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Pflanzen gießen: Tipps für den Garten

Zuletzt aktualisiert: 07.12.20216 MinutenVon: OBI Redaktion
Eine Person gießt Pflanzen im Hochbeet mit Gießkanne.

Wasser ist lebenswichtig für Pflanzen, aber zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit schadet einer Pflanze. Erfahre, wie du die richtige Menge findest und wann du deine Pflanzen gießen solltest.

Pflanzen mit Regenwasser gießen

Regenwasser bietet sich zum Bewässern an. Es ist weder zu warm noch zu kalt. Außerdem beeinflusst natürlich nährstoffarmes Regenwasser den pH-Wert und Nährstoffgehalt des Bodens kaum.

Einige Pflanzen wie Rhododendron und Hortensien bevorzugen Regenwasser, denn es enthält in der Regel deutlich weniger Kalk als Leitungswasser. Regenwasser ist außerdem kostenlos und schont natürliche Ressourcen.

Regenwasser lässt sich in einer Regentonne oder unterirdisch in einer Zisterne sammeln. So steht dir stets ausreichend Gießwasser im Garten zur Verfügung.

Eine Person füllt eine Gießkanne mit Regenwasser aus der Regentonne.

Einige Pflanzen bevorzugen kalkarmes Regenwasser. Mit einer Regentonne kannst du es im Garten sammeln.

Richtig gießen

Vor allem im Hochsommer bietet sich ein Rasensprenger zum Bewässern von Grünflächen im Garten an. Die meisten Pflanzen reagieren hingegen empfindlich auf Sprühwasser.

Blühpflanzen gießt du am besten von unten und auch bei Gemüsepflanzen solltest du es vermeiden, die Blätter zu benetzen, wenn du mit dem Gartenschlauch oder der Gießkanne wässerst.

Für Kübelpflanzen eignet sich die Tröpfchenbewässerung, um den Bereich um die Wurzeln durchdringend zu wässern und die Wasserzufuhr automatisch zu steuern. So kommt das Wasser genau dort an, wo es gebraucht wird. Außerdem geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren und du beugst Pilzkrankheiten vor.

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Die richtige Wassermenge

Weiter oben liegende Bodenschichten trocknen vergleichsweise schnell aus. Pflanzen, die flache Wurzeln ausbilden, gießt du deshalb häufiger. Mitteltief und tief wurzelnde Gewächse benötigen seltener Wasser. Wenn du sie wässerst, achte aber darauf, dass der Boden bis zur Hauptwurzelzone durchfeuchtet wird.

Im Gemüsebeet reichen etwa 10 l bis 15 l Wasser pro 1 . An warmen Sommertagen benötigen Blumen und andere Pflanzen im Garten schon mal mehr Wasser: 20 l bis 30 l pro 1

Im Gegensatz zu im Freiland eingesetzten Pflanzen können Topfpflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon kein Wasser aus tieferen Lagen entnehmen. Im Sommer sind sie deshalb auf regelmäßige Wasserzufuhr angewiesen. An heißen Tagen solltest du sie mitunter sogar zweimal gießen. Achte aber darauf, dass sich in den Töpfen keine Staunässe bildet. 

Tipp: Prüfe vorab mit dem Finger, ob die Erde trocken ist und die Pflanzen Wasser benötigen. 

Ein eingewachsener Rasen gibt sich in der Regel mit weniger Wasser zufrieden. Pro Woche kannst du mit etwa 10 l pro 1 rechnen. 

Zum Gießen von Pflanzen gibt es eine Faustregel. Sie besagt, dass für eine 1 cm tiefe Erdschicht 1 l Wasser pro 1 m² nötig ist, um den Boden zu durchfeuchten. Möchtest du eine 20 cm tiefe Erdschicht durchfeuchten, brauchst du also 20 l pro 1 m². 

Tipp: Die Menge des benötigten Gießwassers verringert sich, wenn es zuvor stark geregnet hat. Ein Regenmesser hilft dir, das Wasser richtig zu dosieren.

Wann sollte man gießen?

Jemand gießt Pflanzen im Gemüsebeet in der Morgensonne.

Gieße deine Pflanzen am besten am frühen Morgen, um Verbrennungen an den Blättern zu verhindern.

Der optimale Zeitpunkt zum Gießen ist in den frühen Morgenstunden. Wenn es draußen noch nicht so warm ist, kann das Wasser versickern und verdunstet nicht so schnell. Vermeide es in jedem Fall, die Pflanzen bei praller Sonne zu gießen. Die Wassertropfen können sonst wie Brenngläser wirken und zu Verbrennungen an den Pflanzen führen.

Beim Rasen ist der Zeitpunkt zum Gießen nicht ganz so wichtig, denn auf den schmalen Halmen bilden sich nur vergleichsweise kleine Tropfen. Außerdem stehen die Grashalme fast senkrecht, sodass der Einfallswinkel des Sonnenlichts sehr steil ist. Das Risiko für Verbrennungen ist dementsprechend gering. Gießt du aber am Abend, hält sich die Feuchtigkeit länger. Dadurch sind auch Fressfeinde wie Schnecken länger aktiv. Die erhöhte Feuchtigkeit begünstigt außerdem Infektionen wie Pilzkrankheiten.

8 Tipps zum Bewässern von Pflanzen

  1. Mit einem regelmäßigen Gießrhythmus lassen sich die Pflanzen im Garten konditionieren. Gieße ruhig seltener, dafür aber reichlich. Die Pflanzen bilden dann längere und tiefer in die Erde reichende Wurzeln. So erreichen sie auch in langen Hitzephasen das Wasser in tiefen Erdschichten. Gießt du täglich, aber wenig, verdunstet das Wasser schneller. Die Pflanzen bilden dann außerdem keine tief reichenden Wurzeln aus.
  2. Gieße Pflanzen von unten und lasse die Blätter dabei trocken. Vor allem bei Gemüse und Rosen beugst du so Pilzerkrankungen vor.
  3. Sehr durchlässige Böden wertest du mit Humus oder Gründünger auf. So kann das Erdreich mehr Wasser speichern. Gib nach dem Bepflanzen außerdem Mulch auf die Erde. So verdunstet das Wasser nicht so schnell.
  4. Wenn Pflanzen Knospen oder Früchte bilden, brauchen sie mehr Wasser. Tomaten sind ein Beispiel dafür. Gieße diese Pflanzen in der Wachstumsphase häufiger und großzügiger. Gib außerdem bei Bedarf Dünger.

Eine Person gießt junge Tomatenpflanzen.

In der Wachstumsphase benötigen Tomaten mehr Wasser, um Blüten und später Früchte auszubilden.

  1. Jungpflanzen brauchen mehr Wasser als bereits eingewurzelte Gewächse. Gieße sie reichlich und häufiger, damit sie richtig anwachsen.
  2. Leere Untersetzer von Topf- und Kübelpflanzen nach starkem Regen aus, um Staunässe zu vermeiden. In der regenreichen Zeit, im Frühjahr und Herbst, verzichtest du am besten ganz auf Untersetzer.
  3. Töpfe aus Terrakotta oder Ton speichern Wasser. Sie sind daher gut für den Balkon und die Terrasse geeignet. Denke daran, dass die Töpfe aber auch Wasser nach außen abgeben, sodass du häufiger gießen solltest als bei Pflanzkübeln aus Kunststoff.
  4. Die Form der Blätter gibt Aufschluss darüber, wie viel Wasser eine Pflanze benötigt. Viele dünne Blätter zeigen einen hohen Wasserbedarf an. Gewächse mit dicken Blättern wie Sukkulenten brauchen weniger Flüssigkeit.

Wie funktioniert die Wasseraufnahme von Pflanzen?

Damit Pflanzen Wasser aus dem Boden aufnehmen können, sind drei physikalische Effekte entscheidend.

1. Diffusion und Osmose

Illustration der Diffusion

Bei der Diffusion kommt es zum Konzentrationsausgleich zwischen zwei Stoffen. Den Vorgang der Diffusion durch eine Membran bezeichnet man auch als Osmose.

Das Wort „Diffusion“ leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „sich ausbreiten“. Der Begriff „Osmose“ stammt hingegen aus dem Griechischen. Die Bedeutung ist „eindringen“. Wissenschaftlich gesehen, dringt bei der Osmose ein Stoff durch eine teilweise durchlässige (semipermeable) Membran.

Da Pflanzen einen höheren Salzgehalt als das Wasser in der Erde aufweisen, kommt es zum natürlichen Ausgleich mittels Diffusion beziehungsweise Osmose. Dabei wird das Wasser durch die teilweise durchlässige Membran in den Wurzeln angesaugt. Das passiert so lange, bis das Gleichgewicht im Salzgehalt zwischen Pflanze und Erde hergestellt ist.

In der Pflanze steigt das Wasser weiter nach oben und verdunstet dort. Das Gleichgewicht ist also nie von Dauer. Daher wird immer weiter Wasser angesaugt.

Ist der Boden versalzen, hat es den umgekehrten Effekt: Der Boden entzieht dann der Pflanze das Wasser und sie geht ein. Als mögliche Ursache kommt zu viel Dünger oder auch Streusalz im Winter infrage.

Illustration der Osmose

Der osmotische Druck treibt den Konzentrationsausgleich an und sorgt dafür, dass Pflanzen Wasser ansaugen.

2. Kapillareffekt

Der Kapillareffekt entsteht in schmalen Röhren oder Hohlräumen. Befindet sich Flüssigkeit darin, wird sie durch die eigene Oberflächenspannung und die sogenannte Grenzflächenspannung zwischen der Flüssigkeit und der Röhre angezogen. Das Wasser steigt in einem Röhrchen dadurch höher, als der eigentliche Flüssigkeitspegel ist. Durch diesen Effekt kann die Pflanze Wasser gegen die Schwerkraft von den Wurzeln zu den Blättern transportieren.

3. Transpiration

Zu den genannten Phänomenen kommt ein weiterer physikalischer Effekt hinzu, der sich vor allem an warmen Tagen beobachten lässt: Transpiration

Grüne oder noch dunklere Blätter absorbieren Sonnenlicht, sodass sich die Blätter erwärmen. Zugleich werden durch Verdunstung Wassermoleküle abgegeben. In der Pflanze, einem physikalisch gesehen geschlossenen System, entsteht daher ein Unterdruck. Durch diesen Unterdruck werden die Kapillarkräfte verstärkt und Wasser aus dem Erdreich angezogen.

Bis zu einem gewissen Grad können Pflanzen diesen Effekt selbst steuern. Dafür öffnen oder schließen sie die Spaltöffnungen an der Unterseite ihrer Blätter.

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