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Wolllaus an einer Pflanze

Wollläuse sind im Sommer eine Gefahr für deine Gartenpflanzen. Im Winter befallen sie Zimmerpflanzen. Wir zeigen dir im Ratgeber, wie du die Schädlinge erkennst und wieder loswirst.

Was sind Wollläuse?

Wollläuse sind eine Unterfamilie der Schildläuse. Sie sind auch als Schmierläuse oder Wurzelläuse bekannt. Die Insekten erreichen eine Größe von 1 mm bis 12 mm. Es gibt sie auf der ganzen Welt.

Die Schädlinge geben eine wachsartige Substanz ab. Diese umhüllt die Wollläuse. Die wachsartige Substanz schützt die Tiere vor chemischen und physikalischen Einflüssen. Hierzulande sind vor allem die Zitrusschmierlaus und die Langschwänzige Schmierlaus vertreten.

Die Insekten können sich eingeschlechtlich vermehren. Rund alle zwei Monate legen die Weibchen bis zu 600 Eier, wenn die Umgebung geeignet ist. Du findest Gelege von Wollläusen auf Blättern oder im Substrat. Einen Befall erkennt man oft zu spät. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa zehn Tagen die Larven. Dann ist die richtige Zeit, um gegen den Befall vorzugehen.

Weibliche Wollläuse befallen alle Pflanzenteile. Sie sind sogenannte Phloemsauger. Sie saugen sich an der Wirtspflanze fest. Diesen Platz verlassen sie in der Regel nicht mehr. Die verwandten Rebenschmierläuse verhalten sich anders: Sie wechseln ihren Befallsort. Dort finden sie neue Nahrung oder Eiablageplätze.

So erkennst du einen Wolllausbefall frühzeitig

Die Schädlinge schwächen die Pflanze, indem sie an Blättern, Stängeln und Wurzeln saugen. Außerdem sondern die Wollläuse Gifte über ihren Speichel ab. Diese stören das Wachstum der befallenen Pflanze.

Die Tiere sind sehr klein und daher schwer zu erkennen. Auffällig sind die kleinen, weißen Gespinste. Die Insekten geben auch Honigtau ab. Das erhöht die Gefahr eines Rußtaupilzbefalls. Von Wollläusen befallene Blätter verfärben sich gelb. Sie rollen sich zudem ein und fallen ab. Ein starker Befall lässt die Pflanze oft absterben.

Die Insekten breiten sich vor allem an den Wurzeln aus. Daher haben sie auch den Namen Wurzellaus. Nur selten zeigen sie sich an der Oberfläche. Deshalb entdeckt man sie meist zu spät. Oft siehst du erst beim Umtopfen, dass die Schädlinge deine Pflanze befallen haben. An den Innenwänden des Topfes haben sich dann weiße Schmierspuren gebildet.

Gespinste der Wolllaus an Pflanzenstengeln

Wollläuse hinterlassen an den befallenen Pflanzen kleine, weiße Gespinste.

Wollläuse – Häufig betroffene Pflanzen

Besonders beliebt bei den Tieren sind krautige Garten- und Zimmerpflanzen. Betroffen sind oft Gräser, Hülsenfrüchtler und Korbblütler. Wollläuse breiten sich aber auch in Kultur- und Zierpflanzen wie Birkenfeigen, Gummibäumen und Orchideen aus. Selbst Kakteengewächse, Passionsblumen und Yuccas sind nicht sicher. Bei falscher Pflege befallen die Insekten auch Weihnachtssterne.

Gegen Wollläuse vorbeugen

Du kannst einem Befall durch Wollläuse vorbeugen. Untersuche zunächst neue Pflanzen auf einen Befall. Achte auch auf die richtige Pflege deiner Gewächse. Falsch gepflegte Pflanzen werden tendenziell häufiger befallen.

Ebenfalls wichtig ist ein Standort mit ausreichend Licht. Vermeide Plätze mit trockener und warmer Heizungsluft. Lüfte regelmäßig. Dünge deine Pflanze auch nicht mit zu viel Stickstoff. Unterstütze die Blumen stattdessen mit einer regelmäßigen Düngergabe von selbst gemachter Schachtelhalm- oder Brennnesseljauche.

Wollläuse richtig bekämpfen

Hast du Wollläuse in deinen Pflanzen entdeckt, musst du schnell handeln. Betroffene Pflanzen isolierst du zunächst. Stelle sie an einen möglichst hellen und kühlen Standort. Entferne anschließend alle kranken Pflanzenteile.

Im nächsten Schritt bekämpfst du die Schädlinge mit einer Mischung aus 15 ml Spiritus, 1 l Wasser und 15 ml Kernseife oder Paraffinöl. Besprühe die kranken Pflanzen mit der Lösung. Sind empfindliche Blumen wie Orchideen befallen, nimmst du einen Pinsel, um die Mischung aufzutragen. Alle zwei bis drei Tage behandelst du die betroffenen Pflanzen, bis der Befall beseitigt ist.

Mit Wollläusen befallener Philodendron wird von zwei Frauen isoliert.

Von Wollläusen befallene Pflanzen isolierst du. Schneide dann alle kranken Pflanzenteile ab.

Wollläuse an Kakteen bekämpfen

Kakteen behandelst du mit reinem Brennspiritus. Ihre dicke Pflanzenhaut schützt sie vor der Flüssigkeit. Dafür dringt der Brennspiritus durch die Körperhülle der Wollläuse. Dadurch sterben die Insekten schnell ab. Gleichzeitig bleiben die Kakteen unbeschädigt.

Anschließend topfst du die Pflanzen direkt um. Die Methode ist zwar aufwendig, wirkt aber. Sie bietet sich vor allem an, wenn der Befall gering und im frühen Stadium ist.

Wollläuse an den Wurzeln bekämpfen

Sind die Wurzeln der Pflanzen betroffen, topfst du sie sofort um. Dabei entfernst du das Substrat von den Wurzeln. Anschließend entsorgst du die Substratreste im Biomüll. Entsorge sie nicht auf dem Kompost. Dort breiten sich die Schädlinge ansonsten weiter aus.

Mit einem starken Wasserstrahl spülst du die Wurzeln ab. Den Topf desinfizierst du mit Alkohol. Alternativ verwendest du direkt ein neues Gefäß. Topfe die Pflanze in frische Erde ein und gieße sie an.

Tipp: Neues Substrat wie Pflanzerde kannst du auch vor der Verwendung für rund 20 Minuten bei 200 °C in den Backofen stellen. Dadurch tötest du Keime, Viren oder Insektengelege ab.

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Wollläuse mit Nützlingen bekämpfen

Florfliege als Mittel gegen Wollläuse

Die Florfliege ist ein natürlicher Fressfeind der Wolllaus. Auch Schlupfwespen kannst du gegen die Schädlinge einsetzen.

Du kannst Wollläuse auch mit Nützlingen bekämpfen. Gegen einen Befall helfen unter anderem die Larven der Florfliegen, der australische Marienkäfer oder Schlupfwespen.

14 Tage brauchen zum Beispiel Florfliegen, um die Wollläuse anzugehen. Jedoch bleiben oft Schädlinge über. In diesem Fall setzt du die Fliegen ein weiteres Mal ein. Unterstütze die Florfliegen mit verdünntem Honig. Dieser dient als Nahrungsquelle und fördert eine neue Generation der Nützlinge.

Ab 20 °C lohnt sich der Einsatz des australischen Marienkäfers. Allerdings hilft der Schädlingsbekämpfer nur in geschlossenen Räumen. Die Insekten legen ihre Eier direkt in die Kolonien der Schädlinge. Besprühe die Pflanzen regelmäßig mit kalkfreiem Wasser. Dies brauchen die Marienkäfer zum Überleben.

Gegen Wollläuse setzt du auch die Schlupfwespenart „Leptomastix dactylopii“ ein. Du wendest sie in ähnlicher Weise an wie den australischen Marienkäfer. Du kannst Schlupfwespen auch gezielt in deinem Garten anlocken. Dafür brauchst du nur ein Stück Holz. In dieses bohrst du mehrere Löcher. Sie sind etwa 3 mm groß. Lege das bearbeitete Holzstück in deinen Garten. Alternativ hängst du es in einen Baum. Das Holz nutzen die Nützlinge als Lebensraum.

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