
Gewöhnlicher Efeu
Gewöhnlicher Efeu wächst an Fassaden oder als Bodendecker. Wir zeigen dir, wie du ihn pflanzt und pflegst. Außerdem erfährst du im Ratgeber, für was sich die Pflanze verwenden lässt.
Woher kommt Gewöhnlicher Efeu?
Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix) stammt aus Mitteleuropa und ist hierzulande die einzige immergrüne Kletterpflanze. Er kommt in der Natur in Eichen- und Buchenmischwäldern vor. Du findest ihn aber auch in Auwäldern, an Felsen, Mauern und in Gebüschen. Die Pflanze gehört zu den Araliengewächsen (Araliaceae). Sie ist ein Selbstklimmer und kann sich auch an glatten Betonwänden nach oben ranken.
So sieht Gewöhnlicher Efeu aus

Gewöhnlicher Efeu rankt sich an nahezu allen Oberflächen nach oben. Mauern kannst du so attraktiv begrünen.
Über 500 Jahre wird gewöhnlicher Efeu alt. Dabei erreicht er eine Höhe von bis zu 20 m. Über die vielen Jahre bildet die Pflanze mehrere Stämme. Diese haben einen Durchmesser von über 1 m. Mit Haftwurzeln hält sich der Efeu an fast jedem Untergrund fest.
In den ersten Jahren wächst Gewöhnlicher Efeu langsam. Später wachsen lange Jahrestriebe. Diese bilden sich oft nach einem Rückschnitt.
Bei alten Pflanzen entstehen dicke und aufrecht wachsende Triebe. Sie dienen jedoch nicht mehr zum Klettern. Junger Efeu hat grün bis braunrote Triebe. Bei älteren Vertretern sind die Zweige oft hellgrau.
Blätter des Gewöhnlichen Efeus
Die Blätter des Efeus sind immergrün. Ihre Altersform hat eine Rauten- oder Herzform und ist meist dunkelgrün. Im Spätherbst färben sich die Blätter bronzefarben, dunkelrot, rosa oder rot. Manche Sorten färben im Herbst nur ihre Blattunterseite. Dabei drehen sie ihre Blätter um. So befindet sich die gefärbte Unterseite oben.
Blüten und Früchte
Gewöhnlicher Efeu bildet grüngelbe Blüten. Sie wachsen in kleinen Dolden. Die Blüten zeigen sich erst im September an den Trieben der Altersform. Sie enthalten viel Nektar, von dem sich Honigbienen und andere Insekten anlocken lassen.
Die Früchte des Efeus sind schwarzblau und kugelförmig. Sie wachsen erst im Frühjahr zwischen Februar und April. Für den Menschen sind sie schwach giftig. Amseln und andere Drosselarten nutzen sie als Nahrungsquelle.

Die Blüten am Gewöhnlichen Efeu sind grünlich bis gelb. Ungefähr im September bilden sie sich an der Pflanze.
Standort und Boden
Pflanze Gewöhnlichen Efeu an absonnigen bis sehr schattigen Standorten. Willst du ihn an einen sonnigen Ort setzen, brauchst du einen ausreichend feuchten Boden. Im Winter besteht jedoch die Gefahr von Frostschäden durch Wintersonne. Ansonsten benötigt die Pflanze einen humus- und nährstoffreichen sowie kalkhaltigen Boden, der am besten feucht und alkalisch ist. Gewöhnlicher Efeu gedeiht auch auf schwach sauren bis sauren Untergründen.
Gewöhnlichen Efeu pflanzen und pflegen
Das Frühjahr ist die beste Zeit, um Efeu zu pflanzen. Dann ist er bis zum Winter gut eingewurzelt. In den ersten zwei Jahren wächst Efeu nur langsam.
Schneide die Triebe eines frisch gepflanzten Strauchs mithilfe einer Gartenschere um die Hälfte zurück. Dadurch verzweigt er sich besser. Regelmäßigen Dünger braucht Efeu nicht. Er verträgt auch Trockenheit gut.
Gewöhnlichen Efeu schneiden

Schneide den Gewöhnlichen Efeu regelmäßig, damit er nicht wuchert. Lange Triebe schneidest du im Frühjahr ab.
Damit der Efeu nicht auswuchert, braucht er einen regelmäßigen Schnitt. Kürze im Frühjahr die langen Jungtriebe mit der Gartenschere ein. Im Sommer wiederholst du den Schnitt bei Bedarf. Lenke abstehende Blütentriebe der Altersform auf Seitentriebe um. Auf diese Weise bleibt die Form deines Efeus dicht. Zudem verliert er dadurch an Gewicht.
Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist das zeitige Frühjahr. Danach nisten im Efeu Vögel.
Wächst die Pflanze an deiner Hauswand, schneide Fenster gelegentlich mit einer Heckenschere frei.
Entfernung von Gewöhnlichem Efeu
Einzelne Triebe lassen sich nur schwer entfernen. Dies liegt an den Haftwurzeln. Willst du ganze Pflanzen entfernen, bietet sich das Ausglühen mit einem Gasbrenner an. Anschließend schrubbst du die Mauer mit einer kräftigen Bürste ab.
Winterschutz für Gewöhnlichen Efeu
Decke junge Pflanzen mit einem Vlies ab, wenn sie an ungünstigen und lichtreichen Standorten stehen. Damit schützt du sie vor der Wintersonne.
Verwendung von Gewöhnlichem Efeu

Gewöhnlicher Efeu wird in der Kosmetik verwendet. Außerdem lässt sich aus den Blättern Waschmittel herstellen.
Bevor du deine Hausmauer mit Efeu begrünst, überprüfe die Fassade. Die Pflanze bildet Wurzeln, die sich in dauerfeuchten Rissen festsetzen. Mit der Zeit sprengen sie dann den Putz. Ist die Fassade in gutem Zustand, schützt der Efeu den Putz hingegen vor Witterungs- und Temperatureinflüssen.
Wärmeliebende Insekten und Vogelarten mögen Efeu und suchen in ihm Schutz.
Efeu wächst auch im dichten Wurzelgeflecht von Birken und Spitzahorn. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Efeu andere Stauden und Gehölze verdrängt. Kombiniere ihn daher mit zähen Gewächsen wie Funkie (Hosta), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Rodgersie (Rodgersia) oder Wald-Geißbart (Aruncus dioicus). Die Kletterpflanze eignet sich auch für das Zusammenspiel mit Hecken. Dem Efeu wird meist nachgesagt, er würge andere Bäume. Dies stimmt aber nicht, er nutzt sie nur als Kletterhilfe.
Seine Kletterfähigkeiten kannst du auch verwenden, um unschöne Fassaden zu verstecken. Jedoch hält er nur schwer an neuen Betonwänden, da sie einen hohen pH-Wert haben. Die Haftwurzeln brauchen dann mehr Zeit, um Halt zu finden. Auch an stark reflektierenden oder weißen Flächen hält er nur schwer. Triebe wenden sich wegen des grellen Lichts ab. Streiche die Fassade etwas dunkler, um dies zu vermeiden.
Aus den Blättern des gewöhnlichen Efeus lassen sich Spülmittel oder Waschmittel herstellen. Als Salbe kommen die Blätter gegen Ekzeme oder Cellulite zum Einsatz.
Hinweis: Efeu kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Dies passiert oft bereits beim Kontakt während der Arbeiten am Efeu. Beobachtest du eine solche Reaktion bei dir, ist es nicht ratsam, Efeu für kosmetische Anwendungen zu verwenden. Iss auf keinen Fall Efeu-Blätter. Sie bewirken starke Vergiftungserscheinungen wie Magen- und Darmbeschwerden.
Gewöhnlichen Efeu vermehren
Mit Stecklingen vermehrst du den gewöhnlichen Efeu. Dafür bietet sich der Spätsommer an. Schneide dafür einjährige Triebe ab. Sie sollten zwei Knoten haben, an welchen die Blätter sitzen. Entferne dann das untere Blatt. Anschließend setzt du drei Stecklinge in einen Topf mit Anzuchterde. Den unteren Knoten bedeckst du gut mit Erde. Stülpe nun einen Folienbeutel über den Topf. Dadurch bleibt die Erde gleichmäßig feucht. Die Triebe bilden nach zwei Monaten Wurzeln.

Gewöhnlicher Efeu lässt sich über Stecklinge vermehren. Der Spätsommer ist die beste Zeit dafür.
Krankheiten und Schädlinge
Gewöhnlicher Efeu leidet an unterschiedlichen Blattfleckenkrankheiten. Dazu zählen der Colletotrichum-Pilz und der Phyllosticta-Pilz. Entdeckst du einen Befall, schneidest du die Pflanze stark zurück. Einem Befall beugst du vor, indem du herabgefallenes Herbstlaub sofort entfernst. Das Laub fördert die Ausbreitung von Pilzkrankheiten.
Durch das Bakterium Xanthomonas campestris pv. Hederae bekommt die Kletterpflanze Efeukrebs. Diesen erkennst du an kleinen, scharf begrenzten Flecken am Blattrand. Sie breiten sich über die Zeit auf den Blättern aus. Im schlimmsten Fall erreichen sie die Stängel. Bekämpfen lässt sich die Krankheit nicht wirklich. Dämme sie ein, indem du betroffene Pflanzen entfernst.








