
Palmen – Eigenschaften im Überblick
Palmen bringen Karibikflair auf den Balkon und die Terrasse und manchmal sogar in den Garten. So hältst und pflegst du die tropischen Gewächse.
Wo kommen Palmen her?
Palmen bilden innerhalb der Familie der Palmengewächse („Arecaceae“) eine eigenständige Ordnung, die der Palmenartigen („Arecales“). Obwohl die Pflanzen eher wie Bäume wachsen, sind sie botanisch näher mit Gräsern als mit Gehölzen verwandt.
Rund um den Globus zählen Botaniker etwa 2.600 Palmenarten, wobei ihr natürliches Verbreitungsgebiet ausschließlich in den subtropischen und tropischen Regionen liegt. Hier wachsen sie vor allem in den tropischen Regenwäldern. Es gibt aber auch Ausnahmen: Arten wie die Kanarische Dattelpalme („Phoenix canariensis“) wachsen auch in recht trockenen Gegenden.
Echte Palmen und optische Doppelgänger

Palmen sind im tropischen und subtropischen Regenwald heimisch. Mit der richtigen Pflege gedeihen sie aber auch hierzulande.
Nicht alles, was wie eine Palme aussieht oder Palme heißt, ist auch eine: Es gibt echte und falsche Palmen. Die Palmlilie („Yucca elephantipes“) etwa, auch Yuccapalme genannt, wird der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) zugeordnet. Auch die als Zimmerpflanze weit verbreitete Schusterpalme („Aspidistra elatior“) heißt nur so und ist botanisch ein Spargelgewächs.
Palmfarne („Cycas revoluta“) sehen Palmen zwar ähnlich, sind aber evolutionsgeschichtlich mit den sehr alten Farnen verwandt. Das gilt auch für die Baumfarne („Cyatheales“), die ebenfalls gern mit Palmen verwechselt werden. Wie alle Farne vermehren sie sich durch Sporen, können aber anders als diese einen Stamm entwickeln.
Echte Palmen wachsen ein- oder auch mehrstämmig, je nach Art. Das Besondere: Palmen bilden keine Triebverzweigungen. Einzige Ausnahme: die Doumpalmen („Hyphaene"). Besitzen Palmen Seitenstämme, schlagen diese nicht vom Hauptstamm aus, sondern wachsen aus Wurzelausläufern heraus. Manche Palmen entwickeln nur gestauchte Stämme oder solche, die über der Erde gar nicht als solche erkennbar sind.
Und es gibt noch einen leicht erkennbaren Unterschied zu Bäumen: Die Stämme von Gehölzen werden mit dem Alter dicker. Bei Palmen ist das nicht so. Dazu bräuchten sie ein sogenanntes Teilungsgewebe in der Rinde. Das fehlt ihnen jedoch, daher bilden sie auch keine Jahresringe.
Der Stamm von Palmen besteht stattdessen aus faserartigen Leitbündeln. Diese sorgen dafür, dass das Wasser in die Krone gelangt. Die äußeren Schichten dieser Leitbündel verholzen mehr oder weniger stark. Bei den meisten Arten sind darauf auch noch die alten Blattnarben sichtbar.
Alle Palmen besitzen ein Palmenherz. Aus diesem Vegetationskegel treibt die Pflanze kontinuierlich neue Blätter aus. Sie heißen Wedel. Mit der Zeit trocknen diese von unten her immer mehr ein. Dann lösen sie sich und fallen ab. So wächst die Palme in die Höhe. Wenn das Herz einer Palme entfernt oder zerstört wird, stirbt die gesamte Pflanze. Palmen können dann keine neuen Austriebe hervorbringen.
Der richtige Standort

Palmen brauchen besonders viel Licht. Wähle deshalb einen sehr hellen oder sogar vollsonnigen Standort für deine Palmen.
Die Standortansprüche von Palmen hängen davon ab, wo die jeweilige Art heimisch ist. Fast alle hierzulande angebotenen Palmen haben jedoch eines gemeinsam: Sie brauchen viel Licht und stehen am liebsten an einem vollsonnigen Standort. Nur die als Zimmerpflanze sehr beliebte Bergpalme („Chamaedorea elegans“) hat einen vergleichsweise geringen Lichtbedarf. Mit bis zu zwei Metern Höhe gehört sie zu den kleineren Palmen und ist deswegen vor allem als Zimmerpalme sehr beliebt.
Palmen benötigen eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Meist sind die Böden an den tropischen Heimatstandorten vieler Palmen eher humusarm. Deshalb gedeihen die Pflanzen im Topf am besten in einem durchlässigen Substrat mit einem hohen mineralischen Anteil. Oft reicht ihnen schon grober Sand, dem du ein bisschen Lehm- und Humus beimischst. Auf jeden Fall sollte Gießwasser gut ablaufen können, Staunässe vertragen Palmen nicht.
Palmen pflanzen und pflegen
In der Natur treiben Palmen ihre Wurzeln in der Regel sehr tief und bilden dichte Geflechte, die sich in alle Richtungen ausbreiten. Während dieses Wurzelwerk bei Bäumen aus Haupt- und Seitenwurzeln besteht, sind es bei Palmen viele Einzelwurzeln. Sie verzweigen sich nicht und sind alle etwa gleich dick.
Für die Pflanzung im Topf heißt das: Das Gefäß sollte entsprechend geräumig und vor allem tief genug sein. Nach dem Umtopfen helfen stabile Pflanzstäbe, die Palme vorm Umkippen zu bewahren, bis sie sich im neuen Substrat eingewurzelt hat.
Die meisten Palmenarten wollen großzügig mit Wasser versorgt und regelmäßig mit Regenwasser besprüht werden. Dies ist besonders im Winter wichtig, wenn die Heizung die Umgebungsluft stark austrocknet. Dann ist es auch sinnvoll, großblättrige Pflanzen abzustauben. So nehmen sie mehr Licht auf.
Wegen ihres großen natürlichen Verbreitungsgebietes haben die Palmenarten einen sehr unterschiedlichen Nährstoffbedarf. Grundsätzlich solltest du die Pflanzen jedoch während der Vegetationsperiode alle sieben bis 14 Tage mit flüssigem Palmendünger oder Grünpflanzendünger versorgen. Diesen gibst du einfach in das Gießwasser.
Bekommen Palmen nicht genug Wasser oder Luftfeuchtigkeit, trocknen die Blattspitzen an. Stört dich das optisch, kannst du sie mit einer Schere abschneiden. Dabei fügst du der Pflanze keinen Schaden zu. Wichtiger ist jedoch, die Wasserzufuhr zu verbessern.
Palmen aus den Subtropen wie die Dattelpalme vertragen Trockenheit dagegen meist besser. Allerdings brauchen sie sehr viel Licht. Am Ende der Heizperiode im Frühjahr solltest du ihre Blätter aber ebenso mit einem weichen Tuch entstauben.
Vom Frühjahr bis zum Herbst kannst du subtropische Palmen im Kübel auf die Terrasse oder den Balkon stellen. Im Herbst vertragen sie vorübergehend sogar einige Minusgrade.

Palmen benötigen jede Menge Wasser. Gieße daher reichlich. Zusätzlich kannst du die Palmen mit Regenwasser besprühen.
Palmen überwintern
Es gibt keine Palmenart, die hierzulande zuverlässig winterhart ist. Arten wie Wagners Hanfpalme („Trachycarpus wagnerianus“), die Chinesische Hanfpalme („Trachycarpos fortunei“) und die Honigpalme („Jubaea chilensis“) vertragen noch am ehesten niedrige Temperaturen. In Gegenden mit mildem Klima kannst du sie daher sogar im Freien pflanzen. Wichtig ist, dass sie gut eingewurzelt sind. Ihr Herz schützt du im Winter mit einem Vlies vor Nässe. Außerdem solltest du die Wurzelscheibe dick mit Herbstlaub mulchen.
Andere Palmenarten sind dagegen nur für Innenräume geeignet. Auch sie bevorzugen im Winter einen kühleren Platz. Das kann ein weniger beheiztes Zimmer sein. Außerdem solltest du das Düngen einstellen. In dieser Phase fahren die Pflanzen ihren Stoffwechsel herunter und kommen mit weniger Licht aus, sodass sie eine Ruhepause einlegen können.
Dattelpalmen und andere etwas frosttolerantere subtropische Arten überwintern am besten in einem unbeheizten Gewächshaus oder Wintergarten.
Kalte Steinböden bilden keinen guten Standort für Palmen. Am besten stellst du den Kübel oder Topf daher auf eine Styropor- oder Holzplatte, um sie vor der Kälte zu schützen.

Im Winter brauchen Palmen im Garten einen Schutz vor niedrigen Temperaturen. Ein Vlies hält die große Kälte von der Pflanze fern.
Krankheiten
Viele Palmen sind etwas anfällig für Schädlinge wie Spinnmilben, Wollläuse oder Schildläuse. Sie treten vor allem in der Winterpause auf und wenn die Bedingungen für die Pflanze nicht passen. Pilzkrankheiten betreffen Palmen dagegen kaum.







