im Frühjahr vor allem aus optischen Gründen. Ist die Pflanze im Winter unansehnlich geworden, schneidest du sie radikal zurück. Dies fördert die Bildung von neuen, frischen Trieben.
Bergenien teilen
Es ist nicht nötig, Bergenien zu teilen, um sie zu verjüngen. Die Stauden sind vergleichsweise langlebig und selbst ältere Pflanzen blühen zuverlässig.
Willst du aber den Bestand verkleinern, teilst du sie im Frühsommer nach der Blüte. Stich einige Stücke mit einem Spaten aus. Die abgestochenen Teile pflanzt du an einem anderen Standort wieder ein.
Bergenien pflegen
Einen großen Pflegeaufwand verursachen Bergenien nicht. Pflanzt du sie auf einen frischen, humusreichen Boden, sind sie vergleichsweise anspruchslos.
Bei längerer Trockenheit gießt du die Stauden. Normalerweise kommen die Steinbrechgewächse aber gut mit Trockenphasen zurecht. Vor dem Austrieb im März düngst du die Pflanzen einmal mit Kompost. Im Juni gibst du ein weiteres Mal Dünger.
Nach einigen Jahren können sich Lücken in deinem Bergenien-Teppich ergeben. Diese füllst du, indem du die Rhizome mit einem Messer anschneidest oder mit einem Spaten anstichst. Die Pflanzen treiben an den Schnittstellen neu aus und schließen den Teppich.
Bergenien vermehren

Teile die Bergenie. So machst du aus einer Pflanze mehrere. Setze die Ableger an geeignete Orte in deinem Garten.
Vermehren lassen sich Bergenien durch die Teilung. Dies ist die einfachste Methode. Alternativ brichst du die holzigen Rhizome in Stücke. Sie sollten noch Blätter haben. Anschließend pflanzt du sie wieder ein.
Willst du viele Pflanzen erhalten, vermehrst du Bergenien mit Schnittlingen. Dafür gehst du aber anders vor als bei anderen Stauden. Du schneidest die Stecklinge nicht aus oberirdischen Pflanzenteilen, sondern gräbst zwischen Herbst und Winter das verholzte Rhizom aus. Dann entfernst du alle Blätter und Stiele von den Rhizomen und schneidest sie in 3 cm bis 4 cm lange Stücke.
Achte darauf, dass jedes Stück ein schlafendes Auge hat. Aus diesem treibt die Staude neu aus.
Lege die Schnittlinge waagerecht in einen Topf mit Anzuchterde. Drücke sie leicht in die Erde ein. Zum Schluss bedeckst du die Schnittlinge mit einer dünnen Sandschicht.
Die Mutterpflanze setzt du wieder in die Erde. Sie braucht allerdings mindestens ein schlafendes Auge, um wieder anzuwachsen. Die Schnittlinge bilden nach kurzer Zeit neue Triebe und Wurzeln. Im Frühjahr setzt du die Jungpflanzen in den Garten.
Krankheiten und Schädlinge
Bergenien sind anfällig für Dickmaulrüssler. Du erkennst einen Befall daran, dass die Blattränder den typischen Buchtenfraß aufweisen. Größere Schäden verursachen aber die Larven des Käfers: Sie leben im Boden und fressen die Wurzeln der Pflanze. Du vertreibst sie optimalerweise mit Nematoden, am besten einmal im Frühjahr und ein weiteres Mal im Herbst.
Vor Schnecken sind Bergenien vergleichsweise sicher: Die Tiere meiden die Stauden. Dafür können Blattfleckenkrankheiten auftreten. Bei der Bekämpfung helfen dir Fungizide.








