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Brennnesseln in einem Korb

Brennnesseln gelten als Unkraut. Diesen schlechten Ruf hat das Kraut aber gar nicht verdient. Als Heilpflanze findet die Brennnessel in der Küche Verwendung und auch im Garten erweist sie sich als nützlich. Erfahre mehr über die Pflanze.

Über die Brennnessel

Brennnesseln sind fast auf der ganzen Welt verbreitet. Hierzulande findest du vor allem die Große Brennnessel (Urtica dioica), eine winterharte, ausdauernde krautige Pflanze, sowie die einjährige Kleine Brennnessel (Urtica urens). Beide gehören zur Familie der Brennnesselgewächse.

Namensgebend sind die Brennhaare auf den Blättern und Stängeln, die bei Berührung ein Mittel freisetzen, das brennenden Juckreiz auf der Haut verursacht. Verantwortlich für die Hautreaktion sind vor allem die enthaltenen Stoffe Histamin und Ameisensäure.

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Standort und Boden

Brennnesseln gedeihen besonders gut an sonnigen bis halbschattigen Orten. Ein geschützter Standort, zum Beispiel in der Nähe des Komposts, ist optimal. Die Pflanzen bevorzugen außerdem nährstoffreiche und humose Untergründe mit einer gewissen Bodenfeuchte.

Die Brennnessel gilt dabei übrigens als Zeigerpflanze. Ihr Vorkommen im Garten ist ein Hinweis auf einen vergleichsweise hohen Stickstoffgehalt im Boden und deutet auf eher saure Bodenverhältnisse hin.

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Aussehen der Brennnessel

Blüten an der Brennnessel

Von Juli bis Oktober blüht die Brennnessel grünlich-weiß.

Die Große Brennnessel wird zwischen 50 cm und 150 cm hoch. Um die meist vierkantigen Stängel herum ordnen sich die Blätter kreuz-gegenständig an. Die Blattform reicht von eiförmig bis lanzettlich mit gesägtem Rand. Auf den bis zu 8 cm langen Blättern sitzen die Brennhaare, die bei Hautkontakt die charakteristischen juckenden Quaddeln verursachen.

Die Wurzeln der ausdauernden krautigen Pflanze sind gelblich. Die eher unscheinbaren grünlich-weißen Blüten der Brennnessel öffnen sich im Sommer. Im Herbst entwickeln sich daraus Nussfrüchte, welche die Samen enthalten.

Aussaat und Pflege

Hast du Brennnesseln einmal im Garten, säen sie sich in der Regel ohne dein Zutun aus. Die wild wuchernde Pflanze gilt deshalb auch als Unkraut. Damit sich Brennnesseln nicht unkontrolliert im Garten ausbreiten, solltest du regelmäßig die unterirdischen Ausläufer wegschneiden. Im Sommer regst du mit einem Rückschnitt der Stauden die Bildung neuer Triebe an. Dadurch kannst du nahezu das ganze Jahr über Brennnesseln ernten.

Möchtest du die Pflanzen gezielt im Garten anbauen, ist im Frühjahr ein guter Zeitpunkt für die Aussaat. Einmal angepflanzt sind die Pflanzen genügsam und bedürfen nur wenig Pflege.

Person mit Gartenhandschuhen schneidet Brennnesseln mit der Gartenschere

Schütze dich beim Schneiden von Brennnesseln mit Gartenhandschuhen, um Quaddeln auf der Haut zu vermeiden.

Ernten und konservieren

Seit Jahrtausenden wird die Brennnessel als Nutz- und Heilpflanze geschätzt, die fast das ganze Jahr über im Garten verfügbar ist. Ausnahmen bilden lediglich schneereiche, frostige Winter. In der Küche findet das Kraut mit dem herben Geschmack unter anderem als Ersatz für Spinat und Wildgemüse Verwendung.

Schneide die Stängel mit der Gartenschere. Ziehe zur Ernte am besten Gartenhandschuhe und etwas Langärmeliges an.

Tipp: Mit etwas Übung geht es auch ohne Schutzkleidung. Dafür nimmst du die Stängel zwischen Zeige- und Mittelfinger, um die Blätter mit einer schnellen, festen Bewegung von unten nach oben abzuziehen. Auf diese Weise erhältst du im Nu eine große Menge an Blättern.

Neben den Brennnesselblättern lassen sich auch alle anderen Pflanzenteile verarbeiten. Was du nicht sofort verbrauchst, trocknest du.

Junge Blätter eignen sich für Tees, Tinkturen und Frischsaft, die von harntreibender Wirkung sind. Für den Frischsaft gibst du die Blättchen mit etwas Wasser in einen Mixer. Den fertigen Mix streichst du durch ein feines Sieb, um die Pflanzenteile herauszulösen. Den so gewonnenen Saft trinkst du am besten noch am selben Tag.

Für Tee brühst du die Blätter mit kochendem Wasser auf. Nach zehn Minuten ist der Brennnesseltee fertig. Tee lässt sich zudem aus den Wurzeln zubereiten. Grabe dazu die Wurzeln im Frühjahr oder Herbst aus, säubere sie und lege sie zum Trocknen aus. Die getrockneten, kleingeschnittenen Wurzelstücke brühst du mit sprudelnd kochendem Wasser auf und lässt den Tee zehn Minuten ziehen.

Um die Brennnesselblätter als Gemüse oder zum Würzen von Suppen zu verwenden, greifst du zu den Blattspitzen von Jungpflanzen. Achte darauf, dass die Pflänzchen nicht höher als 10 cm sind. Ihre Blätter zeichnen sich durch einen feinen Geschmack und hohen Eisengehalt aus.

Frisch geerntete Brennnesseln in einer Schale

Ernte Brennnesseln für Tees, Suppen und als Gemüsebeilage.

Brennnessel als Heilpflanze

Bereits im Altertum war die Brennnessel als Heilpflanze beliebt. Brennnesseln setzte man etwa als Mittel gegen Hautkrankheiten, Menstruationsbeschwerden oder zur Harnförderung ein, wie antike Bücher belegen. Der griechische Arzt Hippokrates empfahl sie zur Reinigung von Blut und Leib.

Im Mittelalter sprach man der Pflanze die Eigenschaft zu, die Liebeskraft zu stärken. Sie sollte aber auch vor Hexen schützen.

Zugleich waren die aus Brennnesseln gewonnenen Fasern als das „Leinen der armen Leute“ bekannt. Bevor die Baumwolle in Europa ankam, wurden die faserigen Stängel der Brennnessel genutzt, um Taue, Segel, Mehl- und Getreidesäcke herzustellen.

In der traditionellen Volksheilkunde spielt die Brennnessel auch heutzutage noch eine wichtige Rolle. Die Heilpflanze wird gegen Rheuma, Gicht, Blutarmut, Hautkrankheiten und Leberbeschwerden eingesetzt. Der Brennnessel wird außerdem nachgesagt, dass sie den Stoffwechsel positiv beeinflusst, allgemein belebend wirkt und die Durchblutung fördert.

Aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung wird die Brennnessel für Fasten- und Frühjahrskuren eingesetzt. Hinzu kommt der vergleichsweise hohe Vitamingehalt der Blätter mit vor allem Vitamin A und C. Bei Prostatabeschwerden und Reizblase soll ein Tee aus den Wurzeln der Pflanze Abhilfe schaffen.

Hinweis: Verwende Produkte aus Brennnesseln nur als Kur, nicht dauerhaft. Verzichte ganz auf Brennnesseln, wenn du unter Wasseransammlungen im Gewebe aufgrund eingeschränkter Nieren- oder Herztätigkeit leidest.

Brennnesseltee in einem Glas

Übergieße die Blätter mit kochendem Wasser für Brennnesseltee.

Brennnessel im Garten nutzen

Im Garten dient eine Brühe aus Brennnesseln der Schädlingsabwehr. Mit Brennnesselbrühe kannst du umweltfreundlich gegen Blattläuse und Spinnmilben vorgehen. Dazu mischst du die geschnittenen Brennnesseln mit Wasser im Verhältnis 1:10. Die Mischung lässt du etwa einen Tag lang ziehen, bevor du sie aufkochst. Nach dem Abkühlen seihst du die Brühe ab, um sie im Garten zu verwenden.

Eine selbstgemachte Brennnesseljauche eignet sich als Pflanzenstärkungsmittel und Dünger, etwa für Gemüsepflanzen. Um die Jauche anzusetzen, zerkleinerst du die Brennnesselstängel, streust etwas Urgesteinsmehl darüber und gibst dann im gleichen Mischverhältnis wie bei der Brühe Wasser hinzu.

Tipp: Das Steinmehl bindet die Gerüche, die während der 14-tägigen Gärung entstehen.

Stelle das Gefäß mit einer luftdurchlässigen Abdeckung an einen schattigen Ort und rühre täglich einmal um. Zum Schluss gießt du die fertige Jauche noch durch ein grobes Sieb, um die Pflanzenteile zu entfernen. Dann kannst du die Flüssigkeit im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und damit deine Pflanzen düngen. Die Jauche enthält wichtige Pflanzennährstoffe wie Eisen, Kalk, Kali und Phosphor.

Futterpflanze für Schmetterlingsraupen

Für die Raupen von zahlreichen Schmetterlingsarten wie Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs ist die Brennnessel eine wichtige Futterpflanze. Im Naturgarten findet man die Pflanzen häufig im Staudenbeet. Die Schmetterlingsraupen müssen sich ebenso vor den Brennhaaren in Acht nehmen wie wir Menschen.

Deshalb fressen sie sich um die Brennhaare herum und folgen dabei den Blattadern. Das natürliche Pflanzengift mit Ameisensäure und Histamin wird nicht freigesetzt, wenn die Raupen die Brennhaare an der Wurzel anfressen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Brennnessel ist eine widerstandsfähige Pflanze. Mit ihrem natürlichen Pflanzengift wehrt sie außerdem Schädlinge ab.

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