
Liebstöckel pflanzen und pflegen
Liebstöckel sorgt in Salaten, Suppen und Eintöpfen für die richtige Würze. Wie du die vielfältige Pflanze im eigenen Garten pflanzt, sie richtig pflegst und verwendest, erfährst du in diesem Ratgeber.
Woher kommt Liebstöckel?
Liebstöckel (Levisticum officinale) ist ein Teil der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der lateinische Name der Pflanze ist durch einen Irrtum entstanden. Denn der Name „Levisticum“ stammt vom Griechischen „ligystigikón“ ab. Und das ist ein Hinweis auf den angeblichen Herkunftsort in Ligurien. Mit der italienischen Region hat das Kraut jeodch nichts zu tun.
Die eigentliche Herkunft des Gewächses liegt in Vorderasien. Dort wurde die Pflanze vor allem im 16. Jahrhundert als Aphrodisiakum genutzt. Daraus leitet sich hierzulande bekannte Name ab: Stöckel der Liebe. Der Liebstöckel enthält zudem viele ätherische Öle.
Aussehen von Liebstöckel

Etwa im Juli oder August bilden sich Blüten am Liebstöckel, die viele Insekten anlocken.
Liebstöckel gehört zu den mehrjährigen, winterharten Stauden. Die Pflanze hat einen sehr kräftigen, verzweigten Wurzelstock.
Liebstöckel wächst buschig und recht hoch: Bis zu 2 m hoch kann die Pflanze werden. In der Breite beansprucht sie dann rund 1 m.
Die Sprossen sind erst rötlich und später grün. Die Stängel der Pflanze sind gerippt und hohl. Im oberen Teil verzweigen sie sich.
Liebstöckel hat dunkelgrüne, glänzende Fiederblätter. Sie sind weich, tief geteilt, gezähnt und zeigen deutlich sichtbare Adern. Zerreibst du die Blätter, riechen sie nach Sellerie.
Ab dem zweiten Standjahr entwickeln sich ungefähr im Juli oder August Blüten am Liebstöckel. Sie sind blassgrün bis gelb und stehen in zusammengesetzten Dolden. Insekten werden stark von ihnen angelockt.
Die Früchte des Liebstöckels entwickeln sich nach der Befruchtung aus den Blüten. Es entstehen dann sehr kleine, ovale, gelbbraune Spaltfrüchte.
Der richtige Standort für Liebstöckel
Der ideale Platz für Liebstöckel ist im Garten ein Ort, der sonnig bis halbschattig ist. Denke bei der Planung unbedingt daran, welche Größe die Pflanze einmal erreichen wird. Erst nach ungefähr drei bis fünf Jahren legt sie nicht mehr an Höhe und Breite zu.
Achte beim Standort für den Liebstöckel auf einen nährstoffreichen, eher kalkhaltigen Boden. Dieser sollte durchgehend feucht sein. Du kannst das Kraut aber auch in einem großen Topf mit einem erdhaltigen Substrat pflanzen.
Liebstöckel pflanzen

Ende März säst du Liebstöckel im Gewächshaus aus. Erst im Sommer ziehen die Pflanzen ins Gartenbeet um.
Säe Liebstöckel ungefähr Ende März im Gewächshaus aus. Alternativ kannst du die Samen auch in einem Anzuchtkasten heranziehen. Dann setzt du die Jungpflanzen im Sommer ins Beet um.
Denke daran, dass bereits eine einzelne Pflanze meist genug Ertrag abwirft. Es lohnt sich daher in der Regel nicht, Liebstöckel anzuzüchten. Setze stattdessen lieber auf Ableger. Die pflanzt du mit einem Mindestabstand von 50 cm ins Kräuterbeet.
Pflege des Liebstöckels
Liebstöckel benötigt viel Wasser. Achte darauf, dass die Erde dauerhaft feucht ist. Im Frühjahr solltest du das Gewächs mit Beinwelljauche düngen.
Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Gib deinem Liebstöckel dann reichlich Kompost. Der versorgt die Pflanze mit allen nötigen Nährstoffen. Die Blätter des Liebstöckels pflückst du regelmäßig ab. So bilden sich immer wieder neue, junge Triebe.
Nimmt der Liebstöckel einmal zu viel Platz ein, kannst du ihn am Wurzelstock trennen und einzelne Teile abnehmen.
Liebstöckel ernten und aufbewahren
Das Kraut macht sich gut in Suppen und Salaten. Die Pflanze gibt beidem einen sehr feinen Geschmack. Die frischen, jungen Blätter des Liebstöckels erntest du am besten noch, bevor die Pflanze blüht. Das gilt auch, wenn du die Ernte trocknen oder einfrieren willst.
Die Samen erntest du später im Sommer. Hier greifst du erst dann zu, wenn sie sich braun verfärbt haben. Mit den zerdrückten Samen des Liebstöckels lässt sich Reis oder auch Brot verfeinern.
Die Wurzeln kannst du ebenfalls ernten, wenn die Pflanze dreijährig ist. Grabe die Wurzeln aus, putze und zerkleinere sie und verwende sie entweder frisch oder getrocknet.

Liebstöckel eignet sich besonders gut zum Würzen von Suppen und Salaten.
Liebstöckel vermehren
Du kannst Liebstöckel am einfachsten vermehren, indem du jüngere, noch nicht zu tief verwurzelte Pflanzen teilst.
Krankheiten und Schädlinge
Liebstöckel ist recht unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Lediglich an den Blättern zeigen sich manchmal Blattläuse. Einem Blattlaus-Befall wirkst du mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln entgegen.
Liebstöckel als Heilkraut
Die Stiele, Wurzeln, Samen und Blätter des Liebstöckels werden auch für Heilzwecke genutzt. Ein Aufguss der Pflanze hat eine entwässernde Wirkung und soll Giftstoffe aus dem Körper spülen.
Nimm für einen Liebstöckel-Tee einen Teelöffel getrocknete oder zwei Teelöffel frische Liebstöckelblätter. Übergieße diese mit kochendem Wasser und lasse sie fünf bis zehn Minuten lang ziehen. Liebstöckel-Tee soll bei Infektionen der Harnwege ebenso helfen wie bei einer trägen Verdauung, bei Menstruations- oder Atembeschwerden.
Hinweis: Schwangere und Nierenkranke sollten Liebstöckel-Tee meiden.








