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Gefürchteter Mehltau

Viele Nutz- und Zierpflanzen sind anfällig für die Pilzkrankheit Mehltau. Viele Gärtner setzen gegen Echten und Falschen Mehltau Fungizide ein. Dies ist aber nicht zwingend nötig. Mit Hausmitteln wie Mehl oder Backpulver beseitigst du Echten Mehltau ebenfalls. Diese Hausmittel haben allerdings eine geringere Wirkung bei Falschem Mehltau.

Wichtig ist außerdem, dass du stark befallene Pflanzenteile – sowohl beim Echten als auch beim Falschen Mehltau – schnellstmöglich entfernst. Entsorge diese nicht auf dem Kompost oder anderswo im Garten, damit sich die Schimmelsporen von dort aus nicht weiter ausbreiten können.

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Echter und Falscher Mehltau: Was ist der Unterschied?

Echter und Falscher Mehltau sind Pilzkrankheiten. Sie umfassen jeweils eine Gruppe von Pilzen. Diese bestehen wiederum aus unterschiedlichen Arten. Diese befallen jeweils eine bestimmte Wirtspflanze. Dabei kann es sowohl Gemüsepflanzen als auch Zierpflanzen wie Rosen oder Dahlien treffen.

Zum Falschen Mehltau gehört unter anderem Peronospora. Dieser Pilz wächst vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn es feucht und kühl ist. Ist eine Pflanze befallen, erkennst du dies an der Blattunterseite: Ein grauer oder grauvioletter Pilzrasen bedeckt sie. Auf der Oberseite zeigen sich gelbliche Flecken. Das Blatt stirbt nach einiger Zeit ab. Falscher Mehltau befällt beispielsweise Kohlgewächse, Meerrettich, Radieschen, Rettich, Spinat und Zwiebeln.

Echter Mehltau breitet sich dagegen bei gutem Wetter aus. Ein Vertreter dieser Art ist Oidium. Die Arten werden auch „Schön-Wetter-Pilze“ genannt. Einen Befall erkennst du an einem weißlichen Belag auf der Blattoberseite. Der Belag lässt sich abwischen. Er verfärbt sich später schmutzig braun, danach vertrocknen die Blätter. Betroffen sind unter anderem Gurken, Möhren, Obstgehölze wie Apfel, Rosen und andere Zierpflanzen.

Schädlinge wie Blattläuse können einen Befall von Mehltau begünstigen, da die Pflanzen bereits geschwächt sind. Außerdem sorgen die Ausscheidungen gewisser Schädlinge – der sogenannte Honigtau – dafür, dass die Schimmelsporen besser auf den Pflanzen haften bleiben.

Falscher Mehltau

Falschen Mehltau erkennst du an einem grauen Belag auf der Blattunterseite. Auf der Blattoberseite bilden sich gelbe Flecken.

Echter Mehltau

Echten Mehltau erkennst du am weißen Belag. Er entsteht an der Oberseite der Blätter.

Welche Pflanzen werden häufig von Mehltau befallen?

Mehltau kann verschiedene Pflanzen im Garten befallen. Es gibt jedoch einige Gewächse, die besonders gefährdet sind.

Echter Mehltau befällt unter anderem:

  • Rosen

  • Kürbisgewächse und Gurken

  • Weinreben

  • Zierpflanzen

Falscher Mehltau befällt unter anderem:

  • Blattgemüse

  • Wurzelgemüse und Rüben

  • Trauben

Milch gegen Mehltau

Gegen Echten Mehltau im Garten hilft ein Hausmittel, das so gut wie jeder zu Hause hat. Mische einfach etwas Milch mit Wasser im Verhältnis 1:8. Verwende entweder Voll- oder Rohmilch. Die Mischung spritzt du mit einer Sprühflasche auf befallene Pflanzen. Wiederhole dies mehrmals pro Woche. Das Gemisch hilft auch, um Echtem Mehltau vorzubeugen.

In der Milch befinden sich Milchsäurebakterien. Sie sorgen dafür, dass sich die Pilzerreger nicht auf der Blattoberfläche ausbreiten. Das Natriumphosphat in der Milch schützt die Pflanze vor einem erneuten Befall durch Echten Mehltau. Das Gewächs wird nachhaltig gestärkt. Aus diesem Grund ist die Mischung auch ein gutes Mittel, um einem Befall vorzubeugen.

Der Pflanze selbst schadet das Gemisch nicht. Hast du keine Milch im Haus, bieten sich auch Molke oder Buttermilch an. Verwende allerdings keine haltbare Milch. Diese hilft nicht gegen einen Befall durch die Pilzkrankheit.

Die Mischung hat keine Wirkung auf die Pilzerreger des Falschen Mehltaus. Der Grund dafür ist, dass die Krankheit in der Regel die Unterseiten der Blätter befällt. Beim Aufsprühen des Gemischs erreichst du die befallenen Stellen nur schwer.

Mit Mehltau befallene Blätter werden mit einem Milch-Wasser-Gemisch besprüht.

Sprühe eine Mischung aus Milch und Wasser auf die mit Mehltau befallenen Pflanzen. Die Milchsäure dämmt den Pilz ein.

Mehltau mit Backpulver bekämpfen

Ein anderes Hausmittel gegen Echten Mehltau ist Backpulver. Mische es mit Rapsöl und Wasser. Dadurch entsteht eine schwach alkalische Reaktion. Diese wird durch das Natron im Backpulver in Verbindung mit Wasser ausgelöst. Das Gemisch ist schädlich für den Pilzerreger. Unterstützt wird die Wirkung durch sogenannte Lecithine. Diese befinden sich im Rapsöl. Lecithine sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen. Sie heißen Phosphatidylcholine. Lecithine kommen beispielsweise in Abwehr- und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz.

Um mit Backpulver Echten Mehltau zu bekämpfen, mischst du es wie folgt. Gib ein Päckchen Backpulver zusammen mit rund 20 ml Rapsöl in 2 l Wasser. Rühre alles gut um. Danach trägst du die Mischung auf die betroffenen Blätter auf. Wiederhole den Vorgang etwa alle zwei Wochen.

Das Hausmittel hilft, wenn in deinem Garten bereits Pflanzen befallen sind. Es ist aber auch eine gute Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Bei Regen wird die Mischung schnell von den Pflanzen abgewaschen. Deshalb ist es ratsam, sie mehrmals aufzutragen. Das Hausmittel hilft nicht gegen Falschen Mehltau.

Mehltau mit Essig bekämpfen

Essig, Backpulver und Schwamm auf einer Bambusmatte

Mehltau kannst du zum Beispiel mit Essig oder Backpulver entfernen.

Neben Milch und Backpulver hilft auch Essig gegen Mehltau. Dafür mischst du einen Esslöffel Essig oder Apfelessig mit 1 l Wasser und besprühst die befallene Pflanze einmal täglich. Das wiederholst du so lange, bis der Pilz verschwunden ist.

Hinweis: Nutze idealerweise nur herkömmlichen Essig und keine Essigessenz. Falls du doch auf Essigessenz zurückgreifen willst, dann verdünne sie stark.

Algenkalk als Hausmittel gegen Mehltau

Befallene Pflanzen lassen sich auch mit Algenkalk behandeln. Streue das Mittel fein über die Blätter. Algenkalk hat einen hohen pH-Wert. Der hindert die Pilzsporen am Keimen. Entdeckst du erste Anzeichen für einen Befall, bringe den biologischen Pflanzenschutz auf. Verwende dafür einen Pulverzerstäuber.

Algenkalk wirkt gegen viele unterschiedliche Pilzerreger. Doch nicht alle Pflanzen im Garten vertragen das Mittel. Dies gilt für Gewächse, die kalkempfindlich und säureliebend sind. Dazu gehören Azaleen, Erikas und Rhododendren. Sie brauchen einen sauren Boden, um gut zu wachsen. Verwende Algenkalk auch nicht bei Hortensien, Kamelien und Sommerheiden.

Hinweis: Das Hausmittel gilt als Pflanzenstärkungsmittel und nicht als Pflanzenschutzmittel. Dies liegt daran, dass der Kalk nicht direkt gegen Pilze eingesetzt werden darf. Dafür ist er nicht zugelassen.

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Mehltau mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen

Ist der Mehltau hartnäckig und lässt sich mit Hausmitteln nicht entfernen, kannst du stattdessen zu Pflanzenschutzmitteln gegen Mehltau greifen. Diese gibt es als anwendungsfertiges Spritzmittel oder als Konzentrat, das du zu einem Spritzmittel verdünnen kannst.

Handelt es sich bei den befallenen Pflanzen um Obst- oder Gemüsepflanzen, solltest du dir die Sicherheitshinweise und Herstellerangaben besonders gut durchlesen. Dort findest du Informationen darüber, ob und ab wann du das Obst und Gemüse nach der Nutzung des Fungizids bedenkenlos ernten kannst.

Tipp: Entferne stark befallene Pflanzenteile, da sich diese von der Pilzerkrankung oft nicht wieder erholen. Achte darauf, die abgetrennten Pflanzenteile nicht auf dem Kompost im Garten zu entsorgen, da die Pilzsporen sich dort vermehren können. Durch Insekten und Wind können diese dann wieder im Garten verbreitet werden.

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FAQ – Fragen und Antworten zur Bekämpfung von Mehltau

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