
Pfefferminze – Eigenschaften im Überblick
Die Pfefferminze zählt zu den Heil- und Würzkräutern. Sie ist pflegeleicht und wächst schnell. Hier erfährst du, was du über die Pfefferminze wissen musst.
Woher kommt die Pfefferminze?
Die Pfefferminze (Mentha x piperita) ist Teil der Gattung der Minzen (Mentha). Diese wiederum teilt sich in rund 30 bekannte Arten auf.
Die Minzen sind Lippenblütler (Lamiaceae). Sie gehören zur Unterfamilie Nepetoideae. In dieser sind auch Salbei, Rosmarin und Basilikum zu finden.
Die Pfefferminze kommt ursprünglich aus Asien und entstand vermutlich aus einer Kreuzung von Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata). Aufzeichnungen zufolge verbreitete sie sich in Europa von England kommend.
Wie sieht Pfefferminze aus?
Die Pfefferminze wächst krautig und ist sehr wüchsig. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 1 m. Sie ist ein Flachwurzler, der sich durch Ausläufer im Garten ausbreitet.
Die Stängel besitzen bei einigen Sorten kleine Haare und sind meist wenig verzweigt. Sie verholzen mit der Zeit.
Je nach Art sehen die Blätter der Pfefferminze verschieden aus. Sie wachsen kreuzgegenständig.
Die Farbe kann sowohl ein intensives Hell- oder Dunkelgrün sein als auch bis ins Rötliche gehen. Alle Sorten haben gezackte Blattränder. Die Blattform variiert von spitz zulaufend mit breiter Basis bis zu oval und fast rundlich.
Ihren Duft verströmt die Pfefferminze über Öldrüsen auf der Unterseite der Blätter. Sie enthalten das ätherische Öl und geben es auf Druck frei.
Die Blüten wachsen als Scheinähren und öffnen sich zwischen Juni und September. Je nach Sorte sind sie weiß, violett oder rosa.

Pfefferminze zeigt zwischen Juni und September attraktive Blüten. Sie sind weiß, violett oder rosa.
Der richtige Standort
Alle Arten der Minzen gedeihen am besten auf frischen, leicht feuchten Standorten. Der Boden sollte nährstoffreich sein. Ideal ist ein halbschattiger Platz oder ein Ort mit lichtem Schatten. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Pfefferminze es vollsonnig und eher trocken mag.
Als Substrat im Beet nimmst du normalen Gartenboden. Für den Topf darf es nährstoffreiche und torffreie Erde sein. In jedem Fall solltest du die Pflanze im Winter mit etwas Reisig abdecken.
Für eine Kräuterspirale ist die Pfefferminze nur bedingt geeignet. Sie breitet sich einfach zu sehr aus. Am Fuß der Spirale, wo die Erde feuchter ist, kannst du sie pflanzen, musst sie dann aber beispielsweise mit Pflanzkörben im Zaum halten.
Pfefferminze pflanzen

Pfefferminze breitet sich stark aus. Nutze daher eine Wurzelsperre oder pflanze sie mit Topf.
Da die Pfefferminze sich in Beeten stark ausbreitet, ist eine Wurzelsperre ratsam. Auch der Abstand zu den Nachbarpflanzen sollte ausreichend sein.
Eine gute Methode ist es, einen 15 l oder 20 l großen Topf aus Kunststoff zu nehmen und diesen ins Beet zu setzen. Zuvor hast du den Boden entfernt und der Rand ragt etwa 2 cm aus der Erde heraus.
In diesen Topf pflanzt du die Pfefferminze. Eine unkontrollierte Ausbreitung verhinderst du auf diese Weise.
Pfefferminze pflegen
Pfefferminze ist sehr pflegeleicht. Nur in heißen Sommern benötigt sie reichlich Wasser. Eine Mulchschicht aus Rindenhumus schützt die Erde vor dem Austrocknen.
Dem Küchenkraut gibst du im Frühjahr etwas Kompost zusammen mit Hornmehl. Das versorgt die Minze gut mit Nährstoffen.
Je nach Größe teilst du die Staude alle drei bis fünf Jahre. Der richtige Zeitpunkt dafür ist nach der Blüte. Idealerweise suchst du dann auch einen anderen Standort, sonst wird der Boden ausgelaugt.
Pfefferminze ernten und verwerten

Pfefferminze kannst du vom Frühling bis in den Herbst hinein ernten. Im Hochsommer schmeckt die Pflanze jedoch am besten.
Die Blätter der Minze erntest du ab dem Frühjahr bis in den Herbst hinein. Das Aroma ist im Hochsommer am intensivsten.
Für Tees benötigst du viel Blattmasse. Dafür kannst du die Pflanze im Juni komplett herunterschneiden. Sie treibt danach problemlos wieder aus. Im Spätsommer erntest du erneut. Im Herbst schneidest du sie bodennah zurück.
Zum Trocknen hängst du die Triebe in Bündeln kopfüber im Halbschatten auf. Auch Einfrieren ist zum Haltbarmachen möglich.
Du kannst außerdem zwischendurch immer mal wieder einen frischen Trieb ernten. Die beste Zeit dafür ist der Vormittag, wenn die Pflanze abgetrocknet ist. Dann ist der Ölgehalt am höchsten.
Pfefferminze als Heilpflanze
Die echte Pfefferminze wird seit Hunderten von Jahren als Heilpflanze geschätzt. Der Wirkstoff ist ihr Pfefferminzöl.
Bereits im Mittelalter kannte man ihre lindernde Wirkung etwa bei Atemwegserkrankungen und Verdauungsproblemen. Sie wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und krampflösend.
Pfefferminze wird schon im „Hortulus“ erwähnt. Das ist ein gärtnerisches Standardwerk aus dem 9. Jahrhundert von Walahfrid Strabo. Der Benediktiner-Mönch und Botaniker schrieb: „Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch wissen, wie viele Fische im Roten Meer wohl schwimmen.“
In England ist die Pfefferminze in Form der Minzsoße sehr beliebt. Sie wird gern zu schweren Fleischgerichten gereicht.

Pfefferminze gilt als Heilpflanze. Pfefferminzöl soll beispielsweise bei Atemwegserkrankungen und Verdauungsproblemen helfen.
Sorten-Tipps
Die Pfefferminze ist die Basis für viele neue Sorten und Minze-Hybriden. Sie wird besonders wegen ihres kräftigen Aromas geschätzt und verwendet.
Als äußerst aromatische Sorte der Echten Pfefferminze gilt „Agnes“ (Mentha x piperita var. piperita).
Einige dieser Züchtungen sind:
Zitronen-Minzen (Mentha x piperita var. citrata „Lemon“)
Schoko-Minzen (Mentha x piperita var. piperita „Schoko“)
Orange-Minzen (Mentha x piperita var. citrata „Orange“)
Pfefferminze vermehren
Die Pfefferminze lässt sich nach der Blüte problemlos teilen. Auch alle anderen Sorten kannst du so vermehren.
Eine andere Möglichkeit sind Stecklinge. Schneide Triebstücke ab und stelle sie in ein Wasserglas. Sie wurzeln sehr zuverlässig.
Bei der Vermehrung über Kräutersamen schwankt die Intensität des Aromas stark. Diese Art der Vermehrung ist daher nicht ratsam.
Krankheiten und Schädlinge
Die Pfefferminze ist robust und widerstandsfähig. Vorkommende Schädlinge sind Blattkäfer und Blattläuse. Erstere fressen im Larvenstadium ganze Pflanzen kahl. Am besten hilft dann, die Schädlinge abzusammeln.
Blattläuse befallen gelegentlich die Triebspitzen. Diese kannst du abschneiden. Sind die Blätter ganz fein durchlöchert, sind Erdflöhe der Auslöser. Dann lockerst du den Boden immer wieder gründlich auf, hältst ihn feucht und mulchst ihn.
Eine typische Pilzkrankheit bei Minzen ist der Minzrost. Die von den Pilzen befallenen Triebe schneidest du ab. Entsorge die infizierten Pflanzenteile jedoch nicht auf dem Kompost, sondern im Hausmüll.
Auch Echter Mehltau kommt immer wieder vor. Spritzungen mit Netzschwefel beugen der Erkrankung vor.








